Familienkrise - Einweisen oder nicht?

Uff, das kann ich gar nicht so kurz fassen. Ist sowieso nicht meine Stärke.

Ich bin gerade nochmal meinen Thread zu Rejection Sensitivity bei meinem Kind durchgegangen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ein Durchbruch kam, als wir über die Ängste meiner Tochter gesprochen haben. Sie hatte Angst, ihre Fehler zuzugeben. Sie wusste, dass sie Fehler gemacht hatte, aber das Zugeben war das Problem.
Ein weiterer guter Punkt war die Beschäftigung mit dem PDA Profil. Dadurch sind mir einige Mechanismen klarer geworden. Auch meiner Tochter. Sie hat sich darin wiedergefunden und mit dieser Erklärung konnte sie mit entsprechenden Situationen auch besser umgehen. Wieder im Kombination mit Gesprächen mit mir.
Bei uns spielte dann ja auch noch Hochbegabung und Autismus eine Rolle, aber am Ende war immer hilfreich, dass ich begonnen habe, mein Kind zu verstehen. Ich kam mit entsprechendem Material und habe sie gefragt, wie sie dazu steht. Ob das für sie passt. Und dann kamen wir ins Gespräch.
Ich habe sehr darauf geachtet, mich nicht emotional aufbringen zu lassen. Mein Kind hat ein Problem, nicht ich. Meine Probleme muss ich selber angehen.
Geholfen hat dann zweifellos noch der gemeinsame Feind Tagesklinik. Das hat uns sehr verbunden und definitiv geholfen. Ich empfehle euch aber trotzdem nicht, euch mit schlechten Fachkräften zu umgeben, um diesen Punkt erreichen zu können :grimacing:

Ab Beitrag 50 kann man dann die Erfolge seit Threadbeginn anhand von Alltagssituationen lesen.

Ich denke, für uns war am Wichtigsten, dass ich offener geworden bin. Weniger Einhaltung von Regeln erwartet und verlangt, dafür mehr nachgefragt, was eigentlich los ist. Die Einhaltung der Regeln kam dann ganz von alleine. Denn meine Kinder haben ja immer verstanden, was sie tun sollten. Sie konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht. Da spielten (und spielen) vor allem Ängste eine Rolle. Versagensängste, Angst vor Ablehnung u.s.w.
Wissen und Verständnis von meiner Seite aus haben sehr geholfen. Sicherlich auch ein paar Gesprächstechniken. Wichtig ist immer, dass sich meine Kinder nicht von oben herab behandelt fühlen. Selbst wenn ich glaube, eine Lösung zu haben oder zu wissen, was das Problem ist. Ich liege trotz meines Wissens nämlich erstaunlich oft daneben, was die genauen Gründe betrifft. Und Lösungen müssen vom Betroffenen selbst kommen. Man kann hinführen und Möglichkeiten zeigen, aber nichts überstülpen. Vor allem war auch immer schlimm, wenn ich Lösungen vorschlug, die mein Kind dann ablehnte. Denn dann fühlte es sich wieder schlecht und sah sich als Enttäuschung. So, als sei es für sein Problem ja selbst verantwortlich, weil es die Lösung ausschlug. Dabei passte schlicht meine Lösung nicht.

Ich will nicht sagen, dass wir keine Probleme mehr haben. Das stimmt nicht. Wir stehen aktuell wieder vor einem Problem, was gelöst werden muss. Aber wir sind im Vergleich zu früher Verbündete und Partner geworden. Mit meiner Tochter aktuell mehr als mit dem Sohn, aber er hat auch eine eigenen Wohnung und ist nicht jeden Tag da. Meine Tochter weiß, dass ich sie nicht verurteile und ihre Sorgen und Gründe für Verhalten oder Ablehnung einer Lösung ernst nehme.
Nach wie vor gebe ich mir Mühe, bestimmte Formulierungen nicht zu verwenden bzw. so zu formulieren, dass es zur PANDA Strategie passt. Druck raus, Interaktion auf Augenhöhe rein.

Ich bin natürlich trotzdem noch Mutter und versuche, nicht zu viel Verantwortung auf das Kind zu übertragen. Das Gleichgewicht muss immer wieder neu ausgelotet werden. Unser ungezwungener Umgang miteinander zeigt aber, dass es momentan gut funktioniert.

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