Elvanse ausprobieren?

Moin moin,
ich bin mir unsicher aber irgendwie sicher, dass sich was ändern muss.
Ich habe vor ca. 2 Jahren meine ADHS Diagnose bekommen und identifiziere mich heute damit schon zu 99%, bin häufig hektisch, nervös (gerade von Gedanken her und innerlich , äußerlich nicht unbedingt), will am besten immer alles auf einmal erledigt haben. War sehr froh, dass ich die Diagnose ADHS bekommen habe, denn die Diagnosen und Medikamente davor haben mich kein Stück weiter gebracht, sondern eher um einiges zurückgeworfen. Nun kann ich sagen, dass Strattera (atomoxetin)40mg mit einer Kombi Venlafaxin und Abilify + Akineton gegen meine depressiven Verstimmungen und leichten Zwangsstörungen mir sehr gut geholfen haben und mich ein weites stück zurück ins leben geworfen haben. Jedoch bin ich immernoch häufig unkonzentriert, mit gedanken woanders, druck im kopf, emotional unausgeglichen. Medikinet hatte damals , vor Strattera, nicht wirklich geholfen und mich unausgeglichen, verpeilt bzw gerädert gemacht mit einem Gefühl als würde „die Hitze in den Kopf steigen“. Jetzt habe ich ziemlich viel, wie schon so oft, über meine Medikation und mein soziales Umfeld nachgedacht und was ich nicht noch so alles ändern könnte in meinem Leben. Bleiben wir hier bei der Medikation…was haltet ihr von meiner Kombi? und noch interessanter fand ich dann einiges, was ich über elvanse adult gelesen habe und erhoffe mir einiges davon (strattera ließ Leberwerte steigen und bringt mich momentan nicht weiter, medikinet hilfte leider auch nicht).
Ich werde nun also am Montag bei meinem Psychiater anrufen und einen schnellen, dringenden Termin vereinbaren, den wie gesagt, so drehe ich mich im Kreis und komme nicht voran in meinem Leben (habe schon damals viel Zeit durch falsche Medikation verschwendet leider).
Ist elvanse nun eigentlich zuzahlungsbefreit? Sollte ich bei elvanse dann evtl. auf meine anderen Medikamente verzichten bzw. irgendwas absetzen ?
Ich bin auf jeden Fall sehr daran interessiert was ihr dazu denkt und werde auch berichten und hier fleißig weiter lesen :slight_smile:

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Moin @Hauke

Ich kann Dir natürlich nur von mir erzählen, die Medikation ist sehr individuell, bei jedem wirkt es etwas anders.
Ich habe mit Medikinet angefangen, es half mir aus einem Loch zu kommen und ich fühlte mich ein paar Monate gut damit. Als es mir besser ging, wirkte es so antriebssteigernd in Richtung meiner Negativfokussierung, das ich nicht mehr damit klar kam. Wenn Kopfstress, also die negative Gedankenspirale aufkam, konnte ich nicht mehr abschalten, es bahnte sich eine erneute depressive Phase an. Nach einem Psychiaterbesuch verordnete er mir zusätzlich Sertralin, das hatte ich dann zu Hause erst mal zur Seite gelegt, in Ruhe darüber nachgedacht, mich bezüglich SSRI eingelesen, das Thema hier im Forum angesprochen und mich letztendlich dagegen entschieden.
Hier kannst Du ein wenig in meinem Beitrag nachlesen:

https://adhs-forum.adxs.org/t/medikinet-und-depression-oder-depression-durch-medikinet-verstaerkt/5853

Durch die vielen neu gewonnen Eindrücke, gerade durch die Infos der Forenmitglieder habe ich mich gegen ein Antidepressiva und für einen Wechsel von Medikinet auf Elvanse entschieden.
Da steht hier einiges dazu:

https://adhs-forum.adxs.org/t/etwas-bammel-beim-umstieg-von-medikinet-auf-elvanse/6084

Das Elvanse nehme ich jetzt seit etwas mehr als einen Monat und es war die richtige Entscheidung.
Es gibt mir die innere Ruhe und Gelassenheit, die ich gesucht habe. Es wirkt nicht so sehr antriebssteigernd wie das Medikinet, aber für mich im vollkommen ausreichendem Umfang in meinem aktuellen Zustand.
Die dauerhaft negativen Gedanken sind weg, das Elvanse wirkt bei mir auch ohne ein zusätzliches Antidepressiva stimmungsaufhellend genug.
Es gibt auch eine Dosierungsvergleichtabelle, die in meinem Fall recht gut hinkommt.
Ich habe früher am Tag 20-30mg Medikinet (mit 30mg war ich aber schon leicht überdosiert) genommen und komme jetzt mit 20-30mg Elvanse aus, je nach Tageslaune oder dem was ansteht.
Die Tabelle zeigt, das 20mg Medikinet retard in etwas 30mg Elvanse entsprechen:

Diese Tabelle gibt es auch noch etwas ausführlicher:

http://www.dr-kuehle.de/uploads/media_items/umrechungstabelle-methylphenidat-unretardiert-in-retardpraeparate.original.pdf

Viele Grüße

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Eine Bewertung Deiner Medikation können wir als Nichtmediziner natürlich gar nicht vornehmen. Sind das drei oder vier Mittel?

Elvanse habe ich auch ohne Depressionen als sehr angenehm stimmungsaufhellen empfunden, noch angenehmer ist mir persönlich die Kombination mit ganz wenig Atomoxetin (~Strattera)…

Da Du ja eh schon mehrere Mittel nimmst, könnte es wichtig werden, zu priorisieren, um es nicht noch komplexer werden zu lassen…

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sind 4 mittel letzlich…vielleicht wäre eine kombi möglich und venlafaxin weglassen?
danke für eure antworten, hört sich echt gut an :slight_smile:

Hast Du hier schon mal gelesen?

Wenn Du Dich zu 99prozent mit adhs arrangiert hast dann akzeptire vor allem auch das auch ein medikament keine wunder verbringt. Ich hab vor 1,5jahren mit 37 die diagnose bekommen und nun viel geändert.Viel auch dank corona.hab mit mph begonnen und bin nun mit 30mg elvanse eingestellt.es hilft.bin ruhiger und konzentrierter.leider sind mehr mg zu viel und somit hab ich auvh luft navh oben aber so ist es nunmal.am wochenende hab ich oft das gefühl das es kaum hilft.klar ganzer tag familie oft stressig.naja abends n bierchen zum runter kommen und gut ist.jm urlaub nehme ich gar nichts. Im moment denke ich darüber nach elvanse abzusetzen.ja es gibt mir ruhe wofür ich dankbar bin.aber es macht gefühlt auch einen letargischen und gleichgültigen mensch aus mir .fast emotionslos mit wenig antrieb. Es ist gut das ich nicht mehr getrieben bin aber das sorgt auvh dafür das ich ausser auf arbeit wenig anpacke.vieles oft sein lasse was ivh eigentlich gern erledigen würde.oft bin ich einfach nur leer.vor allem am abend. Es hilft aber es bewirkt eben auch dinge die ich nivht so geil finde und die mich so verändern wie ich es nicht so gut rinde.bin da im moment sehr gespalten.und auf arbeit bin ich konzenzriert hab aber auch oft das gefühl wie ne handbremse angezogen zu haben.mir fehlt da die power die eigentlich in mir steckt.aber dann wäre es wahrscheinlich wieder getrieben. Es ist also alles nicht so einfach.und hier kann jeder nur erfahrungen schreiben. Keiner ist arzt.du wirst viele meinungen hören.viele von den mir entgegengebrachten meinungen hier waren sehr gegensätzlich von denen meines docs.

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Hat noch jemans die Erfahrung mit dieser Letargie bzw. Gleichgültigkeit?oder liegts an corona?

Ja, kommt mir ebenfalls bekannt vor…alle Punkte, die Du oben beschrieben hast, aber ich arrangiere mich damit, denn es ist immer noch deutlich besser, wie andauernd unter die Decke zu gehen.
Aber grundprinzipiell sorgt das Elvanse auch bei mir für eine leichte „scheissegal“-Haltung in alle Richtungen, ebenfalls empfinde ich mich des öfteren etwas bis etwas mehr emotionslos oder zumindest emotionsgehemmt.

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Ich mag diesen Zustand sehr, es fühlt sich wie Urlaub in der Birne, leider erreiche ich ihn nicht immer bzw. sehr selten.

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Stimmt auch.und letzteres kann ich auch so bestätigen

Überlge trotzdem es wieder abzusetzen. Das schlimmste sind für mich die abende da komm ich kaum klar.aber auch vorher die handbremse nervt mich doch sehr. Zumal konzentration nicht besser ist.innere ruhe ja…aber ich weiss mittlerweile auch ohne medikament was zu tun ist.reize meiden ,trubel meiden usw. Das was ich früher eher gesuchr habe

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