Du hast recht. Ich hatte 3 Tage im Kopf.
Zunächst einmal ist das individuell. Man sollte erstmal den Stead State abwarten (jetzt weiß ich auch, dass das nach 5 Tagen der Fall ist, Entschuldige die Falschaussage weiter oben) und dann sprechen viele Patienten von einer Dauer von einigen Tagen bis 2 Wochen. Meine Tochter ist typischerweise nach Ende der Wirkdauer recht müde. Das liegt aber auch daran, dass sie während der Wirkdauer aufmerksamer ist und mehr schafft und dann einfach eine normale Erschöpfung spürt. Ohne Medi ist sie einfach nur dauerhaft müde/überreizt/überfodert. So tritt das halt einfach nach Wirkende auf, sie verfällt also wieder in den “Normalzustand”.
Mir geht das mit Medikinet ähnlich, auch wenn das jetzt etwas paradox klingt. Ich verbrauche während der Wirkdauer weniger Energie, weil ich nicht so viele Reize ausblenden muss und weniger Sprunghaft im Denken bin. Ich habe einen guten Antrieb und schaffe das, wozu ich die Kapazität habe. Bei Wirkende fühle ich mich dann müde und erschöpft. Ich weiß aber, dass ich eigentlich noch Kapazität hätte. Die Müdigkeit ist eher der nun wieder fehlende Antrieb. Das Schwungrad gerät ins Stocken und kommt nicht mehr in Gang. Nehme ich dann nochmal eine Dosis Medikinet, kann ich auch wieder was tun. Bin ich wirklich müde im Sinne von Akku leer, merke ich das und dann kann ich trotz Medikinet nichts machen und brauche einen Powernap. Mehr Medi hilft da auch nicht und echte Müdigkeit geht damit auch nicht weg. Ich muss also unterscheiden in normale Erschöpfung nach einem produktiven Tag, wieder spürbare Antriebsstörung nach Wirkende und tatsächlich Müdigkeit. Ich hoffe, dass das irgendwie verständlich ausgedrückt war.
Das Blöde ist, dass wir als ADHSler generell ungeduldig sind und die Dosisfindung bei den Medikamenten etwas länger dauert. Es lohnt sich aber nach hinten raus. Lieber jetzt ein paar Wochen langsam an die ideale Dosis rangetastet als ständig hin und her zu pendeln und nicht zu wissen, was denn nun passt.
Was die Müdigkeit betrifft, so meine ich, dass es sich so verhält: tritt sie direkt nach der Einnahme auf, spricht das für eine Unterdosierung. Tritt sie nach Ende der Wirkung auf, ist das ein ganz normales Phänomen. Bleibt sie dauerhaft bestehen, passt die Dosis oder Einnahmezeit nicht so richtig.
Was Kathy zur “berauschenden Wirkung” gesagt hat ist auch gar nicht so falsch. Wenn man zum ersten Mal Stimulanzien nimmt, kann sich das echt seltsam anfühlen. Ich hatte in meiner Honeymoon-Phase auch das Gefühl, wahnsinnig viel zu schaffen. Allerdings hatte ich bei einer zu hohen Dosis auch das Gefühl, dass mir alles zu schnell geht. Ich musste mich in meinen Handlungen extrem bremsen, weil mein Denken nicht hinterher kam. Ich nehme aber Medikinet, was ein anderer Wirkstoff ist. Meine Kernsymptom können auch ganz andere sein als deine und die Wirkung daher unterschiedlich sein.
Ach so, bei Medikinet ist die übliche Einstiegsdosis höher als das, was ich nehme. Meine Tagesdosis ist so hoch wie für mache die Einzeldosis. Das kann man also nicht pauschalisieren. Vielleicht ist deine ideale Dosis 15 mg, so wie hypo vermutet. Kann sein. Das findest du aber auch raus, wenn du jetzt langsam steigerst. Allerdings mit dem positiven Effekt, dass du jede Dosis in ihrer Wirkung kennst und hinterher keine Fragen offen bleiben.