Mutter vom 19-jährigen Sohn total verzweifelt

Eventuell könnte ihm eine rechtliche Betreuerin helfen, Bürgergeld zu beantragen und eventuell auch zu gucken, dass das Geld über den Monat reicht und keine neuen Schulden beim Energieversorger usw. entstehen.

Eine familienfremde Person wäre dafür auch deswegen besser geeignet, um euer Verhältnis zueinander zu entlasten.

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Ich habe mir diese Fragen auch schon häufiger gestellt.

Was wäre, wenn meine Eltern konsequenter und strenger gewesen wären.

Zeitweise waren sie das. Vor allem in meiner Kindheit.

Aber ich glaube, ich wäre ohne ihre Hilfe und Unterstützung vermutlich erst Recht abgestürzt. So hab ich wenigstens einen sehr guten Job, Ausbildung, Abi und eine Frau.

Manchmal mögen Druck und Konsequenzen durchaus helfen, aber in meinem Falle hab ich den Eindruck, das hilft höchstens ganz kurzzeitig und nie langfristig.

Zum Beispiel kann ein Abgabetermin bei einer schulischen Arbeit dazu führen, dass ich diese geregelt bekomme. Allerdings mit unendlichem Stress, Panik, Selbstzerstörung und vollkommenem Fix und Alle sein.

Langfristig zu mehr Organisation führt das nicht, auch wenn ich nix lieber hätte, als beim nächsten Mal diese schlimme Erfahrung zu vermeiden, aber es funktioniert nicht. Bei der nächsten Situation läuft wieder alles genauso ab und ich mache die Dinge auf den letzten Drücker.

Ich versuche zwar tausendmal, früher anzufangen, komme aber trotzdem null voran, bis Druck und Stress groß genug sind und das ist erst kurz vor Abgabetermin der Fall

Die Einsicht kann noch so riesig sein, man kann noch so viele gesundheitliche Beschwerden und Wehwehchen haben, es gelingt nicht, sich dauerhaft und langfristig zu ändern.

Klar, man schafft mal 6 Monate Fitnessstudio mit völligem Übertreiben und kaum noch Zeit für was Anderes, aber das ist alles kein Konzept und nicht nachhaltig.

Keine Ahnung, betreutes Wohnen klingt da schon sinnvoll. Ohne meine Frau und Eltern wäre ich da wohl auch längst.

Es ist so traurig, dass der noch so gute Verstand absolut nix bewirken kann.

Meine Eltern haben auch tausend Dinge probiert, aber am Ende brachte alles nicht wahnsinnig viel.

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Es hilft mir schon so soviel eure Antworten und Meinungen zulesen und mich bei Gleichgesinnten auszusprechen…

Ja gesetzlicher Betreuer hab ich ihm auch schon vorgeschlagen und ich hoffe das nimmt er in Anspruch…

Jetzt sitzt er auch in seinem Zimmer zockt und quatscht mit irgendwelchen Leuten die mit zocken … es tut so weh ihn so zusehen ihn den ganzen Tag zusehen zu müssen das er von seiner Sucht nicht loskommt trotz Therapie …

Das betreute wohnen dauert bestimmt noch 3-4 Monate soll ich bis dahin einfach nur zusehen und ihn machen lassen ?

Ich hab heute schon mehrfach gesagt er möge sich bitte duschen gehen und er antwortet immer nur mach ich heute noch

Ich will ihm helfen aber weiß nicht wie und kann ich ihn überhaupt helfen ..

ich wünschte auch er würde eine freundin finden die mich versteht ,ihn versteht und er irgendwie seinen Weg findet …

So meinte ich das ja auch mit dem kompletten Absturz … er muss ja auch zusehen dann sich selbst zupflegen,Haushalten ,Termine einhalten etc. und das schafft er meiner Meinung alleine nicht ..

Sein Satz ist ja immer wenn ich alleine wohne helfen mir andere ,die bringen es mir bei und alles wird besser

Zum Thema kann ich jetzt nicht wirklich viel beitragen, frage aber der Interessehalber was genau Arbeitet er denn?

Er arbeitet Teilzeit als auslieferungsfahrer und bucht sich seine Schichten selber in einer App ..,

morgens schafft er es nicht aus dem Bett zukommen..kein Wunder wenn er so spät schlafen geht

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Stimulanzien hatte er auch schon Mediknet und Ritalin aber sobald die Wirkung nachließ war es noch schlimmer als vorher und selbst da war er nie richtig eingestellt …selbst da nahm er sie unregelmäßig und der Appetit blieb aus ..

Er ist schon so dünn

Am Mittwoch hat er eine ambulante Gesprächstherapie in der Pia… die hat er einmal im Monat.. Mittwoch ist es soweit und er geht mit seiner 2-3 Monatige Freundin hin , um Beziehungsprobleme zu bequatschen.Sie haben sich in der Tagesklinik kennen gelernt und in der Zeit war auch schon öfters Schluss.

Obwohl es ja eigentlich was wichtigeres gibt, was man in der Therapie besprechen könnte.

Ja ich glaub ich weiß ich muss den den Druck rausnehmen, aber für mich ist es. Verdammt schwer nichts zu sagen.

Ich hab ihm auch gesagt, er soll nach seinem Bericht fragen, mehr Druck machen. Er wartet seit zwei Wochen darauf, aber er sagt, er muss warten er kann daran nichts ändern.Aber vorher passiert doch Nix beim Jugendamt

Ob dem so ist oder nicht muss er auf Dauer eh selber erfahren. Aber genauso hatte ich es bei mir selbst auch gesehen .

Wobei ihr ja dass mit dem betreuten Wohnen anstrebt und es kommt ja jetzt auch nicht auf ein paar Monate an und müsst ihn unbedingt rausschmeissen.

Bei mir war es so, dass es meine Mutter mein Vater es einfach nicht lassen konnten mich einfach meine Erfahrungen machen zu lassen. Ich wollte es selber schaffen und lernen aber wenn es einem doch immer wieder abgenommen wird hat man auch keine Chance . Selbst Beratungstelle/Psycholgen hatten dazu geraten .
Aus meiner Sicht ging es meinen Eltern da auch gar nicht um mich , sondern um sich selbst , damit die es nicht aushalten müssen und nach außen gut darstellen .
Ich fand es sehr entmündigend .

Fahrradfahren lernt man auch nur wenn die Eltern irgdwann mal das Rad loslassen und das man auf Schnauze fällt .

Und selbst wenn er sein Leben lang wegen ADHS ganz viel nicht geregelt bekommt muss er selbst dafür Verantwortung übernehmen.
Ich habe immer eine Sparsumme nur für ADHS Verpeiltheit . Für vergessene ABOs auch mal Mahngebühr, vergessene Rücksendung, vergessene Kündigungen oder Vertragsanpassungen.

Ich bekomme es zwar halbwegs hin aber es passiert immer mal wieder was . Das ist bitter wegen dem verlorenen Geld , aber wegen der Sparsumme komme ich in dem Sinne nicht in Bredouille.

Ich finde mit den 20 Stunden , die er selbst buchen kann zeigt er ja schon das er in der Lage ist sich einzuschätzen und übernimmt wenigsten etwas Verantwortung. Das ist doch schon ein erster Schritt .
Zahlt er den Kostgeld?

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Nein .. er bezahlt zur Zeit seine Schulden (1000 e) bei uns ab … Autoversicherung weil die Versicherung über uns und läuft und seine Kosten halt tanken Zigaretten irgendwelche abos von Apps etc

1000€ als Summe oder monatlich?

Ich würde trotzdem einen finanziellen Beitrag zu den Lebenskosten verlangen. Alternativ mehr Hilfe von der ihr auch was habt .

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Ja vielleicht hast du recht .., ich dachte nur er muss dich auch was von sein Geld haben wenn er schon arbeiten geht… 1000 e komplette Summe

Ja, man möchte seinen Kindern das gerne gönnen.
Aber wie soll man einen Bezug zu Geld bekommen wenn es nicht in dem Zusammenhang steht wofür man es benötigt.
Rechne mal um was er euch im Monat so kostet , das weiß er bestimmt auch nicht .

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Es geht nicht darum nach außen gut da zustehen sondern ich möchte ihm helfen sein leben eigenständig zuleben.. mit ADHS… mit Hilfsmitteln,Routinen,Strukturen ,mit unserer Hilfe oder was auch immer …

Nein natürlich muss er nicht raus hier aber wie gesagt es ist halt kein Zustand … und es tut mir als Mutter verdammt weh zuzusehen wie er Nix hinkriegt

Weder duschen,Haushalt ,Essen Termine,schlafen etc… nur zocken den ganzen Tag und ab und an mal zur seiner freundin fahren oder halt arbeiten …

Und diese Respektlosigkeit und gegenüber ist hart obwohl wir ja alles tun um ihm zu helfen .. was er aber als Hilfe nicht sieht sondern eher als Bevormundung .. oder die Ausrede ich hab halt aggressive Impulse .. ich hab adhs

Was für ein Schulabschluss hat der junge Mann denn eigentlich wenn ich fragen darf? :heart:

Finde Bewo Super, ist Hilfe zur Selbsthilfe, bei mir nur leider 20 Jahre zu spät.

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Er hat mit Mühe und Not Fachoberschulreife geschafft

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Ja keine Ahnung, ich Blubber einfach mal drauf los. Also mir hat man eigentlich Sauberkeit, Ordnung und alles Penibel bei gebracht, Hauptsächlich mein Dad. Dazu hatte ich bereits mit 16 eine 38 Stunden Woche Ausbildungsplatz + Berufsschule mit knappen 4 Std. Busfahrzeit hin und zurück, die hälfte des Ausbildungsgehalt abgegeben als Kostgeld und meine Wäsche selber gemacht, Abendessen gabs zuhause. Ist schon möglich alles, obs gut geht bei Neurodivergenten Voraussetzungen ist eine andere Frage, bei mir jeden Falls nicht, ist dann Regelmäßig zuhause eskaliert.

Ich denke aber mit weniger Druck, mehr Verständnis und vor allem Hilfen wie Medi, Therapie, Bewo usw. wärs vermutlich besser gelaufen, bin aber zur ADHS auch noch Autist.

Ich finde der junge Mann zeigt schon ein wenig Verantwortung, vielleicht tut es ihm gut wenn er sich mehr beweisen kann und das weiter Ausbauen kann, man muss ihm auch was zutrauen können, mit Auffangnetz versteht sich, falls es schief geht.

Ich finde es schön, dass du dich so viel um ihn Sorgst und Kümmerst, zu viel ist aber auch nicht immer gut. Kann ich nicht beurteilen aber auf die Fresse fliegen lassen ist richtig Beschissen. Denn ohne Auffangnetz kommt direkt das Horrorszenario Straße schnell näher. Ausgeprägte ADHS mit Depression ist nicht ohne, vor allem in so jungen Jahren und macht das Prokrastinieren Definitiv nicht einfacher.

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Das Problem ist, dass solche Dinge von außen logisch sind für einen selbst auch, aber trotzdem so schwer umsetzbar . Wenn mein Partner mir jetzt sagen würde : „Ich werde dir mit Hilfsmitteln, Routinen und Struktur helfen“ dann würde ich fliehen , weil es so einengend klingt .

Ich war auch oft undankbar zu meinen Eltern, die aus deren Sicht nur helfen wollten. Aber viele Hilfsangebote waren auch permanenter Finger mit Salz drauf mitten in die Wunde. Das doofe ist einfach wenn ADHS und eigentlich Ablöse zusammen kommen.

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Ok verstehe ich alles und ist auch alles einleuchtend aber eine große Frage schwirrt noch in meinem Kopf rum

Soll ich mich jetzt zurückziehen,ihn einfach machen lassen und wenn er Hilfe braucht und fragt da sein ?

Wäre für mich zwar schwer aber machbar und verständlich.

Aber jetztvan Mittwoch muss er um 9 Uhr Dasein in der Therapie . Er verschläft Termine gerade morgens ist schon mehrfach passiert, wenn ich ihn wecke, sagt er.,

Er steht gleich auf, oder er schreit mich an , beleidigt mich und nach gefühlte 50 mal wecken habe ich auch keine Lust mehr und er verschläft.

Er war gestern nicht duschen soll ich gar nichts mehr sagen und ihn einfach machen lassen?

Den Druck rausnehmen und abwarten, bis er ins betreute Wohnen kommt?

Was entschuldigt ADHS und was entschuldigt ADHS nicht? Was sollte ich durchgehen lassen? Und was nicht?

Das ist die größte Frage in meinem Kopf!

Kann er regeln umsetzen, die ich aufstelle oder eben nicht durch sein ADHS?

Ich hoffe ihr haltet mich nicht für doof Aber genau das ist meine Schwierigkeit glaub ich .