Hallo an alle ,
ich will gerne von euch wissen , ob das beschriebene nach adhs aussieht oder ob vielleicht doch eine andere Störung dahinter liegt . Das eine Störung dahinter liegt ,davon bin ich mittlerweile überzeugt . Die psychischen Belastungen sind einfach zu massiv und kontinuierlich durch mein ganzes Leben , das ich mir schwer vorstellen kann es kommt aus dem nichts .Wenn ihr Ideen habt in welche Richtung es gehen könnte , schreibt es bitte.
Ich war schon bei 2 Fachpersonen und beide sagten ich hätte garantiert kein adhs . Jedoch habe ich trotzdem Zweifel an der Diagnose weil ich ziemlich gehemmt bin , wenn mich jemand nach persönlichen Dingen abfragt , da ich extrem sensibel auf Ablehnung reagieren . Scheinbar ist auch der fremdbeurteilungsbogen von mir unauffällig , aber dieser beruht doch auf die subjektive Beobachtung der befragten Person . Ich glaube das ich sehr wohl viele Symptome auch schon in der Kindheit bei mir vorhanden waren , nur eben so ausgeprägt , dass es unter der Schwelle blieb .die Lösungsansätze die ,die fachpersonen empfielten erweisten sich als wirkungslos und ich musste selbständig werden und der Sache selber auf den Grund gehen .und auch weil schon das ganze leben das Gefühl habe , das ich im Kopf hibbeliger und empfindlicher bin wie andere :
Ich mache mir schneller übermässig viele Sorgen , hinterfrage alles , werde schneller wütend , kann weniger ruhig schlafen etc. Mich können schon vermeintlich kleine Gesten treffen und mich für ein paar Tagen in ein depressives Tief versetzen . Generell bin ich sensorisch sensibel und kann Stimmungen gut wahrnehmen und schwinge mit Emotionen mit. Mir kann man schwer was vormachen und ich erkenne meistens ob jemand authentisch ist , glaube ich zumindest^^
Ein paar Angaben zu mir : Ich bin 31 Jahre alt und habe neben den psychischen Problemen auch ein schweres Marfan Syndrom , was die ganze Sache kompliziert macht , weil es auch reaktive Symptome sein können . Das ist auch das Argument der fachpersonen bei denen ich war , dass meine adhs Symptome keine wirklichen sind sondern ausgelöst durch den Stress mit der Krankheit.
Ich habe auch den grossen adxs Symptom Test auf dieser Webseite gemacht und kam auf 37 von 43 Punkten .
Ich habe ihn ein zweites Mal gemacht , dieses Mal zurückhaltend angekreuzt und komme auf 34 von 43 Punkten.
Ich zähle mal alle von mir aus gesehen auffälligen Symptome in Bezug auf adhs in der Kindheit,Jugend und adolezenz zusammen :
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im Kindergarten musste ich überdurchschnittlich oft raussitzen weil ich störend war und mir irgendein Unsinn ausdachte. Es war aber nicht so schlimm dass die Betreuerin es veranlasste die Eltern anzurufen .es war an der Grenze , da gab es noch weitaus schlimmere wie mich

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In der 1-3 Klasse änderte sich mein Verhalten und ich wurde ruhiger , dafür ziemlich unaufmerksam . Ich bekam viele Beschimpfungen von der Lehrerin , weil ich eine Aufgabe falsch angegangen bin oder nicht richtig zugehört habe . Sie drohte mir sogar einmal die Klasse zu wiederholen , was aber nicht dazu kam .
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Extremes herumwälzen im Bett , ich finde einfach nicht zur Ruhe und habe ein starken Bewegungsdrang
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Im Alter von 6 hatte ich über Monate einen obsessiven Zwang das ganze Haus aufzuräumen . Heute ist es fast das Gegenteil , ich kann mich schwer aufraffen Ordnung herzustellen .
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Generell eine überbordende Fantasie und Angst vor Geister und andere Phänomene , was schon dort schwere Schlafstörungen über Monate auslöste weil ich mich nicht getraut habe einzuschlafen.
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Ich war schon immer ein miserabler Schläfer auch heute noch , wo andere Leute wie auf Knopfdruck in den schlafmodus wechseln können , bleibt mein Kopf meistens noch lange wach und oft komme ich gar nicht dazu richtig einzuschlafen sondern nur bei oberdlächliches ruhen . Mittagsschlaf oder schlafen in anderen Umgebungen ist sowieso unmöglich , da ich auch Licht und Geräusch empfindlich bin . Wenn nur schon eine kleine Lichtquelle leuchtet , kann ich das schlafen vergessen.
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Ich hatte schon früh angstörungen und konnte mit einigen Verwandten nicht richtig eine Beziehung aufbauen .weil ich Gegenwart von denen sehr nervös wurde.
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Ich war zeitweise ziemlich beliebt und hatte nicht wenige Kollegen . Ich war generell lebhaft
Jugend :
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war sehr schwer für mich weil man mir die Krankheit immer deutlicher ansah . Ich war sehr schlank und gross . Viele Kinder befragten mich wegen meiner Optik und ich merkte natürlich das ich anders war. Man ging mir mehr aus dem weg , weil viele überfordert waren .Trotzdem behielt ich 3-4 Kollegen vornehmlich von früher. Was sehr wahrscheinlich auch der Grund war warum ich vom lebhaften Kind zu einem Aussenseiter wurde. Meine soziale angstörung stieg und ich konnte schlecht mich mit gleichaltrigen unterhalten .
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Die Sekundarschule war die schwerste Zeit für mich viele Jugendliche hatten ein gutes und stabiles Selbstvertrauen , während mein Selbstvertrauen sehr labil war . Auch optisch gab es deutliche Unterschiede . Das war auch die Zeit wo meine soziale angstörung sich verselbständigte und auf das Maximum stieg
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Auch die Schule war schwer ich hatte immer das Gefühl ich müsse mich mehr anstrengen wie andere um die gleiche Leistung zu erzielen . Ich ging jedoch zum Nachhilfeunterricht und konnte dort vieles abfedern was ich Inder Schule nicht mitbekommen habe oder nicht verstanden habe . Generell war ich dort sehr vergesslich und hatte sehr viele Einträgen im klassenheft .
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vorallem satzaufgaben haben mich in die Verzweiflung gestürzt und meistens habe ich während den Hausaufgaben nur aus dem Fenster geschaut , weil ich nicht die nötige konzentration oder Geduld aufbrachte die zu lösen . Hausaufgaben habe ich meistens vor mich her prokastinieren und erst spät nachts um 01:00 morgens wo der Zeitdruck sm grössten ist , war ich am produktivsten .generell finde ich die beste konzentration in der Nacht . Tagsüber bin ich meist lustlos in der Nacht kommen mir oft die besten Ideen was ich machen könnte.
Mit 20 wurde ich mal von einem Gewitter überrascht und in der Nähe von mir schlug Blitz ein. Ich hatte danach heftige Panikattacke und konnte nur ich mit Hilfe nach Hause . Ich dachte der Spuk sei vorbei . Doch erst jetzt ging es richtig los . Ich bekam immer wieder heftige Panikattacken und starke Hypochondrie . Ich vermutete überall eine lebensbedrohliche Erkrankung und ging oft in die Notaufnahme , wo die Ärzte aber nichts fanden . Ich tendiere generell den Kopf schnell zu verlieren und bei akut bedrohlichen Krisen nur noch impulsive Entscheidungen zu treffen.Habe später viele Medikamente ausprobiert und letztendlich war es Paroxetin was diese ganze Dynamik aufgehalten hat. Ich habe irgendwo mal gelesen das Leute mit adhs schneller eine Art Trauma einfangen können und bin jetzt am grübeln ob das vielleicht damit zusammenhängt.
Meine Mutter hat übrigens hat ähnliche Probleme wie ich und vermute das ich es geerbt habe . Sie ist sogar noch chaotischer ,verpasst öfters Termine . Verfährt sich oft ohne gps . Hat Schwierigkeiten in der Nacht den geist zur Ruhe zu bringen .Schlechte zeitwahrnehmung etc.
In Moment bin ich untätig auch weil ich mich von einer Aorten Operation erhole und ich merke ziemlich stark wie das fehlen von Struktur meine Tag durcheinander bringt . Ohne Druck tendiere ich zur prokastination und gehe manchmal um 05:00 oder sogar noch später ins Bett und schlafe bis 13:00 Uhr . Ich brauche einfach einen Termin um mich zu disziplinieren und Motivation zu finden .auf langfristige Ziele hinzuarbeiten gelingt mir generell schlecht , nach meistens hochmotivierten Beginn verliere ich die Lust . Ich brauche meistens messbare Ergebnisse um am Ball zu bleiben .
Ich habe nun das Medikament strattera ausprobiert , jedoch muss ich selber zahlen weil ich keine Diagnose habe ,und dosiere es langsam rauf . Am dritten Tag hatte ich plötzlich das Gefühl es herrscht eine Ruhe in meinem Kopf , wie ich sie noch nie erlebt habe . Es kann natürlich auch Placebo sein , aber für mich fühlte es sich so grundlegend an , das ich mich bestätigt fühlte eben doch entgegen den fachpersonen adhs zu haben. Leider ging es wieder weg und mein Kopf ist wieder laut und voller unnötigen Gedanken . Aber erstmals dieser Unterschied zu merken , war schon eine erhellende Erfahrung . Jetzt frage ich mich ,ob das wunschdenken und Einbildung von mir war oder doch ein Hinweis.
LG