Kaffeesucht

Wie haltet Ihr es mit Kaffee?

Momentan habe ich das Gefühl, meine Kaffeesucht ist die schlimmste Sucht bei mir.

Ich habe vor ein paar Wochen den Kaffeekonsum stark eingeschränkt, trinke morgens auf meinem laaaangen Weg ins Büro im Auto einen Becher entkoffeinierten Kaffee. Im Büro trinke ich dann ab und an einen Kaffee aus dem Vollautomaten - da gibt es weit und breit keine Alternative. Damit komme ich aber gut klar, werde nicht hibbelig, wurde ich noch nie von Kaffee, auch nicht von 3 l.

Heute habe ich meinen entkoffeinierten Kaffee vergessen und habe mich auf dem Weg ins Büro fast kaputt gegähnt. Wie kann das sein? Placeboeffekt?

Ich halte es im Tropf in der woche. Ohne geht gar nicht.
Wochenende trinke ich keinen Kaffee.

Ich merke es vor allem dann Samstag und Sonntag morgens, dass ich absolut nicht wach werde wenn ich keinen Kaffee trinke.

Ich trinke im Moment statt 3 Tassen, nur 2 und komme sehr gut klar. Ich spüre auch keine Nebenwirkungen auf die Elvanse. Auf Kaffee komplett zu verzichten kann und will ich nicht.
Bei dir ist womöglich der Gewöhnungseffekt.

Ich habe früher im Verlauf des Vormittags ein bis zwei Kannen Kaffee getrunken.

Zurzeit trinke ich morgens höchstens eine Tasse, weil ich darauf nicht verzichten möchte. Jede weitere Tasse ist Gift zusammen mit MPH und erzeugt ein Gefühl starker innerer Unruhe und Unwohlsein. Ohne aber kein Problem.

Wenn ich morgens keinen Kaffee trinken kann, z.B. wenn ich früh raus muss, nehme ich zusätzlich 5mg unretardiertes MPH. Damit fühle ich mich ebenso wach wie mit Kaffee, tendenziell fühle ich mich damit subjektiv sogar besser.

@Hedwig
Meiner Erfahrung nach kann man sich bei ADHS schnell mal Dinge einbilden oder sich in Dinge reinsteigern. Kann es also sein, dass du dich so müde gefühlt hast, weil du wusstest, dass du den Kaffee vergessen hast?

Und wenn du sowieso entkoffeinieren Kaffee trinkst, warum trinkst du nicht soviel davon, wie du willst - auch im Büro? Die Sucht kommt doch vom Koffein, auf das du durch Elvanse doch verzichten kannst.

Also, ich habe bisher 5 - 10 Tassen am Tag getrunken. Zusätzlich mindestens eine Kanne Grüntee. Hibbelig wurde ich noch nie von Kaffee… Ich kann auch nen doppelten Espresso trinken und schlafen.

In meiner Jugend habe ich Koffeintabletten genommen.

Seit ich nun mit MPH begonne habe (vor nun 1,5 Wochen) trinke ich keinen Kaffee mehr. Höchstens abends, wenn ich mir sicher bin, dass ich kein MPH mehr in mir habe :stuck_out_tongue:
Am ersten Tag habe ich den Fehler gemacht Kaffee zu trinken. Das war merwürdig, und unangenehm. Der hat total „reingehauen“. Seitdem wie gesagt stopp damit - eigentlich geht es mir gut damit, aber ich beorge mir jetzt koffeinfreien Kaffee :smiley:


Ich denke nicht, dass ich mich da in etwas reingesteigert habe, sonst hätte ich diesen Effekt ja schon in den letzten Wochen mit dem entkoffeinierten Kaffee gehabt.
Ich trinke ja auf dem Weg ins Büro entkoffeinierten Kaffee und heute habe ich erst gemerkt, dass der Kaffee fehlt, als ich schon am Gähnen war. Vielleicht ist es auch einfach ein warmes Getränk, das mir gefehlt hat.
Im Büro gibt es keinen entkoffeinierten Kaffee und ich will hier auch keine Extrawurst sein.

Ich habe den Eindruck, dass entkoffeinierter Kaffee und „normaler“ Kaffee bei mir keinen Unterschied machen - geht das noch jemand so?

Für mich ist Kaffee auch schwer verzichtbar. Da ich schon auf Zigaretten und Alkohol verzichte, will ich mir den Kaffee nicht auch noch komplett streichen.
Es schmeckt mir einfach, macht schön warm und ist ein Grund, mal aus dem Büro raus in die Kaffeeküche zu gehen…
Bin ja durch Elvanse eh schon zum Dauersitzer geworden, das kenne ich ja gar nicht.

Ich habe bisher auch ungefähr diese Menge getrunken.
Ich kann mitten in der Nacht Kaffee trinken und sofort schlafen. Cola macht mir auch nichts. Aber wehe ich trinken Schwarz- oder Grüntee - dann stehe ich im Bett.

Als Studentin habe ich auch mal ne Zeit lang, als ich viel lernen musste, Koffeintabletten genommen und in der Nacht gelernt. Davon wurde ich wirklich hibbelig.

Kaffesucht, kenne ich auch von mir. Es ist zwar nicht ganz so schlimm, aber so 4 - 6 grosse Tassen trinke ich schon.

Das ist wieder so ein Ding wo ich mir denke „hat das schonmal jemand systematisch untersucht“? (also ob AD(H)Sler mehr Kaffee trinken…)
Oh, haha, hat tatsächlich jemand. Diese Studie sagt: „Adolescents with ADHD were nearly twice as likely to use more caffeine than were adolescents without ADHD“.

Ich finde Koffein auch sehr verlockend. Selbst wenn ich Mph oder Elvanse nehme, habe ich oft Lust drauf, obwohl ich es wahrscheinlich besser lassen sollte. Umgerechnet auf Tassen Kaffee sind es dann bei mir 1-3 Tassen pro Tag und nicht mehr. Wach macht es mich auch nicht wirklich, aber ich habe das Gefühl, es tut meiner Emotionsregulation sehr gut. Merkwürdig aber wahr, ich trinke oft koffeinhaltige Getränke, wenn ich nervös oder ängstlich bin, weil ich finde, dass das gut dagegen hilft. Insbesondere gegen soziale Ängstlichkeit finde ich es super. Ich hab mit Kaffee aber recht spät angefangen, so mit 20 bei einem Praktikum in einem wissenschaftlichen Institut (Wissenschaftler trinken irgendwie viel Kaffee :slight_smile: ). Seitdem finde ich das Zeug echt lecker.

@Hedwig ich trinke keinen entkoffeinierten Kaffee, aber da der Geschmack und der Kontext beim Trinken sehr gleich sind, würde ich auf klassische Konditionierung tippen? D.h. der Effekt müsste sich irgendwann verringern…

Um bei ADHS diesselbe Wirkung auf die Konzentrationsfähigkeit wie eine Tablette 40mg Methylphenidat zu erreichen, müsste man ungefähr 30 bis 40 Tassen Kaffee trinken btw… dazu hatte ich in der Vergangenheit mal in den Raum gestellt, ob Balzac, einer der „Großen“ der Literatur des 19. Jahrhunderts (Victor Hugo, Tolstoi, Theodor Fontane usw.) sich durch seinen massenhaften Kaffee-Konsum von um die 50 Tassen Kaffee pro Tag versucht haben könnte, hinsichtlich ADHS selbst zu therapieren, gemeint ist beim Schreiben am Schreibtisch beim Thema bleiben zu können ähnlich wie dieser noch lebende Zeitgenosse:

http://www.noz.de/deutschland-welt/kult … -jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Triloge, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben

Ja, das denke ich auch- es war wirklich extrem!

Also ich brauche morgens zum Laptop im Bett meinen Kaffee, :wink:

Dann nehme ich ca ½ h später zum „Frühstück“ meine Medis auf der Arbeit meist noch ne unter halbe Tasse , so wegen Gewohnheit und lecker.

Manchmal habe ich dann noch So Gewohnheitslüste auf einen Kaffee , nehme immer ne halbe Tasse und meist trinke ich auch nicht alles.

Nach wie vor ist unter MPh der Kaffeekonsum deutlich zurückgegangen. am Wochenden ist es gar meist nur der Morgenkaffee.

Ohne MPh ist mein Kaffeehype auf der Arbeit deutlich höher. Manchmal habe ich genau in der Wechselpahse der Retardierung plötzlich eine Kaffeehype oder wenn die Wirkung abklingt. Für mich oft ein Zeichen zum nachnehmen.

Am Anfang ging fast schon kein Schluck Kaffee auf MPH , das war ähnlich wie bei @Addy_Haller mit verstärkter Unruhe und Unwohlsein verbunden , was ich immer noch habe wenn ich Zuviel Kaffee auf MPH trinke.

Es kam vor das ich plötzlich auf MPH ganz viel Kaffee trank und von einer inneren Unruhe angetrieben war, da war dann psychisch bei mir was im Keller. das ist dann ein Indiz für mich zu schauen was los ist .

Mit Elvanse bzw. Medikinet macht mich viel Kaffee auch sehr unruhig und zittrig, habe auch das Gefühl überdosiert zu sein, wie im Forum viele bereits erwähnt haben. Hier leigt die Grenzen bei mir bei zwei Tassen.
Ohne Stimmulanzen macht mich viel Kaffee zwar ruhiger, aber auch sehr schlecht gelaunt bis depressiv. Also richtig antriebslos. So ab 3 Tassen.

Ich trinke überhaupt keinen Kaffee, aber dafür sehr gerne schwarzen Tee mit Zucker. Ein Leben ohne schwarzen Tee kann ich mir nicht vorstellen. :slight_smile:

Frage mich, ob schwarzer Tee bei adhs auch so wirkt wie Kaffee…

Wo ist mehr Koffein drin: Kaffee oder schwarzer Tee?
Der Koffeinanteil: Wie viel ist wo drin? Die Kaffeebohne enthält bis zu zwei Prozent Koffein, die gleiche Menge Tee ein bis fünf Prozent. Da man pro Liter aber wesentlich mehr Kaffee (ca. 50 Gramm) als Teeblätter (etwa 13 Gramm) verwendet, steckt in einer Tasse Kaffee mehr Koffein.

Quelle (ohne diese weiter überprüft zu haben): <LINK_TEXT text=„https://www.fitforfun.de/abnehmen/gesun … 13753.html“>Tee versus Kaffee: Wie wirken Tee und Kaffee? - FIT FOR FUN</LINK_TEXT>

Das übersetze ich für mich als: Ja, Schwarzer Tee wirkt auch so. Zumindest, wenn man zu viel davon trinkt. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

edit zum Thema: ich habe früher viel bis sehr viel Kaffee getrunken. Irgendwann bin ich dann auf einen Liter Schwarztee am Vormittag zusätzlich zu ein bis zwei Tassen (groß) Kaffee umgeschwenkt. Seitdem meIn Magen so extrem spinnt, trinke ich nur noch eine kleine Tasse morgens, ab und an einen Eiskaffee. In der Eindosierungsphase aktuell koffeinfrei.
Manchmal denke ich, dass ich Koffein gebrauchen könnte, aber im Großen und Ganzen halte ich es sehr gut aus.

Inzwischen trinke ich gemäßigt Kaffee, 3-5 Tassen am Tag, schwarz.

Also ich noch gearbeitet habe, hatte ich morgens eine Koffeintablette, vormittags einen Kaffee im Cafe um die Ecke und nachmittags 14-15 Uhr die nächste Koffeintablette, jeweils 200mg.
Das lag hauptsächlich daran, dass ich die Plörre in der Firma nicht runterbekommen habe und ich auch ein bisschen eigen bin, was die Reinigung der Vollautomaten angeht.

Nachdem ich mir in den letzten Wochen wieder vermehrt mein Gezappel aufgefallen ist, habe den Kaffeekonsum eingeschränkt und hatte auch zwei Tage keinen Kaffee,
mit dem Ergebnis, dass die Gedanken trotzdem Pogo tanzen und wie wild durcheinanderschreien und die zappelnden Beine hat es auch nicht gestört. Mir ist es nur am Gähnen aufgefallen, dass ich keinen Kaffee hatte.

ich trinke auch viel Kaffee - in meinem Fall Espresso mit heißer Hafermilch. Derselbe Rhythmus wie hier schon erwähnt: morgens und nachmittags.

Hab mich schon oft gefragt, ob dieser Kaffeekonsum nicht vielleicht auch mit dem Bierkonsum abends zu tun hat. Tagsüber viel Kaffee, um mit der Welt klarzukommen, und abends dann mit Bier „runterregulieren“, wenn die Kräfte nachlassen und die innere Unruhe deutlicher zutage tritt, was evtl. durch das Koffein verstärkt sein könnte…?

Das Kaffee-morgens-Bier-abends-Thema wurde mMn nach bereits in der Krause-Bibel als ADHS-typischer, aber schädlicher Coping-Mechanismus beschrieben.

Ich kenne das Thema auch von mir, mit Medikation hat es sich aber erledigt.

Ich hatte das ja auch !

Was mir aufgefallen ist , wenn Leute davon berichten , das es meist nicht mehr wird ?
Also jeden Abend ein zwei Bier ist ja eigentlich schon Alkoholiker , aber es wird ja nie mehr !
Bei einem Alkoholkiker werden ja die Mengen und die Alkoholsorten Immer heftiger und er kann zu keiner Uhrzeit mehr ohne.
Wir haben ja das <Bedürfnis morgens z.B. nicht.

Krass war bei mir vorgestern ,Da habe ich einen Tag elvanse pausiert , wollte abends ein Bierchen trinken und ich habe es fast wieder ausgespuckt, das ging ja gar nicht. war voll bitter und unangenehm im Mund und nix mehr davon getrunken