Tragen die "positiven Seiten" von ADHS zur Entvalidierung von Betroffenen bei?

Hey @AbrissBirne , sorry, ich wollte mich da nicht über irgendetwas lustig machen sondern eigentlich auf deine sehr direkte und ehrliche Antwort mit etwas Humor reagieren:/

Was die Diagnose und den Verzicht angeht bin ich völlig bei dir.

Aber irgendwie sehe ich es dann schon als Betroffene von ADHS in unserer Verantwortung über solche Themen zu diskutieren. Ja, es ist sehr anstrengend und jeden Tag habe ich auch nicht die Kraft mich an Diskussionen zu beteiligen.

Weil wenn wir uns nicht für Themen wie „Wahrnehmung von ADHS im öffentlichen Diskurs“ oder ähnliches interessieren oder uns auch nicht selbst damit auseinandersetzen, dann überlassen wir ja irgendwie die Bühne gänzlich den nicht-betroffenen und das fände ich auch nicht.

Und dass hier viele gegensätzliche Meinungen aufeinander Treffen ist vielleicht manchmal anstrengend, aber gleichzeitig leben ja von unterschiedlichen oder gegensätzlichen Meinungen eben Diskussionen. Deshalb sehe ich das auch nicht als negativ, sondern eher als sehr positiv.

Weil unterschiedliche Meinungen existieren, das kann man nicht ändern und das sollte man auch nicht ändern wollen. Aber wichtiger ist doch fast, dass man eine Atmosphäre hat, in der man offen seine Meinung mitteilen kann und dafür nicht niedergemacht wird. Ich finde, dass das hier stattfindet und deshalb finde ich das ganze hier eigentlich auch schön und wichtig, wobei ich natürlich auch verstehe, dass solche Diskussionen irgendwann sehr anstrengend werden, vor allem wenn man schon sehr lange hier aktiv ist und deshalb schon an sehr vielen Diskussionen teilgenommen hat und irgendwann das Gefühl bekommt, dass sich eh nur noch alles wiederholt.

Daher nochmals vielen Dank für deinen Input @AbrissBirne und ich hoffe, dass mein kleiner Scherz nicht als verletzend wahrgenommen wurde. Falls es so war, möchte ich mich nochmals dafür entschuldigen.

3 „Gefällt mir“

Das ist es auch. Und ja - manchmal ist es anstrengend.

Und oft kommt es auch zu Missverständnissen bei so viel Neurodivergenz. Aber genau das ist dann wiederum auch wertvoll und vieles versteht man erst mit der Zeit. So ging es mir jedenfalls.

Vor allem mit @AbrissBirne hatte ich auch schon missverständliche Kommunikation die dann aber total wertvoll gewesen ist und ich sie deshalb auch sehr schätze. :heart:

3 „Gefällt mir“

Doch, da gibt es einige.

Die spannende Frage ist aber natürlich, ob sie das wegen oder trotz ihrer ADHS getan haben.

Und schaut man sich die Biografie der Forscher oder Künstler an, die viel geschafft haben und sehr wahrscheinlich eine ADHS oder ähnliche Störung hatten, dann erschreckt man oft. Die Leute waren berühmt und haben die Welt verändert, aber du und ich wollen sicher nicht die- oder derjenige sein.

Entweder ihre Partnerschaften waren unglücklich und häufig wechselnd, oder sie wurden suchtkrank und starben früh, oder sie konnten nicht mit ihren Kräften haushalten und arbeiteten sich krank, und und und. Ausgeglichene und zufriedene Menschen findet man da leider selten.

Edit: Niemand von uns beneidet Britney Spears, Kurt Cobain, Jan Ullrich oder John F. Kennedy, oder? Dann doch lieber nicht berühmt und nicht reich sein.

5 „Gefällt mir“

Du bist nicht ignorant. Ignorare heißt eigentlich (lat.) „nicht wissen“. Aber ich weiß gut, was du meinst…. :hugs:Die Gesellschaft tendiert dazu, entweder schwarz oder weiß zu sehen. Ebenso ist es Schwachsinn, ADHS als superpower zu vermarkten…es gibt auch unter Neurodivergenten verschiedene

Alleine die Tatsache, dass immerzu von „Schwäche“ geredet wird…Menschen haben sowas wie Gefühle: das ist keine „Schwäche“.

ADHSler stehen immer „dazwischen“. Immer zwischen diesem schwarz/weiss. Was als schwäche bezeichnet wird, ist Auslegungssache der „Mehrheit“. Die Mehrheit ist (noch) dafür, dass der „Stärkste“ das Sagen hat. Kleiner Hinweis: der Mensch ist es nicht :flushed:.

4 „Gefällt mir“

Wo viel Licht ist - ist auch viel Schatten.

Ich identifiziere mich nicht mit Meinem Gehirn :brain:. Aber es ist ein wichtiges Werkzeug :hammer_and_pick: und es ist einfach wichtig zu verstehen, wie es funktioniert.

Für mich ist’s ok und „normal“, auch wenn vor allem das Gefühl der Andersartigkeit und des sich ausgeschlossen Fühlens auch sehr schmerzhaft für mich war.

Es ist ok, wie es jetzt ist und ich kann das so annehmen.

Meistens :thinking::face_with_monocle::heart:

6 „Gefällt mir“

Stimme dir ausdrücklich zu.
Mich hat dieser verrückte Vergleich immer sehr gestört! So bigott: einerseits ist ADHS ja wirklich eine Schwerstlast, dann jedoch im Buchladen wirst du plötzlich gepusht als Superheld. Danke für garnichts.

Erst dachte ich noch, das Gelaber von der Zauberkraft könnte solchen Starrköpfen wie zb meiner Mutter mal beibringen, dass ADHS wirklich existiert, aber nein. Weit gefehlt :disappointed_relieved:

Meine Mutter (Anfang 60, stur bis in die Zahnwurzeln, bindungsunfähig, beginnende Suchtstörung, Manien und aufgespieltes Selbstbewusstsein, verkorkstes Berufsleben, Dyskalkulie, symbiotische Beziehung zu meiner fast 40-jährigen Schwester) verleugnet ihr ADHS. Seit meiner Diagnose insbesondere. Mich hat diese Erkenntnis daher zwar einerseits unheimlich befreit, mir andererseits aber wiederum auch mehr Ballast gebracht. Weil du einen ADHSler sowieso schon so schwer „überzeugen“ kannst. Es hat das ganze Bindungs-Mutter-Tochter-Drama für mich nochmal neu angefeuert…. Ich hab ebenfalls eine mit adhs diagnostizierte Tochter und erlebe seit Jahren brutale Wiederholungen und Dejavus….Ich bin einfach momentan sehr realistisch: anfangs dachte ich noch, sie (meine Mutter) käme von ihrer „Das hast du von deinem Vater“-Fehlüberzeugung herunter, aber ich komme einfach sehr schwer damit klar, mir etwas vorzumachen. Es ist nie einfach und diese Vergleiche sind zu pauschal….
Ich habe also meine sowieso immer schon verkorkste Beziehung zu meiner Herkunftsfamilie fürs erste kaltgelegt. Ich komme da nicht so richtig weiter. Erstmal priorisiere ich meine eigenen Kinder, die diese schmerzhaften Erlebnisse nicht machen sollen!!! Drei meiner Kinder sind bereits ganz stark auffällig und 2 auch schon diagnostiziert….

Also: Superpower ist nur fürs Marketing!!! Was Vulnerablen Menschen wirklich hilft, ist sowas wie Empowerment ohne Kapital draus zu schlagen und/oder einfach „Trost“? Und auf gesellschaftlicher Ebene Inklusion, die die Menschen nicht in schwach und stark trennt.

Gute Nacht! :zzz:

4 „Gefällt mir“

@Beefcake ich wollte Dir noch schreiben das ich Dir nichts übelnehme, Du bist ja hier im Thema sehr einfühlsam auf die Beiträge eines jeden eingegangen, und dafür bewundere ich Dich ehrlich gesagt sehr, wie viele andere hier im Forum übrigens auch.
Zum Teil habe ich mich hier im Forum sogar schon gefragt ob ich hier eigentlich die einzige bin wo Adhs hat, weil ich anscheinend eine von wenigen zu sein scheine, oder so wie es mir manchmal vorkommt sogar die einzige zu sein scheine, die hier im Forum andere sehr oft entweder missversteht oder auch mal zu impulsiv auf etwas reagiert.

Wie auch immer, jedenfalls ist alles okay, Du hast nichts falsch gemacht, höchstens ich, weil mich diese zum Teil schön Färberei, dieses Adhs durch die rosarote Brille sehen, oder auch fast schon so was wie eine Art von „Verklärung“ von Adhs zu
betreiben, mir persönlich einfach extrem auf die Nerven geht.
Ich sage ja nicht das alles Scheisse ist, natürlich hat man auch als Adhs’ler positive Seiten, das streite ich ja überhaupt nicht ab.
Nicht desto trotz bekommen alle ihre Adhs Diagnose ja in der Regel erst auf Grund von Problemen, und nicht deshalb weil es ihnen durch ihr Adhs besonders gut geht.

Und Adhs beginnt ja schon im Kindesalter, wird ja anscheinend über Generationen hinweg weiter veerbt, und ausserdem scheint es sich ja auch nicht „auszuwachsen“, sondern besteht bis ins Erwachsenenalter, heisst wenn man es hat, dann hat man es für immer und wird es auch nie mehr los.
Und wenn man sich mal zum Beispiel hier durchs Forum liest, dann sticht einem ja etwas sehr deutlich ins Auge, nämlich das jeder hier mehr oder weniger darüber schreibt, wie sehr er eigentlich unter seinem Adhs leidet.

Wie auch immer, aber jedenfalls hat hier niemand seine Adhs Diagnose bekommen weil er sich wegen seines Adhs Super gefühlt hat, sondern in der Regel das genaue Gegenteil davon, nämlich meistens sogar ziemlich Scheisse.
Und manche haben ihre Adhs Diagnose schon im Kindesalter bekommen, und dann aber nicht weil sie zum Beispiel in der Schule durch „Superkräfte“ aufgefallen sind, sondern weil sie echte Probleme hatten.
Und viele Adhs’ler wurden zum Beispiel während ihrer Schulzeit gemobbt, und Leute mit „Superkräften“ werden in der Regel nicht gemobbt, weil sie nämlich beliebt sind und bewundert werden, was aber für Kinder mit Adhs oder Autismus sehr oft leider nicht der Fall ist, sondern viele erleben Aussgrenzung und schlimmste Gemeinheiten durch ihre „Klassenkameraden“.

Jedenfalls regt es mich deshalb zum Teil grausam auf wenn manche Adhs „verklären“ wollen, als sei man mit Adhs jemand aus dem Marvel Universum.
Wie auch immer, jedenfalls habe ich jetzt hier meine Meinung zum Thema „Superkräfte“ erklärt, und wünsche Dir auf jeden Fall noch einen schönen Tag.
:sunny:

1 „Gefällt mir“

Was mir einfach nicht gefällt ist dieses ziehen in Extreme, um Nuancen nicht zulassen zu müssen. Lesen wir uns mal hier den Thread durch… Wer hier hat behauptet, ADHS sei eine Superpower und nur positiv? Seh ich nicht. Ist generell etwas, dass ich hier im Forum noch nie so gelesen habe.

Es gibt aber Menschen wie mich, die beide Seiten sehen: Ich habe ein paar Fähigkeiten durchs ADHS, die ich positiv nutze und gleichzeitig leide ich unter meiner ADHS-Symptomatik.

Wieso… wieso darf das nicht so sein? Wieso muss es direkt ein Extrem sein, entweder Elend und Leid oder Superpower? Warum kann das nicht genauso respektiert werden, wie die Menschen, die nur leiden?

Leide ich zB nicht genug, muss ich mich mehr beschweren wie schlimm mein Leben ist damit das anerkannt wird? Bloß nicht mal lachen, denn dann ist man sicher nicht depressiv?

Wieso wird einem dann direkt unterstellt, man würde beschönigen und verleugnen und wahrscheinlich wäre man ja garnicht krank und wieso nimmt man dann Medikamente, wenn doch alles so toll ist?

Es gibt einfach Grautöne, es ist nicht immer alles schwarz weiß!

Das ärgert mich, es regt mich auf. Ich zB hab wahrlich genug Mist in meinem Leben erlebt, genug Komorbiditäten gesammelt, war in genug Kliniken und Therapien um dann hier zu sein und dann in einen Topf geworfen zu werden mit irgendwelchen Idioten, die von ADHS keine Ahnung haben und mir wird Leid abgesprochen.

Choose your Side, Zoi - achja, es gibt nur 2!

Also wenn ich mein Leben auseinander nehme, das voller Gewalt, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Tod, Trauma etc. war und dann sehe, welche Eigenschaften und Fähigkeiten durch mein ADHS für mich positiv sind… dann wird das nicht ernst genommen!

Dann belüge ich mich selbst.

Das fuckt mich ab und das soll man ruhig mal merken. Denn ich gebe mir wirklich Mühe, damit niemandem auf die Füße zu treten, der eine andere Meinung vertritt. Das würde ich mir manchmal andersrum genauso wünschen.

3 „Gefällt mir“

Liebe @anon97342551 ich glaube niemand hier hatte behauptet das Adhs eine Superkraft ist, ich hatte meinen Text aber absichtlich so extrem verfasst, um mal aufzurütteln und auch um mal zu bedenken zu geben, wie Adhs anscheinend in den Medien, aber auch in den eigenen Köpfen gerne dargestellt wird.
Und übrigens in meinem EIGENEN Kopf war das zum Teil nicht anders.
Aber ich habe einen grossen Fehler gemacht, ich hätte das von Anfang besser erklären müssen, dass Problem ist, dass ich mich nicht immer richtig erklären kann, und das ich ziemlich schlecht im gute Texte schreiben bin.
Aber ich kann es ja jetzt noch mal probieren, um die Sache vielleicht besser zu erklären.
Deshalb will ich nun versuchen einen Bezug zu einem anderen Thema herzustellen, an dem ICH SELBST mich übrigens sehr „rege“ beteiligt hatte, heisst ich SELBST hatte dort, aus realistischer Sicht, im Prinzip irgendwie Blödsinn geschrieben.
Nehmen wir mal das Thema, weiss gerade nicht mehr den genauen Wortlaut wie er hiess, aber sinngemäss ging es dort um „echte“ oder „fiktive“ Adhs „Helden“ die einem so einfallen.
Und dort habe unter anderem Ich SELBST solche Figuren wie Sherlock Holmes, The Mentalist, Fox Mulder, ect., ect. als Adhs „Helden“ aufgeschrieben.
Heisst sogar ICH SELBST hatte zum Teil schon so eine, Sorry wenn ich das so sage, aber irgendwie doch etwas „verschrobene“ Sichtweise, dass solche Figuren, die ich dort aufgezählt hatte, und die grösstenteils noch nicht mal ECHT sind, angeblich irgendwie irgendwas mit Adhs oder dem Autismus Spektrum zu tun haben.
Und zum Teil mag es vielleicht sogar bis zu einem gewissen Grad stimmen das manche Charakter so dargestellt werden als „könnten“ sie Adhs’ler oder Autisten sein, oder zumindest meinen wir sowas an ihnen zu erkennen.
Was mich aber im Nachhinein stört, ist das diese Figuren wie Helden dargestellt werden, oder auch das man anfängt Vergleiche zu ziehen, so im Stil: "Ah der oder die benimmt sich ein bisschen wie der Typ aus der Serie „Monk“ also muss diese oder jene Person wo Ähnlichkeiten in seinem Verhalten zeigt, ebenfalls ein Autist sein.
Und ich glaube das hierin eine Gefahr liegt, erstens weil es sich bei z.B. solchen Figuren nicht um reale Persönlichkeiten handelt, und zweitens weil wir dann anfangen uns auf solche extremen, und zum Teil auch total überzeichnet dargestellten Personen zu fixieren, die noch nicht mal in echt existieren, wenn wir uns mit Adhs oder dem Autismus Spektrum identifizieren.
Und deshalb rege ich mich darüber auf, denn so werden falsche Bilder in unsere Köpfe gesetzt, so als müssten wir stolz darauf sein das wir solche Figuren wären die es ja nicht mal wirklich gibt.
Und ich vermute, dass eben auch solche Bilder, solche Vergleiche, dazu führen das die Realität verzerrt dargestellt wird, dass falsche Bilder über Adhs und das Autismus Spektrum in den Köpfen entstehen.
Denn die Realität von X beliebig betroffenen Menschen sieht ja vollkommen anders aus, wir sind ja keine „Helden“ oder „Super Stars“, wir sind ganz normale Menschen.
Und selbst wenn es einzelne betroffe geschafft haben etwas „zu bewegen“, ja das ist toll und freut mich für diese Personen, aber aus ihnen deshalb gleich so eine Art Helden zu machen?, also ich weiss nicht.
Wie auch immer, keine Ahnung ob ich jetzt vielleicht ein bisschen besser darstellen konnte, um was es mir eigentlich ging, wenn das Wort Superkräfte in Bezug zu Adhs genannt wird, was MIR dann dabei irgendwie so spontan durch den Kopf geht.
Und ich SELBST schliesse mich ja übrigens nicht davon aus, dass ich selbst Fehler gemacht habe, denn ich habe mir solche Sachen ja auch schon eingeredet, oder eben Vergleiche zu Figuren gezogen, die es zum grössten Teil noch nicht mal real gibt.
Aber eben, ob sowas gut oder richtig ist, dass zweifle ich zumindest irgendwie ziemlich stark an.
Denn die Realität für betroffene, die ist sehr oft weder besonders schön noch besonders lustig, und ganz sicher nicht wie in Romanen, Filmen oder wie im Fernsehen.

1 „Gefällt mir“

Ich verstehe deinen Punkt, liebe @AbrissBirne

Finde es manchmal schwierig, wenn in so einem Thread so vieles vermischt wird. Einige schreiben persönliche Ansichten, andere reden von irgendwelchen „Leuten da draußen“ und der „Gesellschaft“ und da ist es für mich auch schwierig, auseinander zu halten worum es hier geht!

Ich finde das generell eine wichtige Diskussion und ich finde es besonders wichtig, dass wir als Betroffene die führen! Dahin gehört sie ja.

Es ist mir einfach generell wichtig, dass man mal von solchen Extremen wegkommt und einander auch zuhört. Eine ähnliche Diskussion hatten wir ja im „Namen/Bezeichnung von ADHS“-Thread, den ich ganz oben schon ängstlich-erwartend erwähnt habe…

Ich mag es nicht, die Position zu haben, in denen ich anderen Verständnis und Akzeptanz für ihre (von meiner abweichenden) Meinung gebe und andersrum meine aber nicht existieren darf, ohne dass an meiner Intelligenz gezweifelt wird und von „Selbstbetrug“ die Rede ist. Das finde ich einfach beleidigend.

Damit meine ich nicht mal dich, das ist eher so eine allgemeine Antwort jetzt geworden :woman_shrugging:t3:

Wie auch immer, ich habe eine differenzierte Meinung und respektiere andere und spreche auch gerne auf Augenhöhe über solche Themen :heart:

2 „Gefällt mir“

Liebe @anon97342551 selbstverständlich hast Du Recht, und ich achte und respektiere Deine Gefühle, genauso wie von jedem anderen auch!.
Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht genauso WARUM mich solche Themen manchmal extrem „triggern“ und ich dann PLÖTZLICH und völlig aus jedem „normalen“ Kontext gerissen, so „reagiere“ wie ich dann „reagiere“.
Weisst Du, sehr oft denke ich mir ja im Nachhinein: "Du verdammter Idiot!, was für ein Scheiss Gaul hatte Dich denn JETZT wieder „geritten“?, WARUM kannst Du nicht einfach Deine Scheiss Fresse halten!, besonders dann wenn Du Deine beschissen „Emotionen“ noch nicht einmal „logisch“, oder zumindest „einigermassen“ Gescheit begründen kannst!, und UNFÄHIG dazu bist mit anderen eine „normale“, „intelligente“, „sachlich fundierte“, „auf nachweisbare Quellen“ beruhende Diskussion zu führen!. :person_facepalming:t3:
Sonder Scheisse NEIN!, ich KANN einfach Nicht anders!, ich verdanmter Idiot KANN meine beschissen Emotionen NICHT „beherrschen“!.
Und nur schon der verdammte „Umstand“ das ich meine beschissen Emotionen die ich hier immer WIEDER nicht im „Griff habe“, und ich mich trotzdem IMMER WIEDER dafür "rechtfertigen MUSS das ich Gott verdammt noch mal so BESCHISSEN „überschwänglich“ reagiere, weil ich Gott verdammt eben einfach NICHT anders KANN, dass ich mich IMMER WIEDER dafür ENTSCHULDIGEN MUSS, dass ich so SCHEISSE „Impulsiv“ BIN, führt ja dazu, dass ich mich IMMER wieder wie ein Scheiss Alien fühle!.
Und was hier anscheinend auch immer WIEDER vergessen wird, ist das ich sozusagen in meinem „Original Zustand“ bin.
Aber BITTE keine „Belehrungen“ das ich einfach nur meine Medikamente nehmen müsste, ich habe in diesem Forum inzwischen schon SOOO viel darüber geschrieben „warum“ ICH das NICHT mehr MÖCHTE, dass ich schlicht und einfach KEINEN Bock mehr darauf habe, mich zum 150stenn Mal zu meiner PERSÖNLICHEN Situation erklären zu „müssen“.
Wie auch immer, es gibt UNENDLICH VIELE WEGE, aber WELCHER für einen PERSÖNLICH der „richtige“ ist, dass muss JEDER für sich alleine heraus finden.

1 „Gefällt mir“

Weil du ADHS hast, weil du viel Mist in deinem Leben erlebt hast. Ich bin auch sehr impulsiv, in Schriftform merkt man das nicht so und es ist deutlich reduziert seit ich Ritalin nehme. Außerdem bin ich ein richtig übler People Pleaser, das „hilft“ auch mich zu kontrollieren aber ist auch beschissen, kann ich dir sagen :ok_hand:t3:

Ich bin nicht besser als du und du bist nicht schlechter als ich. Du musst dich nicht rechtfertigen und erst Recht nicht „die Fresse halten“! Die Selbstgeißelungsmaschinerie der Abrissbirne, die kennst du doch so gut… nicht drauf hören. Lass sie reden, die innere Abrissbirne die dir den Mund verbieten will!

Kritik fühlt sich mies an aber sie vernichtet dich nicht! Du bist wertvoll, daran ändert das nichts :slight_smile: Und die Kritik ging auch nicht gezielt in deine Richtung, sondern so allgemein an das Thema!

2 „Gefällt mir“

Danke liebe @anon97342551 für Dein Verständnis, Danke. :heart:

1 „Gefällt mir“

Oooooh ja.
Ich hab mal einen seeeehr irritierten Seitenblick von jemandem geerntet, als ich sagte, dass ich Menschen bedauere, die

  • seeeehr schön
    oder
  • seeeehr reich
    sind.
    Sie werden es immer schwer haben, in ihrem Leben, zu unterscheiden, ob jemand sie selbst mag oder sie nur wegen ihres Aussehens oder Geldes mag.
    Kann man wahrscheinlich als Platzhalter für die meisten Extrem"begabungen" nutzen.

So viele träumen davon, „berühmt“ zu sein.
Um dann, wenn sie es sind, es extrem sch… zu finden, wenn sie nicht mehr unerkannt aus dem Haus gehen können und ein Privatleben im Schatten führen müssen. Und nicht mehr wissen, ob jemand sie mag, weil sie sie sind, oder weil sie berühmt sind.

4 „Gefällt mir“

Point.
Danke!!!

1 „Gefällt mir“

Ich versuche es nochmal, auch auf das Risiko hin, wieder eine verpasst zu kriegen.

Ja, manche Features von ADHS sind cool.
Hyperfokus zum Beispiel.
Oder Begeisterungsfähigkeit.
Aber sie sind milde Gaben als Ersatz für das wahre Leben.
Almosen anstatt Gehalt.
Der „Vorteil“, dass ein Bettler keine Einkommensteuer zahlen muss, weil es Schenkungen sind.

Lasst uns eine Abstimmung machen:
Wer würde die erhöhte Kreativität behalten wollen, wenn ersiees damit auch seine ganzen anderen ADHS-Symptome behalten müsste?
Klar wäre es schade um die erhöhte Kreativität. Aber sie ist ein Stresssymptom, das einem in Extremsituationen noch mal das Leben retten kann.
Hey, würdest du deinen Rettungsring tauschen, wenn du dafür nicht mehr alleine irgendwo im Meer treiben würdest?
Und ich wette: die meisten würden ihren Rettungsring LIEBEND GERNE hergeben.

Deshalb habe ich persönlich ein Problem mit einer Romantisierung der „ADHS-Benefits“. Auch wenn das manchen wehtun mag, die sie zu lieben gelernt haben, weil sie das waren, an das sie sich im weiten einsamen Meer festhalten konnten.
Ich frage mich eben, wie viel Stockholm-Syndrom da dabei ist.

Vielleicht irre ich mich. Und ich will niemandem von seinem geliebten Rettungsring entwöhnen. Mein Anliegen ist, ADHS nicht zu romantisieren, was da draussen leider zuweilen passiert. Das sind ganz andere Adressaten.
Aber das ist mein derzeitiger POV.
Help me out.

4 „Gefällt mir“

Whatever. Die eine Seite hat die Wahrheit gepachtet und die andere gaukelt sich dann wohl was vor. Es darf auf keinen Fall beides gleich ernst genommen werden, wo würden wir denn da hin kommen?

Und ja, das mag jetzt pissig von mir rüberkommen aber ich denke, ich steige aus der Diskussion dann einfach aus. Ich habe alles gesagt und wüsste keinen Grund, wieso ich mich wiederholen sollte.

Wenn es um die „Menschen da draußen“ geht (die bösen, die von ADHS keine Ahnung haben) und deren Romantisierung, dann frag ich mich wieso es so wichtig ist, den Menschen hier drinnen (die ADHS haben) ihre positiven Gefühle zu sich selbst wegzureißen und ihnen zu suggerieren, dass sie nur nicht checken wie sie sich selbst betrügen. Um Recht zu haben? Ist das so wichtig?

Ich nicht. Ich kenne mich nicht anders, meine Wahrnehmung nicht anders, mein Denken und Fühlen nicht anders. Ich würde es nicht hergeben wollen. Belächelt mich :wink: Vielleicht leide ich einfach nicht genug, ich bin zu privilegiert.

1 „Gefällt mir“

Mach doch eine echte Abstimmung. Wäre doch spannend :+1:t3:

2 „Gefällt mir“

Wenn die Alternative lautet, ohne Rettungsring in Gemeinschaft unterzugehen, nein.

Ich verstehe nicht, warum das hier so eine alles oder nichts Diskussion ist. Warum kann man nicht akzeptieren, dass ADHS zusätzlich zu den ganzen negativen Seiten auch zumindest ein paar positive hat? Ist doch egal, ob die Kreativität ein Stresssymptom ist, das ändert doch nichts an ihren positiven Aspekten. Es soll Leute geben, die ihre Medikamente wieder absetzen, weil ihre Kreativität darunter leidet. Für die scheint dann sogar die positive Seite zu überwiegen. Es geht doch auch gar nicht darum, wer Recht hat. Jeder empfindet sein ADHS anders, jeder ist unterschiedlich stark betroffen. Man kann uns nicht alle über einen Kamm scheren und ich finde, man sollte denjenigen, die auch die positiven Seiten sehen, diese positiven Aspekte auch lassen und nicht versuchen, Ihnen diese zu nehmen.

4 „Gefällt mir“

Vielleicht müssten wir mehr unterscheiden was die positiven Seiten (wenn überhaupt) für einen selbst sind und hier intern besprochen werden vs. der öffentlichen Pauschalen positiven Darstellung , die ggf. etwas Kontra ist bei der Akzeptanz von ADHS.

Ich nehme in ganz bestimmten Situationen auch mal keine Medikation weil ich ganz bewusst mein ADHS-so-sein da benötige, aber muss dementsprechend dann kompensieren.

Wenn die Medikation keinen Benefit bietet und man sich nicht mehr sich selbst fühlt macht es ja auch keinen Sinn diese zu nehmen. Da birgt die Medikation ja den Vorteil noch die Wahl zu haben .

2 „Gefällt mir“