Ich verstehe da überhaupt nicht, warum du das morgens und abends nimmst. Hab ich noch nie gehört und macht keinen Sinn.
Normalerweise morgens und mittags. Eine Dosis wirkt ja ca 5-6 Stunden
(leicht Nach-)Mittags, nicht Abends. Ich habe die 4er Aufteilung beibehalten, da ich davor ja von unretardierten Medikation geschrieben habe, die man ja 3-4 mal am Tag nimmt.
Das heißt - in welchen Abständen nimmst du die Retardkapseln?
Das ist auch absolut nachvollziehbar. Es macht mMn schon einen Unterschied, ob man zwar eine Wirkung mit üblen Nebenwirkungen hat und sich dann entscheiden kann, ob man das in Kauf nimmt oder, ob man nicht einmal die Möglichkeit auf Besserung hat.
Ich habe nachdem ich hier schon vieles gelesen hatte und auch nach eigener Erfahrung den Eindruck, dass das die Ärzte einfach aufs gerate Wohl entscheiden. Meine Eindosierung mit Ritalin Adult war:
-
- Woche 10 mg 1-0-0
-
- Woche 10 mg 1-1-0
-
- Woche 10 mg 2-1-0
Dann war der nächste Termin.
Mein Arzt meinte zum Beispiel ich kann frei nach Bedarf nehmen. Am WE darf ich, muss aber nicht, weil „viele seiner Patienten am WE auch gern mal ADHS sind“. Erfahrungswerte.
Offensichtliche Dinge sind offensichtlich… Wenn sie so etwas sagt, dann muss sie Dir doch auch schneller die Möglichkeit geben das näher herauszufinden. Als ich zu meinem Arzt gegangen bin und von meinen Erfahrungen mit Adult berichtet habe wollte er direkt auf ein anderes Medikament umstellen. Wobei ich dann derjenige war der ihn etwas bremsen musste indem ich erstmal Ritalin unret. probieren wollte. Also direkt lösungsorientiert und vor allem an einer schnellen Lösung interessiert.
Das ist ja kein Antidepressivum das man über Monate einschleichen muss, um eine Wirkung zu merken. Ich will aber auch nicht gegen Deinen Arzt schießen. Er macht das nach bestem Wissen und Gewissen anhand seiner Erfahrungswerte. Wer bin ich das harsch zu kritisieren.
Nachdem ich Deinen ursprünglichen Beitrag mit Elvanse gelesen habe kann ich sagen, dass es das recht gut trifft wie ich mich mit Ritalin Adult gefühlt habe.
Bei 10 mg hatte ich nur am ersten Tag eine Wirkung von 2h. Das wars. Keine retardierte Wirkung. Das habe ich dann ohne Wirkung eine Woche durchgezogen bis es auf 1-1-0 ging. Auch keine Wirkung. Aber wie bei Dir mit Medikinet auch keine Nebenwirkungen.
Nach Rücksprache dann direkt auf 2-1-0 und sogar 3-1-0 hoch gegangen. Wirkung war da. Aber eben so ähnlich wie Du es mit Elvanse beschreibst. Müde und gleichzeitig extrem hibbelig, fahrig und teilweise schon fast in so einer Art panischem Ausnahmezustand. Unkonzentriert und eigentlich schlimmer als ich es ohne Medikamente wäre.
Das war bei 3-1-0 tatsächlich nur einmal nicht so. Das lag glaube ich auch daran, dass da ständig Handwerker rumgelaufen sind die mich gesehen haben.
Mit 20 mg in der Vorlesung hatte ich auch schon so eine halbe Panikattacke wegen der ganzen Leute um mich herum. Als ob ich nachts im Wald wäre und auf jedes einzelne Geräusch höre das um mich herum ist. Musste mich sehr zusammenreißen den Hörsaal nicht mittendrin zu verlassen. Ich neige ohne Medis eher nicht zu Panik. Es hat sich einfach immer angefühlt als wäre ich Überdosiert aber gleichzeitig müde und extrem unaufmerksam. Also genau das Gegenteil von dem was sein sollte.
Nach 2h kam dann meist ein übler Rebound bei dem ich so müde wurde, dass ich mich direkt ins Bett legen konnte. Bin teilweise auch einfach im Schreibtischstuhl eingeschlafen.
Der Retard Teil setzt entweder nicht ein oder ich bin durch den Rebound schon so raus, dass es nicht funktionieren kann.
Zweite Dosis einnehmen war auch schwierig. Das hab ich mit verschiedenen Zeitpunkten versucht. Entweder hat es nichts bewirkt oder ich war einfach noch schlimmer drüber als nach der ersten Einnahme. Das habe ich dann auch noch am nächsten Tag gemerkt. Komplett im Eimer obwohl ich eigentlich genug geschlafen hatte. 20 mg als Einzelkapsel waren sogar noch schlimmer als 2x10 mg Kapseln… Versteh wer will.
Also ja unzufriedenstellende Wirkung und Nebenwirkungen die ich erst gar nicht als solche erkannt habe.
Bei unret. bin ich jetzt mit 10-15 mg (kommt drauf an was ich mache und die Tagesform an) zufrieden. Wobei teilweise sogar 10 mg zu viel sind. Wirkt 2h+ und dann nehme ich nach oder lass es. Manchmal bin ich dann so im Lernflow, dass ich es schlicht vergesse. Da habe ich abgesehen von einem trockenen Mund und nach Wirkende leichte Kopfschmerzen bisher keine merklichen Nebenwirkungen identifizieren können. Eigentlich anhand der Umrechnungstabelle irgendwie unlogisch.
Deshalb bin ich aber auch davon überzeugt, dass es durchaus lohnenswert sein könnte auch mal Ritalin statt Medikinet zu versuchen. Am besten auch direkt un-retardiert damit Du schneller einen Effekt hast. Du verlierst ja dadurch nichts. ![]()
Kannst Du da nicht telefonisch irgendwie früher darum bitten? Dein Arzt müsste doch auch sehen, dass Du Dich damit seit Monaten rum quälst während andere Patienten nach der ersten Einnahme direkt den Eindruck haben sie hätten ihr bisheriges Leben auf dem Mars gelebt und sind endlich auf der Erde angekommen. Ich kann Dir da den YT-Kanal „Battlefield ADHS“ ans Herz legen. Der hatte auch große Probleme mit Ritalin und Elvanse.
Das mit dem Privatrezept sollte ja nicht so das Problem sein. Ich habe mir ja auch Ritalin unret. verschreiben lassen, weil ich dachte ich sein ein non-responder bzw, um das ausschließen zu können. Hat wohl funktioniert. Das ist auch nicht so teuer, wenn man es auf Privatrezept kauft. 60 Stk. 10 mg kosten so 28 € rum.
Ich kann natürlich nicht sagen wie die Wirkung von Medikinet bei mir gewesen wäre. Ritalin ist aber allein schon, weil man davor nichts essen muss für Dich vielleicht die bessere Option.
Sehr gern
Ich verstehe Deine Situation voll und ganz. Für Dich findet sich auch eine Lösung! Ich glaube fest daran, dass Du nicht zu diesen 6 % gehörst und einfach Startschwierigkeiten hast.
Dafür bist Du hier und dafür sind wie alle hier. Gegenseitig helfen
Wir sitzen alle im selben Boot und sind füreinander da.
Ich halte es auch gern in Anlehnung an Star Trek: Wir sind die Brains. Wir werden ihre biologischen und technologischen Charakteristika den unseren hinzufügen. Widerstand ist zwecklos! Allein sind wir vielleicht „schwach“ aber gemeinsam unaufhaltsam.
Nachdem ich die erste Dosis nehme, stelle ich mir ein Timer für 5h. Sorry, dass ich es mit der Schreibweise offensichtlich falsch gemacht habe. Kannst du mir vllh kurz erklären, man jetzt die x-x-x-x vs. x-x-x vs x-x Notation verwendet? Ich dachte x-x-x-x sind so etwa immer 3h voneinander entfernt und habe das einfach beibehalten.
Da hätte ich grundsätzlich auch gar nichts dagegen, hab es sogar beim ersten Termin gefragt ob es ok wäre wenn man es eben auslässt, wenn man es nicht braucht wie eben am WE oder im Urlaub. Und außerdem mag ich auch mein ADHS-brain - es passiert nicht selten, dass während meine Kolleg:innen im normalen Try&Error an irgendwas arbeiten, ich währenddessen einfach die Wand anstarre, etliche Möglichkeiten durchdenke und am Ende meistens schneller und eine bessere Lösung anbiete als eben meine Kolleg:innen. Was ich nicht mag ist, dass mein ADHS den ganzen Raum in meinem Gehirn einnimmt, sobald ich eben nicht diese spannenden und herausfordernden Aufgaben haben, dann mache ich viele Fehler, verchecke Deadlines… Ich weiß nicht, ob du den Witz mit PC-Arbeitsspeicher und Chome kennst, aber das beschreibt mein ADHS am besten. (Und ehrlich gesagt rede ich mir, trotz der Diagnose, immer noch ein, dass ich vielleicht einfach nur faul, dumm und dämlich bin und sollte aufhören Ausreden für mein Versagen zu suchen.)
Okay, das war jetzt sehr ausschweifend
Worauf ich hinaus wollte ist, dass es mMn. aber sehr kontraproduktiv ist in der Eindosierung WE auszulassen. Wie soll man auch eine Wirkung an einem Werktag mit der Nicht-Wirkung an einem Wochenende vergleichen? Da sind ja völlig verschiedene Herausforderungen…
Haha du bist wie ich! Wie sehr nervt es die Menschen um dich herum, dass du es machst?
Ich musste es echt lernen, dass die Menschen, wenn sie sich bei mir über irgendwas beschweren, einfach mal ne Runde jammern wollen und gar keine 30 Lösungsvorschläge und erst recht nicht, wenn diese auch nur implizieren, dass sie selber etwas anders machen könnten. Klingt auch schon mega arschig, alleine wenn ich das lese, aber in dem Moment fühlt sich das „hilfreich“ an
Mittlerweile frage ich direkt, ob man sich eben nur kurz über irgendwas aufregen möchte, oder wirklich an Ideen interessiert ist. (Darüber können wir gerne per PN weiter reden, aber das ist der perfekte Übergang zum nächsten Punkt:)
Jetzt kickt mein lösungsorientiertes Gehirn ein. So wie ich es verstanden habe, wirken alle Ritalin Generika auch anders wegen den leicht anderen Zusatzstoffen bzw. deren Konzentration/Zusammensetzung. (Was ich btw. wahnsinnig spannend finde, denn da sind teilweise so marginale Veränderungen, finde es absolut irre wie viel sie ausmachen. Vor allem, weil es bei Generika anderer Medikamente fast? völlig egal ist.)
Da du jetzt weiß, dass bei dir der Wirkstoff grundsätzlich funktioniert, hast du es überlegt dich mal durch die Generika zu probieren? Aber wenn du dir das mit dem Privatrezept leisten kannst und im Alltag schaffst alle 3h die Pillen zu nehmen, „never change a running system“ ![]()
Und wie kommt es eigentlich, dass deine zweite Dosis höher als die erste ist? Kenne es eigentlich hier ausm Forum u.ä. andersrum, meine Ärztin meinte auch, dass man die zweite Dosis iwie stärker merken würde und man deswegen eine Dosis runter geht.
Ehrlich gesagt, traue ich mich nicht
Ich hasse Anrufen im Allgemeinen, und habe mehrmals angerufen, als ich Elvanse genommen habe, teilweise den Kommentar bekommen „Sie sind ja ungeduldig“ (no shit, ich habe ADHS) und habe irgendwie Angst ihr da auf den Sack zu gehen wenn ich da mit einem konkreten Plan komme, was ich als Nächstes probieren möchte. Macht das Sinn?
Dem möchte ich mich auch anschließen. Es gibt deutlich schlechtere Ärzte da draußen und man darf nicht vergessen, dass die Ärzte X Patient:innen täglich haben und über XXX Krankheiten Ahnung haben. Währenddessen sitzen wir hier und hyperfokusen auf das adxs Wiki und Forum
Das macht uns zwar längst nicht zu Ärzt:innen, aber manche von uns haben sicherlich mehr zu ADHS gelesen, als ihre Ärzte. (Und ich mein gar nicht mich, auch wenn ich es immer noch nicht versehe, welchen Sinn es haben sollte mich 8 Wochen auf 30mg sitzen zu lassen xD) Ich habe auch immer Angst dann im Termin überheblich zu wirken oder die Ärztin zu „underminen“ wenn ich dann mit irgendwas ankomme, was ich in irgendeinem Internet-Forum gelesen habe. Wir wissen alle wie es klingt xD Aber ohne wüsste ich nicht mal, dass es unretardierte Medikamente gibt…
klickt auf das Ritalin Video
„Nach 10 bis 15 Minuten gibts schon richtig los“
geht heulen
Nein, ich sehe, dass er es wohl auch abgesetzt hat, schau mir nachher an. Danke für die Empfehlung!
Mit nur 2% höre ich hier mal schnell auf zu tippen. Danke wir auf jeden Fall für so viel Erfahrung! Finde ich wirklich sehr hilfreich!
Genau so geht es mir auch
Ich bekomme da teilweise eine auf den Deckel, weil ich schon mit Lösungen um die Ecke komme nach denen keiner Gefragt hat geschweige denn wusste, dass da ein Problem war. (hach die unfassbare Einschränkung an Eigenverantwortlichkeit bei einem Nebenjob im Studium
)
Die Metapher mit dem Arbeitsspeicher kenne ich sehr gut. So geht es mir auch.
Das ist völlig normal. Das wird nochmal schlimmer, wenn die Medikation wirkt. Dann fühlt man sich (ich) erstmal wirklich so als käme man vom Mars und zweifelt daran, ob man nicht vielleicht doch unlautere Mittel verwendet, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Schwer zu akzeptieren, dass man eigentlich mit Medikamenten so ist wie man laut Betriebsanleitung sein sollte. Ich habe in den letzten drei Wochen mehr für die Uni Geschafft als in den drei Monaten davor.
Fand ich auch etwas komisch aber das hat mir mein Arzt auch gesagt. Ein Vergleich wäre da vermutlich wirklich nicht so schlecht. Vielleicht kannst Du es ja einfach mal probieren. Muss ja keiner wissen ![]()
Oh ja
Das war so ziemlich das Hauptstreitthema zwischen mir und meiner Freundin vor der Diagnose… Sie will mir nur ihr Herz ausschütten und Pragmato-Man hört nicht richtig zu aber kommt dafür mit 30 verschiedenen Lösungen die keiner haben wollte. ![]()
Sehr gern. Ich schreibe Dir dann einfach freundliches Hallo ![]()
Eigentlich nicht. Ich finde die Einnahme von unret. eigentlich ganz angenehm. Ich muss auf nichts achten außer vielleicht wann ich jeweils einnehme. Es ist viel modularer und passt besser zu meinem Alltag. Wenn ich erst um 10 Uhr aufstehe (was so gut wie nie vorkommt, eher früher) dann kann ich trotzdem einfach einnehmen wie es mir passt. Bei Retard wirds dann mit der zweiten Dosis schon wieder schwieriger. Ich bestimme wann es anfängt und auch wann es aufhört. Ich mag die Kontrolle irgendwie.
Ah mea culpa. Der Strich soll ein „bis“ sein. Also ich nehme je nach Tagesform 10 bis 15 mg als erste Dosis.
Naja es ist ihr Job, dass Du ihr mit Deinen Problemen auf den Sack gehen kannst. Zumindest sekundär. Wie schätzt Du sie denn ein? Ist sie für so etwas offen? Ich wüsste nicht was sie dagegen haben sollte. Aber den Punkt mit dem Anrufen verstehe ich ![]()
Ja da ist Diplomatie immer wichtig. Nicht fordern, sondern sie auf die Spur bringen. Einfach mal fragen was da eigentlich der Unterschied ist. Einfach unverfänglich. Letztlich dann vorsichtig erwähnen, dass man das gern mal probieren möchte. Privatrezept ist kein Problem. Man bezahlt es ja gern. etc.
Das ist aber kein Maßstab. Bei mir dauert es bei Ritalin Adult 1 h+ bist es wirkt und bei Ritalin unret. so zwischen 30 und 45 min.
Lass Dich davon nicht entmutigen. ![]()
Das ist einfach nur typisch Mann!!
Vielleicht auch das
aber so schlimm kann ich ja nicht sein.
Du magst dich irren… meiner tuts ständig und ich bin hinterher nur noch genervt, weil ich eigentlich nur mein Herz ausschütten will und einfach nur ne Schulter zum anlehnen haben möchte, statt 30 Vorschläge.
Das fühlt sich dann an, als ob meine Gefühle nicht gesehen werden, bzw. die nicht so wichtig sind.
Manchmal will Frau keine Lösung, manchmal will Frau einfach Nähe, gefühlsbetonte Zärtlichkeiten und ein offenes Ohr für ihre Gefühle haben.
Mehr nicht.
Also einfach die Frau umarmen, sie reden lassen dabei keine Lösungsvorschläge machen und ihr das Gefühl geben, dass ihre Gefühle wahrgenommen werden.
Nicht mehr, nicht weniger. ![]()
Das ist auch möglich. Ich meinte auch eher, dass ich insgesamt so schlimm sein kann.
Der allgemeine Hintergedanke von uns Männern ist dabei (zumindest aus meiner Sicht), dass ein Problem dann besser wird, wenn es gelöst wird. Es ist einfach nur eine herzensgut gemeinte Hilfe die aber nach hinten los geht… Da werden keine Gefühle ignoriert (zumindest nicht absichtlich), sondern mal will einfach, dass es dem geliebten Gegenüber schnell besser geht.
Ich arbeite daran. Jeden Tag einen Schritt weiter. Das gehört auch dazu. Und natürlich spielen auch die individuellen Umstände eine Rolle.
Sie weiss zum Beispiel, dass sie mir das Herz nicht direkt dann ausschütten kann, wenn ich aus der Uni komme oder vom Schreibtisch. Das ist auch meinem Studium geschuldet. Ich löse den ganzen Tag Probleme oder analysiere sie. Da brauche ich einfach eine gewisse Zeit, um wieder auf „Mensch“ umzuschalten und von dieser emotionslosen und problemorientierten Objektivität weg zu kommen.
Vielen Dank für die „Kritik“ und die Hinweise
Hat „Deiner“ auch ADHS?
Ne kein ADHS, nur nen Autisten Brain, welches zu jedem Problem gleich ne Lösung hat.
Ich habe durchaus schon verstanden, was dahinter steckt. Man mag es ja nicht glauben, aber meistens wissen wir diese Lösungen schon. ![]()
Wir wollen einfach nur zeigen, was uns gerade akut belastet und zeigen es oft in Form von Gefühlen.
Mehr ist gar nicht dahinter. ![]()
Jetzt frage ich mal ganz frech: Wie funktioniert das? Kollidieren da nicht recht häufig die Symptome?
Das verstehe ich schon. Das Problem ist, dass ich zum Beispiel überhaupt nicht damit umgehen kann, wenn jemand weint. Ich verfalle da direkt in eine Art emotionale Überforderung die ich dann mit Blödeleien und blindem, lösungsorientiertem Aktionismus zu kompensieren versuche. Ob das jetzt durch das ADHS bedingt ist, zu viel Empathie oder einfach eine typische, männliche Fehlleistung ist kann ich nicht sagen.
Damit muss man eben umgehen lernen. Und da gebe ich mir Mühe.
Er will alles in Reih und Ordnung haben, alles muss einer gewissen Routine entlang laufen.
Montags besorge ich 3 Flaschen Malzbier, er hat 4 Packungen Joghurt mit der Ecke, nur 2 Sorten, über die Woche. Die Schlüssel am Schlüsselkasten müssen alle ihre Reihenfolge haben, wie er sie etabliert hat. Sein Portemonnaie liegt immer auf dem Schreibtisch, wird panisch, wenn es nicht dort ist.
Seine Schuhe haben im Schuhschrank ihren Platz. Er zieht nur diese an über das gesamte Jahr.
Frische Früchte mag er nie pur. Maximal im Smothie, fein gesiebt.
Gibst du ihm keine klare Antwort/Aussage, schaut er dich an wie ein Auto. Da hilft ihm sein IQ von über 150 auch nicht weiter. Durch die Blume geht also gar nicht.
Er weiß oft nicht, was er jetzt wie verstehen soll, wenn jemand in der Familie einen Scherz macht, oder ihn ein bisschen necken mag. Er nimmt es häufig komplett falsch auf und denkt, man wolle ihn angreifen, weil er die drunterliegende Intention nicht sieht und versteht.
Er sieht ein Problem. Sein Hirn schaltet auf Turbo und er hat alle möglichen Ideen parat für Lösungen, die oft keiner wollte.
Er kann fast alles an Problemen, mit denen er konfrontiert wird, in Sekundenbruchteilen analysieren und dir die korrekte Lösung geben und hat damit recht.
(Die Lehrer haben sich die Haare gerauft. Er saß mit 8 in der VHS im fortgeschritten Kurs für Englisch. Hat Harry Potter mit 6 auf Englisch angefangen zu lesen.)
Sozial ist er, wie er oft sagt „ne Kartoffel“, aber sein Intellekt und Verstand sind Messerscharf. Trotz seiner Depression.
Und dann bin ich da, die alles verlegt, keinen Platz für Dinge hat, die wichtig sind, alles aufschiebt, am liebsten jeden Tag was komplett neues erleben mag. Oft zu vorschnell irgendwas macht. Irgendwo zwischengrätscht. Dinge übersieht, vergisst und keine Entscheidungen wirklich treffen kann. (Ist aber alles merklich besser geworden!)
Oft genug wegen völlig banalen Dingen laut wird, oder die Krise kriegt und darauf mit emotionalen Ausbrüchen reagiert.
Ja, das gibt oft genug Potenzial für Konflikte und Langweilig ist das sicherlich nicht. Aber auch sehr anstrengend.
Das hält uns aber nicht davon ab, uns zu lieben. ![]()
@anon45431701
Das ist für mich so ziemlich das schönste Beispiel für „Gegensätze ziehen sich an“ das ich bisher gelesen habe ![]()
Ich möchte mal auch hier reingrätschen.
Man soll ja Medikinet nach dem Essen zu sich nehmen, dabei soll man drauf achten das man gut isst. Ich frage mich wieviel sollte Man essen?
Morgens um 6 Uhr trinke ich ein Shake und auf der Arbeit esse ich zusätzlich ein Butterbrot und dann nehme ich gegen 10 Uhr Medikinet. Reicht sowas? Nach dem Mittagessen bekomme ich komischerweise ein Rebound, Zeit zwischen Einnahme und Mittagessen meist nur 3 Stunden.
Wenn du um 10 Uhr isst solltest du um 10 das medikinet nehmen. Also immer zum Essen.
Wie viel genau reicht weiß niemand so genau.
Hier noch ein Link dazu:
Die meisten nehmen es nach dem aufstehen! Also vorher kurz etwas essen. Die nächste Kapsel dann ca 5 Stunden später zum Mittagessen.
Da es bei mir mit dem Essen nicht passt nehme ich Ritalin und concerta. Medikinet ist das einzige Medikament welches man mit dem Essen nehmen muss.
Hello Friends!
Bei mir gibt’s ein Update.
Seit dem letzten Mal hab ich 40-40mg Medikinet bekommen. Bis heute probiert, also knapp 4 Wochen lang. Und so ein richtigen Unterschied merke ich immer noch nicht.
Mir wurde jetzt elvanse verschrieben, werde ich direkt morgen ausprobieren.
Jetzt bin ich allerdings leicht verwirrt. Ich dachte immer Elvanse wäre ein Spiegelmedikament, dass ich längere Zeit nehmen soll, bis ich was merke. Daher solle man bis zur Wirkung weiter Medikinet nehmen.
Jetzt wurde mir heute gesagt dass es nicht so wäre und das man bereits 30 min nach Einnahme die Wirkung spürt.
Was nun?
Elvanse ist kein Spiegelmedikament sondern ein Stimulanz genau wie medikinet.
Wenn du mit Elvanse beginnst darfst du kein Medikinet nehmen und auch möglichst kein Koffein.
Atomoxetin wäre ein Spiegelmedikament.
Die Wirkung von Elvanse setzt in der Regel 45 Minuten nach Einnahme ein.
Elvanse ist ein Prodrug und kein Retardpräparat.
Moin Moin,
Uff… gut, dass ich auf diesen Beitrag gestoßen bin (habe mich extra deswegen angemeldet).Er hat mich jetzt schon sehr beruhigt. Bevor ich hier gleich meine doch recht ähnliche Problematik schildere, würde es mich sehr interessieren, was bei @MS46 rausgekommen ist bzw. ob Elvanse nun doch das Richtige ist.
Ab hier kann gerne erstmal überlesen werden:
Ich versuche mich kurzzuhalten. Obwohl ich in meiner Kindheit schon recht starke Auffälligkeiten von unaufmerksamen AD(H)S aufwies und auch fast mit 10 Jahren Diagnostiziert wurde (ist im Endeffekt daran gescheitert, dass ich zu dem Diagnosetermin nicht erschienen bin. Verdachtsdiagnose war schon gestellt), wurde die Thematik aber erst vor Kurzem, ca 10 Jahre später, gestellt. Nach meiner Realschulzeit, die ich trotz sich weiterführender Symptome recht gut durchlaufen hatte, fiel es mir aber immer schwerer, fehlendes Organisationsvermögen und kurze Aufmerksamkeitsspannen zu kompensieren:
Abitur angefangen → kurz vor Beendigung abgebrochen-> Ausbildung angefangen → nach einem Jahr abgebrochen → jetzt Traumstudium angefangen → depressive Phase → in psychiatrische Behandlung gekommen → Studierunfähig geschrieben → AD(H)S Diagnostik).
ab hier wirds wieder Beitragsrelevant:
Jetzt wurde meine Diagnose vor kurzem gestellt und habe ähnlich wie @MS46 meine medikamentöse Behandlung mit 5mg Medikinet retardiert adult angefangen, jedoch als Einzeldosis pro Tag (5-0-0). Jetzt ca 2 Monate später bin ich bei 20mg pro Tag und spüre gar nichts. Am Anfang jeder Dosiserhöhung habe ich ein Tag Kopfschmerzen und mit der Erhöhung von 15mg auf 20mg (20-0-0) kam auch noch Aggresivität, ein Rebound und Mundtrockenheit dazu. Aber auch diese Symptome sind mittlerweile wieder abgeklungen. Im Bezug auf meine Aufmerksamkeit/ Ablenkbarkeit und mein sehr stark ausgeprägtes Grübelverhalten hat sich leider gar nichts verändert. Gerade mein schlechtes Arbeitsgedächtnis macht mir sehr zu schaffen. Egal ob ich über einem Fachbuch hänge oder einen interessanten Roman lese und egal wie gut ich das darin Geschriebene verstehe. Wenn ich mich nachher selber Frage, was ich da gerade gelesen oder verstanden habe, kann ich es nichtmehr einordnen. Sehr frustrierend ![]()
Da ich nun wirklich gar keine positive Wirkung verspühre und ich sowohl zum unaufmerksamen AD(H)S Subtyp gehöre als auch, meiner Meinung nach, Züge von SCT/CDS aufweise und laut dem Wiki dieser Seite Anzeichen/Studien dafür bestehen, dass es unter beiden Gruppen eine erhöhte Anzahl MPH nonrespondern gibt, tendiere ich dazu das Medikament zu wechseln.
Ich habe auch schon meinen Psychiater darauf angesprochen. Der meinte aber, dass, solange keine Nebenwirkungen auftreten, wir bei dem Medikament bleiben, unter anderem deswegen weil z.b Elvanse schlechter dosierbar sei. (Er meinte, dass wir mit MPH bis 80mg hochgehen können. Die maximale empfohlene Tagesdosis als Einzeldosis finde ich aber schon ganz schön extrem.)
Das neue Semester rückt immer näher und ich wäre gern zu Beginn des neuen Semesters soweit eingestellt, dass ich den Studienalltag bewältigen kann. Mein Psychiater ist jetzt erstmal im Urlaub, was mir angesichts der Tatsache, dass 20mg mal so goar nix bringen auch nicht sehr zu Gute kommt. ![]()
Jetzt endlich nach sehr vielen Satzirrungen und Wirrungen meine Fragen.
Bin ich etwas zu ungeduldig?
Bei welcher Dosis würdet ihr die Grenze ziehen und über einen Medikamentwechsel nachdenken?
Ich hoffe das passt hier zum Beitrag ![]()