Diskussion - Elvanse: wie sind eure Symptome bei Überdosierung, wie bei Unterdosierung und wie im Rebound ❓

Okay, und genau da könnte der Haken liegen. Und vielleicht liest du das nicht gerne, weil ich mich sehr gut in deinem Verlauf sehe und ich das auch nicht gerne hören wollte , und das kann wirklich in die Irre führen.

So wie ich dich verstehe hast du direkt bei einer höheren Dosis zusätzlich 50% nachgelegt? Wie gesagt ich verstehe dass weil ich nicht aufgeklärt wurde und dachte es wirkt einfach zu kurz.

Deßhalb mein dringender Rat an dich.

Versuche eine Eindosierung zu machen wie es im Beipackzettel auch vorgesehen ist.

Bei dir is es gar nich so kompliziert da du erst bei 25mg bei deiner 1. Dosis bist. Oder du startest mit 30mg fuer eine Woche, da du ja schonmal 40mg hattest die nicht schlecht waren. Aber eben dann OHNE Zweiteinnahme.

heisst du lässt nun die zweite Dosis weg, wartest fünf Tage wenn es dann immernoch zu kurz wirkt nimmst du 30mg fuer 5-7 Tage. Das machst du so lange bis die Nebenwirkungen nicht mehr auszuhalten sind, da gehst du zurück auch die Dosis die angenehmer war. ERST DANN kannst du beobachten wie lange es wirklich wirkt, und dann ggf. über eine zweite Einnahme nachdenken.

Und wenn deine oben beschriebenen Nebenwirkungen auftreten, brich nicht sofort ab, außer es geht wirklich gar nicht. Bei mir z.B hat sich eine neue Dosis IMMER zunächst unangenehm angefühlt, da ich sehr sensibel auf den Peak reagieren, aber ich den höheren Wirkspiegel für den restlichen Tag brauche. Hingegen fühlten sich zu niedrige Dosen in den ersten Stunden super an, aber eben viel zu kurz

@SneedleDeeDoo hatte mich damals auch konfrontiert und leider habe ich es erst nach 10 Monaten gecheckt bei allen möglichen Dosierungen zwischen 10-45mg und eben der problematischen Zweiteinnahme

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Danke für deine ausführliche Antwort.

Den Plan wie du ihn aufgestellt hast, klingt für mich gut.

Ich hatte heute früh auch den Entschluss gefasst, es jetzt eine Woche mit 30/0/0 zu probieren, und es fühlte sich im Vergleich zu den letzten Wochen Vormittags deutlich besser an. Ich fühlte mich deutlich motivierter, etwas wacher und leistungsfähiger.

Hier sprichst du von z.B. 35/0/0 in der zweiten Woche, und 40/0/0 in der dritten Woche?

das is doch schonmal ein Super zeichen :slight_smile: vielleicht waren deinem Körper auch 2 Dosen zu anstrengend, bei mir wars auch so.

Ja genau, das kannst du in 5mg schritten machen. Aber wenn es sich stimmig anfühlt musst du auch nicht unbedingt gleich höher. Manchmal is es auch, gut wenn man so lange rumprobiert hat bei einer Dosis zu bleiben. Läuft ja nich davon​:grin:

Ich hatte es mit 35mg probiert, sprich 35/0/0 hatte da aber das Problem, dass ich an den Tagen kaum geschlafen hatte, wie man es bei der Bupropion Eindosierung kennt. Die Wirkung hält dann circa 6h bis dann gegen späterem Nachmittag auf Arbeit nichts mehr geht. Keine Produktivität und mehr müde als wach. Die Wirkung fühlte sich im Peak auch zu stark pushend an, weshalb ich wieder auf die 25/15/0 zurück bin.

Ich nehme das Elvanse immer nach einem proteinreichen Frühstück in Wasser gelöst ein. 90 Minuten nach der Einnahme ist der Fokus und die Konzentration gut, und ich bin auch etwas sozialer als am späteren Vormittag und Nachmittag. Das Problem hier aber ist, dass ich gefühlt in den ersten 60 Minuten auf Arbeit noch in einer AHDS-Paralyse, wo ich aber nicht weiß, ob die Dosierung zu hoch oder zu niedrig ist. Da fällt es mir extrem schwer, mit den Aufgaben anzufangen, obwohl ich mich wach genug fühle. Diese ADHS-Paralyse zieht sich auch den weiteren Vormittag, wo es mir dann schwer fällt, mich für eine der Aufgaben zu entscheiden und diese gezielt anzugehen. Es geht salopp gesagt bei den Aufgaben nicht vorwärts, ob wohl ich genug Zeit hätte. Meist sitze ich da am PC und bin nicht bei der Sache, und wechsel unstrukturiert schnell zwischen den Aufgaben.

Als ich vor einigen Monaten 20mg hatte, war ich den gesamten Tag über lethargisch, müde und zu nichts zu gebrauchen.

Es fällt mir jetzt schwer, auch anhand der mir geführten Eindosierungstabelle zu entscheiden, ob die oben geschilderte Symptomatik eine zu geringe, oder zu hohe Dosierung des Elvanse ist.

Ich hatte die 35mg Dosierung aufgrund der starken Schlafprobleme und der fehlenden Wirkung ab 14:00 erstmal abgeschrieben, würde ich da aber nochmal den Angriff wagen und dieses mal länger als 3 Tage probieren.

Was ist mit den 30mg, da meintest du in der Nachricht davor das es gut war?

Da hatte ich auch auch diese gefühlte Paralyse, wo ich Probleme hatte, mit den Aufgaben auf Arbeit vorwärts zu kommen. Ob das bei 30mg besser war als bei den 25mg weiß ich nicht mehr. Wo ich mir gerade die Tabelle anschaue, fällt mir auf dass die Test-Phase mit den 35mg nur am Nachmittag Probleme gemacht hatte, weil eben die zweite Dosis fehlte, und ich durch den Rebound dann dementsprechend Nebenwirkungen hatte.

Da ich kommende Woche im Urlaub bin, wollte ich die 35mg nochmal ausprobieren. Heute im Homeoffice habe ich den Tag mit einem proteinreichen Frühstück gestartet, und bin deutlich produktiver und konzentrierter verglichen mit den letzten Wochen. Kann aber auch daran liegen, dass ich im Homeoffice deutlich weniger Reize habe, als im Großraumbüro, muss ich die kommenden Tage mal anschauen, ob das auf dem guten Niveau bleibt.

das was du bei 25 und 30 beschreibst klingt nach Unterdosierung.

Also falls du die 35mg bereits eine Woche getestet hast ohne Zweiteinmahme, würd ich empfehlen erstmal 40mg zu testen für mind 5 Tage. Wenn der Peak gar nicht auszuhalten is, würd ich als nächstes 35 + 5-10mg nach ca 5h testen, das auch wieder fuer mind 5 Tage.

Vor Dosis Aufteilung würde ich immer erst eine höhere Einzeldosis testen, wie auch vom Hersteller vorgesehen. Gibt viele bei denen dann die Tagesabdeckung erreicht wird. Aber kann eben auch sein das dein Wirkfenster bei 6h liegt und du ergänzen musst. Klingt aufjedenfall als wärst du mit den 35mg schon nah dran :wink:

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hallo, ich bin neu hier.

eigentlich lese ich nur in foren und schreibe nie. aber die verzweiflung hat mich zum kommentieren bewegt.

ich nehme seit ca 3 wochen elvanse. mir, w33, wurden nur 20mg (weil 10mg nicht verfügbar) elvanse verschrieben obwohl ich gelesen hatte 30mg waeren standard. die ersten zwei tage hatte ich viel klarheit, war aber von tag eins an mit starken schlafproblemen geplagt. mehr als 2-3h waren nicht drin pro nacht.

ab tag drei fuehlte ich immer weniger positive wirkung, dafuer aber verstärkt nebenwirkungen. der schlaf wurde schlechter und schlechter so dass ich aus verzweiflung igendwann 3 tage pause eingelegt hatte um ueberhaupt wieder klar denken zu koennen.

die wirkdauer, bevor der extrem starke crash kommt, ist 5-6h. das ist konstant seit dem ersten tag der einnahme so.

andere nebenwirkungen wie verminderten appetit verspüre ich nicht.

ich habe jetzt selbstermächtigt erst 30mg und dann 40mg genommen und fuehle mich tausend mal besser. die konzentration und innere ruhe ueber den tag ist zurueck und auch das einschlafen faellt mir leichtet.

unter 20mg konnte ich zum einen nicht durchschlafen, zum anderen hatte ich extrem starkes augenflimmern bei geschlossenem lied, das nicht kontrollierbar war und mich wahnsinnig gemacht und total erschöpft hat. die augenbewegungen waren wie in der rem-phase, nur das ich hell wach (aber tot muede) im bett lag.

mein psychiater wollte mir elvanse erst gar nicht verschreiben, weil er es komisch fand, dass ich als erwachsene frau danach frage.

meine diagnose (adhd gemischter typ) vom psychologen hatte er nur belächelt.

ich hatte als kind schon verdacht auf adhs, hattehomöopathische mittel bekommen weil meine mutter keine schulmedizin wollte.

vor ca 3 jahren hatte ich mich dann als erwachsene testen lassen und mich nun dazu entschieden medikamente auszuprobieren, weil der leidensdruck im alltag doch sehr hoch ist.

mein gefuehl sagt mir, die 20mg sind zu wenig. mein psychiatet hat mir diese aber nur mit widerwillen verschrieben.

hat jemand erfahrungen oder tips?

liege ich mit meiner vermutung der unterdosierung richtig?

vielen dank im vorraus.

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Damit könntest du durchaus richtig liegen, und wenn 30 oder 40 jetzt ins allen Hinsichten besser klappen is doch super.

Wie lange und wie viel nimmst du aktuell?

Der „perfekte“ weg wäre gewesen erstmal deinen Arzt zu fragen ob du erhöhen darfst. Viele Ärzte reagieren da allergisch wenn man selbstständig Stimulanzien erhöht, nur als kleine Vorwarnung.

Aber sag einfach beim nächsten Termin das du mehrere Wochen 20 mg probiert hast, und dann wie es im Beipackzettel steht um 10mg erhöht hast.

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ich hatte nicht vor ihm davon zu erzaehlen, weil er mir direkt beim ersten gespraech, wenn auch indirekt, substanzmissbrauch vorgeworfen hat. er hatte mir zb nicht geglaubt, dass ich bisher keine erfahrung mit drogen gemacht habe und meinte zu mir das elvanse wuerde ich doch auch nur deshalb haben wollen.

ich habe im juni einen termin bei einem anderen psychiater der hoffentlich weniger voreingenommen ist und mich ernst nimmt.

insgesamt nehme ich elvanse seit 3 wochen. vor ein paar tagen habe ich dann erhoeht und festgestellt, dass es mir damit besser geht.

vor allem der rebound effect, wenn das medikament nach 5h aufhoert zu wirken, ist extrem. ich kann den rest des tages nichts mehr machen außer auf dem sofa liegen. das ist mit erhoehter dosis auch besser geworden.

ich bin tatsächlich etwas ratlos und habe auch etwas angst vor dem anstehenden termin zur besprechung. er wollte mir erst nur 10mg verschreiben und sagte mehr als 30mg wuerde ich sowieso nicht bekommen auf grund meines körpergewichtes. meine eigene rechersche hat jedoch ergeben, dass elvanse nicht standardmäße auf grundlage von gewicht verschtieben wirf sondern nach individueller wirkung.

kennt sich damit vielleicht jemand aus und kann mich aufklären? ist es ueblich hoechstdosen von elvanse nach gewicht zu entscheiden?

p.s. vielen dank fuer die schnell antwort!

Ja, und das ist ist völlig typisch und normal, das nicht sofort die niedrigste Einstiegsdosis bei Erwachsenen sofort passt. Wohlgemerkt liegt diese offiziell auch nicht bei 20, sondern 30mg.

Das mit dem Körpergewicht ist auch quatsch. Es gilt das „trial& error“ Prinzip, man sucht so lange die richtige Dosis bis es sich stimmig anfühlt. Und das kann alles zwischen 5-70mg sein bei Elvanse, unabhängig vom Körpergewicht.

Und das mit dem neuen Psychiater finde ich eine super Idee. Versuche einfach möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und sag das Elvanse gut wirkt aber zu kurz und du deßhalb die Dosis erhöht hast und es jetzt gut klappt.

Und mit dem Substanzkonsum ist leider ein Klassiker und sehr häufig bei eher konservativen Ärzten die wenig Ahnung von AD(H)S haben. Das erkennt man schon an der Aussage das ihn es wundert das sie als Frau ein AD(H)S Medikament möchten, was ich by the way ganz schön diskriminierend finde.

du beschreibst bisher überhaupt nichts untypisches, im Gegenteil scheint es bei dir sogar recht einfach zu funktionieren mit der Eindosierung, was eher die Ausnahme als Regel ist bei Elvanse.

Und bitte bleib für mindestens 7 Tage bei der Dosis die aktuell am besten funktioniert, auf keinen Fall ständig hin und her Wechseln

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vielen lieben dank fuer die schnellen antworten.

ich bin tatsaechlich aus allen wolken gefallen, als ich mich bezueglich sucht und medikamentenmissbrauch rechtfertigen musste. oder ueberhaupt erklaeren musste, warum ich medikamente fuer/gegen adhs ausprobieren moechte. der satz “sie sehen doch gesund aus”, hat mich fast zum weinen gebracht.

wenig angriffsfläche zu bieten klingt nach einer guten idee. da die termine mit diesem arzt absehbar sind, hoffe ich, dass er mir glauben schenkt, wenn ich von zu kurzer wirkdauer berichte und er zustimmt eine hoehere hosis auzuprobieren.

ich hatte viele der nachrichten in diesem post gelesen. hatte aber nichts bezueglich der starken aktivitaet meiner augen gelesen. erst dachte ich, das elvanse ist viel zu hoch dosiert, selbst mit 20mg, da ich eben nicht zur ruhe kam/komme. ich hatte dann aber an anderer stelle gelesen, dass es auch ueberanstrengung auf grund von zu geringer dosis und rebound dein kann. dass es sich also nur wie ein “zu viel” anfuehlt. kann das stimmen?

vielen dank auch fuer die info bei der aktuellen dosis zu bleiben und nicht direkt wieder zu wechseln. das werde ich beherzigen.

ich hoffe es ist in ordnung all diese fragen hier zu stellen. ansonsten wuerde ich mich freuen einen link/verweis auf einen beitrag zu bekommen, wo meine fragen angebrachter sind und besser passen. :slight_smile:

Hallo!

Bräucht mal euer Schwarmwissen. Bin W42 und hab total Probleme mit der Eindosierung v Elvanse. Reagiere eher sensibel auf Medikamente. Befolge alle empfohlenen Richtlinien.

Hab mich langsam raufgetastet (1Wo Schritte)

Bei 10mg: so um 15:00 Rebound mit extreme Müdigkeit und Gereiztheit

Bei 20mg: fühl mich sehr analytisch und distanziert. Schlafprobleme beginnen

Bei 30 mg: wache dauernd auf. Habe abgebrochen

Nehme zusätzlich 25mg Sertralin und 7,5 mg Mirtabene zum schlafen.

Bin etwas ratlos :grimacing:

Unterdosis? Überdosis? Nicht das Richtige?

Du berichtest von Erfahrungen mit einem Arzt / Therapeuten, die wir allen Betroffenen gerne ersparen würden.

Wenn du sicher bist, dass das nicht auf einem Missverständnis beruht, hilf bitte anderen Betroffenen, indem du unter dem folgenden Link deine Erfahrungen mit diesem Arzt / Therapeuten einträgst. Das kann anderen Schaden ersparen.
Herzlichen Dank!

Und natürlich freuen wir uns immer über jede Information zu ADHS-kompetenten Ärzten und Therapeuten.

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Bitte erzähl mal genauer.
Komorbiditäten?
Koffein komplett weggelassen?
Aufdosierungsstufen + Dauer.

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Wie verhält es sich bei der Elvanse Eindosierung, wenn sich die Bupropion Dosierung ändert? In meinem Fall bin ich von 150mg auf 300mg gewechselt, und wollte euch fragen, ob ihr den Prozess der Eindosierung wieder von vorne beginnt?

Koffein trink ich schon länger nicht mehr. Jede Stufe 1 Wo. Magnesium genommen.

2017 Postpartale Depressio. 2021 eine gen Angststörung und Depressio nach einem Hws Bandscheibenvorfall. Aber seit über einem Jahr keine Episode mehr. Hängt bei mir stark mit Schlaf oder Schmerz zusammen.

Vor Beginn der Adhs Medikation total stabil.

Zu Beginn unret Ritalin. Aber zu viele Rebounds und durchgehende Kopfschmerzen. Dann Elvanse.

Fühl mich dabei total ernst und wenns nachlässt depressiv u aggressiv. Nach 2 h wirds besser.

Habe starke Albträume

Ja, Unterdosierung kann zu solchen Symptomen führen. V.a wenn es jetzt passt bei höherer Dosis, bestätigt sich dies.

Hallo zusammen,

vor etwa einem halben Jahr bin ich hier auf das Forum gestoßen und habe mich kurz vorgestellt. Meine Therapeutin hat mich damals auf die Idee gebracht, dass ich ADHS haben könnte. Im Herbst 2025 habe ich dann von meinem (damaligen) Psychiater die Diagnose bekommen aber gleich mit dem Hinweis, dass er mir eigentlich keine ADHS-Medikamente verschreiben möchte, weil ich „zu alt“ bin (mittlerweile 53…). Ein Versuch mit Buprion endete mit schrecklichen Panikattacken. Er hat mir dann immerhin die ORIKO-App verschrieben, was ganz nett war aber aufgrund meiner jahrzehntelangen Suche nach der Ursache meiner Probleme habe ich schon sehr viele verschiedene Therapien und Klinikaufenthalte hinter mir, so dass die ORIKO wie gesagt nett und auch unterstützend war aber definitiv nicht die Weichenstellung und Kehrtwende für mich.
Anfang des Jahres war ich noch in Reha, dort kam dann zusätzlich der Verdacht auf, ich könnte Borderline haben…

Auf jeden Fall habe ich mir einen neuen Psychiater gesucht, für den ich 3 Stunden Anfahrt in Kauf nehme. Aber ich bin ja super froh, dass ich überhaupt einen Platz bei einem ADHS-Spezialisten bekommen habe! Bei diesem Menschen habe ich mich nun letzte Woche mit meinem Sammelsurium an Diagnosen (Fibromyalgie, rezidivierende Depression, Binge Eating, seit 2025 ADHS und der Verdacht auf Borderline…) vorgestellt. Und was soll ich sagen: Endlich mal ein Arzt, der mir auf Augenhöhe begegnet ist, sich Zeit genommen hat, meine persönlichen Erfahrungen ernst genommen und mir mein Wissen über mich selbst nicht aberkannt hat. Was für eine Erleichterung!

Gemeinsam haben wir besprochen und regelrecht erarbeitet, mit welchem Mittel wir den Versuch der Medikation beginnen. Er hat mir Elvanse 30 mg verschrieben. Das nehme ich jetzt seit vier Tagen.
Die Wirkung war in den ersten zwei Tagen noch deutlicher, mittlerweile sind Wirkung und auch Nebenwirkungen nur noch minimal aber eine fantastische Erfahrung habe ich gemacht: Ich hatte plötzlich emotionalen „Durchblick“. Ganz schwer zu erklären, irgendwer hier im Forum hat es auch schon mit einer Brille verglichen und das passt sehr gut. Wo vorher alles Emotionale unscharf, unklar, unvorhersehbar, anstrengend und stressig war, war es mit Elvanse scharf und entspannt.
Ich dachte immer, ich wäre eine Menschenhasserin und jetzt bekomme ich eine Ahnung davon, dass es, wenn ich Unterstützung - also quasi den Durchblick - beim Umgang mit anderen Menschen bekomme, durchaus erträglich sein kann, von Menschen umgeben zu sein, die anders ticken als ich.

Alle diese Wirkungen und Erfahrungen sind noch ganz schwach und der Zeitraum super kurz aber ich habe eine Ahnung bekommen, wie es sein kann, wenn man mit dem richtigen Medikament und der richtigen Dosis gut eingestellt ist. Und diese Ahnung macht mir Hoffnung und erfüllt mich mit Freude.

Das wollte ich Euch nicht vorenthalten und ich möchte jeder und jedem Mut machen, die Suche nach einem guten Psychiater nicht aufzugeben. Ich selbst muss jetzt mit meinen 30 g weitermachen bis zu meinem nächsten Termin Ende April. Vielleicht schlage ich dem Arzt am Telefon vor, die letzten neun Tage vor dem Termin von 30 g auf 40 g zu erhöhen (in meiner Packung sind drei Kapseln mehr als ich bis zum Termin benötige und das wären dann ja 90 g, die ich auf neun Tage verteilen kann). Und dann muss ich halt für jedes Rezept wieder fast 3 h hin und 3 h zurück fahren. Aber das ist es mir Wert! Und vielleicht gibt es ja, wenn ich richtig eingestellt bin, die Möglichkeit für einen „Deal“ mit meiner Hausärztin. Das hatte der Psychiater so schon angedeutet.

Also, wer bis hierher gelesen hat: vielen Dank für Dein Interesse und dass ich das teilen konnte. Ich bin gespannt, wie meine Reise weiter geht und freue mich über jeden Bericht, sowohl von den erfahrenen alten Hasen als auch von Leuten, die sich wie ich gerade ganz am Anfang der Reise befinden.

Liebe Grüße
Kat

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Wir lassen am Quartalsbeginn die KV-Karten der Kids einlesen und bekommen dann die Rezepte per Post zugeschickt. Vielleicht geht das bei dir auch?