Falsche Autismus-Diagnose - nur Kompensation des ADHS

Erstmal: Danke, dass du diesen Beitrag von Tom Harrendorf gepostet hast! Ich habe seine Videos früher geschaut aber irgendwann sind meine Interessen ersteinmal in eine andere Richtung gegangen. Da ich seinen Namen vergessen hatte, konnte ich ihn auch gar nicht mehr finden.

Zum Thema: Tom Harrendorf hat ja auch erwähnt, dass Leute seine Biographie (!!) für Stigmatisierung und zu Stereotyp halten…
Als Autistin finde ich es schwierig mich „wie eine Frau“ zu fühlen, weil mir diese Selbstverständlichkeit darin fehlt. Klar, kaum eine Frau entspricht diesem Standard, aber ich schaffe es ja nichtmal diesen zu erkennen. Ich habe deswegen auch eine längere Zeit mit meinem Geschlecht gehadert, was sich aber Gott sei dank gelegt hat.

Worauf ich damit hinaus will ist folgendes: „… zeigt sich bei Frauen anders“… Sei es ADHS oder Autismus, das lese ich überall und es tut mir weh, wenn ich ehrlich bin. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es durch die unterschiedliche Sicht auf Mädchen und Jungen und die unterschiedliche Erziehung zurückzuführen ist. Wenn ein Junge sehr leise und verschlossen ist, fällt es schnell auf, wenn ein Mädchen sehr leise ist, wird das als sehr positiv gedeutet und man bekommt auf dem Zeugnis sogar noch ein Lob dafür.

Ich bin durch diese Thematik so oft damit konfrontiert, dass ich „männlichen oder stereotypen Autismus“ und/oder „männliches ADHS“ hätte, was es beides defacto nicht gibt.
Ich fühle mich medial nicht repräsentiert.
Vielleicht kann es keiner nachvollziehen, aber immer gespiegelt zu bekommen, dass man in seiner eigenen Behinderung nicht richtig, nicht weiblich genug ist, setzt mir oft zu.
Dem „weiblichen Autismus“ wird ja eine starke Empathie, ein Interesse am und große Fertigkeiten im Bereich Sprache und ein besseres Masking zugeschrieben. Nichts davon, trifft auf mich persönlich zu.
Ich habe große Probleme mit der Empathiefähigkeit, die sich aber schon gebessert haben, mich interessiert Sprache nicht wirklich (ich schreibe gerne und ich liebe Fakten zum Thema „woher kommt die Redewendung“ aber somst nichts), ich habe deutliche Probleme in der Kommunikation, mein Masking ist nicht auf diesem High-Performance level. Ich bin also nicht richtig in meiner Art nicht richtig zu sein.

Das gleiche bei ADHS. Ich bin - ohne Tabletten wohlgemerkt - nicht das verträumte ruhige Mädel, dass sich in ihren Gedanken verliert (so wird es ja gerne präsentiert). Ich bin der Chaot, der inoulsiv handelt, sich selbst in Gefahr bringt, nicht still sitzen kann…

Ich würde tatsächlich sogar gerne eine Art von Aufklärungsarbeit leisten, aber ich fühle mich dort unerwünscht, weil meine Existenz „zu der Stereotypisierung“ beitragen würde. Wenn ich dann auch noch erzählen würde, dass ich mich für Züge interessiere, würde ich von der eigenen Community vermutlich gesteinigt werden…

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