Noch nie eine Beziehung, macht das was mit einem?

Hi Leute,

mal was nicht ADHS-spezifisches.

Ich hatte noch nie eine Beziehung oder auch nur eine Freundin, nur ein paar unerwiderte Annäherungsversuche. Mittlerweile frage ich mich ob das was mit einem macht. Ich merke schon seit einiger Zeit dass mein Interesse an diesem Themenkomplex immer mehr schwindet. Kann das eine Folge unerwiderter Zuneigung sein oder kommt das aus einer anderen Ecke?

p.s.: Ich hab mal was in den Spendentopf geworfen.

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Also da wäre ich nicht sicher. Ich jedenfalls glaube durchaus, es hat mit meiner (damals noch nicht festgestellten) ADHS zu tun, dass ich vor meiner Frau keine Freundin hatte.

Nachträglich bin ich übrigens sehr zufrieden damit. Ich habe nichts verpasst, und ich musste noch nie eine Trennung erleben. :adxs_jaaay:

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@Herausforderer, habe meinen Text etwas abgeändert, denn die Frage nach dem Alter ist eigentlich unrelevant zu Deiner Frage, kann deshalb also weg, Entschuldigung dafür.
Aus meiner persönlichen Sicht, leben wir heute in Zeiten, in denen die Jugend einer Hypersexualität ausgesetzt ist, wie voraus gehenden Generationen dies niemals in solchem Ausmass, wie es heutzutage üblich ist, erlebt haben.
Nicht mal die Hipies der 68’er Generation haben in Punkto sexueller Freiheiten so viele Tabus gebrochen, wie das heutzutage anscheinend problemlos möglich ist.
Junge Menschen kommen heute über die sozialen Medien ect. derart leicht mit Pornographie in Kontakt, dass man es schon als Kinderleicht bezeichnen kann, was ich nicht für gut halte.
Natürlich bewirkt das etwas bei jungen Menschen, nämlich falsche Vorstellungen und Erwartungen gegenüber potenziellen Partnern gegenüber.
Nur schon die Tatsache, dass man sich heute per App zu einem Sex Date verabreden kann, sei es mit oder ohne Bezahlung für Sex, sowas wäre in meiner Jugend noch unvorstellbar gewesen.
Ich glaube schon das die anscheinend leichte Verfügbarkeit von Sex als Konsumgut Auswirkungen auf Menschen hat, auf das gesamte Zusammenleben, auf die Werte, auf Einstellungen und Erwartungen die sich in den Köpfen manifestieren, auf die eigenen Erfahrungen, oder auf die Fähigkeit sich auf andere Menschen, auf einen Partner ein zu lassen.

Aber eben, was macht das mit den Menschen?.
Nur ein paar Stichpunkte die mir einfallen.
Einerseits die Freiheit Sachen auszuprobieren, die man sich sonst nie trauen würde, weil Sex leicht konsumierbar geworden ist, leicht verfügbar?.
Andererseits extrem grosser Druck wie ein Pornostar zu „performen“, auch wenn einen das vielleicht garnicht wirklich anmacht, nur Show und „getue“ ist, und man sich stattdessen vielleicht in Wahrheit nach echter Zärtlichkeit und Liebe sehnt, aber denkt man müsse einem gewissen Bild entsprechen?.
Das man von einem Abenteuer zum nächsten taumelt ohne jemals echte Liebe erfahren zu haben, respektive selbst Liebe geben zu können?.

Das Spektrum ist gross, aber wahrscheinlich fallen da anderen auch noch ein paar Interessante Punkte dazu ein.

Ich sehe es auch schon als ADHS-spezifisch an, gerade bei sozial-Ängstlichen oder Unbeholfenen…
Ich denke nicht, dass das ursächlich zu gemindertem Interesse führt. Wenn dann indirekt, über eine Depression oder Resignation, praktisch als Symptom. Oder auch über einen normalen Rückgang der Libido. Wenn das bei Dir der Fall ist, dann ist das ja auch ein Vorteil, da kannst Du mit dem anderen Geschlecht entspannter und absichtsloser umgehen.
Sagt die Sozialphobikerin, Fachgruppe „Angst vor dem anderen Geschlecht“, Mit 22 noch ungeküsst, seit 33 Jahren monogam verpartnert (ogottogott 😵‍💫🤣)…

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Also
Ich hatte diese Diskussion heute mit meinem Freund als wir Bauer sucht Frau gesehen haben.
Ich finde es nicht schlimm, in einem gewissen Alter noch keine Beziehung oder Sex gehabt zu haben.
Das muss nix aussagen, wie beziehungsfähig oder sexuell „gut“ jemand ist.
Es gibt so viel Leute die schon viele oder lange Beziehungen hatten und in der Hinsicht überhaupt nix drauf haben.

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Ich selbst, habe meine erste sexuelle Erfahrung viel zu früh gemacht, ich war damals noch Minderjährig.
Ich war lange Zeit, aus verschiedenen Gründen Beziehungsunfähig, auch aus einigen schlechten Erfahrungen die ich erlebt hatte, aber ich bin deshalb trotzdem gewiss nicht verklemmt, unerfahren, voreingenommen, oder sonst irgendwas.
Aber, ich wünsche mir oft, im Nachhinein, in Anbetracht meines heutigen Alters, dass ich froh wäre, wenn das damals alles nicht so schnell gegangen wäre, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte um meine eigene Sexualität zu entdecken, stattdessen war es irgendwie nichts „besonderes“, nicht wirklich schön, nichts an was ich in liebevoller Erinnerung daran zurück denke wenn ich mich zurück erinnere.
Meine persönliche Erfahrung ist die, dass diese verfrühten sexuellen Erfahrungen, bei mir, eben auch sehr viel zerstört haben, nämlich die Fähigkeit, „echte Liebe“ zu empfinden, was ich persönlich dann erst viel später, und nur langsam in meinem Leben gelernt habe, da Liebe etwas mit Vertrauen zu tun hat.

Ich habe mit meinen Anfang 30 noch keinerlei Erfahrung in Bereichen wie Lieben, Sex, Beziehung. Ich bin Zeit meines Lebens eher ein Außenseiter gewesen.

Hinzu kommt noch, dass ich zwar durch aus emotionale und körperliche Nähe möchte mich aber in der Praxis sehr schwer damit tue dass zuzulassen einfach weil ich mich dadurch auch wieder verletzlich mache, wenn ich sowas zulasse. Ich tue mich schwer einer potentiellen Partnerin soweit zu vertrauen dass ich sie nahe an mich heranlassen kann. Meistens steckt dahinter die Angst dass sie mich schon wegen einer kleinen Unzulänglichkeit wieder verlässt.

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Hast du eine medikamentöse Behandlung?

Ich habe ohne Medikamente Schwierigkeiten Berührungen und Umarmungen und so Kram in normaler Dauer auszuhalten. Einfach wegen der Sensitivität.

Unternimmst du etwas, um Frauen kennenzulernen? (Ich nehme jetzt einfach an, dass du ein Mann bist und auf Frauen stehst)

In medikamentöser Behandlung bin ich nicht, geht wohl nicht wegen Herzfehler.

Derzeit fehlt mir die Zeit (und das Selbstbewusstsein) um Frauen kennen zu lernen.

Nimm dir die nächst beste Datingapp, lad ein Foto mit nettem Lächeln hoch und schreib einen ehrlichen Text . Dann hast du schon mal der Hälfte der Männer was voraus.
Und nein, das wird nicht darauf hinauslaufen, dass du zu zweit romantisch Weihnachten feiern wirst, dieses Jahr noch nicht.
Verstehe es als Fahrstunde in der du lernst, wie verschieden Menschen sind, was deine Qualitäten sind, was dich an anderen Menschen interessiert und wie du das alles zusammen bekommst.
Keine Sorge, es gibt für jeden Deckel den passenden Topf.

K.

Ich pflichte K_Punkt bei.

Wichtig ist, dir nicht zu viele Gedanken zu machen und einfach Spaß zu haben.

Installier dir am besten JETZT sofort eine Dating App, mach ein Selfie und schau was passiert.

Das ist ja das Tolle am Internetzeitalter :upside_down_face:.

…und wenn Corona vorbei ist: Tanz- oder Kochkurs.
Dabei punktest Du vielleicht nicht bei den ganz jungen, dafür aber vielleicht bei großzügigen, lebenserfahrenen, ich sag mal nachsichtigen Frauen. Und dabei meine ich jetzt nicht (ausschließlich) den Sexualverkehr :adxs_ai: , sondern vor allem den unkomplizierten Umgang, ein bissel flirten üben, die Angst vor Berührung abbauen… und im normalen Umfeld das eigene Verhalten und die Reaktion darauf zu erfahren und sich daran zu gewöhnen.
Zumindest kann ich mir vorstellen, dass man als junger Mann bei jungen Frauen einfach verkrampfter und gestresster ist…
… ich hoffe, jetzt niemandem damit auf die Füße zu treten…

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Ich hab seit 2 1/2 Jahren feste Freundin (davon 1 1/2 Jahre Fernbeziehung), davor war nur Lockeres oder einmaliges und Spätsünder war ich ohnehin…

…an der Stelle: Dopamin bei ADHS im Sinne von Mick Jagger mit „I can‘t get no satisfaction“… ich hab meine Freundin zwar auch über Tinder kennen gelernt, aber eines vermisse ich im Nachhinein: die Dopamin-Kicks durch Abenteuer, man weiß nicht, was als nächstes kommt, da war Tinder einfach nur geil im wahrsten Sinne des Wortes… die Dopamin-bei-ADHS-Konstellation ist auch der wesentliche Grund für die tendenziell häufigere Promiskuität von Männern mit ADHS im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung… und mit Dopamin meine ich in dem Kontext zum Beispiel, dass trotz emotional sehr enger Beziehung Abwechslung fehlt und Langeweile besteht…

Novelty Seeking ist das sozusagen…

Frauen mit ADHS sind manchmal auch promiskuitiv, aber ich glaube, mehrheitlich so gar unterdurchschnittlich promiskuitiv im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, Frauen sind generell zwar viel selektiver als Männer, Frauen mit ADHS haben aber oft einen zusätzlichen Aspekt, sie können nicht vertrauen bzw. haben Angst vor Unbekannten, die ihnen nicht vertraut sind bzw. die sie nicht einschätzen können… was da jetzt mangelndes Selbstvertrauen, was in einigen Fällen traumatische Erfahrungen, was primär ADHS ist, das kann ich nicht sagen… jedenfalls sind Frauen mit ADHS mehrheitlich deutlich vorsichtiger als Frauen ohne ADHS… Easy to have Frauen in der Disco, für die Mann nur Vollbart und Pumpen gehen braucht, gibts bei ADHS auch, aber viel seltener als bei der Allgemeinbevölkerung…

Ergänzung: dann gibt es noch das andere Extrem bei Frauen mit ADHS: Frauen, deren Sexualverhalten genau wie bei Männern mit ADHS durch Novelty Seeking gekennzeichnet sind, diesen Typus gibts auch…

Zu Dopamin, Novelty Seeking und ADHS, Mick Jagger mit „I can’t get no satisfaction“ siehe hier:

hihi, da war jetzt so ziemlich alles dabei… :rofl::sunglasses:

@lavieestbelle Das Problem ist ja, dass man die „schnell zu habenden“ Männer/Frauen ja gerade nicht haben will, wenn man an einer langfristigen Beziehung interessiert ist.

Und deinen freudschen Rechtschreibfehler Spätsünder finde ich sehr lustig!

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Kein Blatt vor den Mund nehmen ist übrigens für den Gockel mit ADHS ein Erfolgsfaktor, wenn er die Henne besteigen will… da kann ich von verschiedenen Freunden die abgefahrensten Anekdoten nennen, die ich aber hier nicht genauer ausführe…

…jedenfalls ist die draufgängerische Chuzpe (wenn sie cool und nicht lächerlich und nicht komplett übertrieben ist) bei Männern mit ADHS ein Erfolgsfaktor in der Hinsicht… und zwar bei Frauen insgesamt…

…will man nicht nur Geschichten zum Abhaken, neudeutsch „Hook ups“…dass ADHS-Betroffene nicht nur sozial, sondern auch amourös tendenziell unter sich bleiben (abhängig vom Schweregrad auch) hab ich schon vielfach erwähnt und ausgeführt zuvor…

…was übrigens Frauen mit ADHS angeht, auch Frauen mit ADHS wirken auf die Allgemeinheit der Männer unter Umständen attraktiver, nämlich aufgrund von Charme, Charisma, einer gewissen menschlichen Wärme und wegen dem Hervorstechen aus der Masse (das bezieht sich auf Interesse, nicht etwa auf entstandene Beziehungen) und wenn es nicht komplett überdreht ist (Kristen Stewart zum Beispiel, die auch mit ADHS diagnostiziert ist, finde ich persönlich schon zu anarcho und nicht mehr anmutig), somit haben auch Frauen mit ADHS Vorteile durch ADHS, was ihre Attraktivität angeht…

Das hab ich ja erwähnt: Langeweile trotz glücklicher Beziehung, die Dopamin-Problematik bei ADHS…

Ja, total interessant, diese Parallelen bei unseren gefiederten Freunden: „Der auslösende Reiz für die Begattung kommt von der Henne. Sie duckt sich, damit der Hahn sie einfacher besteigen kann. […] Dann drückt sie ihre Steuerfedern nach oben, damit diese nicht im Weg sind.“ Die Begattung in der Welt der Hühner | Tierwelt

Verzeihung. Es war stärker als ich. Oder meine Steuerfedern waren zu schwach.

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