Tragen die "positiven Seiten" von ADHS zur Entvalidierung von Betroffenen bei?

Mein erster Eindruck von dir: Was für ein reflektierter und kluger Mensch. Von manipulativ habe ich noch nichts bemerkt.

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Ich fand die Formulierung auch ziemlich verwirrend - ich glaube du meinst @UlBre damit?

Ich finde zwar einiges an der Seite mit den Irrtümern nicht gut.

Das mit dem Begriff

Hier im Thread find ich es völlig ok solche begriffe zu kreieren. Hätte ich solche Seiten wie ADxS würd ich sowas da nicht schreiben, find ich jetzt eher peinlich.

Aber Ulbre ist der Autor dieser Seiten und der Inhalt spiegelt natürlich seine Meinung - mit der muss ich nicht kongruent sein, finde das total ok.

Und mich trifft oder verletzt sowas nicht persönlich.

Eher wenn etwas fachlich nicht korrekt ist - dann stören mich Fehler :see_no_evil:.

Ich finde es nur teilweise komisch das da immer steht „wir sehen ….“ usw.

Mir fehlt da, dass zumindest vielleicht mal irgendwo geschrieben wird wer „wir“ denn eigentlich ist. :thinking:

Fällt mir gerade auf.

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Ahhhh, da ist das Missverständnis :see_no_evil: Okay, das habe ich vollkommen überlesen. Kein Wunder, dass @Beefcake sich durch mein pieksen in @UlBre s Richtung angesprochen gefühlt hat… dafür entschuldige ich mich! :heart:

Ja, mit dem „völlig unbekannten“ Autor meinte ich natürlich UlBre. Ich hab mich einfach mal mit einem Stock in der Hand vor die Höhle gesetzt und ein bisschen reingestochert :skull:

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Möchtest du das nicht vielleicht noch das eine oder andere oder neunte oder zehnte oder elfte oder zwöfte Mal ansprechen?
Und nützt es irgendwas, wenn ich es dir zum dritten Mal erkläre? Die ersten beiden Male in der Teambesprechung scheinen nicht hängen geblieben zu sein.

Das freut mich sehr! Das Wichtigste ist ja, dass man um seine positiven Seiten/Stärken weiß - völlig egal woher diese kommen. Mir hilft es auch einfach, weil ich mich so lange als defekt und gestört wahrgenommen habe.

Geht mir genauso! Ich finde, du hast eine sehr konstruktive und kluge Art dich auszudrücken. Schade, dass du aufgrund von anderen Diagnosen denkst, du seist manipulativ. Auch das kenne ich sehr gut, ich bin ja jahrelang mit der Borderline-Diagnose rumgerannt.

Und das hat auch gemacht, dass ich irgendwann jede Äußerung, Gefühlsregung und Reaktion von mir als „manipulativ“ und irgendwie berechnend eingestuft habe. Das hat mich echt kaputt gemacht :confounded:

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Ich habe es so verstanden, dass Ulbre von Fachteams beraten wird (u.a. auch Ärzten), daher das „wir“. Das wäre dann tatsächlich ja auch richtig in dem Kontext es so zu formulieren, wenn ich nicht irre?

In diesem Fall war es der Kontext dieses Threads - da kam die Idee des Begriffs ja von Beefcake - insofern natürlich auch ein „wir“.

Also am „wir“ gibts eigentlich nix zu kritisieren - ich fands nur irgendwie komisch im Moment des Lesens glaube ich.

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Ich kenne aus meinem Umfeld ziemlich viele, die undiagnostiziert sind und das tw auch aktiv bleiben wollen und/oder das sogar leugnen. Bei mir ist meine Optik nach meiner eigenen Diagnose nochmal schärfer geworden: meist sind diejenigen, über die ich mir schon jahrelang den Kopf zerbrochen habe, in ein logisches Geflecht geraten und passen dort exakt ins „Bild“. Einige Menschen sind mir schon geradezu brutal ähnlich. Ihnen meine Ansichten vor den Latz zu knallen (so frei nach dem Motto „Hey, mir hat meine Diagnose quasi das Leben gerettet, versuche es doch auch mal“), das gewöhne ich mir gerade tunlichst ab! Wer nicht aus eigenen Stücken dahin kommt, der möchte es auch nicht. Es ist meist schmerzhaft und anstrengend, je älter man ist, desto mehr, und viele haben sich schon so krass in schwierigen Lebenslagen verheddert, dass eine Diagnose vielleicht noch zusätzlich „das eine Maß zuviel“ bedeuten würde :broken_heart:. Davon bin ich mittlerweile ziemlich überzeugt….
Ich bin eigentlich nur mit sehr eigenwilligen, höchst komplizierten Menschen groß geworden und mit „Normalen“ kann ich nur mit großem Aufwand intensivere Bindungen eingehen.
Wie war nochmal die Frage……:face_with_hand_over_mouth:

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Ich habe den Faden wiedergefunden: :hugs:

Ich versuche eine Kurzfassung: Ich vermute, dass „da draußen“ noch eine Menge Undiagnostizierter herumlaufen (Dunkelfeld unter Erwachsenen hoch!). Die meisten davon werden sehr wohl Leidensdruck haben. NUR: sie bringen das nicht mehr mit AD(H)S in Verbindung, da schon zuviele vertrackte Umwege/Baustellen aufgetreten sind, welche die Ursache verdecken…
Das Erscheinungsbild von ADHS ist ebenfalls divers: manche von uns können in hohen Maße „normal“ wirken (denen ist Anpassung wichtig!), und auch Kompensationsaufwand wird vordergründig mobilisiert, manche hatten sehr viel Pech in der Kindheit/Jugend und haben sich längst aufgegeben, andere wiederum wurden in ihrer Kindheit extrem gefördert/gestützt/getragen und mit viel Nachsicht durch jede Krise begleitet. Aus allen drei Gruppen fallen mir jetzt jede Menge Menschen ein…

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Ist ja auch irgendwie logisch: der Leidensdruck treibt die „Nichtsahnenden“ eher in die Sucht-/Burnout-/Rehakliniken als auf direktem Weg zum Psychiater/Arzt. Über viele Umwege gelangen dann sehr viele ENDLICH zu ihrer Diagnose und fallen (zuerst jedenfalls) aus allen Wolken….

Es gibt empirisch einige Gruppen, welche anscheinend besonders hohe ADHS Peävalenzen haben: Schauspieler, Künstler, Rettungssanitäter etc, und auch da kann man noch unterscheiden in solche, die ihre „lebendige, querdenkerische“ Art als „Überlebensvorteil“ wahrnehmen und solche, welche unbedingt normal sein wollen und dies auch sein müssen, da es unter den oben genannten Umständen teilweise lebensnotwendig ist (nicht jeder kann von seiner Arbeit leben. Sarah Kuttner eventuell oder Eckart von Hirschhausen, aber kein kleiner Synchronsprecher, der, mit wenig Bekanntheitsgrad, am Mindestlohn knappst).

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Selbst wenn einem die Symptome bekannt vorkommen kommt es bei vielen Betroffenen da eher zu einer Ablehnung - weil - wer möchte schon psychisch krank oder gestört sein??

Das ist ja auch stigmatisierend.

Und das macht ja noch mehr Angst vor Ablehnung - wo das Selbstwertgefühl doch eh schon nicht sooo toll ist.

Für manche ist’s dann auch eine Strategie ADHS als „Superkraft“ oder was auch immer zu klassifizieren. Weil man das so besser annehmen kann.

Und nichtsdestotrotz sind es gerade ADHSler die in der Welt wirklich viel bewegen. Weil sie so sind wie sie sind - unabhängig davon wie man das definiert.

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Und genau hier liegt der Denkfehler, Adhs ist keine Super Kraft.
Sondern ganz im Gegenteil, wenn man ein Leben lang unter etwas „gelitten“ hat was offiziell nicht mal überall „anerkannt“ ist, geschweige denn das es bis heute einen absolut nachweisbaren „Beweis“ dafür gibt, dann ist das alles andere als „positiv“.
Leute die ihr Adhs oder ihren Autismus als Superkraft maskieren möchten, nur das es für sie dadurch „angenehmer“ wird, betreiben in Wirklichkeit das was man auch „Selbstverleugnung“ nennt.
Ich persönlich hasse den Vergleich zwischen Adhs und Autismus mit irgend einer Art von „Superkraft“.
Denn die Wahrheit ist eine andere, wer wirklich unter Adhs oder Autismus leidet, der fühlt sich immer und ewig als „Aussenseiter“.
Und ein „Aussenseiter“ zu sein, dass hat absolut NICHTS mit irgendwelchen „Superkräften“ zu tun.
Aussenseitertum bedeutet Ausgrenzung, Aussenseitertum bedeutet sehr oft im Leben brutalste Arten von Mobbing.
Ich persönlich wüsste nicht was es daran zu glorifizieren gibt, wenn man tatsächlich Adhs’ler oder Autist ist.
Von wegen „jeder“ Adhs’ler oder Autist ist ein „Sherlock Holmes“, sowas ist doch einfach nur Bullshit und hat absolut nichts mit der Realität zu tun.
Wer so über Adhs oder Autismus denkt, hat anscheinend überhaupt „nichts“ begriffen.

Und „welche“ Adhs’ler oder Autisten haben anscheinend " viel in der Welt bewegt" ?, gibt es irgend welche Beweise für solche Behauptungen?, jedenfalls nicht das ich davon wüsste !.

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Wow @Antigonea , vielen Dank für deine Antwort und für deinen Beitrag!

Unter den Aspekten, die du und @Justine genannt haben ist mir bewusst geworden, dass vielleicht der Kern meiner Aussagen nicht grundsätzlich falsch, jedoch sehr undifferenziert und „schubladendenkerisch“ formuliert wurden, wofür ich mich im Nachgang auch entschuldigen möchte.

Selbstverständlich ist es möglich an ADHS zu leiden, auch wenn man nicht diagnostiziert wurde. Ich kenne es ja gut genug von mir selbst.

Und anzunehmen „Wenn kein Mensch keine Diagnose hat, dann hat diese Person auch kein ADHS weil sie anscheinend nicht genug leidet“ war von mir ignorant, undifferenziert und auch falsch.

Weil es stimmt ja ebenso zu sagen: Wenn wir ADHS dann wirklich als das Übel hinstellen, dass es wirklich nur negative Seiten hat und dann Menschen auch noch meistens ein ganzes Leben daran leiden: Wer würde schon eine solche Diagnose bekommen wollen? Wer würde sich für so etwas Hilfe holen wollen, unter der Annahme, dass man auch noch heftigst dafür stigmatisiert wird? Nicht viele vermutlich.

Und wie ihr auch weiter richtig beschreibt: Genau deshalb bleiben viele Menschen mit ADHS unerkannt und undiagnostiziert und holen sich dann erst Hilfe, wenn Komorbiditäten wie Depressionen oder Burnout, Sucht etc. zum Vorschein kommen: Genau so war es bei mir auch :see_no_evil:
Und ich bin auch echt dankbar und froh darum, dass man bei mir den Kern des Problems (ADHS) so schnell gefunden hat, auch wenn ich mich zunächst sehr schwer damit anfreunden konnte, dass so viele Probleme aus etwas Harmlosen wie ADHS entstanden sind. Ich konnte das einfach nicht wahr haben. Ich wollte es nicht wahr haben. Auch hier war ich wieder ignorant.

Und ja, ADHS ist meiner Meinung nach immer noch keine tolle Ressource oder Ähnliches.
Aber man muss sich eben von seinem ADHS auch nicht unterkriegen lassen und es als Teil von sich akzeptieren. Und das schafft man besser, wenn man eben nicht ausschließlich die Fülle an Nachteilen von ADHS sieht, sondern auch akzeptiert, dass man viel erreichen kann, aber vor allem dann wenn man sich selbst kennt, mit seinen Vor- und Nachteilen wozu eben ADHS gehört.

ADHS ist ein Teil von uns, der uns viel mehr prägt, als ich vielleicht auch bisher akzeptieren wollte.
Aber wir sind eben nicht ADHS oder unsere Diagnosen sonder wir sind einfach so viel mehr.

Aber die Annahme, dass Menschen mit ADHS in bestimmten Berufsfeldern häuftiger vertreten sind, sehe ich auch nicht als „Vorteil“ des ADHS sondern eher als effektive Copingmaßnahme intelligenter Menschen mit ADHS, die sich in einem Berufsfeld spezialisiert haben, in dem sie eben die situativen Vorteile einer ADHS wie Überblick in stressigen/chaotischen Situationen, extrem schnelles und vielfältiges assoziieren nutzen können.

Und vielleicht ist ja auch das ein weiterer springender Punkt:
Wir haben ADHS und in den allermeisten Lebenssituationen, die ein durchschnittlicher Menscch durchlebt wird das vermutlich kein Vorteil sein.
Wenn wir aber unser ADHS akzeptieren, uns überlegen, wo wir intrinsische Interessen haben und wo wir auch eben die situativen Vorteile einer ADHS nutzen können (auch wenn diese Vorteile in anderen Bereichen wiederrum zu Problemen führen könnten), dann können wir in bestimmten Berufsfeldern sehr erfolgreich sein.

Ungefähr nach dem Sprichwort: „Wenn einem das Leben Zitronen gibt, dann muss man Limonade drauß machen“

Aber bei meinem Kernpunkt bleibe ich nach wie vor:
Dass ADHS im öffentlichen Diskurs immer wieder als „Superkraft“ und kreative Ressource ist für Leidende nicht sonderlich hilfreich.

Klar ist es erbaulich, wenn ein Influencer oder eine Influencerin sagt, dass ihr ADHS eine kreative Superpower ist und vielleicht auch Moderatoren oder anderweitig präsente Personen des öffentlichen Lebens davon profitieren. Genauso auch wie Notärzte oder auch Rettungssanitäter.

Aber ich denke, dass auch für die meisten betroffenen mit ADHS gilt, dass ADHS deutlich mehr Probleme als Vorteile erzeugt. Weil viele von uns eben nicht in Berufsgebieten tätig sind, in denen diese situative Vorteile eine so große Ressource sind, dass die Nachteile damit annähernd kompensiert werden können.

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Hi @AbrissBirne , auch vielen Dank für deine Beiträge!

Hierzu hätte ich folgenden Link zu ADXS.org:

Ich denke aber auch, dass ADHS ein vielleicht prägendes Element, aber nicht zwingend ein maßgebliches Element dieses Erfolges war, da auf dieser Liste viele Genies und sportliche Ausnahmetalente enthalten sind (das ist jetzt meine persönliche Meinung).

Ganz ehrlich, mir persönlich gehen solche Diskussionen immer je länger je mehr mehr schlichtweg auf den Sack.
Das Hauptproblem bei Adhs ist und bleibt erstens die „Glaubwürdigkeit“, weil eben Adhs nach wie vor in der Gesellschaft „angezweifelt“ wird.
Und als nächstes, dass man sich ständig und überall immer für seine „Adhs Diagnose“ rechtfertigen muss.
Und wie hier bereits angeführt wurde, dass man eigentlich ständig vor irgend wem „beweisen“ muss, ob man nun ein „echter Adhs’ler“ ist, oder ob man vielleicht doch nur „depressiv“ ist.

Aus meiner persönlichen Erfahrung, besteht aber sogar eines der „Hauptprobleme“ darin, dass sich selbst diagnostizierte Adhs’ler NICHT darin einig sind, wie eine Adhs Diagnose tatsächlich klassifiziert werden soll.

Während für manche ihre Adhs Diagnose nur ihre Superkräfte bestätigen,
sehen sich andere Adhs’ler zum Beispiel durch die Auswirkungen „ihres Adhs“ als „komplett arbeitsunfähig“.

Was wiederum aber von den Adhs’lern mit den vermeintlichen Superkräften NICHT wirklich akzeptiert wird, denn SIE fühlen sich ja NICHT „krank“.

Heisst Adhs’ler werden zum Teil nicht mal von anderen Adhs’lern so akzeptiert „wie sie sind“, selbst DANN muss man sich noch dafür „rechtfertigen“ wie man „ist“.
Heisst auch unter Adhs’lern ist „Einigkeit“ nur ein Wort.
Was weiss ich, ich weiss nur das für mich ADHS alles „andere“ als eine Superkraft ist.
Und ich weiss das ich mich meinen Problemen selbst stellen muss, dass es NIEMAND in dieser Welt gibt wo mir MEINE „Probleme“ abnehmen kann.
Aber selbst wenn es so „wäre“, dann wollte ich sowas NICHT, da ich es gewohnt bin ALLEINE für mich zu kämpfen, und trotz aller Widrigkeiten und oft furchtbaren Menschen mit denen ich in meinem Leben zu tun hatte, mich trotzdem selbst niemals aufzugeben, zumindest Nicht solange mein Herz noch schlägt, was letztendlich und logisch nur reiner und natürlicher Überlebenswille ist, wie das nun mal allen Lebewesen eigen ist.
Was auch immer, ich weiss nur eins, dass auch unter Adhs’lern nicht immer alles Super ist.
Und manche mögen ja mit ihren Medikamenten gut zurecht kommen, aber was ist mit denen bei denen das nicht so ist?, was sollen die dann machen?, als höchstens zu schauen wie sie sich weiterhin durch ihr Leben schlagen können?.
Wenn alles im Leben „einfach“ wäre, dann hätten wir keine Probleme, aber leider funktioniert das Leben nun mal für niemand „einfach“.
Gute Nacht und schlaft alle gut. :first_quarter_moon_with_face::sparkles::yawning_face::sleeping:

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Echt, ich bin es sowas von leid mich irgendwie ständig für „irgendwas“ rechtfertigen zu müssen.

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Hallo @AbrissBirne, eine Antwort die deinem Namen gerecht wird :sweat_smile:

Aber jetzt mal Spaß beiseite, du hast einige valide Punkte aufgeführt, welche mich ja auch im Grunde dazu veranlasst hatten, dieses Thema zu starten. Vor allem gleich am Anfang schreibst du:

Da bin ich völlig bei dir.

Auch hier gebe ich dir recht. Daher hielt ich es ja weiter oben für angebrachter zu sagen:
ADHS ist eine Störung, aber ein Mensch mit ADHS kann viele positive Eigenschaften haben. Diese Eigenschaften kommen dann aber nicht vom ADHS sondern von den Persönlichkeitseigenschaften und Copingmechanismen für das ADHS.

In meinem persönlichen Fall sehe ich das auch so.
Aber trotz unseres ADHS sind wir auch Menschen. Und Menschen sind unterschiedlich und das musste ich auch akzeptieren. Und auch Menschen mit ADHS können selbst sehr unterschiedlich sein. Daher kann sich ADHS verbunden mit unterschiedlichen Lebensbedigungen, persönlichen Eigenschaften und dem Umfeld, in dem man agiert, sehr unterschiedlich bei allen möglichen Menschen äußern. Und wenn manche dann Vorteile in ihrem ADHS sehen, dann verstehe ich das zwar in meinem Fall kaum bis garnicht, aber dann kann ich mir auch nicht das Recht herausnehmen, einem anderen Menschen zu sagen, dass das nicht sein kann (deshalb habe ich mich auch oben entschuldigt, weil ich das schon etwas ignorant gesehen hatte).

Auch bei allem was du danach geschrieben hast gebe ich dir Recht, weil ich es bei mir eigentlich fast 1:1 genauso sehe.

Aber selbst wenn das für ADHSler wie uns eher nicht der Fall ist: Wenn es anderen Menschen mit ADHS hilft, gutes an der Störung zu sehen, ihr Selbstwert aufzubauen, eher in eine Therapie zu gehen, sich selbst mehr zu akzeptieren und alles mögliche weitere was oben an (meiner Meinung nach validen „Vorteilen“) genannt würde, dann macht das schon Sinn. Und weil das für mich nicht so sehr zutrifft ist es aber auch irgendwie nicht mein Recht oder meine Aufgabe, den anderen Menschen mit ADHS, denen das hilft, diese „Vorteile“ abzusprechen. Weil wenn etwas hilft, dann ist das doch etwas wunderschönes.

Und klar, man kann das auch irgendwo als Vermeidungsmaßnahme für die eigenen Probleme sehen, weil man einfach nicht so viel Störung und mehr positives sehen will, aber auch da ist es nicht meine Aufgabe den Menschen zu sagen „jetzt macht ihr was schlechtes für euch selbst.“

Und klar, viel über die „Vorteile“ von ADHS zu sprechen erzeugt auch das Problem, dass ADHS in der Gesellschaft „angezweifelt“ wird und hört sich wie ein schlechter Witz für Betroffene mit starken Problemen an. Gleichzeitig scheint es aber auch irgendwie einem anderen Teil an Betroffenen zu helfen und das verstehe ich auch sehr gut.

Vielleicht geht es auch garnicht darum, dass man garnicht mehr über die „Vorteile“ von ADHS reden sollte. Aber es wäre von großem Vorteil, wenn man im öffentlichen Diskurs viel differenzierter über ADHS und auch die „Vorteile“ davon reden würde. So wäre jetzt zumindest meine geupdatete Meinung.

Weil wie wir in diesem Thema auch schon viel diskutiert haben, die situativen Vorteile oder Vorteile unter bestimmten Voraussetzungen werden eben in anderen Lebensbereichen mit Leid erkauft.

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Hallo @Beefcake ganz ehrlich, ich persönlich kann über solche Themen nicht mehr lachen.
Aber wer will, kann hier noch endlos weiter diskutieren, nur ohne mich.
Auf meine Adhs Diagnose kann ich für mich in der Zwischenzeit ehrlich gesagt verzichten.
Denn wirklich „bringen“ tut sie mir nichts.
Nach einem Leben in dem ich mich kaputt gerackert habe, in dem ich mich oft genug als Aussenseiter gefühlt habe, nach dem ich inzwischen total „ausgebrannt“ bin, und trotzdem nicht „ernst genommen werde“.
Nein Danke, ich habe genug, soll doch wer will noch weiter über Adhs philosophieren.
Gute Nacht, und weiterhin noch viel Vergnügen mit dem Thema Adhs.
Sorry @Beefcake Du kannst nichts dafür, aber meistens pisst mich Adhs manchmal nur noch an.

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Das sind wirklich passende Worte.

Man muss auch nicht alles bewerten.

Und - ich kann gut verschiedene Sichtweisen stehen lassen und verstehe sie auch. Zum Teil. Da gibt’s auch kein richtig und falsch.

Mir fällt jetzt ganz spontan keiner ein - und von den ganz großen gabs ja auch keine offizielle Diagnose. Aber sicherlich viele Erfinder usw :thinking:

Aber - ich merke das ja schon in meinem täglichen Umfeld und tatsächlich gehöre auch ich ab und zu zu denen, die was bewegen.

Warum? Weil ich dauernd impulsiv irgendwelche Ideen heraushaue. Weil ich eingefahrene Strukturen nicht leiden kann - vor allem wenn Menschen drunter leiden oder wenn es um Gerechtigkeit geht.

Weil ich Sachen sehe, die andere nicht sehen und mich dann dran festbeiße und auch mal anecke.

Und natürlich sehe ich aber auch viele Sachen nicht, die die meisten anderen dafür sehen und hinterlasse viel Unordnung.

Aber ich erkenne, dass Menschen mit ADHS (man erkennt sie ja, ob die jetzt ne offizielle Diagnose haben oder nicht) oft eben die sind, die für Veränderungen sorgen.
Das sind die mit den unkonventionellen Ideen.

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Tatsächlich sind wir hier ein ADHS Forum.

:face_with_monocle:

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