"Inoffizielle" Diagnose, bestätigt durch Medikamente.. wo bekomme ich aber jetzt ein Rezept? ;-;

Also ich bin mir ziemlich sicher, dass da nichts weiter gemacht worden wäre, wären die Ergebnisse anders ausgefallen. Zumindest wurde mir das so nicht kommuniziert.

Ich habe das nicht falsch verstanden.

Wenn eine ausführliche Diagnostik gemacht wurde, sogar mit Befragung von Angehörigen, muss keine neue, „richtige“ Diagnostik gemacht werden.

Plus der Kurzfragebogen. Plus die probeweise Medikation. Da liegen also eine Menge Daten und Erfahrungen bereits vor, die die Klinik jetzt in einer plausiblen Form zu einem Gesamtbild zusammen fassen kann und fertig.

Was die Klinik wirklich macht und was den Ärztinnen, zu denen Samantha hingehen wird, genügt, entscheiden eh nicht wir. Aber ihr einreden, alles Bisherige sei nicht „richtig“, finde ich unangemessen.

Ich weiß, dir geht es hier wohl vor allem um das wertende Wort „richtig“. Da bin ich bei dir.

Da du hier auch Aspekte aus meinen Beiträgen aufgreifst und ich mich dadurch mit angesprochen fühle, möchte ich aber schon klarstellen, dass ich für meinen Teil Samantha ganz sicher nichts einreden möchte. Ich hoffe, das kam so auch nicht an.

Natürlich weiß niemand, was ein Arzt für eine Weiterbehandlung wirklich sehen will. Aber wenn die Möglichkeit besteht, dort noch mal eine vollständige Diagnostik zu machen und mehr Unterlagen aus der Klinik bzw. Ambulanz mitnehmen zu können, kann das doch für später nur helfen. Darauf kann man doch hinweisen :thinking:

Und was die Diagnostik angeht: In diesem Fall hat Samantha aber ja selbst seit ihrem ersten Beitrag mehrmals geschildert, dass sie die erste Diagnostik nicht sonderlich hilfreich / zu oberflächlich fand und dort auch kein Behandlungsbedarf festgestellt wurde. Mir war wichtig, ihre Wahrnehmung in dem Punkt zu validieren. Wenn ich sie nicht falsch verstanden habe, wünscht sie sich selbst eine neue Diagnostik, bei der sie sich ernst genommen fühlt und die ihr Klarheit und Sicherheit bringt. Ist doch nachvollziehbar :slight_smile:

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Das hat aber alles überhaupt nichts mit einander zu tun und ist bei der ersten Diagnostik abgebrochen worden weil nicht genug Anzeichen vorlagen. NACH der Befragung der Angehörigen(wenn ich richtig verstanden habe).
Warum sollte dann jemand diese Daten als Grund FÜR eine Diagnose in der Diagnostik verwenden?

Und die Tagesklinik hat die Daten von der abgebrochenen Diagnostik überhaupt nicht?!

Darum ja auch keine richtige Diagnose sondern nur eine Verdachtsdiagnose die dann nur bei einer weiteren Diagnostik helfen kann aber so ja erstmal nichts bzgl. Medikamenten bringt.

Ich rede ja niemandem was ein nur weil ich, die von der Person selber genannten, Fakten wiedergebe.

Genau so meinte ich meine Beiträge auch, ich will niemandem was absprechen oder einreden, dass Sie nicht unfair und für Sie selber zum Nachteil behandelt wurde.

Ich wollte nur nicht, dass ein komplett falsches Bild über eine „richtige“ Diagnostik bestehen bleibt.

Es ist NICHT normal nach einem 12 Fragen Test im Internet eine Diagnose zu bekommen und es ist hingegen komplett normal ewig lange Fragebögen über Symptomatik im Kindesalter durchzugehen.

Und ich finde es nicht richtig Leuten ein komplett falsches Bild von einer Diagnostik zu bestätigen, das führt dann in Zunkunft ja nur zu Enttäuschung durch die falschen Erwartungen.

Und das wichtige dabei, ich wünsche Ihr vom Herzen, dass es klappt, aber nur weil man etwas emotional richtig findet und möchte, dass es eine Diagnose gibt ändert das nichts daran, dass eine DIagnose nach einem 12 Fragen Test eine absolute Frechheit wäre :joy:

Man kann hier wirklich nicht von abbrechen sprechen, da nach dem Test nur die Auswertung davon stattfand. Wäre der Test positiver ausgefallen, bin ich mir sicher, dass ich die Diagnose dann bekommen hätte, um dann in Behandlung bei einem Psychiater zu gehen. Es war nämlich nie die Rede davon, dass nach dem Test außer der Auswertung noch etwas hätte stattfinden sollen.

Update

Erstmal möchte ich mich für die vielen Tipps, Empfehlungen und Eindrücke bedanken. Da kam echt Einiges zusammen :sweat_smile:

Tatsächlich hat sich das Team der Tagesklinik sehr darum bemüht es mir so einfach wie möglich zu machen. So sehr, dass sie es (wie auch immer, denn bei den internen Prozessen war ich ja nicht mit eingebunden) hinbekommen haben, mir die gesicherte Diagnose in den Entlassungsbrief zu schreiben. Dass ich mir dann den Stress, jemanden für eine Diagnostik zu finden, sparen kann.

Man kann sich jetzt darüber streiten, ob es fragwürdig ist, da die Norm ja anders aussieht. Aber es hat mir eine so enorme Last von den Schultern abgenommen. Und wenn ich darüber nachdenke, was noch alles vor mir stünde, hätte ich die Diagnose jetzt nicht bekommen, zieht sich bei mir alles zusammen.

Deswegen kann ich einfach nur sagen, ich bin froh, dass es bei mir so geklappt hat. Weil mein Leben für mich dadurch um ein Vielfaches lebenswerter geworden ist.

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Nein, ich finde das nicht fragwürdig. In der Tagesklinik können die dich nach deiner Zeit dort gut einschätzen und wissen, was sie tun. Das ist eine legitime Diagnose, mach dir keinen Kopf!

Wichtig ist eh nur, ob es für dich stimmig ist und für dich alle Fragen geklärt sind. Und offensichtlich hast du dich dort endlich ernst genommen und unterstützt gefühlt - so soll es sein, freut mich sehr für dich! :four_leaf_clover:

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Die Frage ist ja wie man eine Diagnose rechtfertigen will, mit Leidensdruck und 12 Fragen kann man das nicht, mit „fühlt sich mit Medikamenten besser“ auch nicht.

Aber die werden das schon irgendwie gemacht haben ohne sich angreifbar zu machen.

Mit dem Gesamtbild.

Das hat alle mega genervt und wurde weil sich jeder gestört fühlte als Thema explizit verboten

Das wird der Arzt so sicherlich nicht in den Bericht schreiben, so blöd wird der nicht sein.
Emotional und empathisch würde das eine Diagnose natürlich rechtfertigen, medizinisch, ohne jegliche Diagnostik eher nicht.

Hi,

verzeiht, dass ich nicht alle Antworten sichte und daher vielleicht vieles bereits wiederhole.

Unsere Ärztelandschaft ist leider ein Armutszeugnis.

Ich komme zentral aus NRW und teile ein sehr ähnliches Schicksal wie du. Mit dem Unterschied, dass ich aufgrund zuletzt wieder vorhandener Depressionen (die meiner Meinung nach übrigens eher eine Diagnose mit vorwiegendem Symptomcharakrer sind, was natürlich nicht die Berechtigung der eigenständigen Diagnose in Frage stellt), sogar in aktueller Behandlung bei einer Psychiaterin bin.

Während einer Reha ergab sich bei mir auch die Offenbarung eines ADHS Mischtyps.

Als ich meine Psychiaterin für einen Termin zur medikamentösen Einstellung nach der Reha vereinbaren wollte, hieß es, dass man trotz aktiver Behandlung „keine Kapazitäten für weitere ADHS Patienten“ dort habe…

Mir hat die Krankenkasse diesbezüglich geholfen. Ich habe dort nachgefragt und sie haben mir eine Praxis genannt, bei der es erfahrungsgemäß sehr schnell Termine gibt. Dies bewahrheitete sich und ich habe damit sogar eine Praxis gefunden, von der ich sehr positiv überrascht bin, was Umgang und Effizienz angeht. Allerdings mit dem Haken, dass sie 30-45 min mit dem Auto (je nach Verkehr) entfernt liegt. Aber es hat sich für mich eindeutig gelohnt.

Örtliche ADHS Ambulanz bei uns völlig überlastet… Warteliste lange Zeit geschlossen, dann mal 1-2 Tage in denen man sich, wenn man Geduld und Glück hat, schnell und unpersönlich am Telefon abfertigen lassen darf für eine Wartezeit von „Wochen, Monate , 2 Jahre, hörbares Schulterzucken“…

Also am besten überall eines vermeintlich in Frage kommt auf Wartelisten eintragen und nicht unterkriegen lassen, falls Verhaltenstherapie oder dergleichen parallel gewünscht ist.

Solang es „nur“ um Medikamente geht, sollte es „einfacher“ sein (siehe Krankenkasse fragen).

Ansonsten ggf. noch nach örtlichen Selbsthilfegruppen googeln. Die ziehen in der Regel auch (im Gegensatz zu vielen anderen Therapeutischen Anbietern) bei der Terminwahl auch den Faktor mit in Betracht, dass nicht jeder Hilfsbedürftige auch gleichzeitig unendliche zeitliche Flexibilität bei vorhandner Berufstätigkeit und Arbeitsfähigkeit mitbringt oder nen sehr kulanten Arbeitgeber….

Ich hab neben dem ADHS noch andere, mitunter zum Teil aber auch dadurch befeuerte, Baustellen, die ich grad alle angehen muss und habe zum Glück einen kulanten Arbeitgeber und einen tollen Teamleiter und super Kollegen. Andernfalls würde ich mich zwischen dem Haussegen auf der Arbeit und meiner Gesundheit entscheiden müssen. Um in unserem System, als berufstätigster Vater mit Schulkind und gleichberechtigten Betreuungsanteilen in ca. 75% Teilzeit, Hilfe zu bekommen musste ich inzwischen meine gesamten Arbeitszeiten vollständig umplanen und anpassen.

Aber es lohnt sich. Wirklich. Sobald sich das Denken einmal ändert. Man aufhört alles andere als sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Sich nicht mehr schlecht fühlt weil man etwas für sich tut. Lernt, dass, wenn man einen gewissen Punkt erreicht hat, man das meiste was einem vorher nicht gelungen ist, endlich schaffen kann und dafür am Ende sogar weniger Zeit aufbringen muss als man vorher für einen Bruchteil davon aufbringen musste. Endlich wieder ehrlich für andere da sein kann. Macht das einfach glücklicher.

Aber… Spoiler… Dad kommt nicht nur durch Medis in Ordnung.

Die schaffen maximal die Grundlage, die eigentliche Arbeit endlich angehen zu können, indem sie einem die Ablenkung durch die Kraftraubende und ausbremsende Dauerbeschallung im Kopf reduzieren bis abschalten und dadurch den Fokus erleichtern. Gleichzeitig die „Abrufbarkeit“ aus dem Hyperfokus (etwas) erleichtern und damit die nötige Schaffung stabilerer Strukturen und alltagsnötiger (ich sage bewusst nicht tauglicher, weil auch auf der anderen Seite oft Problemstellen liegen die wir nicht beeinflussen können und die selbst nicht ADHS-leer in den Wahnsinn treiben können) Verhaltensanpassungen (auf operativer und sozialer Ebene) erst ermöglichen, wenn es ohne nicht geht.

Okay ich rutsche gerade massiv ins hyperfokussierte Oversharing. Ich sollte mein Handy vor der Badezimmertür ablegen in Zukunft. (Lösungsorientiert denken, immer ein guter Rat.)

Daher fürs erste over an out und sorry fürs ausschweifen. Hoffe war was hilfreiches bei :see_no_evil_monkey::face_with_peeking_eye:

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Das mit der Ärztesuche über die Krankenkasse ist sehr hilfreich, danke! Da hatte ich noch nicht drüber nachgedacht.

Und ich finde es immer spannend Eindrücke von anderen Leuten zu lesen, deswegen keine Sorge :wink:

Achso. Noch ganz wichtiger Tipp, der einem den Tag retten kann und wo mich noch kein Arzt und keine PTA in der Apotheke bisher drauf hingewiesen haben.

Denk dran, dass bei den Medikamenten Drogen-Schnelltests positiv auf Amphetamine reagieren.

Du solltest also im Straßenverkehr (hauptsächlich beim Auto fahren, aber theoretisch auch Fahrrad etc.) immer eine Kopie des aktuellen Rezepts dabei haben. Da ich nicht so viel Fahrrad fahre und auf dem Fahrrad auch noch nie in eine „allgemeine Kontrolle“ und schon gar nicht mit Tauglichkeits- und Drogentest etc. gekommen bin, beschränke ich mich da auf das Auto. Ich lass mir das Rezept in der Apotheke kopieren und steck es dann mit in das Mäppchen wo mein Kfz-Schein drin ist. Dann kann ich es nie vergessen. Und wenn ich mal in eine Kontrolle kommen sollte, hab ich direkt einen Nachweis, warum der Test ausschlägt.

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Soweit ich weiß, gibt es dafür sogar eine eigene Bescheinigung, die der Arzt für einen ausstellen kann. Das ist dann so ein kleines Heftchen, in dem steht, dass man eben BTM als Medikation erhält und das kann man dann fürs Auto fahren etc. mitführen.

Mein Bekannter meinte, Ärzte sagen das aber oft, warum auch immer, nicht von sich aus.. also da muss man sie dann schon explizit darauf ansprechen.

Eine gesicherte Diagnose ist eine gesicherte Diagnose.

Eine Tagesklinik ist kein Ferienklub. Die machen Supervisionen über jeden Patienten. Und sie revidieren Diagnosen, wenn während des Aufenthalts neue Erkenntnisse dazu führen.

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Es hat niemand der Tagesklinik die Expertise abgesprochen, ändert aber nichts daran, dass die das schon sehr gut „ausschmücken“ müssen wenn FAKTISCH einfach keine Diagnostik gemacht wurde.
Da hilft auch kein „Gesamtbild“ oder „neue Erkenntnisse“.

Aber damit können die sich auseinandersetzen wenn das, warum auch immer, mal überprüft wird.
Ist etwa wie mit TÜV-Gutachten und Abnahmen von irgendwelchen Teilen, der Prüfer trägt da sonst was ein und dein Auto wird bei der nächsten Kontrolle trotzdem stillgelegt.

Ich würde in so einem Fall, zum nächsten behandelnden Psychiater, ganz sicher nur die Diagnose mitnehmen und nicht den ganzen Bericht. :joy:

Es wurden sogar eineinhalb Diagnosen gemacht oder sagen wir mal eindreiviertel Diagnosen.

Die aus mehreren Fragebögen bestehende, einschließlich Befragung der Mutter, deren Ergebnisse später anders bewertet wurden (aber sie sind natürlich trotzdem da und weiterhin gültig, diese Ergebnisse), die Kurzbefragung durch die Therapeutin und dann die Bestätigung durch eine gute Wirkung des Medikamentes.

Jedes dieser Elemente für sich würden nicht ausreichen, aber zusammen genommen ist die Diagnostik überdurchschnittlich gründlich. Und sicherlich sehr eindrucksvoll für jede weiterbehandelnde Ärztin.

Also warum nicht den ganzen Bericht mitnehmen?

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Kapierst du nicht, dass genau das die Diagnostik ist? Es ist nämlich ein Unterschied, ob jemand ambulant irgendwo ein, zwei mal hingeht oder ob jemand stationär oder teilstationär in ein Krankenhaus aufgenommen wurde.

Aber bitte gern - wenn du um jeden Preis damit Recht behalten willst.

@mantha hat ihren Bericht, den sie braucht, um Medikamente zu bekommen - und nur das zählt.

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