Falsche Autismus-Diagnose - nur Kompensation des ADHS

Dieses „Ich fühle mich alt“ ist mir in letzter Zeit auch häufiger im Zusammenhang mit Social Media passiert. Vielleicht ist das nur ein Selektionsfehler, aber bei Content Creators in den 20ern nehme ich so eine ganz eigenartige Vigilanz wahr, was soziale Regelverstöße, toxisches Potential usw. betrifft, erstaunlicherweise auf Fiktion bezogen genauso wie auf reale Zusammenhänge. Ehrlich gesagt war ich nicht mal mit 16 Jahren so verspannt. Blöde Beispiele:

  • Es wird ganz doll awkward gefunden, dass bei einem fiktiven Liebespaar ein entfernter Grad an Blutsverwandtschaft besteht. Was fällt der Autorin ein, es so zu schreiben, wenn sie es doch normaler hätte schreiben können?!
  • Das toxische Verhalten von Bernhard bLocksberg wird genüsslich und voll züchtigen Erschauderns seziert und verurteilt. Nicht falsch verstehen bitte, natürlich ist das Benehmen dieser Figur nicht zum Nachmachen geeignet. :wink: Aber mir ist es so im Gedächtnis geblieben, weil mich die Vehemenz überrascht hatte. Ich hatte schon als Kind diese Figur als Parodie empfunden, außerdem genug echte Arschlöcher im Leben, da war Bernhard mein geringstes Problem.

Was ich mich da halt immer wieder frage:

  1. Reduzieren die sozialen Medien den Unterschied zwischen Fiktion und Realität? Ist im Grunde alles nur noch Erzählung?
  2. Soll Literatur deswegen am besten nur Dinge erzählen, die moralisch akzeptabel sind und sich nicht toxisch anfühlen?

„Brav“ funktionierende, neurotypische Menschen , die Kriege anzetteln , die auf kosten andere Leben, die andere Menschen ausbeuten, die Hass und Unfrieden sähen, die lügen und betrügen, die wegschauen etc… die sind für mich aber auch nicht normal.

Es ist etwas panne, aber ich hab’s nicht geschafft den ganzen Thread zu lesen. Aber es ist so ein spannendes Thema und ein paar Sachen brennen mir auf der Zunge!

Um so etwas wie “Manipulation” zu reduzieren, gibt es doch den Fremd-Anamnese-Teil und es werden Sachen wie die Schulzeugnisse miteinbezogen, oder?

Die Diagnostik ist mehr ein Mosaik aus vielen Teilen die ein Bild ergeben.

Und ne Frage: Könnte es sein, dass du dich wie ein Hochstapler fühlst, weil du eben soviel masken musstest? Das kann hart an die Substanz des eigenen Ichs gehen. Noch ein paar Fehldiagnosen obendrauf und das verunsichernde Chaos ist perfekt.

Ich saß so oft heulend da, weil ich mir sicher ich hab kein ADHS. Erst hat mein damaliger Partner argumentiert und später einfach nur noch gesagt: “Kann sein. Soll ich dir einen zuckerfreien Energiedrink zum beruhigen holen?” (Ich reagiere sehr gut auf Stimulanzien, brauche aber ne Menge)

Und bei Autismus stelle ich mir das ungleich schwerer vor. Es gibt keine genaue(!) Möglichkeit das Innenleben abzubilden/messen und man kann es nicht über den Umweg der Einnahme einer Substanz ‘beweisen’.

Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen:

Ich bin ich. Und ich nutze Lable um mit meiner Umwelt zu kommunizieren und ggf. die richtigen Hilfmittel in Anspruch nehmen zu können.

@tamaracha
Meine These ist, dass Social Media auch eine Vergleichbarkeit in Sachen Moral vorlebt. Wenn wir tatsächlich alle mehr oder weniger von uns aus gute Menschen sein wollen, damit wir von der Gruppe akzeptiert werden (was ein Grundbedürfnis von uns Herdentieren sein dürfte), dann möchte sich jeder möglichst moralisch gut verhalten. Also müssen fiktive Figuren mit verurteilt werden bevor man auf der falschen Seite der Moral steht sozusagen.

Ich glaube auch, es trifft zu, was du sagst: wir können immer weniger zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Gleichzeitig finde ich es wichtig, diskriminierende Inhalte in Medien aufzuarbeiten, weil Kinder und zu einem gewissen Grad auch Erwachsene sich diese als Vorbild nehmen.

Eigentlich müsste man zu dem Thema einen eigenen Thread aufmachen :smile:

@Nelumba_Nucifera

Ich befürchte, all das tun neurodivergente Menschen genauso…. Wir sind nicht besser oder schlechter als alle anderen. Menschen sind einfach Menschen.

@CaHa

Es sind inzwischen auch über 160 Beiträge. Das wäre eine Menge Lesezeit, wenn du alles lesen wollen würdest.

Die Fremdanamnese hat in meinem Fall eine gute Freundin gemacht, was sicherlich auch nicht ganz fehlerfrei gewesen sein dürfte im Rückblick. Es war leider nicht möglich meine Familie oder andere Personen in den Diagnose-Prozess einzubinden, was ich auch gegenüber der Diagnose-Stelle klar kommuniziert habe. Deshalb gab es zur Kindheit tatsächlich nur meine eigenen Angaben und Schulzeugnisse. Ob sie aus den Zeugnissen letzten Endes etwas herauslesen konnten, weiß ich gar nicht.

Aber ja, die Diagnostik ist natürlich das Erstellen eines Gesamtbildes eines Lebenslaufs, das stimmt.

Masking - was das ADHS angeht, Autismus mal offen gelassen - war in meinem Fall praktisch eine zweite Identität, die ich mir aufgebaut habe. Alles Übrige, das echte Ich sozusagen, war fast nicht zugänglich für mich selbst. Deshalb hatte ich da auch lange Hochstapler-Gefühle, ohja.

Selbst eine ADHS kann man nicht durch Stimulanzien beweisen. Es gibt einige Non-Responder unter den Betroffenen, das habe ich gestern erst wieder in einem Fachbuch gelesen. Da gibt es Theorien, weshalb das so sein könnte, aber soweit ich weiß nichts Konkretes. Autismus und ADHS sind also immer noch über das Verhalten zu diagnostizieren, was ziemlich fehleranfällig sein kann.

@KiwiSam

Tatsächlich hatte ich das auf der ADHS-Station nachgefragt und die Antwort (in etwa): “Es ist fast ausgeschlossen, dass neurotypische Mensche auf Stimulanzien reagieren wie ADHSler und sehr ungewöhnlich wenn ADHSler nicht darauf reagieren.” ABER: Ich finde gerade um’s Verrecken keine Quellen dazu!

Und die richtige Dosierung ist entscheidend. Soweit ich weiß gibt es diesen Sweetspot, drunter ist nicht gut und drüber ist es auch nicht gut. Und das kann eeextrem Verwirren!

Also ich würde mein ‘beweisen’ durch ‘sehr starken Indikator dafür’ ersetzen :slight_smile:

Ich hatte mich etwas verwirrend und unpräzise ausgedrückt tatsächlich. Was ich meinte, sind nicht Menschen ohne ADHS, die auf Medikamente reagieren, sondern innerhalb der ADHS-Betroffenen eben Personen, die Non-Responder sind. Das wiederum sind (Danke adxs.org ) Menschen, die unterdurchschnittlich auf Stimulanzien reagieren. Die Rate liegt, sagt die eben genannte Seite, bei Medikinet ungefähr bei 75 Prozent aller ADHS-Betroffenen (vom Hyperaktiven-Subtyp), bei denen das Medikament gut wirkt. Scheint sehr unterschiedlich je nach Subtyp, sagt die Seite.

Elvanse liegt irgendwo zwischen 77 und 80 Prozent Wirksamkeit je nach Studie, wenn ich das richtig lese.

Also ja, insofern hat deine ADHS-Station recht, weil die Nicht-Reaktion auf Stimulanzien bei ADHS-Betroffenen recht ungewöhnlich ist. Aber sie kommt eben vor.

Menschen ohne ADHS reagieren ganz anders auf Stimulanzien, das ist wahr. Ich meine neulich mal gelesen bzw. gehört zu haben, dass es nicht ethisch vertretbar ist, Medikamenten-Tests mit Stimulanzien an Nicht-Betroffenen durchzuführen. Dazu hab ich aber grade absolut keine Quelle.

Vielleicht haben wir hier einen Fall von Non Sequitur vorliegen, also Verwirrung mit Aussagenlogik (Modus Ponens/Tollens). :wink:

Das Argument mit den Non-Responders würde ja eher dann ziehen, wenn es ums widerlegen von ADHS geht, eher nicht beim Beweisen.

Diese Aussagen sind logisch gültig:

  • Wenn nicht ADHS, dann (höchst wahrscheinlich) nicht Reaktion
  • Umkehrung: Wenn Reaktion, dann ADHS

Wenn also jemand darauf reagiert, könnte man von einem starken empirischen Beleg für ADHS ausgehen. Mal eben auf gut Glück ohne Anamnese ausprobieren wäre ethisch gesehen aber nicht so gut, wie du ja selber auch schreibst.

Das hier wäre hingegen nicht logisch gültig oder zulässig:

  • Wenn ADHS, dann Reaktion (wegen Non-Responders)
  • Wenn nicht Reaktion, dann nicht ADHS

Weil die letzte Aussage nicht valide ist, kann ADHS nicht durch Stimulanzientest widerlegt werden.

ADHS ist voll unlogisch. :face_with_hand_over_mouth:

Ich glaub wir müssen mal so was einführen wie Godwin’s Law, aber mit Logik: Überschreitet eine Diskussion die Länge von 120 Beiträgen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass Logik direkt thematisiert wird.

@KiwiSam

Ich hatte es verstanden und ich finde du hast dich sehr gut ausgedrückt :slight_smile: Ich hab nur unnötigerweise das ganze Zitat geschrieben, obwohl die zum Thema passende Hälfte ausgereicht hätte. Wir haben uns gegenseitig verwirrt! :smiley:

Du hast absolut Recht! Es wäre absolut nicht ethisch vertretbar das damit ‘vorher’ zu testen. Es wär ja auch nicht ethisch vertretbar jemandem Insulin zu spritzen um zu sehen, ob die Person Diabetes hat. Das kann üble Konsequenzen haben.

Allerdings werde ich extrem hellhörig, wenn jemand mir erzählt, dass sie beim feiern was geschmissen haben und erstmal das Bedürfnis hatten die Steuererklärung zu machen. (Nope, das ist kein Witz. Mir hat mal jemand eine sehr ähnliche Variante erzählt.)

Stimulanzien bezieht sich nicht nur auf Medikation. Ich mein ganz einfach auch sowas wie Kaffee.

Die Studien beziehen sich nur auf eine Art von Substanz und nur im therapeutischen Bereich, oder? Weil dann sind die Zahlen nicht wirklich aussagekräftig, wenn es um die allgemeine paradoxe Wirkung von Stimulanzien geht. Man kann auch eine nicht therapeutisch wirksame paradoxe Reaktion auf Stimulanzien haben. Und dann kommt es ja noch auf die Substanz an sich an.

@tamaracha

Das meinte ich. Die Darstellung ist nice! Danke!

Man könnte Daten sammeln, wie der Zusammenhang zwischen Anzahl der Posts und Entfernung von Thema ist. Das fänd ich mega. Ich hab gefühlt den ‘Geist der vergangenen Moderatoren’ hinter mir stehen und wispern: “Du gehst gerade SO Off Topic… Das gibt äääärgeeeeer…huuuuuhhhh” ^^

Hier gibts kein Ärger wegen bisschen OT. :laughing:

Ich finde, das macht hier sogar ein bisschen den Reiz aus. Die Allermeisten hier geben sich Mühe, dass es nicht destruktiv wird. Also ich habe hier bisher nur sehr selten erlebt, dass OT zum reinen Derailing verkommt oder zu dem Versuch, jemanden an die Wand zu stellen. In dem Sinne finde ich ein bisschen divergentes OT in den Diskussionen hier sogar bereichernd.

@tamaracha hat es geschafft, das Ganze in logische Sätze zu verpacken, danke dafür :smiley:

@CaHa
Die Studien, auf die ich Verweise auf der ADxS-Webseite gelesen habe, befassten sich wohl wirklich nur mit den bekannten Stimulanzien-Wirkstoffen, also Methylphenidat und Lisdexamphetamin. Solche alltäglichen Stimulanzien wie Energy-Drinks, Kaffee etc. müsste man in der Tat mal erforschen.

Drogen, also in dem Fall wohl Amphetamin, sind meines Wissens nach erforscht, weil das die Ausgangsbasis für die Medikamenten-Entwicklung war. Wenn Menschen darauf eine paradoxe Wirkung zeigen, wäre das vermutlich wirklich ein Indiz mal nach ADHS zu schauen. Aber da kenne ich mich viel zu wenig aus und habe auch selbst noch nie in meinem Leben Drogen genommen.

So weit weg vom Thema sind wir gar nicht! :smile: außerdem mag ich die Diskussion und finde sie spannend, deshalb habe ich kein Problem damit die in meinem Thread zu führen.

Komplett zurück zum Thema:

ich habe mich die Tage ein wenig in die neurobiologischen Ursachen von ADHS eingelesen und selbst als Laie, der wirklich nicht viel von den medizinischen Fachbegriffen versteht, hilft es mir ernorm über die Forschung zu lesen. Es fühlt sich zum ersten Mal an, als könnte ich die Unterschiede in meinem Gehirn tatsächlich benennen.

Jedenfalls kam mir in dem Zusammenhang der Gedanke, dass ADHS und Autismus sich als Entwicklungsstörungen in vielen Dingen überschneiden, aber eben ganz verschiedene Schwerpunkte in der Symptomatik haben. Mit Sicherheit ist das kein bahnbrechend neuer Gedanke, aber da es hier im Thread viel um die Unterscheidung der beiden Störungen ging, fand ich das interessant.

Wenn ich annehme, wie Krause & Krause das in “ADHS im Erwachsenenalter” schreiben, dass ADHS eine Störung in der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen ist, dann wäre Autismus für mich in dem Sinne eine Störung der Aufnahme und Verarbeitung von Information der Kommunikation mit der sozialen Umwelt. Wohlgemerkt jeweils im Schwerpunkt, was bedeutet, andere Bereiche sind in den meisten Fällen auch betroffen.

Das sind gerade nur aufgeschriebene Gedanken und ich glaube, sie ergeben (noch) nicht so viel Sinn, aber ich wollte sie einmal festhalten. Da stecken mir noch zu viele Widersprüche und Unklarheiten drin.

Noch ein Gedanke:

Die autistische Sehnsucht nach Routine und Vertrautheit wird immer wieder als Gegensatz zur “klassischen” ADHS-Sehnsucht nach Neuem und Spannendem genannt. Aber ist es nicht gerade mit einem ADHS-Gehirn so, dass man sich nach Routine, Vertrautheit und Struktur sehnt? Die meisten können sie nicht halten und wissen gleichzeitig, dass sie ihnen (maßvoll und selbstbestimmt eingesetzt) sehr gut tun kann. Nicht jedem und immer, das ist klar, aber in einer Vielzahl vermutlich schon. Für mich sind diese Gegenüberstellungen deshalb maximal verwirrend.

Wäre das nicht die ganz normale Reaktion gewöhnlicher Menschen auf eine Stimulanz? Dazu sind Stimulanzien doch auch da, damit man mehr Energie hat.

Man muss unterscheiden, was genau jemand eingenommen hat. In dem Kontext gehe ich davon aus, dass @CaHa illegale Drogen meinte, beispielsweise Amphetamin. Auch das sind Stimulanzien. Amphetamin nimmt man - so viel ich weiß - auf Partys, damit man länger und ausdauernder Feiern kann und evtl auch damit man keinen Hunger oder Durst verspürt. Es putscht also stark auf, die Menschen werden ausgelassener, aufgedrehter und unruhiger. Da ist es zumindest extrem unwahrscheinlich, dass jemand an die eigene Steuererklärung denkt oder sie sogar machen möchte, da das auch nicht der Kontext ist, in dem man solche Drogen nimmt. Weil die Wirkung so stark und schnell kommt, machen die Stoffe schnell süchtig.

Die Medikamente gegen ADHS wiederum werden durchaus von Nicht-Betroffenen mal zur Verbesserung von Prüfungsleistungen oder ähnlichem genommen. Allerdings, so habe ich ziemlich oft gelesen, nie dauerhaft. Die Nebenwirkungen wären wohl zu stark, nehme ich an, und die Wirkung durch die Retardierung zu langsam anflutend als dass es schnell abhängig machen würde. So habe ich das zumindest verstanden.

Also ich würde es nicht ausschließen, dass jemand Medikinet dafür missbraucht, die eigene Steuererklärung zu machen. Aber als Nicht-Betroffener dürfte das eine einmalige Ausnahmesituation sein, weil diese Menschen normalerweise durch die Nebenwirkungen so hyperaktiv etc. werden, dass sie wiederum nichts an rein theoretischer Schreibarbeit werden tun können.

Bei ADHS wirken Stimulanzien “beruhigend”, sodass die Personen genug Konzentration besitzen mit einem Mal, so etwas wie eine Steuererklärung leisten zu können.

Disclaimer: ich bin kein medizinischer Fachmensch. Wenn ich was Falsches geschrieben habe, korrigiert mich gerne. Das ist nur angelesenes Wissen.

Ich meine mich zu Entsinnen… Winkler beschreibt in einem seiner Vorträge einen Fall einer Betroffenen mit ADHS ( Bei ihm in Behandlung) die nach Einnahme von Partydrogen, den Partyabend sausen lassen hat, nach Hause gegangen ist und Aufgeräumt hat. Bin mir nicht mehr ganz sicher wie genau er es geschildert hat aber die Quintessenz war, die Partydroge ( Speed?) hat die junge Dame vernünftig gemacht, an dem besagten Abend.

Eine Betroffene aus meinem Umfeld hatte mir mal geschildert, dass sie mit ihrer Freundin Feiern gehen wollte und als sie zuhause Speed gezogen haben, ist sie müde geworden und eingeschlafen und ihre Freundin war wohl aufgekratzt und sauer.

Das Phänomen ist mir auch bekannt, mit Speed wurde dann ganz vernünftig und ruhig “gefeiert” (also umsichtig für sich und die anderen den ganzen Abend, keine Ausgelassenheit/Eskalation oder so) und Zuhause noch Haushalt erledigt.

Zu Amphetaminen:

Das ist sowohl der umgangsprachliche Name der gesamten Substanzklasse als auch der Name des Teils der chemischen Verbindung, der dafür sorgt, dass eine Substanz zu dieser Klasse gehört. Die wissenschaftliche Bezeichnung ist, glaube ich, synthetische Phenylethylamine. Die Klasse der Amphetamine umfasst alles von Medikinet, über Lisdexamphetamin zu Meth(amphetamin). Meth war früher auch ein Medikament (Pervitin).

(Quelle/Zusammenfassung von Amphetamin – Wikipedia und Methamphetamin – Wikipedia )

Die Wirkung von Amphetaminen ist extrem von der Dosierung, der Substanz an sich und dem Konsumenten abhängig.

Bei Menschen mit ADHS hilft u.A. die zusätzliche Dopaminausschüttung.

Neurotypische Menschen nehmen es eher um Bedürfnisse zu unterdrücken (Schlaf, Hunger, etc.). Das man besser lernt scheint ein Mythos zu sein. Man hält es nur länger durch, weil man keine Rücksicht auf seine Bedürfnisse nehmen muss.

(Quelle: Häufige Irrtümer über ADHS: Mythen und Fakten im Überblick - ADxS.org )

@KiwiSam

Jap, ich meinte den Missbrauch von Amphetaminen als Partydroge. Wovon generell abzuraten ist, weil da soviel Scheiße beigemischt sein kann und man oft auch keine Ahnung hat welche Substanz man wirklich bekommt! Das macht auch die Dosierung extrem schwer einzuschätzen.

Um zurückzukehren zum Ursprung dieses Threads: ich habe eine Frage, die auch die Unterscheidung von ADHS und Autismus betrifft, und die ich euch gerne stellen möchte.

Zeit meines Lebens geht es mir so, dass ich zwar Sprichworte oder Redewendungen verstehe, allerdings bei anderen Wörtern verwirrende Bilder, die die wörtliche Bedeutung des Wortes betreffen, im Kopf habe. Beispiel ist das Wort “knüpfen”. Recht alltäglich und es kommt sehr oft in ganz unterschiedlichen Texten und mündlichen Dialogen vor, aber ich vermeide es wo ich kann. Ich habe dazu nämlich immer das Bild zweier Schnüre im Kopf, die man knotet, während jemand einen Teppich anfertigt. Wahlweise werden auch die im jeweiligen Text benannten Gegenstände mit Schnüren verbunden. Außerdem finde ich den “pf”-Laut sensorisch sehr unangenehm in Kombination mit dem K am Anfang.

Ist das eine Form von Wörtlichnehmen von Sprache? Bin ich einfach nur bescheuert? Ich komme mir jedenfalls allemal so vor während ich das schreibe, weil es so spezifisch und kleinlich klingt.

Redewendungen und Sprichwörter sehe ich übrigens manchmal als lustige Bildgeschichten in meinem Kopf, aber ich verstehe die kontextbezogene Bedeutung. Das schreibe ich deshalb eher meiner bildhaften Fantasie zu.

Ich hab keine Ahnung in welche Kategorie das fällt, aber ich finde es absolut nicht bescheuert und sehr interessant! Es ist einfach schön den Post zu lesen!

Ich hab das mit dem wörtlich nehmen, irgendwie immer … wörtlich genommen, und nicht weiter gedacht.

Ich finde auch das Wort ‘knüpfen’ klingt nicht schön.

‘Kontakte knüpfen’ ist in meinem Kopf ein Netz aus Kontakt-Fäden.

Und viele Sprichworte haben auch eine Grundlage und man kann es nach einer Weile nach einem Muster ableiten. (Bsp: “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm” Stamm→Baum→Erwachsen; Apfel→ ‘Baby Baum’→ Nachkomme).

Was ich halt doof finde ist zum Beispiel ‘Das macht den Kohl jetzt auch nicht mehr fett’. Ich finde Kohl ist nicht fett, dann streikt mein Hirn und ich möchte am liebsten das Sprichwort ändern in ‘Davon wird der Kohl auch nicht noch mehr wachsen’.

Ich finde es toll, dass ich am Anfang gesagt habe, dass das gar nicht bescheuert ist, und jetzt habe ich innerlich Panik, dass ich etwas nicht oder falsch verstanden habe…

Kommt wohl eher davon, dass früher Kohlsuppe gekocht wurde und sie mit Fleisch fetter gemacht wurde. Gehaltvoller.