Kannst Du „gerade“ nochmal konkreter machen, bitte?
Gerade im Sinne von heute oder gerade am späten Nachmittag? Die Wirkkurve steigt flacher an als bei MPH. Schon das kann bei der Umstellung verunsichern.
Grundsätzlich heißt „keine Wirkung“ am Anfang ja v.a. auch „keine Nebenwirkung“. Dann wäre es doch schon besser als das MPH-Erleben? Kann gut sein, dass das noch nicht Deine Ziel-Dosierung ist, Du aber trotzdem darauf ansprichst und sich dann zeitnah eine Lösung einpendelt.
Und vielleicht könntest Du auch nochmal schreiben, woran Du für Dich eine Wirkung festmachen würdest.
Elvanse wirkt gerade in Sachen Antrieb „subtiler“ als MPH. (Für mich entstand bei der Umstellung das Bild, dass (bei gefundener Zieldosis/-wirkung) MPH eher Fitness-Trainer-artig Kommandos bellt und Elvanse so Yogalehrerinnen-mäßig „wäre doch schön, wenn …“ vermittelt. Aber mit dem Bild kann sicher nicht jeder was anfangen.)
Und generell behindert aus meiner Sicht gerade bei der Eindosierung manchmal diese Hoffnung, die Filme wie „Ohne Limit“ oder Sensationsdokus einflüstern. Es wachsen - bei mir jedenfalls - auch bei brauchbarer Wirkung keine Scheuklappen, mit denen man stur abarbeitet, dann noch die Wohnung saugt, das Altpapier wegwuppt und dann joggen geht. So eine leise Illusion davon stand (ok: steht, vielleicht…) mir evtl. ein bisschen im Weg, ohne solche Wirk-Romantik auch Dir unterstellen zu wollen, natürlich.
So blöd es ist: Ich empfinde es die Wirkung als Befähigung, wach genug zum Umlernen zu sein. Äußerlich und innerlich kann sich so viel angehäuft haben in der Phase vorher… Nicht nur bildlich gesprochen muss erstmal der Schreibtisch frei werden. Und die eingeschliffenen Gedankenautobahnen des Sich-selbst-dauernd-durch-Ablenkungen-Stimulierens müssen umgeleitet werden, neue Trampelpfade etabliert, etc.
Die direkteste „Wirkung“ habe ich eher an Kleinzeug festmachen können, das ich gar nicht mit ADxS in Verbindung gebracht hätte. Bei MPH habe ich zB recht schnell weniger an den Fingern rumgespielt und mir nicht mehr auf die Lippe gebissen. Die Elvanse-Yogalehrerin lässt das hingegen durchgehen.
Es ist eigentlich kein schlechtes Zeichen, wenn andere die Wirkung eher als Du selbst bemerken - und auch das subtil und allmählich. Das ist Folter nach so langer Wartezeit auf „die Lösung“, ich weiß, aber wenn man zu sehr mit der Sherlock Holmes-Lupe an den eigenen Fersen haftet, bringt man viel neue Unruhe ins System. Und das ist kontraproduktiv.
Falls es ein Trost ist: Selbst wer so ein „Ohne Limit“-Erleben hat, verliert das oft nach ein bisschen „Honeymoon-Euphorie“ am Anfang wieder. Das ist wie ein Sprung um ordentlich Dioptrien bei der Brille. Am Anfang denkt man, so gut hat man noch nieee gesehen und jedes Blättchen am Gänseblümchen begrüßt man persönlich. Und nach einer Woche ist das auch weg. Und man sehnt sich ewig danach zurück. Dann vielleicht besser nie mit Gänseblümchen sprechen und un-euphorisch nach einer Weile bei einer Wirkung ankommen, die dann zum weiteren Feintuning durch Psychoedukation befähigt?