Falsche Autismus-Diagnose - nur Kompensation des ADHS

Ist das einzige was mir auf die schnelle dazu einfällt.

Bei mir sind so Kantinen Dinge oder Ähnliches Ich Zustandsbedingt mal so, mal so, ich bin aber oft kein guter vorzeige Autist, A Typischer Autismus.

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

„…Häufig erreichen Betroffene trotz eigentlich guter kognitiver Voraussetzungen nicht ihre beruflichen Ziele und scheitern aufgrund der mit ADHS einhergehenden Besonderheiten im beruflichen
und privaten Bereich…“

Autismus-Spektrum-Störungen

„… wird gerade bei hochfunktionalen Menschen mit ASS mit einer durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Intelligenz häufig die autistische Basisstörung übersehen oder „hinter“ den augenscheinlichen Komorbiditäten nicht erkannt [11]. Während man früher annahm, dass es sich um ein seltenes Störungsbild handele (Prävalenzannahme 1975 bei 0,02%), wird aktuell von einer Lebenszeitprävalenz für ASS von ca. 1% ausgegangen [9]…“

„…ASS können nach DSM-5 auch bei Vorliegen einer ADHS diagnostiziert werden, bleiben aber häufig übersehene Komorbiditäten..“

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Aha, danke. Das macht es aber nicht gerade einfacher, wenn noch eine dritte Diagnose dazukommt…

Was dort steht: „Es scheint vielmehr, als ob Entscheidungsfindungsprozesse verlangsamt oder erschwert ablaufen.“ das ist bei dem Kantinenbeispiel bei mir nicht das Problem. Entscheiden müsste ich mich ja nur zwischen Menü 1 oder 2, und das weiß ich meistens relativ schnell. Es ist mehr so das Erfassen der Gesamtsituation und dann wissen, wie es abläuft nacheinander. Ich nehme an, es hängt mit der Wahrnehmung zusammen, zum einen mehr Detailwahrnehmung und zum andern schlechtere Unterscheidung zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen.

Ich esse meist das gleiche Gericht und Kantinen sind recht logisch aufgebaut, bin jetzt aber nicht der große Kantinengänger, in denen wo ich war haben mich eigentlich meist nur die Leute gestresst die dort waren und das kurze Gespräch mit dem Thresenpersonal aber da helfen mir Standard Skripte ( Verhalten und Worte) seit je her. :slightly_smiling_face:

Ich habe die Stelle im Video auf die Schnelle nicht gefunden, aber ich glaube zu wissen, was er meinen könnte. Jemand mit ADHS wirkt bei einem langen Gespräch abwesend und hat eine verzögerte Antwortreaktion, manche beginnen vor sich hinzuträumen, wenn es langweilig wird und das wirkt ein wenig so, als ob die Person mit ADHS sein Gegenüber nicht richtig verstehen würde. Antworten sind dann auch nicht mehr so passend, wenn jemand nur wenig mitbekommen hat. Tatsächlich hat jemand mit ADHS aber eine relativ intakte Kommunikationsfähigkeit und kann sie auch pragmatisch nutzen. Das Problem ist eher, dass ADHSler Schwierigkeiten haben unwesentliche Reize zu unterdrücken (zu hemmen) und deshalb eher mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt sind, als dem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Und ja, die verlangsamte Verarbeitungsgeschwindigkeit ist das konsistente, kognitive Defizit einer ADHS, aber es gibt keine Verbindung zur Wahrnehmungsgeschwindigkeit und zur Intelligenz. Das heißt, es muss eine Diskrepanz vorliegen, um die Diagnose ADHS abzusichern. Bei „Sluggish“ besteht diese Diskrepanz nicht, weil die gesamte Kognition langsam ist.

Bei Autismus gibt es meistens keine verlangsamte Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern es liegen grundlegendere Probleme, einen Gesprächspartner zu verstehen vor, weil zwar der Sachinhalt verstanden wird, aber nicht die Absichten usw. =wortwörtliches Verstehen. Dann kann es auch zu verzögerten Antworten kommen, weil über die Absichten nachgedacht werden muss und die Antworten sind auch oft nicht ganz adäquat.

Ich glaube so könnte das gemeint gewesen sein, ich könnte mich aber täuschen.

hört scheinbar häufig nicht, was andere ihm sagen

ADHS
• Häufig abgelenkt durch nebensächliche Informationen oder Nebenreize
• Aufgenommene Information löst Assoziationen aus, die innerlich
ablenken

ASS
Reizüberflutung, oft durch Desintegration der Sinneseindrücke
• Kaum intuitiv ablaufende Verarbeitung sozialer Kommunikation und
Interaktion, hängt aufgrund hauptsächlicher „aktiver“ kognitiver Verarbeitung im Gespräch hinterher, innere Überprüfung ob der Inhalt und
die Situation richtig verstanden wurden
• Haften an Gesprächsdetails, häufig auch an inneren Assoziationen

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Ich ging meistens mit Kollegen zusammen, die ich gut kenne. War aber auch schon lange nicht mehr. Die fremden Kantinen tauchen dann bei Fortbildungen gelegentlich auf.

Es ist ungefähr ab der 18. Minute.

In dem Link, den @schlingelprinz oben gepostet hat, steht es anders drin. Da steht, dass auch Leute mit SCT eine hohe Intelligenz haben können.

Mein Eindruck: je mehr geforscht wird, desto mehr verwischen sich die Grenzen. Vielleicht liegt es eben doch daran, dass die zugrunde liegende Genetik so vielfältig ist, dass es keine eindeutig abgrenzbaren Störungsbilder gibt, sondern praktisch nur Häufungen und dazwischen viele Mischformen… man wird das irgendwann mal aufdröseln müssen, welche Gene in welchen Kombinationen welche Symptome auslösen. Könnte schwierig sein.

Ich könnte mir vorstellen, dass er auch meint, dass diese Symptome bei ADHS Kompensation sind und eher als Reaktion auf z.B. schlechte Strukturiertheit o.ä. und die entwickelt sich erst im Laufe des Lebens.

Kinder mit ADHS fallen auch auf, sie sind auch sehr oft Schreikinder, sie schlafen oft wenig, fallen auch durch leichte Entwicklungsverzögerungen auf, manche haben auch eine komische Körperhaltung usw.
Sie fallen auch deshalb nicht als pathologisch auf, weil die ersten störenden Symptome eher mit mangelnder Verhaltenshemmung zu tun haben. Sie zappeln, fallen anderen ins Wort und müssen ständig sagen, was sie gerade denken, auch wenn es beleidigend sein könnte, wenn sie sich provoziert fühlen, hauen schnell zu, weil sie erst handeln und dann denken usw. Dann sind sie für andere einfach nur schlecht erzogen, was selbstverständlich auch ein großes Problem Kinder mit ADHS ist. Die Familien stehen schnell in der Kritik. Die neurobiologische Ursache wird nicht so gut erkannt, weil das Verhalten eben sehr stark einem ungehalten und gestressten (nervösen) Verhalten ähneln und das kenn jeder Mensch in bestimmten Situationen.

Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen haben sehr auffällige Verhaltensweisen. Sie machen z.B. stereotype Handbewegungen direkt vor ihren Augen, sie zeigen meistens sehr wenig Anteilnahme an familiären oder gesellschaftlichen Dingen, sie können auch manchmal sehr gehemmt sein usw. Sie beginnen auch oft spät zu sprechen und nutzen das auch nicht besonders gut um auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen usw…

Ja, das stimmt schon, aber dann korreliert das mit leichteren Symptomen und ich habe mit Absicht nicht die statistische Kennzahl IQ erwähnt.

Okay.
Nochmal dazu:

Was genau wird bei ADHS langsam verarbeitet? Die Wahrnehmung ist es nicht, schreibst du (das ist es wahrscheinlich bei mir).

Das stimmt alles. Trotzdem gibt es erstaunlicherweise Eltern, die es schaffen, bei normaler Intelligenz ihrer Kinder alle Symptome auszublenden oder schönzureden, sogar heute noch, und in früheren Jahrzehnten sowieso. Deshalb wird auch Autismus oft spät diagnostiziert, wenn er mit normaler Intelligenz einhergeht und das Kind kein Systemsprenger ist.

Ich setze mich morgen mal dran alles zu beantworten, was mir zu diesem spannenden Gespräch einfällt. Gerade gibt das mein Kopf nicht her ^^”

Aber eins wollte ich loswerden: ja, verlangsamtes Denken in der Beispiel-Kantinen-Situation kenne ich auf jeden Fall auch. Das hat in meinem Fall etwas mit der komplett überfordernden Situation in einer Kantine zutun und ich mache es dann ähnlich wie @Akana beschreibt. Ich schaue erst mal anderen zu wie sie das machen, um dann mich dran zu halten und genauso vorzugehen. Manchmal kann ich das Stress sei Dank sehr schnell und es fällt nicht auf, manchmal tritt im Stress das komplette Gegenteil ein und ich kann nichts tun, muss die Situation also erst mal verlassen. Gründe sind bei mir eben die totale Reizüberflutung einer Kantinen-Situation, besonders wenn ich die besagte Kantine nicht kenne, und dass es mir unter Druck eh schwer fällt Entscheidungen zu fällen oder nachzudenken.

Ob das nun unter SCT föllt, weiß ich nicht. Ich glaube aber nicht, weil es sich ja mit der ADHS selbst sehr gut erklären lässt.

@Jajoov Du hast die Auffälligkeiten bei ADHS sehr gut zusammengefasst. Ich glaube, bei ADHS neigt das Umfeld noch mehr als bei ASS dazu alles auf schlechte Erziehung zu schieben, oder? Eben weil sich ADHS durch Impulsivität und Bewegungsdrang zeigen kann, sofern Hyperaktivität in dem körperlichen Sinne vorliegt. Autistische Kinder sind dann wohl eher die Ruhigen, Empfindlichen, die unsozial sind… Auch das kann natürlich mit schlechter Erziehung wegerklärt werden von außen, aber - abgesehen von Meltdowns - scheint mir das aufgrund der Ruhe vielleicht eher weniger mit “Ungezogenheit” erklärt zu werden.

Das ist wahrscheinlich so.

Bei der Diagnostik wird eigentlich immer ein WISC-IQ-Test gemacht. Bei ADHS-HI und ADHS-C wird in der Regel eine Diskrepanz, ein Unterschied, der nicht mit normalen Messergebnissen übereinstimmt, zwischen dem Gesamt-IQ, der sich aus allen Testkategorien zusammen setzt, festgestellt. Der muss bei ADHS-HI mind. eine halbe Standardabweichung betragen und bei ADHS-C mind. eine Standardabweichung = 15 IQ-Punkte. Normalerweise müssen auch im Arbeitsgedächtnis Abweichungen nach unten ersichtlich sein, nur bei ADHS-HI ist das nicht zwingend nötig, dann wird die ADHS-HI allerdings als reine Verhaltensstörung angesehen.

Psychiatrische Diagnosen sind aber immer klinische Diagnosen, das bedeutet, wenn der Arzt trotz uneindeutigen Ergebnissen trotzdem der Meinung ist, es handele sich um ADHS, dann kann die Diagnose trotzdem vergeben werden. Das kann dann zutreffen, wenn die getestete Person Spaß an solchen Tests hat und deshalb übermäßig motiviert ist oder wenn trotz negativer Ergebnisse externalisierte Symptome z.B. Hyperaktivität eindeutig sind und eine emotionale Störung z.B. Borderline definitiv ausgeschlossen werden kann. Also ja gemeint ist nicht eine langsame Art zu denken, sondern nur ein Symptom, das sich wahrscheinlich aus der Herausforderung aus zu vielen Reizen den richtigen Reiz zu finden (übrigens auch bei Hochbegabung häufig), der Handlungsplanung z.B. eine Aufgabe in der richtigen Reihenfolge zu beginnen (übrigens auch bei ASS defizitär)und vielleicht hat das auch noch etwas mit der Zeitverarbeitung zu tun, die bei ADHS nicht richtig funktionieren könnte? (siehe Barkley) Einigen können sich die Fachleute da wohl nicht ganz, was die Ursache betrifft.

Was ich auch meinte ist, dass Verhaltensweisen, wie anderen ins Gespräch fallen, während des Unterrichts oder einer Besprechung aufstehen und etwas anderes machen, mit irgendwas herumklappern, ewig beim Aufräumen und Anziehen zu brauchen und nicht warten können, bis man an der Reihe ist usw. wie schlechte Erziehung aussieht, weil Kinder das tatsächlich alle nicht von Geburt an können und jeder der unmotiviert ist oder eine schlaflose Nacht hinter sich hatte ähnliche Verhaltensweisen in abgeschwächter Form von sich kennt, werden die Probleme als disziplinlos abgetan. Das wird dann auch oft als Erziehungsfehler gedeutet, weil andere Eltern diese Verhaltensweisen noch von ihren neurotypischen Kindern aus der Autonomie Phase, in ähnlicher Art und Weise kennen. Diese Leute begreifen nicht, dass dieses Verhalten nicht von zu nachgiebiger Erziehung kommt, sondern dass ein ganzer Entwicklungsschritt ausgeblieben ist. Sie erkennen keine Krankheit, sie wollen eigentlich nur, dass das störende Kind aus dem Klassenverband verschwindet. Manchmal muss das Kind mit ADHS noch nicht einmal besonders unsozial sein, es reicht schon aus, wenn es zu neugierig ist und andere Eltern Angst bekommen, es nehme zu viel Zeit und Aufmerksamkeit der Lehrer in Anspruch.

Die Symptome bei ASS sind schon etwas markanter. Ich glaube Eltern und Erzieher sind sehr schnell beunruhigt, wenn ein Kind kataton anmutende Handbewegungen ausführt, keine/schwache Reaktionen zeigt, wenn es angesprochen wird oder auch gar nicht spricht usw.

Das ist ein interessanter Aspekt :thinking: Praktisch der Unterschied zwischen Verhalten, was alle Menschen erlernen müssen und Verhalten, das inhärent angeboren ist. Wenn letzteres betroffen ist, dann kann das niemand unter schlechte Erziehung abtun auf Dauer. Dass das trotzdem passiert, ist natürlich umso trauriger. Insebesondere bei autitstischen Kindern, die den Entwicklungsrückstand in der Sprache schnell aufholen, denkt das Umfeld dann wieder, das müsste beim Rest seiner auffälligen Verhaltensweisen genauso von selbst passieren.

Während bei ADHS die Verhaltensweisen einfach per se immer nach fehlender Erziehung aussehen, weil in unserer Kultur die Kontrolle von Kindern sehr stark als Erziehung gilt. Wenn beim Kind dann die Steuerungsfähigkeit bei Impulsen schlechter ist, dann sind automatisch die Eltern schuld. Und wie du sagst, die typischen ADHS-Verhaltensweisen kennen mit Sicherheit praktisch alle Menschen von sich, eben in abgeschwächter Form und aus Ausnahmesituationen wie bei Schlafmangel.

Das heißt jetzt wie gesagt nicht, dass Eltern von autistischen Kindern nicht auch vorgeworfen wird, ihre Kindern schlecht zu erziehen. Ich glaube schon, dass das auch passiert. Man denke nur an ein Kind, das beim Friseur ausrastet und wegrennt, weil es die Reize nicht erträgt. Da wird dann mit Sicherheit genauso schnell die Schuld den Eltern zugeschoben, vor allem wenn (noch) keine Diagnose bekannt ist.

Jedenfalls fällt dann abweichendes Verhalten bei Autismus stärker auf, wenn man annimmt, dass es Verhalten und Fähigkeiten betrifft, die allistische Menschen von Geburt an können. Wie Blickkontakt und Lächeln erwidern. Während bei ADHS dann später eintretende Entwicklungsschritte betroffen sind.

Ich finde wirklich schlimm wie viel Erziehung bei uns in der Gesellschaft mit Kontrolle verbunden ist. In dem Zusammenhang ist die Sprache von wegen Entwicklungsstörung, unter der ja sowohl ADHS als auch Autismus laufen, schon ziemlich marzialisch… Sich selbst als entwicklungsgestört zu bezeichen macht sprachlich was mit einem selbst. Zumindest geht es mir so. Das hat für mich immer den Anklag von “weniger wert als die gesunden Menschen”. Das kann aber auch nur meine persönliche Assoziation sein.

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Auf den Absatz zu ASS wollte ich nochmal eingehen:

Ja, ich gebe dem Text recht, dass man die ASS leicht übersehen kann vor lauter Komorbiditäten. Oder es passieren Fehldeutungen von Verhalten, z.B. als Manipulation wie bei einer Borderline Störung.

Was ich meinte, war aber eigentlich, dass man das negative Selbstbild - bedingt durch ADHS plus schlechte Erfahrungen/ Trauma - als Autismus fehldeutet. Wenn jemand durch all die negativen Erfahrungen dermaßen schlecht von seinen eigenen sozialen Fähigkeiten denkt, dann könnte die Person unter Umständen, z.B. diese unsäglichen Social Media Listen, denken, dass sie autistisch sei. Stark vereinfacht ausgedrückt, weil niemand so leicht von Autismus ausgeht, aber ich glaube es kommt auf diese Art durchaus vor.

Angenommen man hat durch die ADHS bedingt starke Probleme mit dem aufmerksamen Lesen von Mimik. Da könnte man mit Social Media halt leicht drauf kommen, dass man diese Mimik erst gar nicht lesen kann und damit autistisch ist. Ich hoffe, man versteht was ich meine, obwohl ich mich stark vereinfacht ausdrücke.

Wenn Autismus so früh stark an sozialen und exekutiven Funktionen auffällt, dann fällt es mir sehr schwer vorzustellen, jemand kommt mit Autismus oder sogar Autismus plus ADHS durch Maskieren bis ins Erwachsenenalter ohne psychisch zusammenzubrechen. Mehrmals. Vielleicht denke ich gerade zu rigide oder unterschätze Masking, mag sein. Aber ich kann mir beim besten Willen dann nicht mehr vorstellen wie jemand durchs Leben bis hin zum Erwachsenenalter geht ohne schwer psychisch krank zu werden. All die, ganz platt gesagt, Social Media Creator:innen passen da gar nicht dazu (wir sehen aber auch nie alles von denen, das ist klar).

Ich werde immer medienkritischer, merke ich. :laughing:

Ich auch, war nicht immer so. Ist eigentlich gerade wichtig für mich als Mensch im autistischen Spektrum, da man manches tatsächlich zu wörtlich nimmt, auch in Fachliteratur zu entsprechenden klinisch relevanten Herausforderungen.

Ich denke schon, dass das möglich ist. Insbesondere wenn man hochintelligent ist. Und wenn die Familie selbst undiagnostiziert neuodivers ist und bestimmte Verhaltensweisen dadurch als normal angesehen werden.

Was einerseits zur späteren Diagnose beitragen kann, andererseits aber auch dazu führen kann, dass man, zumindest in der Kernfamilie, mit seinem Anderssein angenommen ist.

Vielleicht findet man in der Kindheit und Jugend Zuflucht in einer tollen Gemeinde oder Jugendgruppe, die einen auch noch mit auffangen.

Ich persönlich werde auch bald zusätzlich eine Autismus-Diagnostik durchlaufen. Bin gespannt, was dabei rauskommt.

Meine Vermutung, wieso ich so lange “funktioniert” habe:

-Strukturen fallen weg, weil die Kinder größer werden und somit weniger von außen gegebene Strukturen benötigen, damals haben mir diese Strukturen auch Struktur gegeben

-der Hormonspiegel ändert sich, weil ich mit großen Schritten Richtung Perimenopause unterwegs bin

-ich habe selbst, wegen umfassender Recherche, ein besseres Bild von Neurodivergenz und kann mich damit mehr zum Positiven für mich damit auseinander setzen, was mir gut tut und besser Grenzen setzen und Symptome kann ich daher besser einordnen

-ich lerne mehr über mich und meine Grenzen und darüber, welche Grenzen fest stehen und welche verschoben werden können und kann daher besser für mich einstehen

Das ist der Punkt wo Komorbiditäten ins Spiel kommen. Natürlich kostet Masking viel Kraft. Das schlägt sich dann z.B. nieder in Allergien, Unverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen, empfindlicher Haut, Skinpicking, RSD, PMS, PMDS, …

Tatsächlich sind sehr viele Creator neurodivergent. Sie arbeiten dann, wenn ihr Hirn es ihnen sagt und nicht dann, wenn jemand anderes es vorgibt. Sie nutzen die Vorteile von Selbstständigkeit für sich. Zum Ausgleich der Nachteile haben sie meist ein Management.

Creator mit ADHS sind z.B. Rezo, Nessadhs, Silvi Carlsson, Carina Pusch, ….

Ist schon recht komplex das ganze, macht es für mich schwer zu greifen. Aus einer Subsyndromalen ASS kann auch eine Klinisch relevante werden durch die Komorbiditäten, wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Komorbiditäten aber behandelt, wird die ASS im besten Fall wieder Subsyndromal. Ja so irgendwie, muss es raussuchen beim Elst, will kein Blödsinn erzählen.

Schlautismus oder dann doch nur HB, vielleicht auch für den ein oder anderen Interessant, hier im Thread wird ebenfalls viel über die Intelligenz und Überschneidungen gerätselt.

:backhand_index_pointing_up: kurz noch was zur PDF.

HFA ist aber eigentlich kein Asperger, sondern „hochfunktionaler“ frühkindlicher Autismus gibt es wohl tatsächlich auch. :adxs_zunge:

Soll man sowieso nicht mehr sagen weil das doof ist mit dem „Hochfunktional“ und „Niedrigfunktional“… habe ich aber alles schon tausendmal erklärt. Keine Lust mehr.

Sowieso alles veraltet, ärgert mich trotzdem immer wieder. Ist ein SPEKTRUM. :backhand_index_pointing_down:

Edit: Für die ASS Diagnostik ist es aber vermutlich vorteilhaft wenn mans wirklich nicht versteht bzw. nur so tut als ob man es versteht und die es Merken. Kleiner Scherz am Binär Denker Rande. :grin:

Zwischen dem Schwarz und Weiß ist es nämlich ziemlich kompliziert. :roll_eyes:

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