Elvanse - Lösen in Wasser und Aufteilung nach @Fender

Hallo zusammen,

ich schreibe mal zuerst von meinem Vorgehen bei der Aufteilung von Elvanse und komme dann weiter unter auf die Gründe und ein paar Gedanken zu dem Thema.

Ich habe mir eine 50ml Perfusorspritze (Katalog-Link) inkl. Verschlusskappe (Katalog-Link) besorgt. Es gibt noch große Spritzen aus der Urologie (Blasenspritzen), die aber nicht zu empfehlen sind, weil sie zuviel Totraum haben.
Folgender Ablauf:

  1. Kolben entfernen, Kappe auf Spritze schrauben, ca. 10ml Wasser einfüllen, Spritze hinstellen. Die Spritze kann theoretisch auf der Kappe stehen, aber ich habe sie in ein dünnes Glas gestellt, damit sie mir nicht umfällt.
  2. Elvansekapsel ein bisschen kneten, Kapsel öffnen (die Hälften lassen sich drehen), Inhalt von oben in Spritze rieseln lassen. Sanftes Klopfen auf die Rückseite der Kapsel hilft bei den letzten Krümeln (Achtung, dass die Kapsel nicht in die Spritze fällt.).
  3. Spritze in die Hand nehmen, Kolben einführen. Hierbei entsteht ein Überdruck in der Spritze. Nun den Inhalt schwenken und Pulver auflösen. Spritze mit Kappe nach oben, kurz warten, Kappe vorsichtig abdrechen - die Luft entweicht nun.
  4. Jetzt langsam und vorsichtig den Kolben reindrücken und so die Luft aus der Spritze entfernen. Stoppen, wenn die Flüssigkeit in der Spitze angekommen ist.
  5. Nun Wasser aufnehmen bis zur gewünschten Füllmenge. Bei 30mg Kapseln nur bin 30ml, bei 50mg bis 50ml und bei 70mg bis 35ml.
  6. Wenn eine kleine Luftblase in der Spritze verbleibt ist das gut, weil dann durch Schwenken die Bestandteile gemischt werden können. Nach dem Schwenken die gewünschte Menge in ein Glas spritzen, Kappe aufschrauben und die Spritze in den Kühlschrank legen.
  7. Inhalt trinken :wink: Ich habe das Glas dann noch 1-2 mal mit Wasser gefüllt und getrunken, um auch sicher alles zu erwischen.

Auf diese Weise konnte ich mich ganz entspannt in 5mg-Schritten eindosieren. Der Inhalt der Spritze könnte jetzt auch in Schraubgläser oder ähnliches umgefüllt werden, wenn man z.B. keine Spritze dabei haben möchte.
Nachdem alles raus ist, habe ich die Spritze immer gespült und dann trocknen lassen. Evtl. wäre es auch gut, mehrere zu haben und zu wechseln.

Das war erst einmal meine Applikationsanleitung und -empfehlung :wink: Im nächsten Post folgen meine Gedanken und Überlegungen dazu.

Liebe Grüße
Fender

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Fortsetzung :wink:

Nachdem ich mir jede Menge Texte zur Aufteilung von Elvanse hier durchgelesen habe, habe ich mir erst einmal eine (günstige) Feinwaage und allerlei anderes Zeug besorgt. Leider war ich aber nicht in der Lage, das Pulver anständig aufzuteilen. Immer klebte etwas von dem Zeug noch an der Klinge oder der Waage oder am Löffel oder, oder…
Eine Linie zu legen ist mir auch nicht gelungen. Oft genug war das Pulver noch verklumpt und ich musste es erst klein machen. Dabei ist mir dann auch mal ein Brocken weggesprungen. Alles in allem bin ich nicht klar gekommen damit.
Irgendwo wurde eine Methode mit einer Spritze vorgeschlagen. Das habe ich aufgenommen und etwas modifiziert :wink:

Hier also die Grundannahmen, zu denen schon sehr unterschiedlich geschrieben wurde. Was sind Grundvoraussetzungen, damit das Auflösen usw. funktioniert?

  1. Das Pulver muss wasserlöslich sein.
  2. Der Wirkstoff sollte sich nicht ablagern, sondern im Wasser gelöst bleiben.
  3. Der Wirkstoff darf nicht die Wirksamkeit verlieren, wenn er gelöst ist.

Nr. 1 ist gegeben. Der Hersteller erlaubt das Auflösen des Pulvers, schreibt aber, dass die Lösung sofort eingenommen werden muss. Der pH-Wert der Lösung scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, da auch Orangensaft (pH-Wert 3,5) erlaubt ist.
Ich habe ein wenig über Lisdexamfetamin gelesen und dabei erfahren, dass der Wirkstoff in dem Pulver als Salz vorliegt, damit er nicht oxidiert und haltbar ist. Demnach ist das Pulver auch längere Zeit haltbar (die Frage kam auch einmal auf). Lisdexamfetamin ist in dieser Form hochlöslich in Wasser. Es besteht keine Sorge, dass Teile des Wirkstoffs ungelöst bleiben. (Die Rückstände im Wasser sind andere Stoffe im Pulver - schreibt auch der Hersteller.) Nr. 2 ist demnach auch gegeben.
Meiner Meinung nach schreibt der Hersteller in der Packungsbeilage, dass nichts vom Präparat aufgehoben werden darf, weil es schlicht keine Analysen dazu gibt. Außerdem besteht immer ein Risiko, wenn ein Medikament in einer nicht vorgesehenen Weise lagert wird. Der Hersteller will also Haftungsansprüchen aus dem Weg gehen und natürlich Kosten sparen, indem er keine zusätzlichen unnötigen Analysen fährt.

Der Knackpunkt ist also Nr. 3 - die längere Lagerung. Hierzu habe ich bei PupChem gelesen, dass es keine Informationen zum biologischen Abbau gibt. Allerdings wird vermutet, dass bei einem pH-Wert zwischen 5 und 9 das Lisdexamfetamin hydrolisiert wird. Dies ist aber nur eine Vermutung aufgrund der chemischen Struktur. Diese Hydrolyse ist eigentlich das, was unser Elvanse zur ProDrug macht. Eigentlich soll sie nämlich durch Enzyme an den roten Blutkörperchen erfolgen.

Es stellt sich aber natürlich die Frage, wie schnell diese außerplanmäßige Hydrolyse in wässriger Lösung erfolgt. Angenommen es würde schnell gehen und das Medikament wäre komplett gespalten, dann würde es zum einen wesentlich schneller und auf einen Schlag wirken, der Spiegel würde also nicht richtig funktionieren, und zum anderen ist die Aufnahme des Wirkstoffs im Darm wesentlich schlechter. Lisdexamfetamin wird ziemlich gut aufgenommen und ist unabhängig vom pH-Wert, während Amfetamine nicht so gut aufgenommen werden und anfälliger auf pH-Wert-Schwankungen sind.
Die komplette Hydrolyse kann natürlich ausgeschlossen werden (wenn es so einfach wäre, das Pro aus dem Pro-Drug zu entfernen, wäre das Mittel garantiert nicht auf dem Markt). Aber ob Teile schon gespalten sind und welcher Anteil oder ob sich vielleicht ein Gleichgewicht einstellt, konnte ich nicht herausfinden.

Ich vermute aber, dass diese Hydrolyse in wässriger Lösung nicht soo schnell abläuft. Zum einen, weil es sonst auch Auswirkungen hätte, wenn das Medikament nach Anleitung in Wasser gelöst wird. Zum anderen, weil Elvanse zu jeder Zeit eingenommen werden darf. Wenn der Bauch voll ist und verdaut wird, hat auch das Lisdexamfetamin eine wesentlich längere Verweildauer im Magen.
Dann ist es auch noch so, dass chemische Prozesse normalerweise langsamer ablaufen, wenn es kühl ist. Der Kühlschrank als Aufbewahrungsort würde also der Hydrolyse entgegen wirken. Weiter könnte es helfen, wenn ein saureres Medium als Wasser genommen wird, wenn die Lösung keinen Luftkontakt hat (in meiner Methode gegeben) und wenn sie dunkel gelagert wird (geht das Licht im Kühlschrank wirklich aus?).

Schlussendlich sind das aber alles Spekulationen - sogar die Hydrolyse, die PupChem vermutet, ist eine. Das beste wird sein, die Wirkung bei sich selber zu beobachten. Macht es einen Unterschied, wenn die Lösung frisch ist? Fühlt es sich anders an, wenn sie schon 3 Tage im Kühlschrank war?

Hier noch 2 Links zu interessanten Informationen über Elvanse:
PupChem - Lisdexamfetamin
Drugbank mit allen Infos über Lisdexamfetamin

Bitte schreibt, wenn Dinge falsch sind. Ich werde den Text dann anpassen.

Viele Grüße
Fender

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Bei mir nicht, sogar bei 5 Tagen stehen nicht. Trotzdem rate ich nicht dazu, es so lange zu lassen.
Warum machst du von einer einfachen Sache so eine große Wissenschaft?
Messbecher nehmen, Elvanse rein, rühren nicht schütteln :wink:, fertig. Die Flüssigkeit kannst du dann einer Babyflasche oder einer anderen wie die hier Flasche guck transportieren oder das Gemisch direkt da rein machen.

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Ich empfinde das nicht als große Wissenschaft. Das Überlegen und Rausfinden hat im Gegenteil recht viel Spaß gemacht.
Und das mit dem Messbecher oder einem Gefäß mit Strich ist mir schlicht zu ungenau.

Wenn es bei Dir keinen Unterschied macht, warum rätst Du dann nicht dazu, es so lange stehen zu lassen? Hat es geschmackliche Gründe? Oder biologische (Keime etc.)?

Ich mache das mit 3 10er Spritzen. 30 ml Wasser mit dem Kapselinhalt in einem Glas auflösen, die Spritzen aufziehen und mit einem Kombistopfen verschließen. Man könnte auch alles in einer Spritze aufziehen. Perfusorspritze finde ich eher unpraktisch.

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Ich hab die Methode von Allmighty genutzt. Um ganz genau zu sein, war der Messbecher auf der Waage, die ich mit Normgewichten geprüft habe. Das Gewicht durfte da auf Waage nicht zu niedrig sein (<100ml). Damit war ich ziemlich genau und ich meine, dass ich keine Abweichungen von 5mg hatte.

Ich hab’s immer am Vorabend vorbereitet und in den Kühlschrank verschlossen abgestellt. Aber auch diese Methode war keine Dauerlösung für mich da zu umständlich. Deine Methode ist sicher auch genau, aber einfach unpraktisch und umständlich.

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Absolute Zustimmung liebe @allmighty!

Hier gibts einige Elvanse -aufteilung/auflösungsthreads @Fender

Und schau hier:

Ich kippe die Kapsel in zB eine Tasse, Inhalt zerkleinern und aufteilen nach Augenmaß (hat man irgendwann raus), einen Teil ins Glas und sofort trinken und den anderen Teil in der Kapsel ins Büro mitnehmen

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Hi,
hatte auch einen aehnlichen Gedanken wie man die Elvanse Dosierung optimieren kann. Siehe hier:

Elvanse in Wasser laengere Zeit aufzubewahren ist suboptimal da es hier schnell zu Keimbildung kommt. Ein sicherer Weg um zu ueberpruefen ob das LDX hydrolysiert, waere natuerlich die Gaschromatographie. Wo man dann auch sehr genaue Werte herausbekommt.

Der zweite moegliche Weg den ich mir vorstellen koennte waere mittels eines Amphetamin-Schnelltests. Der Schnelltest muesste natuerlich negativ auf LDX reagieren. Da beide von der Struktur aehnlichkeit aufweisen bin ich mir da nicht so sicher ob das funktionieren wird aber muesste man testen.

Jetzt würde ich so gerne noch den Thread-Namen ändern, damit klar ist, um was es mir hier geht: „Elvanse - Lösen in Wasser und Aufteilung nach Fender“

Ich habe Eure ganzen Ideen und sehr viele Threads zu dem Thema bereits gelesen (wie ich auch geschrieben habe). Aber keiner Eurer Vorschläge hat mir wirklich gefallen und/oder ich hatte Umsetzungsprobleme damit. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe, klappt für mich (muss ich das immer schreiben?) sehr gut. Weil diese Idee aber noch nicht in diesem Forum war, wollte ich sie teilen.

Es ist also gänzlich überflüssig, mir Eure Methoden hier noch einmal vorzustellen oder mir zu sagen, dass meine Methode Euch, aus welchen Gründen auch immer, nicht zusagt.

@allmighty Ich gehe davon aus, dass Du vom lange stehen lassen aufgrund der Keimbildung abrätst?

@Justine Es scheint nur Perfusor- und Blasenspritzen zu geben, die 50ml Inhalt haben. Hast Du da andere Quellen?

Vielleicht würde ein saures Milieu der Keimbildung entgegen wirken?

Den Gaschromatographen habe ich gerade nicht zur Hand :joy: Aber die Idee mit dem Schnelltest gefällt mir. Weißt Du, ob ein Schnelltest für Urin (andere habe ich (noch) nicht gefunden) in wässriger Lösung funktionieren würde?
Zum „Validieren“ des Tests würde ich dann einmal in die frisch hergestellte Lösung halten und dann noch einmal nach mehrerer Tagen.
Was glaubt Ihr?

Ja der Schnelltest wuerde auch im Wasser funktionieren. Soweit ich weiss darf ein schnelltest nur nicht bei zu sauren Fluessigkeiten verwendet werden da die Säure sonst die Eiweiße auf dem Teststreifen zersetzen kann und der Schnelltest dann faelschlicherweise positiv ausfaellt.

Und statt einem eher sauren Mileu gegen Keimbildung wuerde ich eher das Wasser leicht alkalisch machen mit Kaisernatron.

Aber ob dann die Wirkung noch die gleiche ist? Mein Gedanke zum sauren Milieu basiert auf dem Empfehlung des Herstellers, die Kapsel in Wasser oder Orangensaft aufzulösen. Demnach dürfte eine leichte Säure keine Auswirkungen haben?

Das mit den Teststreifen werde ich ausprobieren. Vielen Dank für die Tipps.

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Jo teste es mal am besten. Melde dich dann bitte nochmal mit deinen Ergebnisse wuerde mich auch sehr interessieren.

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Wenn Du eine 50er Spritze möchtest, gibt es nur die Perfusor und Blasenspritzen. Es gibt noch eine, welche man für Magensonden nimmt - die hat aber ebenfalls luer lock wie die Perfusorspritze.
Die größten „normalen“ Spritzen fassen 20 ml.

Wenn ich sonst orale Medikamente auflöse (um sie z.B. über eine Magensonde zu verabreichen) , tue ich das meist in einem Becher und ziehe es dann in die Spritze auf.

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Ja, genau.

Und wie kommst du darauf, dass es zur Keimbildung kommt?

Wenn das Wasser in einem verschlossenen Gefäß ist sehe ich da kein Problem. Was ist die Begründung?

Hey @Fender ich fand es toll, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, das hier alles mal so schön aufzuschreiben und auch unter diesem Titel. Jetzt kann jeder, der dazu was sucht, das auch am Titel erkennen.

Ich fände es jetzt super, wenn nach und nach jemand noch so die verschiedenen anderen Threads, in dem dieses Thema und auch das mit dem Trocken-Teilen vorkommt, hier verlinken könnte.

Denn grade der uralte erste Elvanse teilen-Thread ist ja inzwischen total ausgeufert…

Also nochmal vielen Dank! Ich fand es nicht überflüssig, wie hier weiter oben manchmal so durchklang!

Manche Sachen können einfach auch nicht oft genug gesagt werden und wer hier nicht von Anfang an mitliest, wird wahrscheinlich wahnsinnig, wenn er zu dem Thema was sucht.

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Hab ich gemacht :slight_smile:

Zustimmung. Wenn da ein Neuling sucht findet er oder sie echt nicht mehr viel…

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Vielen Dank @Nono.

Ich hätte da aber noch einen anderen Vorschlag: Lasst uns doch ein Thema machen, in dem nur die Links zu den entsprechenden Beiträgen mit kurzer Info stehen. Also auch auf diesen hier. Das könnte dann so aussehen:

  • Elvanse in Wasser auflösen (grundsätzliche Gedanken (Link)
  1. Auflösen in einem Becherglas mit Wiegen
  2. Auflösen in einer 50ml-Spritze (Beitrag)
  • Elvanse trocken teilen

Das Problem dürfte nur die Editierbarkeit sein. Könnte eine ModeratorIn vielleicht dabei helfen und die Einträge dann immer im ersten Beitrag anpassen? Dann könnten allen, denen was einfällt, die Idee und Link teilen…

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Wenn ich darüber nachdenke, wäre es auch besser gewesen, wenn ich meinen Beitrag auch in einem extra Thread gemacht hätte…
Macht es Sinn, den noch auszulagern? Es wäre jetzt etwas nervig und chaotisch, würde aber vielleicht auf Dauer helfen können?