Dahin Vegetieren

Vegetieren mit ADXS

Ich muss jeden Morgen um 4Uhr aufstehen weil ich 2h Vorlauf brauche um Pünktlichkeit auf der Arbeit zu erscheinen. Alles andere führt zwangsläufig zu Verspätungen und zwangsläufig zu Unangenehmen Personalgesprächen.
Oftmals muss ich Morgens noch schnell unter die Dusche weil ich es am Abend davor natürlich nicht geschafft habe.
Zähneputzen läuft mehr schlecht als recht aber immerhin eine Routine! Genauso wie mein Müsli am Morgen.
Diesbezüglich konnte ich tatsächlich eine Routine Entwickeln.

Total übermüdete mache ich mich auf den Weg zur und wenn meine Depressionen bis dahin noch nicht anwesend waren kommen sie spätestens auf der Fahrt zur Arbeit.

Auf der Arbeit mache ich viele Flüchtigkeitsfehler oder erledige Aufgaben nicht oder fehlerhaft weil ich nicht richtig zuhöre.
Ich arbeite am Tag effektiv maximal 2-3h und den Rest der Zeit versuche ich mit Handy spielen, Kaffee trinken und rum laufen zu überbrücken.

Am Nachmittag auf dem Weg Nachhause verstärken sich meine Depressionen weil ich genau weiß welche Probleme auf mich warten.
Ein Haushalt voller Müll und nicht erledigten Aufgaben. Die Küche ist kaum nutzbar weil überall dreckiges Geschirr rum steht und das letzte mal putzen ist so lange her das ich mich nicht mal dran erinnern kann. Genauso sieht es im Bad, Schlafzimmer und Wohnzimmer aus.
Meine Wäsche gammelt oft Tage in der Waschmaschine und das würde ich sogar als Erfolg verzeichnen weil sie immerhin bis in die Maschine gebracht wurde. Briefe öffne ich selten, ehrlich gesagt schau ich nicht mal in den Briefkasten… meine Nachbarn schmeißen schon immer die Zeitungen und Werbung in die Mülltonne damit nicht alles im Hausflur rum fliegt.
Ich kann noch ohne Ende weiter negative Beispiele auflisten…
Am Ende schmeiß ich mich aber auf mein verstecktes Sofa und liege einfach… manchmal schau ich „nebenher“ ytube aber in der Regel versacke ich in meinen Depressionen bis ich abends wieder ins Bett gehe.

Ja eine ganz Normale Depressive Phase… nur leider mittlerweile seit fast 8j.
Automatisch stellt sich die Frage wie lange soll das noch so laufen?

Vorweg schonmal sorry für die negativiät.

Sorry, hatte zum Schreiben angesetzt und war unterbrochen worden. Leider wurde versehentlich auf Senden gedrückt, als ich das Smartphone weggelegt hatte.

Schreibe später ausführlicher.

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Was bedeutet das?

Hallo @Rob , ich habe gerade auch mal deine Vorstellung vom September letzten Jahres gelesen.
Bist du in psychotherapeutischer Behandlung? Medikamente lösen keine Probleme, sie können nur eine Basis schaffen, auf der man dann, gerade bei so gravierenden Problemen, über Jahre hinweg unter therapeutischer Begleitung an sich selbst, seinen Verhaltens- und Denkmustern, arbeiten muss.

Evtl. wäre der sozialpsychiatrische Dienst eine allererste denkbare Anlaufstelle, da wissen andere hier aber sicher mehr drüber. Ansonsten gibt es immer die Möglichkeit, ein Beratungsgespräch bei zB bei der Caritas in Anspruch zu nehmen. Die helfen einem dann weiter, indem sie dir Wege aufzeigen, welche akuten Unterstützungsmöglichkeiten es für dich gibt.

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Lieber @Rob das alles klingt wirklich garnicht gut.
So wie Du über Dich erzählst entnehme ich dem das Du alleine lebst. Deshalb meine Frage, gibt es irgendjemand aus der Familie oder Bekannten/Freundeskreis mit dem Du noch regelmässig Kontakt hast?.
Kannst Du jemand darüber Einweihen das Du Hilfe im Haushalt gebrauchen könntest?.
Wie sieht es mit Medikamenten aus, nimmst Du Adhs Medis oder Anti-Depressiva?.

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Danke für deine Antwort.
Ich wusste garnicht das meine Vorstellung noch existiert.

Mittlerweile nehme ich keine Medikamente mehr weil ich nichts auf Dauer vertragen habe.

Bei der Caritas habe ich mich nicht gemeldet, für mich ist das auch immer ein Riesen Akt…. Habe einige mal schlechte Erfahrungen mit solchen Anlaufstellen gesammelt.

Ja ich mache aktuell eine Verhaltenstherapie in der ich mich aber nicht verstanden fühle. Vieles kann ich im Alltag auch nicht umsetzen von dem was wir besprechen in der Therapie.

Tatsächlich wohne ich nicht alleine.
Sondern mit meiner Freundin zusammen.
Ich kann aber nicht mehr mit ihr darüber reden sie ist verständlicherweise genervt und am Ende ihrer Kräfte. Sie hat selber ADHS und steckt mitten im Studium… für mich verständlich das ich sie auch nicht weiter belasten will.

Ja sie ist häufiger bei ihren Eltern und hat einen ganz anderen Tages Rhythmus. Sie ist eher Nachts wach.

Nein Familienmitglieder will ich nicht um Hilfe bitten.

Medikamente vertrage ich leider nicht. Habe schon einige ausprobiert die meinen psychischen Zustand nur verschlechtert haben.

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Ich kann verstehen das Du Deine Familie da nicht einweihen willst, klar das Du Angst vor negativen Reaktionen hast.
Und dennoch, manchmal irrt man sich auch.
Mir hat zum Beispiel in einer meiner schlimmsten Zeiten von schwerern Depressionen, sehr überraschend und absolut positiv, liebenswürdig und sehr sehr hilfreich mein Bruder geholfen.
In solchen schweren Situationen fangen wir an uns immer mehr zurück zu ziehen, verkriechen uns in uns selbst und vor der Welt.
Das nächste Problem das ich sehe, vielleicht irre ich mich auch komplett, aber mit Deiner Freundin scheint es auch nicht wirklich so gut zu klappen, oder?.

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Ich habe mir Kontakt mit meiner Mutter über WhatsApp. Ansonsten ist da nicht viel mehr mit Familie… und das Verhältnis ist auch so naja.

Nein meine Freundin ist selber sehr gestresst aktuell und ich fühle mich ihr gegenüber auch echt scheisse weil ich so einen extremen negativen Einfluss auf sie habe. Die Gedanken auch vor ihr zu flüchten sind definitiv präsent. Ich will sie eigentlich nur schützen aber ich weiß das ich sie und mich damit fertig mache…

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Du schreibst das Du keine Medikamente mehr nimmst weil Du sie nicht vertragen hast, inwiefern hast Du die Medis nicht vertragen?, was für Probleme hattest Du damit?.
Denn das Problem mit schweren Depressionen zum Beispiel ist das besonders dann ein Anti-Depressiva wirklich viel bringen kann.
Als ich meinen Burnout hatte wäre ich ohne Venlafaxin und Concerta sowie einer Psychotherapie und die Hilfe meines Bruders damals wahrscheinlich nicht so schnell wieder auf die Beine gekommen wie es dann der Fall war.
Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass es wirklich KEIN Medikament geben sollte das Du nicht verträgst oder Dir helfen kann, da muss doch was möglich sein.
Wie sieht es mit Deinem Arzt aus?, oder hast Du einen Psychiater?, wie ist die Kommunikation zwischen euch?, fühlst Du Dich dort gut aufgehoben?.

Vielleicht wäre es nötig mal den Arzt/Psychiater/Psychologen zu wechseln, da Du anscheinend keine kompetente Verordnung von Medikamenten bekommst und eine Therapie machst die Dir nicht wirklich viel bringt, wenn man das zusammenfassend so sehen kann?.

Deshalb noch mal meine Frage, wie klappt die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Arzt/Psychiater/Psychologen, teilst Du ihm mit das Du die Konzepte aus der Therapie nicht real umsetzen kannst, und WARUM Du das nicht kannst?, an was liegt es das Du es nicht umsetzen kannst usw., denn wenn Du nichts sagst kann Dir auch niemand helfen, Du musst also darüber reden.
Wenn Du das machst, der Arzt/Psychiater/Psychologe aber nicht auf Deine Einwände oder Bedürfnisse eingeht, dann suche Dir einen anderen Arzt/Psychiater/Psychologen, denn so wie die Umstände sind kann das ja nicht weitergehen.

Du steckst ja offensichtlich tief in einem Loch fest und Du brauchst unbedingt Hilfe um da wieder raus zu kommen, dass verstehe ich sehr gut, und es tut mir sehr leid das es Dir so schlecht geht.

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@Rob
Möchtest du etwas an dem Zustand, in dem du dich befindest, verändern? Oder benötigst du eher Zuspruch im Sinne von „Verstehe ich, geht mir ähnlich“?
Falls du den Zustand ändern möchtest, wirst du nicht umhin kommen, dich aktiv um Hilfe zu bemühen. Alleine scheinst du es ja eben nicht zu schaffen.

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Vielleicht hilft Dir dieser Thread zur Erledigungsblockade etwas bzw. vor allem die dortigen Links zu spezifischen Ergo-Therapie-Konzepten:

Mir hat schon das Wissen um das „Phänomen“ der Erledigungsblockade geholfen, etwas in Bewegung zu kommen. Gefährdet bleibe ich.

Das ist ja das hochgradig Gemeine und m.E. durch ADHS Verschärfte: Das „Tagesgeschäft“ an Spülbecken und Sonstigem würde ja gehen, aber es fühlt sich manchmal nicht so an. Und daher schaufeln wir uns durch Prokrastination und Vermeidung unsere eigenen Hochgebirge, Schippe für Schippe. Und es wird immer schwerer, das nüchtern zu betrachten und die Gründe für Vermeidungsverhalten werden immer „einleuchtender“.

Und dann ist der Teufelskreis da. Dass für das Angehen der angehäuften Berge der Mut fehlt in so einer Lage, das können m.E. sehr viele verstehen. Nur nicht, wie es dazu kommt…

Aber viele ADHS-Betroffene werden es verstehen können, denn es gab ja einen Anlass für das Vermeidungsverhalten und das fehlende Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit. Das ist ein saublöder Teufelskreis. Jeden Abend wieder zu denken „Morgen wird es anders. Morgen aber wirklich.“

Es gibt aber „Bergführer“ da draußen, die Dir das Leben hinter den Bergen wieder zugänglich machen können. Und die Neugierde darauf wecken können.

Für jemand anderen könntest Du evtl. so eine Person sein. Und für Dich selbst kannst Du es mit etwas Starthilfe auch wieder werden.

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Würde ich übrigens auch als Erfolg verzeichnen… Genau wie den Umstand, dass Du Dich noch zur Arbeit quälst. Und noch eine Arbeit hast und Dir diese Bastion noch erhalten konntest, obwohl Du diese immensen Gewichtsmanschetten aus Druck und Vermeidungsverhalten und Dagegen-ankämpfen trägst.

Wenn uns ADHS in diese Lage bringt, dann bringt uns ADHS vielleicht auch wieder raus. Wie viele Buchstaben brauchst Du, um aus dem Wort „Vegetieren“ das Wort „Neugier“ zu machen?

Keine. Du machst das V wieder rund zu einem U. Und dann hast Du sogar noch E und E und T übrig. Wie in „(nicht mehr) abwarten und TEE trinken“.

Es geht. Du verdienst ein Leben, das wieder runder läuft.

Anfangen könntest Du mit etwas Selbstvergebung. Es ist verdammt schwer, sich mit weniger Dopamin durch einen Alltag zu schieben, in dem andere nicht von diesem Eigengewicht Richtung Schwerkraft runtergezogen werden. Du leistet Enormes. Immer noch. Und jeder Schritt über den Berg geht einem leichteren Leben entgegen.

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Lieber @Rob unser vollstes Verständnis für Dich ist da, je mehr Du über Deine Situation redest, desto besser können wir Dir vielleicht hilfreiche Tipps geben.
Denn Du bist hier nicht allein mit Deinen Sorgen, und es gibt hier im Forum wirklich sehr viele Leute die über sehr viel Erfahrung, Herz, Verstand und Humor so wie noch vieles mehr verfügen.
Je mehr Du dazu bereit bist über Dich zu sprechen, desto besser können wir Dir helfen , Dir vielleicht sogar wirklich dabei helfen Dich wieder aufzubauen, oder gemeinsam ein Licht am Ende des Tunnels zu erblicken. Deshalb: bitte fühle Dich :heart: umarmt und :heart: Willkommen hier bei uns im Forum. :bouquet:

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Ich habe Elontril ausprobiert, hatte deswegen ständig Migräne und war sehr distanziert und kühl.

Medikinet hat meine Depressionen und Ängste verstärkt genauso wie Elvanse und Ritalin

Kurz nach dem ich Elvanse bekommen habe ist mein Psychiater in Ruhestand gegangen also nein ich habe aktuell keinen Psychiater bzw. Schon seit einigen Monaten.

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Ja meine Psychologin meinte das es sinnvoll wäre einen stationären Aufenthalt zu machen um mich auf Anti Depressiva zu setzten.
Aber ehrlich gesagt will ich auf keinen Fall in eine LWL Klinik, ich kenn die Klinik sehr gut weil Freunde von mir dort gearbeitet haben. Alternative Psychiater der im bestenfall bisschen Ahnung von ADHS hat habe ich bis heute keinen neuen gefunden. Ich gebe zu suche eher passiv… bzw. Ich will einen Termin machen aber stehe mir häufig selber im Weg.

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Hm verstehe, also stehst Du im Moment ziemlich alleine da, dass tut mir leid, denn das ist echt nicht gut. Das Du keinen Bock auf Klinik hast kann ich natürlich nachvollziehen.
Deine Medikamente waren also in Deinem Fall echt die falschen, dennoch würde ich an Deiner Stelle die Möglichkeit, dass Dir Medikamente wirklich helfen können, auf keinen Fall aufgeben.
Du brauchst einfach die richtigen Medikamente, und das erfordert erstens jemand der Erfahrung damit hat, und zweitens Geduld und Ausdauer. Du bräuchtest also im Grunde unbedingt Hilfe von einem erfahrenen Adhs Spezialisten:in, und das so schnell wie möglich.
Dabei kann Dir sicher @UlBre und @Falschparker behilflich sein, zum Beispiel wo ein Spezialist in Deiner Nähe ist, oder auch welche Medikamente in Deinem Fall helfen könnten.
Am besten wenn Du die beiden mal direkt darauf anspricht, vielleicht eine PN an die beiden schickst?.

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Gute Frage…
es fühlt sich eher so an als ob ich es nicht ändern kann. Und ja ich brauche Hilfe aber schaffe es nicht mir Hilfe zu suchen.

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@Rob

Das kann ich und wahrscheinlich die meisten hier leider sehr gut nachvollziehen :frowning_face:

Zuallererst musst du dir selbst eingestehen, dass du Hilfe brauchst und entscheiden, ob du sie wirklich willst - obwohl und trotzdem es unangenehm wird! Du musst die Scham und die innere Abwehr überwinden, einem Menschen schonungslos aufzudecken, wie es um dich steht. Überlege gut, wer es sein soll: Derjenige muss dann seinerseits zuverlässig alles Notwendige in die Wege leiten, sich ggf. informieren, telefonieren, Termine vereinbaren - und du musst es aber auch mitmachen! Du musst dir vorher gut überlegen, ob du aktuell in der Situation bist, irgendwelche Angebote und Vorschläge ablehnen zu können, weil sie dir nicht so recht zusagen: Wer Hilfe wirklich braucht, kann schlecht Ansprüche stellen und mäkeln, denn tausend Möglichkeiten gibt es nicht, und die Regeln machen dann definitiv die anderen. Wenn du das nicht akzeptieren willst oder kannst, wirst du alleine klarkommen müssen.

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