Wow das ist toll! Bei mir ist es leider nicht so, ich habe meistens nur Zugriff auf gelernte Infos aus meinem Kopf wenn ich im hyperfokus bin/wenn ich ausnahmsweise mal keinen brainfog habe. Und auch dann habe ich dass Gefühl dass mein Hirn wie ein Sieb arbeitet, da bleibt gar nicht alles drin hängen.
Ja, ich weiß dass ich das machen sollte. Ich bin aber schon so lange dran, ohne Erfolg. Die Diagnosen Endometriose und ADHS wurden nur gestellt nachdem ich explizit darauf hingewiesen habe. Und ich habe mittlerweile keine Kraft mehr. Ich habe das Gefühl dass die Tage viel zu kurz sind, um überhaupt wenigstens den Haushalt angemessen schaffen zu können.
Ja darüber bin ich mir durchaus bewusst, und habe auch nicht vor das jedem auf die Nase zu binden. Geht ja auch nicht jeden was an.
Für Menschen die mir nahe stehen, oder sich dorthin entwickeln, finde ich es aber auch nicht schlecht, und daran ob sich jemand dann auch damit auseinander setzt, zeigt sich ja auch viel.
Insbesondere geht es mir aber um Hilfen, Ämter etc.
Für irgendwelche gelernten Daten oder Wissen, finde ich den Vergleich bei mir auch recht passend. Oder eben wie bei einem Blackout bei einer Prüfung.
Mit meinen Erinnerungen ist aber nicht so, da habe ich generell kaum Zugriff drauf.
Das ist interessant. Ich glaube dass bei mir auch irgendwas entzündliches vor sich gehen könnte, oder wo das zumindest teilweise relevant ist. Abgesehen von der Endometriose. Denn wenn ich nicht schon vorsorglich Naproxen nehme, was ja entzündungshemmend ist, dann geht bei mir eine ganze Kaskade an Symptomen los, die in extremen Kopfschmerzen endet. Naproxen morgens und das wird abgeschwächt. Glaube dass da aber auch Dysautonomie/orthostatische Intoleranz eine Rolle spielen. Und heute ist mir aufgefallen, dass ich dann eben auch viel größere Schwierigkeiten habe im Sozialen, mit Reizen, und generell einfach zu funktionieren. Alles so verwurschtelt und ich weiß halt auch nicht ob sich da die Dinge vermischen, überlappen oder nicht.
Das ist sicher auch so. Ich bin mir gleichzeitig aber auch sehr bewusst darüber wo meine Stärken liegen. Das schwierige ist nur, dass ich meine Stärken oft nicht nutzen kann, weil ich so sehr darin schwanke wie es mir geht und wie viel Kapazität ich dementsprechend habe. Deshalb möchte ich natürlich auch das was mir im Weg steht, was auch immer es dann letztlich sein wird, angehen. Ich habe auch Angst meine Stärken zu zeigen, weil dann davon ausgegangen wird dass man immer dazu in der Lage ist. Und das ist ja bei vielen Menschen auch so, und gibt dann ein paar Ausreißer. Bei mir sind die Momente in denen ich sie zeigen kann eher die Ausnahme, und das ist schon irgendwie traurig.
Theoretisch vielleicht.
Ich schätze dass es bei mir auch so sein wird.
Wie meinst du das genau?
Ja und nein. Teilweise sicherlich. Es gibt aber auch genug Ärzte, die denken sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Da ist das Ego zu groß, um einfach mal sagen zu können „sorry, da weiß ich jetzt auch nicht weiter, aber ich überweise Sie an einen Facharzt“.
Das habe ich lange getan. Deshalb hat mich der plötzliche Termin zur Diagnostik dann auch so extrem überrumpelt. Ich komme bloß bei den körperlichen Aspekten noch weniger weiter als bei den psychischen.
Ja das ist auch durchaus so. Allerdings, im Alltag stört mich das nicht. Da mache ich mein „Selbstgefühl“ eben von aktuellen Dingen abhängig als meiner Erinnerung.
Ich merke das nur immer wenn Menschen sich über ihre Kindheit unterhalten oder sich generell an Dinge erinnern können, die gar nicht mal so weit weg liegen wie die Kindheit. Oder eben wenn in meiner Vergangenheit rumgewühlt wird, ich davon erzählen soll oder ganz simpel in der Anamnese eine Art Lebenslauf mit den wichtigsten Ereignissen erstellt wird. Dann fühle ich mich falsch, als ob ein Teil von mir fehlt.
Verstehe bei mir wurden auch mehr als 10 Jahre ohnmachtsartige Schmerzen als normal abgetan- die Überweisung und Untersuchung musste ich erzwingen. Ebenso bei bei der adhs alles selbst initiiert. Wenn ich mein erstes Zeugnis lese, fällt mir dazu nichts mehr ein.
Vielleicht würde ein Schwerbehindertenausweis oder Pflegegrad helfen. Dann wünsche ich dir viel Kraft, Durchhaltevermögen und Erfolg bei der Durchsetzung. Unser System ist kaputt und überladen..
Erinnerungen entstehen u.a. auch dadurch, dass Eltern mit ihren Kindern über Dinge reden, die passiert sind, z.B. fragen, was hast du heute gemacht, wie war das denn…, weißt du noch… usw.
Möglicherweise hat das bei deinen Eltern nicht stattgefunden?
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Kindheitserinnerungen nicht nur bei einer schlimmen/traumatischen Kindheit fehlen können, sondern dass es auch vom Bindungsstil abhängig sei, und dass Kindheitserinnerungen häufig bei einem unsicher-vermeidenden Bindungsstil fehlen würden. Evtl. gibt es da ja auch einen Zusammenhang zu emotionaler Vernachlässigung, die in manchen Fällen gar nicht als solche sofort erkennbar ist.
Ich sah neulich ein Video von Prof. Ashok Riehm darüber. Keine Ahnung, ob das jetzt hilft oder ganz in die falsche Richtung geht.
In den Kommentaren unter dem Video schreiben ein oder zwei Leute, dass ADHS + emotionale Vernachlässigung auch manchmal mit Autismus verwechselt wird.
Von ihm gibt es auch ein Video über die Unterschiede zwischen kPTBS und Autismus.
Das ist echt unfassbar. Tut mir leid für dich dass du da so lange kämpfen musstest.
Einen Antrag auf Pflegegrad habe ich tatsächlich schon gestellt. Der kam mit dem Ergebnis von 0 Punkten zurück. Da hab ich dann gar nicht erst versucht Widerspruch gegen einzulegen.
Ich hatte ein paar Wochen lang eine Haushaltshilfe, was mir auch wirklich merklich geholfen hat, auch wenn es nur 1 Stunde pro Woche war. Aber da wurde mir eben reale Last abgenommen, was dann wenigstens dafür gesorgt hat dass ich aus der Dauer Erschöpfungsspirale wenigstens kurzzeitig wieder raus kommen konnte, und es immer noch kann. Das kostet aber natürlich auch. Und als jemand der vom Jobcenter aufgestockt werden muss, weil ich nicht genug verdiene ohne Ausbildung und in Teilzeit, ist das nicht gerade easy aus eigener Tasche zu bezahlen. Zumal ich ja auch Kompressionsstrümpfe,und was nicht sonst noch alles durch meinen Zustand Mehrkosten verursacht, selbst finanzieren muss.
Ich glaube dir bedingungslos, dass du es so fühlst. Ich würde nur gern wissen, was du damit meinst. Was ist es, das dich beunruhigt? Was ist dahinter? Was fehlt dir?
Ich denke mal, weil mir in den Momenten bewusst wird dass das nicht normal ist, und dass mir in gewisser Weise ein Stück von mir bzw meinem Leben enthalten bleibt, was andere als selbstverständlich erachten. Und es ist ja nicht nur so dass es um die Kindheit geht. Ich weiß noch als mein Opa gestorben ist, der mir sehr wichtig war und eine große Rolle darin gespielt hat wer ich heute bin (glaube ich zumindest), musste ich bei meiner Therapeutin anfangen zu weinen. Ich glaube das war das erste und einzige Mal, dass in einer Therapie tatsächlich Tränen bei mir geflossen sind. Und die kamen hoch, als ich zu ihr gesagt habe „ich habe Angst dass ich ihn vergesse.“.
Ich finde es einfach sehr schwer, dann angemessen zu reagieren. Möchte die Person natürlich nicht verärgern, aber mich zu verstellen und jedes Mal zu überlegen was die Person jetzt von mir (hören) will, finde ich einfach anstrengend.
Manchmal erzählen andere (und man selber anderen ) eben Dinge, die einen nicht interessieren.
Sozialverträglich gilt es einen netten Kommentar dazu zu machen, oder bisschen was nachzufragen, dann kann man das Thema normalerweise wieder wechseln.
Ja, ich will auch nichts anderes behaupten. Irgendwie fühlt es sich ein bisschen aus dem Kontext gerissen an für mich. Es ging ja um das Thema Einfühlen können. Mit meiner Kollegin die mir von ihrem Urlaub erzählt, da kann ich eben nicht mitfühlen. Der Kontext stimmt für mich auch nicht. Ich bin ja da zum Arbeiten.
Hat mich dann irgendwie ein bisschen verwirrt dass da die Frage kam wo mein Problem liegt. Wollte es nicht als solches darstellen, oder zumindest als „ich find’s halt anstrengend aber das ist halt meine Sache“. Ja keine Ahnung. Vielleicht verpasse ich auch grad irgendwas. Bin ziemlich durch heute.
Erst mal danke für Deine Antwort. Mag Dir vielleicht komisch erscheinen, aber bei 3 von 4 Kommentaren, die ich hier absetze, werde ich ignoriert, was mein Engagement hier deutlich veringert hat.
Ja stimmt schon. Ich hab´s ja auch so gemacht. Aber selbst in meinem engsten Familienkreis und auch bei den Freunden lief das nicht so, wie ich es erhofft hatte.
Die meisten reagierten auf meine Diagnose mit Zweifeln, dass ich das wirklich habe.
Liegt aber glaube ich auch daran, dass die meisten auch eine ADHS-Thematik haben und ich für die deswegen normal erscheine.
Aber damit auseinandersetzen wollen die sich nicht so richtig. Hätte also eben so gut nix sagen können. Aber vielleicht läuft es bei Dir ja besser.
Ändert eine Autismus-Diagnose da etwas? Laut meiner Therapeutin ist die ADHS-Diagnose da weitaus wichtiger. Eine Autismus-Diagnose sei eher gut, um sich selbst besser zu verstehen.
Ich habe das nur bei mir überprüft, weil mich ein vermeintlicher Freund als Autist gelabelt hat. Welche Hilfen bräuchtest Du denn?
Ja, ich habe das nur angestoßen, weil es bei mir vermutlich so war. Ich hatte genau das gleiche Gefühl in der Diagnostik-Phase, die bei mir übrigens über ein Jahr gedauert hat. Ich konnte auch überhaupt nicht sagen, in welchem Alter Erinnerungen stattfanden. Alles eine diffuse Suppe.
Die Erinnerungen kamen dann irgendwann von selbst und ich fühle mich wieder eher mit mir verbunden.
Ich hoffe, bei Dir passiert irgendwann was Ähnliches.
Die Endometriose ist eine entzündliche Erkrankung.
Ich leide ebenfalls unter einer entzündlichen Erkrankung und habe eben eine Weile mit Claude (AI) nach Parallelen geforscht, bzw. ein paar Theorien überprüft.
Ich habe MCAS (leider noch nicht offiziell diagnistiziert).
Eventuell auch EDS und die heriditäre Alpha Tryptasämie, die dem MCAS zugrunde liegen können. ADHS-Symptome treten übrigens gehäuft zusammen mit diesen Syndromen auf.
EDS ist eine Bindegewebsschwäche, die z.B. dazu führen könnte, dass Zellen im Körper an Orte wandern, wo sie nicht hingehören.
MCAS ist ein Symptomkomplex, der durch eine Überaktivierung der Mastzellen bedingt wird.
Bei der Endometriose besteht ebenfalls eine Überreaktion der Mastzellen.
Eine Mastzellaktivierung ist als Symptom und als Ursache gleichzeitig zu sehen, denn Mastzellen werden unter Anderem von Immunprozessen getriggert und schütten dann Stoffe aus, die z.B. zu Deinen heftigen Kopfschmerzen führen können.
Lass uns mal ein bisschen Diagnostik machen wenn Du magst.
Hast Du auch gastrointestinale Symptome?
Eventuell Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien?
Wie beweglich bist Du, wie straff ist Dein Bindegewebe, bzw. die Haut?
Hast Du schon eine Hormonspirale probiert?
Wie oft nimmst Du
Medikamente, die bei Endometriose auch helfen können (bitte nur unter ärztlicher Beobachtung):
Antihistaminika
Ketotifen
Famotidin, Cromoglicinsäure
Niedrigdosiertes Naltrexon
Sonstige Maßnahmen, die den Krankheitsverlauf verbessern können.
Andere Trigger finden, z.B. Wetterumschwung, Hitze, Kälte, Sonne, Muskelüberlastungen, Verspannungen, latente Entzündungen, z.B. am Zahnfleisch oder in den Gelenken.
Machst Du aber. Du hast ein hohes Maß an Reflexionsvermögen und zeigst eine hohe Intelligenz und klare Sicht auf die Dinge.
Aber klar, wenn der Körper so geschwächt ist, dann kommt man einfach zu nichts.
Ich kenne das. Im Prinzip ist das eben die Symptomatik einer Depression - nur, dass dieser eben ganz klar die Körperlast zugrunde liegt und sie deswegen nicht auf psychischer Ebene geheilt werden kann, was Du ja schon ein paar Mal versucht hast.
Jetzt vielleicht nicht direkt wegen Depression aber mit Beschwerden, die sich mit dem Krankheitsbild überlappen, allen voran, negatives Selbstbild und Leistungseinbusen. Oder weswegen warst Du früher in der Psychotherapie?
Der Körper erzeugt jedenfalls in unseren beiden Fällen psychische Symptome, die sich auch stark mit denen der ADHS überlappen.
Naja, wenn´s mit der ADHS-Diagnose nicht klappt, Hilfe zu erhalten, wird das mit zusätzlichen Diagnosen vielleicht auch nicht klappen.
Ehrlich gesagt halte ich die für die Mehrheit. Ich weiß gar nicht, ob man denen das verübeln kann. Die Ausbildung macht sie zu dem was sie sind. Ihnen wird beigebracht, dass sie eine Autorität sein müssen, damit die Leute an Heilung glauben. Sie meinen es also eigentlich gut aber sie machen es sich auch einfach.
Ich glaube, es handelt sich dabei oft um sehr intelligente Menschen, die aber eher Wissen reproduzieren können, so wie es Zentralvoraussetzung im Medizinstudium ist.
Ich würde mich zu Tode langweilen, wenn ich Medizin studieren müsste.
Aber ich liebe es, Krankheiten zu recherchieren und Kreuzverknüpfungen zu bilden und Theorien über die Systematik zu spinnen.
Nun ja, eigentlich vor allem, weil ich ja auch Probleme habe. Aber wenn ich damit auch anderen Menschen helfen kann, dann würde mich das sehr freuen.
Jedenfalls sollte ein guter Arzt seinen Patienten gut zuhören und Theorien und Ideen ernst nehmen. Z.B. verstehe ich nicht, warum meine ADHS-Diagnostik so schwer war. Hätte mir der Psychiater richtig zugehört ohne ständig Zuschreibungen zu machen dann hätte er mir bestimmt helfen können anstatt mich zu foltern.
Ich habe daraus gelernt, weiterzuziehen, wenn ich mal wieder an einen Arzt dieser Spezies gelange, der dann meint, das wäre alles psychosomatisch, oder läge am Kiffen.
Also, ich glaube nach wie vor, dass es Dir helfen könnte, Dich mit den körperlichen Aspekten Deiner Probleme zu beschäftigen. Der Weg über die Psychotherapie hat Dir ja bis jetzt nicht geholfen (übrigens normal wenn Du ohne ADHS-Medikation eine Thetrapie machst). Und Dich selbst zu zermartern hilft ja auch nicht. Die Lösung auf die komplizierte Gleichung des Schmerzes zu finden ist verlockend aber ich glaube, nicht auf diesem Weg zu erreichen.
Du hast eine ernste chronische Erkrankung, die Du vermutlich niemals los wirst.
Aber es gibt Faktoren, die Du beeinflussen kannst.
Wenn Dich Dein ADHS daran hindert, anzufangen, Dein eigener Arzt zu werden, dann wäre das vielleicht noch einen Versuch wert, eventuell mit Verhaltenstherapie oder alternativen Medikationsversuchen.
Schau doch mal, ob Du vielleicht über Deine Ernährung etwas Kontrolle gewinnst.
Und versuche, weitere Medikamente, die Off-Label verschrieben werden.
Oben habe ich ein paar aufgelistet.
Und so doof das klingt, wenn Du letargisch bist dann ziehe in Betracht, ein Antidepressivum (AD) zu versuchen. Es gibt da ein paar Aktivierende, mit denen Du eventuell die Letargie durchbrechen kannst.
Auch Psychotherapie wirkt besser wenn Durch ADs (aber auch durch ADHS-Medikamente) die Neuroplastizität erhöht wird. Manche wirken auch noch antientzündlich.
Sorry für den vielen Text. Ich hoffe, das nervt nicht.
Lass Dir ruhig Zeit mit der Antwort und wenn´s Dir zu viel ist kannst Du da natürlich auch sagen. Hier soll ja Dir geholfen werden und nicht mir.
Ich habe übrigens bei mir auch schon EDS und MCAS im Verdacht gehabt, es aber dann irgendwann wieder verworfen, weil mir die Symptome nicht eindeutig genug und vor allem nicht krass genug vorkamen.
Hypermobil bin ich aber definitiv.
EDS würde aber zumindest auch mit dem blood pooling zusammen passen bzw generell mit Dysautonomie/orthostatischer Intoleranz. Dazu dann noch eine leichte Anämie (Stand von vor 2 Jahren, oh Halleluja )
Ach so, dann hatte ich es doch richtig verstanden. Das kenne ich gut. Und wie du erschreckt es mich jedesmal aufs Neue und erschüttert mich schwer, wenn mir die Bedeutung bewusst ist. Diese, ich nenne es gern „Verbindungslosigkeit“, die ein Gefühl von „nicht Leben“ bewirkt. Ich habe da leider auch bisher keinen Weg gefunden. Es tut mir sehr leid, dass du auch damit so massiv zu kämpfen hast.
Das habe ich erlebt als ich meinen Verdacht zum Autismus geäußert habe.
Beim ADHS war es zum Glück anders, vielleicht auch weil mein Bruder schon in der Kindheit diagnostiziert wurde. Meine Mama hat aber nicht viel davon gehalten, dass ich mich nicht „einfach so nehme wie ich bin“, und dafür einen Begriff und eine Diagnose haben wollte.
Ansonsten wurde auch mit „Unglaube“ reagiert, ich hatte es meiner Chefin und wenigen Kollegen erzählt, als ich mit Elvanse anfing, die mir gesagt haben dass ich nicht so wirke und sie daa niemals gedacht hätten, aber es mir auch nicht abgesprochen haben und damit war das Thema auch gegessen.
Hab aber auch nicht viele Menschen um mich herum, von daher liegt es vermutlich zum Teil auch daran.
Im Punkto Hilfe bekommen ist das vermutlich richtig.
Aber wenn es darum geht zum Beispiel einen GdB zu bekommen, habe ich gehört dass Autismus da schon einen Unterschied machen kann, bzw jede Diagnose die man vorweisen kann hilft.
Tja, das ist eine gute Frage. Was ich bräuchte wäre eigentlich wirklich reale Entlastung.
Ich kann an sich „alles“ selbst, es ist nur zu viel gleichzeitig. Wodurch ich eben immer weiter in Überforderung rutsche, und damit auch die Fähigkeiten die eigentlich habe, nicht mehr nutzbar sind.
Eigentlich ist es für mich glaube ich sehr belastend, dass ich alleine lebe.
In Partnerschaften, auch wenn ich da nur in geringem Maße unterstützt wurde, ging es mir besser. Ich konnte halt einfach zwischendurch mal loslassen davon, immer alles alleine unter Kontrolle zu behalten.
Natürlich ist eine Partnerschaft nichts, was ich erzwingen kann. Und ich denke auch nicht dass es mir gut tun würde in einer Wohngemeinschaft zu leben, zumindest nicht in einer solchen Form die man als staatliche Hilfe bekommen könnte. Ich brauche einfach auch meinen „Freiraum“, meine Ruhe, und ich finde die Vorstellung schrecklich mich an irgendeinen Putzplan oder so was halten zu müssen.
Reale Entlastung wäre aber das, was ich am dringendsten bräuchte. Was dann noch übrig bleibt wenn ich nicht mehr ständig überfordert bin, das weiß ich noch nicht. Merke nur dass andere Hilfen eben nicht wirklich greifen können/könnten, wenn ich durchgehend überlastet und ausgebrannt bin.
Hast du denn eine Ahnung, ob das Zurück Kommen durch irgendetwas ausgelöst wurde, oder begünstigt?
Ja ich weiß. Ich meinte abgesehen von der Endometriose, sorry.
Bei mir war es ähnlich, aber mit chatgpt.
MCAS und EDS hatte ich ja auch mal im Verdacht, dann aber wieder verworfen . Das dritte sagt mir überhaupt nichts.
Zum Beispiel?
Die Verbindung zu Endometriose war mir glaube ich noch nicht bekannt.
Puh, ja schon irgendwie. Aber diffus. Nehme halt auch ständig Naproxen. Unbewusst passt man seine Ernährung ja auch irgendwie darauf an, von daher könnte ich jetzt gar nicht so genau sagen welche.
Endobelly bekomme ich auf jeden Fall auch, aber ich bin nicht sicher ob das dazu zählt.
Meine Mama hat im Laufe ihres Lebens immer weniger Lebensmittel vertragen, unter anderem auch Eier (im Kuchen geht’s). Ich bekomme seit drei Jahren etwa plötzlich auch total Magenkrämpfe wenn ich Ei esse. Ansonsten vertrage ich glaube ich alles. Hab aber auch, unter anderem der Überlastung geschuldet, in den letzten Jahren immer schlechter und unausgewogener gegessen, von daher kann ich das gar nicht so gut einordnen.
Allergien habe ich gegen Pollen und Hausstaub, wobei sich das in Grenzen hält. Hatte in einem Sommer plötzlich total Symptome der Haut. Einmal bin ich aufgewacht und sah aus als wäre ich wirklich bis aufs Gesicht von oben bis unten von Mücken zerstochen worden. Da habe ich tatsächlich in der Kita angerufen, weil ich erstmal nicht einschätzen konnte ob ich irgendeine ansteckende Krankheit habe.
Daraufhin habe ich einen Termin zum Allergietest gemacht, und in der Zeit war auch der Verdacht auf MCAS. Aber irgendwie hörte das dann wieder auf und ich habe keine Quaddeln mehr gehabt in den letzten zwei Jahren oder so.
Bin keine Ballerina, mache auch keinen Sport oder ähnliches. Aber bin definitiv hypermobil. Finger, Handgelenke, Ellenbogen, Knie. Da definitiv.
Ich habe das Gefühl dass beides nicht so wahnsinnig straff ist, habe allerdings auch keine guten Referenzpunkte. Komische Dehnungsstreifen habe ich aber.
Nein. Ich habe sehr früh, mit 12 oder so, die Pille verschrieben bekommen. Als ich 2019 dann diesen totalen Zusammenbruch meiner Gesundheit hatte, habe ich natürlich nach Gründen gesucht. Zu der Zeit war die Pille auf social Media in der Kritik. Ich habe sie abgesetzt, in der Hoffnung dass es irgendwie hilft.
Recht bald danach hatte ich dann die Endometriose Diagnose.
Dann auch noch mal kurz eine andere Pille genommen, aber einfach gemerkt dass ich mich mit Pille einfach nicht wie ich selbst fühle, was ich auch schon nach dem Absetzen der ersten gemerkt habe.
Deshalb nehme ich keine Hormone mehr. Hab mir zur Verhütung eine Kupferspirale legen lassen (heilige Scheiße!), aber seit mein Körper sich daran gewöhnt hat habe ich tatsächlich eine kaum existierende Blutung und dadurch weniger Schmerzen. Ob das nun Korrelation oder Kausalität ist, keine Ahnung.
Antihistaminika habe ich nur zu der Zeit genommen von der ich weiter oben erzählt habe. Die anderen sagen mir tatsächlich überhaupt nichts.
Ja. Ist halt leider alles mit der Zeit aus dem Ruder gelaufen. Das, was als erstes auf der Strecke bleibt ist die Selbstfürsorge, zumindest bei mir. Ich habe viele verschiedene Ernährungsformen ausgetestet, vor der Diagnose Endometriose schon, und letztlich einfach hauptsächlich versucht Milchprodukte u ä zu vermeiden, was die Endometriose getriggert hat. Mittlerweile ist meine Devise aber eher „Hauptsache ich esse überhaupt“.
Mit den Nahrungsergänzungsmitteln war ich auch mal voll drin im Thema, hab viele Kapseln genommen. Aber auch das wurde von der ständigen Überlastung überlagert, und ich nehme nichts mehr.
Die anderen Dinge, ja… Ist halt auch schwierig in der Situation.
So habe ich es noch nie gesehen, klingt durchaus schlüssig.
Ich hatte immer wieder Phasen in denen einfach gar nichts mehr ging, irgendwann so schlimm dass ich nicht mehr zur Schule ging und nur im Bett lag.
Kann es nur aus den Dokumentationen und den Fragebögen aus der Zeit herleiten, hatte aber auch da schon körperliche Symptome („Bauchweh, Kopfweh, Schwindel“). Vor allem hatte ich damals aber sehr große Selbstwert Probleme, Ängste und Überforderung bis hin zur Suizidalität.
Und vermutlich auch mit Autismus. Das macht es ja alles so schwer. Wenn man gefühlt unendliche Stellschrauben hat, die alle irgendwie verantwortlich sein könnten, in irgendeinem Maße. Da weiß man irgendwann nicht mehr wo oben und unten ist. Deshalb schwanke ich auch zeitweise immer so sehr, und versuche aufzuklären was sich gerade am belastendsten und am realsten „lösbar“ oder zumindest verstehbar anfühlt.
Vermutlich nicht, nein. Aber ich habe mehr als zweieinhalb Jahre auf der Warteliste gestanden für diese Diagnostik. Wenn ich sie jetzt aufgrund von Zweifeln einfach abbreche, später dann aber weiterhin ein Puzzleteil fehlen sollte, würde ich mich sehr ärgern.
Das ist leider auch einfacher gesagt als getan. Gefühlt sind die Ärzte nur immer schlechter geworden je häufiger ich gewechselt habe. Klar, die guten haben keinen Platz mehr um Patienten aufzunehmen.
Das versuche ich ja auch. Hab mich schon eine Weile nicht mehr hyperfokus mäßig mit Autismus oder so auseinander gesetzt. Das kam jetzt bloß weil ich plötzlich einen Termin bekommen habe wieder auf die Timeline.
Ich habe nicht das Gefühl dass ich lethargisch bin, zumindest nicht solange die Symptome nicht dafür sorgen. Und dann ist es ja eine eigentlich gute Reaktion des Körpers, um Kräfte zu sparen und sich erholen zu können.
Das würde ich nicht so schwarz weiß sehen. Im besten Fall profitiere nicht nur ich davon!