Die Argumentation des Psychiaters lässt mich schmunzeln und gleichzeitig könnte ich laut aufschreien. Ich bin Jahrgang 68, der Psychiater, bei dem ich vor 1,5 Jahren war mit dem Verdacht auf ADHS, hatte mir Medikinet gegeben, Obwohl er, wie viele seiner Kollegen, die nicht auf dem neuesten Stand sind, der Meinung war, ich sei als Kind zu angepasst gewesen, um ADHS zu haben. Ich hatte das Methylphenidad nicht genommen (wegen Angaben im Bepackzetteln, die mich wegen Wechselwirkungen verunsichert hatten). Und war dann dieses Jahr in einer der auf ADHS spezialisierten Schön Kliniken. Sorgfältige Diagnostik und Verdacht auf ADHS bestätigt. Dort wurde Elvanse angesetzt. Ich war dann bei dem gleichen Psychiater, wie vor 1,5 Jahren (dankbar, überhaupt irgendwo einen Termin zu bekommen für weitere Rezepte). Und er wirkte eingeschnappt, weil ich das Medikinet nicht genommen hatte, das Elvanse aber schon. Fazit: mit noch ein bisschen weiter über 50, als du es bist, würde ich auch Medikinet bekommen von ihm. In der Klinik habe ich nichts von einer Altersbeschränkung gehört und dort waren viele Patienten, die erst spät diagnostiziert wurden.
Hallo @DuTe,
danke für den Erfahrungsbericht. Vor dem Methylphenidad habe ich auch massiven Respekt. Vielleicht schaffe ich es, direkt Elvanse zu bekommen. Rehaantrag für eine Klinik mit ADHS-Erfahrung ist gestellt.
Liebe Grüße
Ich bin Jahrgang 72 und bin selbst erst mit 43 dognostiziert worden, da war mein großer Sohn 6 Jahre alt.
Mir geht es ähnlich mit Freundschaften oder Bekanntschaften. Ich gehe gerne zu meinem Handballtraining. Leider komme ich in der Gruppe gar nicht gut an. Kaum einer redet mit mir, ich selbst weiß nie, was ich zu den Gruppengesprächen beitragen soll (wie ein Blackout). Im Prinzip, bei jeder Pause, bei jedem Umziehen oder jedem gemeinsamen Teamevent nehme ich mehr oder weniger schweigend teil. Ich muß so derart anders sein, als die anderen, dass kein Zugang zu mir möglich ist. Und dann habe ich auch noch die Aussenseiterposition Torwart. Nur weil ich trotz meines Alters gut bin, also für die Mannschaft auch wichtig bin, und es mir einfach unendlich Spaß macht, gehe ich überhaupt noch hin, da habe ich ein dickes Fell. Trotzdem fühlt sich das Gefühl, nicht einbezogen zu werden schon traurig und einsam an. Obwohl ich weiß, daß sie mich wirklich dabei haben wollen. Ich bin in der Mannschaft auch nicht die älteste, und die nächst jüngeren sind 4 Jahre jünger, also insgesamt ja eine durchschnittlich ältere Mannschaft. Daran kann es nicht liegen. Und zickig ist diese Mannschaft auch nicht, sondern eigentlich das, was man sich immer wünscht, offen fröhlich und freundlich und alle mit viel Spaß und ohne Druck dabei. Trotzdem kann ich mich anstrengen, wie ich möchte, einen Zugang finde ich schwer. Es gibt dort noch eine weitere, die ist 20 jahre jünger als ich, die findet auch schwerer Zugang. Aber sie wird definitiv mehr angenommen, auch mit ihrer Art. Erstaunlicherweise können wir zusammen zumindest die F-Jugend trainieren.
Und es geht mir in allen Gruppen so, ob Schule früher, ob Arbeitsstellen usw. Ich glaube einfach, daß wir uns mit dem Anderssein abfinden müssen. Ich freue mich darüber schon, daß ich eine Freundin habe, die fast wöchentlich einmal mit mir spazieren geht. Zu mehr ausser meiner schwierigen Ehe hat es leider nie gereicht. Dabei wüsste ich echt zu gerne, warum alle lieber einen großen Bogen um mich machen. Ärgern tue ich die Leute nicht, gemein bin ich nicht und lästern tu ich auch nicht. Eines weiß ich schon, ich bin nie aufgelöst locker, und kann über vieles nicht lachen, was andere so witzig finden.
Vielleicht noch kurz zu meiner Dignostik. Da mein großer ein extremes Schreibaby war, und ich durch meine Kindheit schon zig Therapien hatte, hatte ich eine weitere veranlasst. Ich hatte Angst, dem Kind, es war 2,5 Jahre alt, etwas anzutun. Schon diese Therapeutin meinte, ich solle mich auf ADHS testen lassen und daß mein Sohn es vermutlich auch hat. Der Kinderarzt war später auch der Meinung und im Kindergarten gabs ebenfalls nur Probleme. Nach Ergotherapie, vielen unangenehmen Gesprächen und sogar einer Familienhilfe zu Hause ( die sagte, daß bei uns in der Familie wirklich alles in Ordnung sei und wir unser Kind sehr gut und richtig behandeln und fördern, sowie aus ihrer Sicht ungewöhnlich konsequent sind), habe ich bei ihm einen Test machen lassen, mit noch nicht ganz 6 Jahren. Dieser Test viel positiv aus. Einen Termin hatte ich schnell bekommen. Medikamente wollte ich nicht geben. Dann, in der eigentlich 3. Klasse, er wurde leider zurückgesetzt weil er nichts in der Schule schaffte, begannen wir bei ihm mit Medikinet. Er hat alle Schuljahre aufgeholt und noch viel mehr gelernt. Ich habe mich auf Grund seines positiven Ergebnisses auch testen lassen, an einer Uniklinik. Die Termine bekam ich dort umgehend und die Fiagnose war derart eindeutig, dass ich schon erschrak. Es wurde mir nun klar, warum absolut gar keine Therapie zuvor half. Mein Hauptproblem war weniger meine schreckliche Kindheit, ich bin sehr resilient, sondern das doch stark ausgeprägte ADHS. Das haben nicht einmal die Heimerzieher gemerkt und jein Therapeut zuvor. Ich habe auch sehr schnell einen Psychiater gefunden, der mir regelmäßig Methylphenidat verschreibt und vertrage es hervorragend. Was die Ärzte in diesem Bereich anging, hatte ich echt Glück. Ich war aber auch noch unter 50. Der Arzt ändert die Medikation nicht, es sei denn ich benötige eine andere Dosis oder vertrage das Medikament weniger.
nach wochenlanger Abwesenheit bin ich wieder da und lese mit großem Interesse von euren Erfahrungen, Lebensläufen etc ……
Ich bin Jahrgang 1962, im Januar 2025 diagnostiziert, wochenlange Suche nach einem Arzt der mir Elvanse verschrieb ……. Seit Juni nehme ich das auch, 40 mg , nach einem Einsturz im Mai auch wieder Escitalopram und Quilonum - denn meine Diagnose seit 1970 lautete ja auf endogene Depression ( was auch immer das sein soll …) und Bipolarität.
Der Medikamentencocktail scheint zu passen: negative Gedankenstrudel kann ich aushalten, verändern ….. aufgrund der Frührente ( seit 2 Jahren) ist dieser ( in negativen Phasen ) unerträgliche Druck des “funktionieren-müssens” weg … ich lebe emotional auch nicht in der “ normalen “ Welt ……
daher ist das was margarete erzählt für mich sehr erleichternd : auch ich bin nicht der “aufgelöst lockere Typ” !
Und es geht mir in allen Gruppen so, ob Schule früher, ob Arbeitsstellen usw. Ich glaube einfach, daß wir uns mit dem Anderssein abfinden müssen. Ich freue mich darüber schon, daß ich eine Freundin habe, die fast wöchentlich einmal mit mir spazieren geht. Zu mehr ausser meiner schwierigen Ehe hat es leider nie gereicht. Dabei wüsste ich echt zu gerne, warum alle lieber einen großen Bogen um mich machen. Ärgern tue ich die Leute nicht, gemein bin ich nicht und lästern tu ich auch nicht. Eines weiß ich schon, ich bin nie aufgelöst locker, und kann über vieles nicht lachen, was andere so witzig finden.
In den letzten 50 Jahren war ich in Gruppen und Vereinen - bis heute bin ich eine “Frau im Hintergrund” …… weiss aber auch das ich Nähe nur sehr gezielt möchte/suche ….. daher ein Distanzbedürfniss offenbar ausstrahle …….
dann ist das auch ein ADS Symptom ? Diese Ambivalenz zwischen Nähe und Rückzug ? Diese “Unfähigkeit” herzlich und offen rüberzukommen - statt dessen immer (zu?) beobachtend - zurückhaltend ….. oder ist es doch mehr die eigene Geschichte dahinter ?
Wahrscheinlich ein Mix aus eigener Geschichte, Erfahrungen und den “Anlagen “ im Hirn ….. so wie für mich die lebenslangen Depressionen die Folgen des überlasteten ADHS Hirn sind ……..
In Bamberg gibt es ein wunderbare “Connections” in Form von alternativen events etc. u.a. auch Kuschelabende ….
Viele nehmen hier dankbar teil und genießen den Effekt : Glücklichsein hat einen positiven Effekt auf Körper und Geist, da Glückshormone wie Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphine ausgeschüttet werden, welche die Gehirnfunktion verbessern und Stress reduzieren …..
ich spüre deutlich in mir sperrt sich alles, daher mache ichs nicht … aber frage mich WARUM ……….. ( und ja - es gab es Mißbrauch bei mir durch den Bruder als ich 8 war ………. jetzt bin ich 63 ……. wielange “ muss” ich dieses Thema noch “ aufarbeiten”? Oder hat ein ADHSler einfach Probleme mit körperlicher Nähe ???)
Da ich diesen Threat eröffnet habe und seit einiger Zeit niemandem geantwortet habe : ES TUT SEHR GUT von anderen “älteren Frauen” zu hören/lesen und ich nicke hier einmal richtig freundlich in die Runde !!!
Wer möchte kann mich auch gerne direkt anschreiben ….
( dieses Forum saugt mich immer sehr schnell ein - sitze schon wieder seit mehr als einer Stunde hier …. :-/ … )
Das denke ich nicht.
Alle sind anders, die anderen nur auf eine andere Art.
Hier sind alle auf eine ähnliche Art anders. Darunter findest du Menschen, die so ticken wie du…
Ich finde, es kommt nur darauf an, wo man wonach sucht.
Also das mit dem Anderssein begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich galt als “halber Bua” und kein “gscheits Moidl”, hatte komische Hobbies, war immer zu groß für mein Alter, zu direkt, kein bisschen diplomatisch. Mir fehlte schon immer dieser soziale Schmierstoff, Smalltalk, fishing for compliments und der Umgang damit, wenn andere das versuchten. Schon immer nehme ich Oberflächlichkeiten zu ernst.
Beste Freundin hatte ich nie bzw immer nur recht kurz. Statt dessen (männliche) Fußballkumpels, was mich dann ja wieder ins Abseits geschossen hat bei den Mädchen.
Viele Umzüge und berufliche Wechsel kamen noch dazu.
Ich stolpere einerseits immer wieder drüber und wünsche mir das anders. Eingebunden sein in ein warmes soziales Netz, das hätte ich auch gern. Aber ich bin anscheinend nicht in der Lage eines aufzubauen und zu pflegen.
Andererseits mag ich meine Offenheit, mein “warum denn nicht?”, die Freiheit, die daraus entsteht, wenn der Ruf in Sachen Unangepasstheit mal ruiniert ist. Aber oft fehlt mir auch einfach jemand, der mit mir Pferde stehlen geht oder etwas anderes völlig geschlechts- und altersunangemessenes unternimmt. Und vor allem: sich nicht nur mitschleppen lässt, sondern auch Impulse einbringt.
Da bin ich wohl recht anstrengend für andere, “zu viel”, nicht entspannt genug.
Schwierig.
Liebe Moja,
bitte verzeih, dass ich erst so spät antworte. Ich habe tatsächlich reduziert. Zunächst auf 20mg. Ich konnte mir dann doch nicht mehr vorstellen, dass eine Gewöhnungsphase oder Unterdosierung vorliegt. Gottseidank war diese Phase außerhalb meines Dienstes, sonst wäre ich vollständig zusammengebrochen.
Mit meiner (wirklich tollen) Psychiaterin konnte ich noch nicht wieder sprechen, aber ich habe getestet, was geht. Gemäß einiger Kommentare auf dieser Plattform löste ich die verordneten 40mg auf und nahm geringere Dosierungen zwischen 20 und 30mg. Nach 2 Tagen ging es mir wesentlich besser. Ich teste noch die genaue Dosis aus. Sie scheint von der Tagesform und von der psychischen Befindlichkeit abhängig zu sein, nicht fix. Ich muss allerdings sagen, dass ich nicht auf das mg genau abmesse.
Ich bemerke nun nicht unbedingt die klassischen Konzentrationssteigerungen, oder Antrieb. Die Wirkung ist wesentlich subtiler, mitunter nur bei extrem genauer Introspektion erkennbar .
Die Gedanken wirken teilweise etwas entzerrter, nicht mehr so komprimiert, so dicht.
Das erlaubt mir, mich nicht mehr ganz so arg erstickt zu fühlen, völlig überlagerte Gedanken ein wenig entzerren, mich nicht mehr so vollständig ausgeliefert zu fühlen. Ich empfinde mich als entsetzlich verwundete Seele, die all die alltäglichen, oder auch tiefergehenden/philosophischen Fragen/verletzenden Geschehnisse zu einem schwarzen Loch haben verdichten lassen, dass in sich selbst erstickt. Das Elvanse löst es minimal. Aber es reicht, um vielleicht im Lauf der Zeit diese Verdichtungen zu entspannen. Nur dadurch wird zumindest mir ein konstruktiver Umgang möglich. Mit dem, was meine Persönlichkeit, das Leben, mein persönliches Leben ausmacht. Nur so werde ich ganz langsam anwenden lernen können, was ich in jahrelanger Therapie als Unterstützung bekam. Ich wurde immer ganz verrückt, wenn ich rational verstand, aber nicht einmal ansatzweise umsetzen konnte. Als gäbe es keine Verbindung zu mir.
Hallo Francine, ich bin noch ein Jahr älter, Jahrgang 65, seit letztem Dezember diagnostiziert. Ich hatte schon vor den Medikamenten Bluthochdruck, jetzt ist er aber noch höher/schlechter regulierbar geworden und dabei nehme ich jetzt wirklich richtig viel Blutdruckmedikamente: 2 x tgl Candesartan 16 mg und mittags Lercanidipin 20mg. Trotzdem habe ich immer wieder richtig hohen Puls und hohen Blutdruck nach minimaler Belastung. Suche mir jetzt den nächsten Arzt, schwierig, jemanden zu finden, der sich damit auskennt. Für einen Tipp bin ich sehr dankbar! LG
Liebe Ahnsbeckerin! Welches Medi bekommst du denn? Ich hatte zuerst Medikinet adult, 10mg zum Eindosieren. Steigern bis 30mg. Ich musste für den Doc tgl. 2x Blutdruck messen, habe quasi ein Berichtsheft geführt über 7 Wochen über Nebenwirkungen, emotionale Veränderungen, … Das hat ihn überhaupt nicht interessiert!! Wollte er nicht wissen, geschweige denn mal lesen!
Die 30mg waren definitiv schon überdosiert: ADS hoch 2! Katastrophe!!
Hab ich dem Doc alles erzählt, dass lediglich DER ERSTE TAG mit 30mg super war, danach heftig schlimm, über Wochen!
Hat ihn nicht interessiert! ER war der Meinung, das klingt nach ner Erfolgsgeschichte … und hat mir ein Rezept für Medikinet adult 30mg ausgestellt! Ich konnte damit also auch nicht selbst auf 10 oder 20mg reduzieren. Bin frustriert und völlig neben mir nach Hause gefahren, hab der Sache noch mal (!) 2 Wochen gegeben … und dann mit meinen restl. 10mg-Kapseln ausgeschlichen - und hab den Doc gewechselt (mittels Dringlichkeitscode auf der Überweisung)!
Ich habe jetzt einen, der mir zuhört (!), mich ernst nimmt (!) und mir meine ERFAHRUNGEN mit der Medikinet-Überdosierung glaubt!
Ich habe mit ihm vereinbart, dass ich jetzt ein Medikament mit 10mg nehme, morgens 10mg und BEI BEDARF am frühen Nachmittag nochmal 10mg einwerfe (wenn ich volle Konzentration für iwas brauche). Ich nehme jetzt Methylphenidat 10mg von Zentiva und komme gut klar damit. Der Blutdruck ist inzwischen auch wieder normal…!
Ich meine, wenn die Nebenwirkungen so gravierend sind wie von dir beschrieben, dann muss ein Plan B her! Schnell!! Hoher Blutdruck ist schließlich keine Kleinigkeit und kann u.U. lebensbedrohlich werden! Lass dich nicht abspeisen! Der Doc ist FÜR DICH da, nicht umgekehrt!
Sonst neuen Doc suchen!
Liebe Grüße, fühl dich gestärkt und unterstützt!
Hallo Ursula,
wenn ich das richtig lese, hast du im April die Frage gestellt “Bin ich die Älteste hier”
Das bin ich nicht. Aber vielleicht der Älteste. Bin Jahrgang 1949. Habe mich vor gut drei Jahren wegen Suizidgedanken in einer Notfalsprechstunde einer Psychiaterin gemeldet. Diagnose Angststörung und Depression. Ein Antidepressivum hat meine Stimmungslage von sehr negativ auf neutral gestellt. Im Sommer dieses Jahres gab es dann eher zufällig und auf mein Drängen hin eine gesicherte ADHS Diagnose. Vieles aus meinem Leben erscheinen mir jetzt in einem neuen Licht. Viele Schuldgefühle sind weggefallen.
Aufgrund des Gutachtens aus dem ADHS Test bekomme ich von der Psychiaterin eher widerwillig und zweifelnd Medikamente und teste seitdem Medikinet adult und Lisdexamphetamin in unterschiedlichen Stärken. Ohne Antidepressivum. Wenn ich im Rebound (Medikamentenwirkung hat aufgehört) bin, merke ich jetzt, wie Scheiße ich früher drauf war und wie ich meine Familie beeinträchtigt habe. Wie hab ichs nur mit mir ausgehalten
?
Mit Medikamenten geht’s mir gut da. Bin halt jetzt am Optimieren der Dosierungen.
Irgendwo unter den vielen Beiträgen hier las ich mal die Anregung, eine Kategorie speziell für ältere Erwachsene im Forum zu bekommen. Weißt du, was man/frau dafür tun muss?
Danke für deine einleitende Frage ![]()
WE
Hallo Ursula,
hier reagiere ich auf einen weiteren Beitrag von dir.
Ja, das Forum saugt mich Auch oft ein.
Ambivalenz zwischen Nähe und Abstand kenne ich auch. Ich habe viele nette Bekannte und gute Kontakte (Geistlicher im Ruhestand, Vereinsvorsitzender) aber keine (engen) Freunde, mit denen ich mich gut unterhalten und öffnen kann. Sch…. ade
Meine Frau (nicht-ADHS) hat auch ein Problem mit körperlicher Nähe wegen eines Missbrauchs in früher Jugend. Ich hingegen (mit ADHS) umarme gerne Menschen, die ich mag. Ich könnte meiner Frau helfen bei der Bearbeitung ihres Näheproblems und der Ursache (es gibt dafür schöne und einfache Techniken wie z. B. EMDR).,bin aber bewusst zurückhaltend. Ich bin ja ihr Ehepartner und nicht ihr Therapeut.
Zum Thema Depression: Bei mir hat sich herausgestellt, dass - wie bei vielen anderen auch - das unbehandelte ADHS Auslöser der Depri war.
Du schriebst, es täte dir gut, von anderen “älteren Frauen” zu lesen. Leider bin nur “älterer Mann”…..
Vielleicht mit Guanfacin kombinieren. Ist nur off-label, und daher privat zu zahlen, und leider teuer. Verschreiben auch nur Ärzte, die sich wirklich auskennen.
Hallo liebe Ursel,
du sprichst mir aus der Seele und der Erfahrung. Ich bin 60 und habe vor vier Wochen durch einen Zufall einen Interview-Podcast gehört. Mach ich abends im Bett oft, um runterzukommen.
Nach 30 Minuten bin ich aus dem Bett gesprungen und dachte: ist nicht wahr… Da hat jemand mein Leben und meine Empfindungen erzählt.
Bis dahin ist das Thema mehr oder weniger spurlos an mir vorbeigegangen, weil ich - wie Millionen andere - davon ausging, das ist ein “Kinder- und Entwicklungsthema”.
Seit Jahrzehnten leide ich unter Depression, Angsterkrankungen und Sucht.
Das mag so sein, aber möglicherweise als Folge einer ADHS. Mir geht es nicht darum, auf Teufel komm raus diese Diagnose zu erhalten. Mir geht es darum, dass es mir vllt mal besser gehen könnte.
Und dass ich mein Verhalten und meine Probleme auch mal für mich erklären könnte.
Ständig sehenden Auges mich selbst und andere vor den Kopf zu stossen.
Insgeheim nenne ich mich selbst die “Frau der 100.000 Baustellen”. Oder die “Frau” der 99.000 Anfänge. Oder die Königin der Wechsel. Wechsel der Wohnorte, Liebhaber, Freunde, Arbeitsstellen, Intereressen….
Seit Jahrzehnten wird an mir “herumgetestet”, “herumprobiert”, Monate und Jahre meines Lebens habe ich verschwendet mit Medikamenten, die mich handlungs- und lebensunfähig gemacht, mir aber nicht geholfen haben.
Zurzeit bin ich “am Explodieren”, habe noch keine Idee, wie ich die ganzen Probleme angehen soll. “Meine” Psychiaterin ist eine unemphatische Frau, die kein Interesse hat. Ich werde verwaltet, alle 3 Monate so eine Art “Lebendkontrolle”, neues Rezept - fertig.
Meine Situation ist eskaliert, nachdem ich meine Hundegefährtin vor 3 Monaten einschläfern lassen musste. Sie war für mich alles. Gefährtin, Strukturgeberin, Mittlerin für Sozialkontakte - mein Leben halt. Seither drehe ich voll am Rad.
Soviel erstmal. Habe mich über die Frage gefreut und darüber, dass ich wohl auch nicht die Älteste bin.
Liebe Grüsse
Silvie
Wow - ich habe es geschafft mich hier am Handy einzuloggen - von seit einer Woche mit dem Camper unterwegs … kein wlan, kein pc etc ,…..
Ich grüße und danke allen die hier schreiben ! Und selbstverständlich auch „ dem Herrn „ der sich angesprochen fühlt / fühlte !
Und ich führe Gespräche hier gerne fort - nur bin ich noch eine Woche unterwegs, dann wieder bequem am pc .
Das msg eine der schönen Seite des ADS sein : abenteuerlustig - improsivisationstalent - lernbegierig ……. Die andere Seite : ich muss heute den Bus auf den Kopf stellen um mein Bargeld zu finden ! KEINE Ahnung wohin ich es gepackt habe ……… da wo es sein sollte/ könnte ist es nicht ……. ![]()
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….. ……..
Was mich stets berührt sind die wirklich ähnlichen Lebensläufe ( ja nur mit anderen dpätdiagnostzierten vergleichbar ) !
Und jetzt 10 Monate nach der Diagnose fange ich erst AN zu begreifen wer und was ich bin und was „ Maskerade“ ist/ war ….. klaro ……. Nach 63 Jahren verbiegen braucht es bis man sich findet ——— und —— ich mag mich ! Jetzt ‚ so !
Ich versuche hier eine Reportage über adhs reinzupacken - hat mir auch viele Fragen beantwortet !
Und ich freue mich über weitere Resonanz - m/w
- gerne auch PN …
Hallo Silvie,
Welches Rezept bekommst Du alle 3 Monate?
Ich habe 3 Jahre lang Antidepressivum wegen Angststörung und Depri bekommen, was mir das Leben erleichterte. Durch “Zufall” kam das Thema ADHS hoch. Ich habe auf Test für ADHS-Diagnose bestanden(!), sonst hätte meine Psychiaterin kein anderes Medikament gegeben. Seit dem positiven Test bin ich ohne Antidepressivum aber mit ADHS-Medikamenten gut unterwegs und es geht mir besser. Das unbehandelte ADHS war Auslöser meiner Schwierigkeiten.
Tipp vom älteren Herren (76): Hol dir die Diagnose, sei dafür hartnäckig.
100000 Baustellen
oja, kenne ich. In den letzten 6 Jahren 6 Musikinstrumente gekauft, für 2 sogar mal Unterricht genommen …. Jetzt verstauben sie auf dem Friedhof meiner kurzzeitigen Hobbys.
Viel Erfolg Und berichte mal bitte . ![]()
Liebe @Silvieee ,
du bist natürlich nicht die Älteste. Zwar etwas älter als ich, mein 60. ist in ein paar Wochen, aber es gibt noch mehr und ich finde 59 oder auch 60 gar nicht besonders alt für eine ADHS-Behandlung.
Ich habe meine ADHS-Diagnose glücklicherweise seit 2003, aber hätte ich sie jetzt noch nicht wäre es alle Mühe wert.
Dass dein Hund gestorben ist tut mir sehr leid.
Hi
da gibts doch peter schillings “goldener reiter” derweist darauf schon bisschen hin aberin den 70er 80ern wurde Frau hoechstens mit schizophrenie oder bipolar bedacht. hab auch ein fallin der familie. das sieht man gut im nach hinein. auch von freund die schwester laut beschreibung super gut denkbar. ich bin selbst jg85
meine leibl mutter jahrgang 60 ihr bruder jg56 und jg 60 wurde in den 80ern mit schizophrenie behandrlt weil sie esnicht geplant bekam mit 3 kindern unter 5 klarzukommen. aber die ganze pers. deutet auf eun unbehandeltes audhs hin. nehme ich beimeinem onkel auch stark an der ist sehr aktiv und rechtschaffend aber immer irgendwie bei menschen angeeckt.
(meine neffen sind audhs und adhs alle)
ich selber audhs
Hallo,
Ich bin Jhg. 66 also auch nicht mehr jung jung, aber wie so viele von Euch auch irgendwo in der Kindheit im Kopf stehen geblieben, was ich heute aber als Segen sehe.
Ich bin letzten Nov diagnostiziert worden von meiner Hausärztin diese hat mich dann zur Abklärung geschickt und Bingo, da war plötzlich für alle Baustellen eine Erklärung ! Ich war zuerst total vor den Kopf gestossen, wusste aber das es wahr sein musste, denn vieles deutete schon lange darauf hin, aber zuerst war ich sehr traurig, war es doch eine Bestätigung irgendwie in dieser Gesellschaft falsch zu sein, so wie ich mich oft in vergangener Zeit fühlte. Anders zu sein, obwohl ich mir immer soooooo viel Mühe gegeben habe „gut“ und richtig zu sein… was jetzt? Dann versuchte ich mich damit zu arrangieren und kam in einen richtigen Hyperfokus was das Thema Adhs anging, ich verschlang jeden Bericht, kaufte jedes Buch und fing mich an genauer zu beobachten, ich wechselte zwischen über mich lächeln und mich hassen… Ich wollte es schaffen ohne Medis, dachte ich hab es doch jetzt auch 57Jahre irgendwie geschafft😵💫 aber eben irgendwie….der Preis den ich zahlen musste/muss ist sehr hoch! Ich habe seit über 40Jahren immer wieder mit Depressionen, einer hypochondrischen Angststörung und sehr schmerzhaften chronischen Schmerzen zu kämpfen, mein Selbstwert ist gleich null und meine Rsd ist oft sehr zermürbend für die Beziehung.Ich habe mein Leben trotzdem gelebt, aber wusste nie warum alles so sehr stresst, warum alles so anstrengend ist warum ich immer so erschöpft war/bin…. Wurde oft nicht verstanden, denn mir war oft slkes zu laut, zu eng, zu kratzig zu mühsam zu anstrengend! Ich habe gefühlt 1000 Therapien gemacht und kein Psychiater /Psychologe Körpertherapeut hatte je den richtigen Verdacht, ich wurde so oft falsch therapiert mit Antidepressiva die ausser schlimmen Nebenw. nie etwas halfen. Ich litt still weiter, jeden Tag, habe 2.Kids gross gezogen, mich von meinem Mann getrennt weil ich nicht mehr konnte und er mich nie verstand und immer wieder abwertete, ( er war selber adhs und narzistisch) er starb 1/2Jahr nach der Trennung, was bei mir grosse Schuldgefühle auslöste! Hatte vor 14Jahren ein Geschäft gegründet und habe mit zusammen gebissenen Zähnen immer irgendwie funktioniert für die anderen gut, für mich zermürbend… Jetzt nach der letztjährigen Diagnose habe ich im Jan 25 mein Geschäft aufgegeben, (befand mich schon lange im grenznahen Burnout) und meine Schmerzen waren kaum auszuhalten!
Jetzt mache ich Pause seit Januar und finde auch das recht schwer auszuhalten🧘🏼♀️, versuchte das Adhs neu zu betrachten und wollte alles selber in den „Griff“ bekommen, aber zu welchem Preis? Jetzt habe ich mich entschieden mit Medikinet anzufangen, meine Hausärztin ist selber adhs Betroffene und daher sehr offen und hilfsbereit.
Ich hatte mit 5mg unretardiert gestartet es ging mir dann kurz viel besser, dann aber kamen schlimme Muskelverkrampfungen und ich setzte ab. Nach einer Woche begann ich erneut mit 2,5mg unret. und steigerte langsam, kam auf der Strecke wieder in diese üblen Nebenwirk., machte aber weiter…. Jetzt bin ich bei Morgens 10mg MR retardiert und Nachm. 2,5mg unretar. immer noch mit Nebenwirk. vorallem im körperlichen Bereich, aber im Kopf geht es mir das erste mal in meinem Leben endlich entspannter und klarer und glücklicher🍀 und das motiviert mich zum weiter machen.
Ich trauere meinem irgendwie verpassten Leben schon immer wieder nach, aber dank den Medis glaube ich nun daran die letzten 30/40Jahre ![]()
noch ungezwungener, unverkrampfter, ungestresster, entspannter und hoffentlich schmerz, angst und depr. FREI leben zu dürfen:folded_hands:t2:.
Ich wünsche ALLEN und vorallem auch allen ü50 Frauen /Männer alles alles Gute, Es kommt alles gut🥰
