Wann wechselt man Wirkstoff?

Hallo!

Ich wollte euch nach euer Erfahrungen wegen Wirkstoffswechsel fragen. Bzw. wann/bei welchen Umständen ihr gewechselt habt. Wenn ihr nicht gewechstelt habt, würde mich auch interessieren, wie ihr gemerkt habt, dass die Medikation gewirkt hat.

Ich bin 36 Jahre alt und wurde diese Winter mit ADHS-I und leichte Depression diagnostiziert. Ich war schon vor drei Jahren mit Depression im Verhaltenstherapie. Ich nehme seit über zwei Monaten Medikinet Adult retardiert. Wir haben mittlerweile auf 2x20 mg hochdosiert. Ich habe dabei keine positive Auswirkung auf meine Symptome gemerkt. Als Nebenwirkungen habe ich Mundtrockenheit und Kopfschmerzen am Abend als Anfang gehabt, diese habe ich nicht mehr. Die Nebenwirkungen, die anhaltend sind, sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, ein hohes Ruhepuls (über 100 bpm bei am Couch/am Schreibtisch sitzen), und eine sehr hohe Unruhe wenn ich in eine Umgebung mit viele Reize war (also zum Beispiel am Bank sitzen im Park habe ich einen sehr aufgeregten Stimmung, als ob ich sehr auf die Umgebung/Menschen aufpassen müsste, ein bisschen wie bei Nervösität bei einen Vortrag, nur viel stärker, und nicht mental, sonder wie vom Körper kommend. Ich kann es schwierig beschreiben, aber es ist anders, als normale Angstgefühl oder Aufgeregtheit). Was diese Nebenwirkungen auch noch zusätzlich bei mir bewirken, dass ich kein Sport mehr treiben kann, da mein Magen immer sehr unangenehm voll ist, auch wenn ich nur wenig gegessen habe (ich muss ja etwas essen, sonst krieg ich all die retardierte Wirkstoff auf einmal und das ist kein gutes Gefühl), und die Puls wird auch sehr hoch. Das finde ich besonders schlimm, da ich vorher intensiv Sport getrieben habe und es sehr gut für meine Symptome und Allgemeinwohlgefühl gefunden habe. Bei diesen Dosis habe ich auch Schwierigkeiten mit Einzuschlafen gehabt. Mit Einschlafen und Durchschlafen habe ich übrigens schon immer Probleme gehabt, aber vor einen halben Jahr habe ich mir eine schwere Decke (8 kg) gekauft und seitdem habe ich wie eine Baby geschlafen. Es war richtig gut und ich habe einen riesigen Unterschied in meine Leistung und Laune gemerkt, dass ich endlich ausgeschlafen war. Na das war jetzt mit 40 mg MPH weg.

Bei meinen letzten Artzbesuch habe ich diese Problematik vorgestellt und sie hat mir vorgeschlagen, dass ich noch 50 mg Quetiapin abends nehme, um mehr ruhig zu werden und einfacher einzuschlafen. Gleichzeitig hat sie mir vorgeschlagen, dass ich auf 20 mg + 10 mg MPH runterdosiere. Sie hat auch gesagt, dass ich mit der Quetiapin aufhören kann, wenn die Nebenwirkungen zu stark sind.

Es sind jetzt zwei Wochen vergangen, und ich bin ziemlich am Verzweifeln. Ich kann zwar einschlafen, aber jeden Morgen habe ich riesige Schwierigkeiten, aus dem Bett zu steigen. Ich bin auch am Rest des Tages ziemlich Kraftlos. Die MPH zeigt weiterhin keine positive Wirkung, aber da ich die Dosis runtergesetzt habe, bin ich auch nicht wirklich überrascht. Also mein Produktivität ist noch niedriger, als ich unbehandelt war. Wenn ich keine Haustiere hätte, wäre ich an manche Tage gar nicht aus dem Bett rausgekommen. Mein Prof hat mich mittlerweile auch angerufen, weil ich ihm null Antwort auf sein E-mail geschickt habe (ich bin Doktorand). Ich habe ihm gesagt, dass ich ein Problem mit meine neue Medikation habe… ich will nicht zu viel darüber ihm erzählen, weil ich mich nicht in die Fuß schießen will wegen zukünftige Jobs.

Ich würde gerne eine andere Wirkstoff probieren, aber ich weiß nicht, ob das gerechtfertigt ist bei meine Situation. Für mich sind diese Nebenwirkungen bei 40 mg MPH nicht mehr akzeptabel, vor allem, wenn keine Wirkung dabei ist. Aber ich weiß nicht, ob das genug ist für ein Wechsel. Wenn ich bei meine Ärztin sitze, verwandel ich mich in ein schüchternes, fünfjähriges Kind und akzeptier alles ohne Diskussion. Sind zwei Monate zu wenig? Bin ich nur zu ungeduldig? Ich weiß, dass es bei Allen unterschiedlich ist, aber ich würde gerne wissen, ob ich total unrealistische Erwartungen habe. Ich weiß z.B. dass ich keine Wunder von Medikation erwarten soll („pills don´t teach skills“), aber ich sollte etwas davon merken, oder?

Danke, @disori, für Deinen Beitrag.

Wir haben uns hier mal lange über Wirkstoffunterschiede und -wechsel ausgestauscht: <URL url="https://adhs-forum.adxs.org/t/nicht-oeffentliche-themenbereiche/54/1 text=„viewtopic.php?f=8&t=890&hilit=Methylphe … t=20#p6841“>https://adhs-forum.adxs.org/t/nicht-oeffentliche-themenbereiche/54/1

Aber verglichen mit Deiner Schilderung scheint das dort eher die Luxus-Konstellation „läuft ganz gut, trotzdem als Optimierungsversuch mal wechseln?“.

Ich finde großartig, was Du alles ergänzend mit Sport, Decke, pills/skills versuchst. Und im Übrigen auch, wie klar Du Wirkung bzw. die Nebenwirkungen beschreibst. Kannst Du der Ärztin vielleicht mal in Ruhe und mit Abstand eine Mail schreiben, damit Deine 5-Jährige Dir da nicht reinfunkt?

Für mich klingt es derzeit jedenfalls nach „mehr Nachteile als Vorteile“. Ich kann nur als betroffener Laie rückmelden, dass ich mit einem solchen Nebenwirkungspaket wohl schon längst abgeschreckt gewesen wäre. Und falls Du das anbringst und trotzdem kein Gehör findest, würde ich - parallel wohl zunächst - mal eine andere Adresse suchen.

Danke für den Antwort! Ich habe die Unterschiedthread gelesen, ist sehr informativ. Ich habe bis jetzt keine Erfahrung mit dauerhaften Medikamentennahme gehabt und meine Ärztin macht mir den Eindruck, dass Nebenwirkungen ein Übel ist, die man akzeptieren muss. Und ich habe auch die oft typische Selbstzweifel der ADHS-Betroffenen. Außerdem habe ich es mir angewohnt, ja gar keine Probleme zu zeigen und sich nicht beschweren, damit man es nicht entdeckt, was für eine Chaot ich bin. Einfach mal unauffälig sein. Ich finde es deshalb schwierig, meine Probleme bei jene Arzt zu schildern, weil meine instinktive Antwort „Alles ist perfekt, bitte gib mir eine gute Note.“ ist. Auch wenn man bei Ärzte/Therapeuten keine Noten kriegt… :lol: Naja, es ist definitiv Zeit für eine neue Verhaltenstherapie.

Ich werde bei meine nächste Termin nach Wirkstoffwechsel fragen. Hoffentlich geht sie darauf ein.


hatte auch ein paar Nebenwirkungen, die dann weggingen


Ruhepuls bei jeder neuen Hochdosierung ein problem, und wenn ich mal eine höhere Dosis teste habe ich das immer noch.
Ansonsten hat sich diese Nebenwirkung auch eingependelt.


Das habe ich auch schon mal so beim 1x 10mg unretardiert und ich meine die ersten Male als Ritalin Adult hinten in seiner höchsten Wirkung war. Also irgendwie wie auf 50 Tassen Kaffee so eine ganz unangenehme Unruhe. In passender Dosierung filtert mir MPH die Reize wunderbar weg.


Das ist mal aber voll Suboptimal, kann sein dass dein Magen einfach Medikinet in seiner ZUsammensetzung nicht verträgt.?
Als ich die ersten Male unretardiertes ausprobiert habe, da fühlte es sich an als ob ich einen Stein im Magen habe. Das war eines der fiesesten Nebenwirkungen überhaupt, diese Gefühl beschrieb mir auch mal ein Kind als es Ritalin nehmen musste.


Oh man, da findest du so eine einfache Lösung und MPH haut sie dir weg, leider kann das wirklich eine Nebenwirkung von MPH sein.

Puh zusätzlich noch was nehmen ??? da finde ich es sinniger erstmal wirklich an der Dosis zu schrauben.
Das kann wirklich dauern bis man dese gefunden hat, und das scheint bei dir definitiv nicht so.

Ich finde da hast du recht , die Nebenwirkungen sind eine Nr. zu hoch, wo man nun nicht genau weiß ob es am Wirkstoff , dem MPH-Produkt oder der Dosis liegt. ???
Aber definitiv ist das so nicht stimmig und man kann da auch nicht sagen , ein paar Nebenwirkungen gehören halt dazu.
Die richtige Dosierung ist im Idealfall so viel Wirkung wie möglich mit geringster Nebenwirkung.

Das finde ich eine gute Idee und das führen eines Medikamententagebuches mit genauer Einnnahmeuhrzeit und wann du welche Wirkung und Nebenwirkung verspürst.

und mich interessieren deine Erfahrungen mit der Gewichtsdecke

Ja, du solltest etwas davon merken.

Wobei manche Betroffene auch eine deutliche Wirkung haben, die nur die Umgebung bemerkt, aber sie selbst nicht.

Kann natürlich sein, dass eine gute Wirkung erst kommt, wenn du höher dosierst. Was du natürlich nicht machen solltest, wenn die Nebenwirkungen schon jetzt so übel sind, klar.

Und es kann auch sein, dass speziell das Medikinet Adult nicht das Produkt ist, was zu dir passt. Zum Beispiel wegen der Bindung der Retardierung an das Essen.

Aber gar nichts essen geht natürlich eigentlich auch nicht. Das heißt du hast vor der Medieinnahme normal gegessen, hattest aber nicht dieses Völlegefühl??

Quetiapin?? :shock:

Dann kommt das Morgens nicht wach werden von dem Quetiapin und nicht vom Medikinet?

Also, viele Betroffene berichten, dass sie wenn sie anfangen MPH zu nehmen, abends besser einschlafen können. Aber das Gegenteil gibt es auch, und zwar immer dann wenn man gerade in der Abklingphase des MPH einschlafen möchte. D. h. entweder die zweite Kapsel früher nehmen oder etwas unretardiert am Abend.

Für dich sollte aber erst einmal interessant sein, ob MPH überhaupt etwas für dich ist und wie hoch deine erste Dosis am Morgen sein muss. Also daher würde ich an deiner Stelle mittags gar nichts nehmen, bis du das weißt.

Anstatt ein weiteres Mittel zu nehmen, was wieder andere Probleme verursacht. Ich finde die Empfehlung mit dem Quetiapin problematisch.

Vormittags wirkt ja weiterhin die 20-mg-Kapsel. D. h. die Wirkung am Vormittag dürfte dieselbe sein, egal ob du mittags 10 mg, 20 mg oder nichts nimmst.

Frag doch mal die Ärztin, ob du auch Ritalin Adult haben kannst. Aber auch dieses langsam hochdosieren, nicht sofort mit 20 mg anfangen.

Oder unretardiertes MPH. Das wirkt allerdings nur halb so lange wie die Kapseln.

Viele Grüße
Falschparker


Kann ich in allen Punkten an mir selbst zu 100% bestätigen.


ja das wäre auch noch ne Möglichkeit sich darüber langsam heranzutasten

Ja, das ist definitiv seit dem ich die Quetiapin nehme. Auch als ich mit dem 40 mg MPH Probleme mit dem Einschlafen hatte, bin ich um 7 aufgestanden. Deshalb war es für mich immer wichtig, rechtzeitig schlafen zu gehen, da ich um 7 immer wach war (wegen den Arbeit hat sich mein Körper darauf eingestellt).

Für mich wäre das auch eher sinnvoll, ich war aber völlig unvorbereitet bei der Arzttermin. Ich wusste nicht mal was Quetiapin ist, ich habe mich nur in die Medikamente direkt für ADHS reingelesen. Sonst hätte ich auch gesagt, dass ich nicht etwas für Beruhigung möchte. Klar, Reize sind ein Problem für mich, aber ich würde gerne erstmal das richtige Wirkstoff für ADHS finden, und dann könnten wir noch an die „Rest“ schrauben.

Das hört sich gut an, mit eine genaue Tagebuch komme ich vielleicht ein bisschen besser an. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Symptome die Ärztin nicht gut genug erklärt habe. Ich glaube sie hat gedacht, dass ich eine große Problem mit diese „50-Kaffee-getrunken“-Gefühl hatte und dass da ich „eh schon“ Depression habe, dann können wir es mit dem Quetiapin behandeln.

Also die schwere Decke ist DAS BESTE Einkauf überhaupt für mein ADHS gewesen (neben meinen noise-cancelling Kopfhörer). Es soll den Körper durch einen Druck entspannen, die tiefer ins Gewebe/Muskeln ankommt. Sowas, wie auch eine Umarmung wirkt, oder wie eine fest gewickelte Baby entspannt wird. Ich habe sofortige Verbesserung von mein Einschlafdauer, Durchschlafen und Schlafqualität gemerkt. Ich habe vorher oft über eine Stunde wach im Bett gelegen, weshalb ich mir angewöhnt habe, nur „tot müde“ ins Bett zu legen, weil es sonst zu frustrierend war. Damit habe ich auch natürlich immer weniger als ideal geschlafen, weil ich trotzdem immer um 7 wach war. Bei Zeiten mit sehr hohen Stress habe ich dann auch Gras geraucht, um runterzukommen und überhaupt einschlafen zu können. Und ich achte auch sonst auf Schlafhygiene, also Blaulichtfilter, kein Handy im Bett, nicht im Bett tagsüber rumliegen, damit ich das Bett mental nur mit Schlafen im Verbindung setze. Und dazu kam seit meine 30er, dass ich mindestens einmal, aber normalerweise zweimal pro Nacht wach geworden bin und dann lange nicht eingeschlafen konnte.

Seit dem schweren Decke wach ich in der Nacht nicht mehr auf! Auch nicht, wenn ich zu viel Wasser getrunken habe. Das Unterschied vom Ausgeruht sein habe ich auch schon nach dem ersten Nacht gemerkt, meine ADHS Symptome waren weniger schlimm.

Ich habe gelesen, dass manche sich nach paar Monaten an die Decke gewöhnen, aber dann kann man es mit paar Tage weglassen wieder „wie neu“ verwenden. Ich kann es wirklich mit warmsten Herzen empfehlen. Man muss sich ein bisschen andere Art ins/aus Bett steigen gewöhnen, man hebt die Decke nicht so hoch, sondern man rollt/kriecht am Bestem darunter, aber das ist ja wirklich kein Problem. Es gibt mehrere Gewichte, man kann es auch nur auf die Beine oder nur auf den Oberkörper legen, es ist individuell unterschiedlich, wie es am angenehmsten ist. Ich lege es auf dem ganzen Körper, bis zum Kinn. Grundsätzlich gilt, dass man ca. 10% vom Körpergewicht nehmen soll. Ich schwanke um die 70 kg, weshalb ich die 8 kg schwere gekauft habe. Ich mache ganz normal einen Bezug drauf und wasche den Bezug mit dem Rest der Bettbezüge. Ich habe es durch Amazon gekauft, die „TherapieDecke“, es gibt aber bestimmt anderswo. Preislich ist das jetzt eine der höchste, mittlerweile gibt es schon sehr viele um die 40-50 €, damals fand ich nicht so viele Alternativen. Puh, das ist jetzt eine Novelle geworden. Ich hoffe, das ist hilfsreich.

Ich habe vorher nur am Wochenenden gefrühstückt, Mittagessen jeden Tag. Ich hatte nie so einen Problem mit Übelkeit und „Stein im Magen“ gehabt. Ganz im Gegenteil, ich hatte eine definitive Problem mit binge eating gehabt, wo ich in stressvolle Zeiten mich übermäßig mit Essen gestopft habe und auch in diese Situation war mir nicht übel. Eigentlich habe ich einen sehr guten Magen, im Urlaub war mir auch noch nie schlecht, ich konnte quasi in Mexico vom Straßenboden essen :smiley:

Ich nehme die zweite Dosis zwischen 12 und 13 Uhr. Da ich keine Wirkung von den Ersten merke, fühle ich auch nicht, wann es abklingt, und deshalb habe ich das Zweite bis jetzt wortwörtlich mittags genommen. Außer, wenn ich es vergessen habe… ich finde es persönlich ziemlich schwierig, mich an die Zweite zu erinnern. Die Erste kann man gut ans Aufstehen ranknüpfen.

Naja, ich glaube das Fazit ist, dass ich Medikinet nicht höher dosieren werde. Bzw. werde ich das meine Ärztin so sagen, dass ich eine andere Mittel ausprobieren möchte. Ich würde ja einige Nebenwirkungen verkraften können, aber das ist zu viel.

Mal ne dumme Frage an die anderen… meint ihr, die ideale Dosis könnte unter 10mg liegen und vielleicht bei der Eindosierung verpasst worden sein? Mir schlackern immer die Ohren bei den hohen Dosen, die viele ja zu recht nehmen. Ich selber vertrage nur sehr niedrige Dosen, was aber recht selten ist und ich weiß nicht, ob es hier in den Raum gestellt werden sollte…

Naja, eine Überdosierung sollte dann aber doch deutlich spürbar sein, oder?

Im übrigen war mein letzter Stand, dass niedrige Dosen bei Erwachsenen häufiger sind als hohe…


Dachte ich auch spontan. Entweder zu hoch, oder zu schnell aufdosiert. „50-Kaffee-Gefühl“ ist mit Sicherheit nicht im Sinne des Erfinders.

Wöchentliches Aufdosieren halte ich mittlerweile für unsinnig, man merkt ja erst nach einer ganzen Weile, auf welche Bereiche das Medikament einwirkt. Das müssen nicht immer Konzentration oder Aufmerksamkeit sein.

Bei meinem Erstversuch mit Medikinet gings mir damit ziemlich schlecht - beim sehr langsamen und sehr aufmerksamen Zweitversuch schon deutlich besser.

Sollte man tatsächlich weiter aufdosieren, solange starke Nebenwirkungen vorhanden sind? Was habt Ihr da für Erfahrungen gemacht?

Als du 50 Kaffee geschrieben hast, habe ich mir den ursprünglichen Post nochmal angesehen und tatsächlich: Das könnten Symptome einer deutlichen Überdosierung sein. :?

Ich bin offen für alle Ideen. Es kann sein, dass 10 mg zu hoch war, damit habe ich angefangen. Wir haben aber auf jedem Fall nicht wöchentlich hochdosiert, wir sind nach zwei Monaten bei 20 x 20 angekommen, es waren zwei bis drei Wochen zwischen der Erhöhungen. Die oben genannte „50-Kaffee-Gefühl“ habe ich dann bei der 20 x 20 Schritt gefühlt. Da habe ich mir auch gedacht, ja, das fühlt sich nach zu viel an. Mit diese Gedanke bin dann zu den Arzttermin gegangen, und habe dann nachdem ich das Gefühl beschrieben habe, die Quetiapin bekommen. Wie gesagt, ich glaube ich habe die Symptome nicht richtig beschrieben und sie hat mich falsch verstanden.

Paar Zusatzinfos, die vielleicht helfen: ich habe einmal vergessen, vor der 10 mg Mittagsdosis zu essen. Das Gefühl, was ich damit hatte, war definitiv energetisch, aber sehr unangenehm. So stelle ich mir vor, Kokain, oder sowas ähnliches zu sein. Es hat mir aber nicht einen therapeutischen Eindruck gemacht. Eher halt wie ein bad trip. Aber das war das einziges Mal, dass ich es außer der Nebenwirkungen gemerkt habe, dass ich etwas genommen habe.

Zweites: ich beobachte mich schon öfters, wie ich mit Konzentrieren, Alltagsgeräusche, Erschöpftheit, etc. umgehe. Ich habe an einem morgen, circa eine Stunde nach der 20 mg-Einnahmetermin meine Kopfhörer abgesetzt und die Baustellengeräusche nebenan zugehört. Bzw. habe ich dabei am PC gearbeitet. Ich habe mir gedacht, ja, vielleicht sind die Geräusche ein bisschen „weiter weg“, vielleicht merke ich einen Unterschied? Ich bin eine halbe Stunde danach aufgestanden, und die Tablette auf dem Küchentisch gefunden… ich habe es garnicht genommen, nur gefrühstückt. Ich würde das zB. als Placebo-Effekt kategorisieren, und wenn die Placebo ähnlich, bzw. gleich der Tablette ist, dann würde ich es als keine Wirkung einstufen.

Das finde ich aber interessant, dass ich vielleicht eine viel kleinere Dosis bräuchte und wir am ganzen Zeit darüber vorbeigeschossen haben.

Was mich zu einen Wirkstoffwechsel treibt, sind die Eigenschaften und die Erfahrungsberichte über Elvanse. ZB. wäre mein Magen/Sportproblem hoffentlich besser, mit nur einen Dosis am Morgen. Die stimmungsaufhellende Effekt wäre auch gut für meine leichte Depression. Das hat mich auch angesprochen:

Hi disori, ich bin im ähnlichen Alter und habe vor ein paar Tagen mit Medikinet Adult angefangen, einmal am Tag 10mg, deshalb interessiert mich deine Erfahrung auch.
Verstehe ich dich richtig, dass Medikinet, abgesehen von den Nebenwirkungen, überhaupt nichts macht? Also abgesehen von den Nebenwirkungen ist es so, als ob du kein Medikinet genommen hast?

Oder zeigt es schon eine Wirkung, aber nicht die, die beabsichtigt wurde?

Na dann hätte dir die Ärztin doch nie Medikinet Adult verschreiben dürfen. Medikinet Adult ist etwas für leidenschaftliche Frühstücker wie mich. :sunglasses:

[size=85](By the way: Weil ich kein leidenschaftlicher und vor allem kein regelmäßiger Mittagesser bin, nehme ich Medikinet Adult nur morgens, und mittags Ritalin Adult.)[/size]

Aber jemand, für die das ein Greuel ist, zur Frühstückerin zu machen nur wegen dem Medikament, und dann wegen der Nebenwirkungen ein keineswegs unbedenkliches zweites Medikament, das noch schlimmere Nebenwirkungen hat, was gibt das denn wenn es fertig ist? :oops:

Ja, außer der Nebenwirkungen ist es als ob ich nichts genommen hätte. Das ist aber meine persönliche Erfahrung, und wie ich hier gelesen habe, nicht gerade typisch. Das kann für dich ganz anders sein :slight_smile:

Das liegt aber nicht an ihr, ich habe nicht mal gewusst, dass ich solche Präferenzen überhaupt äußern kann. Oder dass sie relevant sind. Hier, bumm, kriegst du die Tablette, und da es mit Mahlzeit ist, dann isst du Mahlzeit :smiley:

Ja, das wollte ich wissen. Du weißt ja, dass es noch einen anderen Wirkstoff gibt, und das wohl circa 30% nicht auf MPH ansprechen. Bei mir wirkt es bisher toll. Ich weiß noch nicht, ob meine Dosierung passt, aber ich bin ja gerade in der Eindosierung.
Elvanse wäre doch eine Möglichkeit bei dir?!

Ja, hoffentlich werden wir den Wirkstoff wechseln. Diese Kombination ist mir momentan nicht wirklich hilfsreich. Ich freu mich aber, dass die Ärztin gesagt hat, dass ich die Quetiapin absetzen kann, wenn die Nebenwirkungen zu heftig sind. Ich habe gestern abend es nicht mehr genommen und heute konnte ich wieder richtig aufwachen. Ich habe deine Post mit deinen Diagnosenweg durchgelesen und wir haben einige ähnliche Symptome. Ich bin angespannt und kann mich nicht wirklich abschalten und gleichzeitig kann ich mich nicht zu Sachen aufraffen. Für mich persönlich war die Beruhigungswirkung von Quetiapin damit eine weitere Hürde.

Ich habe damals meine Diagnose bei eine sehr kompetente, erfahrene und einfühlsame Spezialistin bekommen. Leider macht sie keine ärztliche Praxis mehr, nur psychogische, und das auch nur für PV. Sie hat mir auch gesagt, wie deine Therapeutin dir, dass ich sehr gut kompensieren kann. Sie hat mir aber, im Gegensatz zu deine, gesagt, dass es ziemlich typisch für solche Menschen, dass es nach eine Weile überhaupt nicht mehr weiter geht. Da bin ich auch gerade, in einen Leistungsloch…

Noch eine Gedanke zu deine Diagnosethread, nicht unbedingt für dich, weil du es ja schon durch hast, aber falls jemand es mitliest, die es braucht: ich habe mich damals auf die Fragebogen auch so eingestuft, dass ich abwarten kann, bis ich dran bin. Mein Partner hat auch eine gleiche Fragebogen bekommen und er hat geschrieben, dass ich das nicht mache :smiley: Also Selbsteinschätzung ist in manche Bereiche nicht unbedingt 100%. Ich habe genau was du auch geschrieben hast gesagt, dass natürlich warte ich ab, bis ich an der Kasse bin. Aber mein Partner hat mir gesagt, dass ich ihm und andere Menschen nicht zu Ende reden lasse, ich sichtbar nicht merke, dass jemand noch nicht zu Ende geredet hat und in ähnliche, nicht klar geregelte Fälle (im Gegensatz zu eine Schlange an der Kasse) nicht abwarte, dass ich dran bin.

Hallo an Alle!

Ich habe Elvanse bekommen! Es war kein einfaches Gespräch, ich war aber vorbereitet und ich habe meine Gründe sanft aber hartnäckig gelistet. Ich freue mich sehr, dass meine Ärztin so offen war für meine eigene Input. Ich habe aber dabei auch betont, dass ich ihre Entscheidungen nicht meine unterordne, ich glaube den Respekt soll man immer den Fachfrau/mann geben, sie haben ja es auch studiert und haben Erfahrung damit.

Meine Erfahrung ist natürlich nicht universal und manche Psychologen/Neurologen gehen anders mit Patienteninput um. Es ist aber glaube ich wert, mindestens sanft ranzutasten, ob man ernst genommen wird. Vor Allem, wenn man sich selbst kennt, dass man immer einfach auf alles ja sagt und später traurig darüber ist, dass man nicht einen Diskussion gehabt hat.


Grundsätzlich Zustimmung, was den Respekt angeht.

Aber:

Gerade ADHSler haben aufgrund von Begeisterungsfähigkeit, Hartnäckigkeit, Informationsjunkieness und Hyperfokusfähigkeit die Angwewohnheit, sich binnen kurzer Zeit zum Experten zu mausern, wenn sie ein Thema interessiert oder stark betrifft. Viele Psychiater haben dagegen noch wenig Erfahrung mit ADHS, da Erwachsenen-ADHS ja noch gar nicht so lange bekannt ist.

Man kann also davon ausgehen, dass sich viele ADHSler mit dem Thema ADHS und der Wirkweise von Medikamenten sehr gut auskennen, oft besser als der behandelnde Psychiater. Das sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.

Auf der anderen Seite haben ADHSler oft auch die unangenehme Neigung zur Besserwisserei und sich von „Idioten umzingelt“ zusehen.

Ich sehe das Problem also eher darin, zu sehr raushängen zu lassen, dass man sich ggf. besser auskennt.