Was Hasst ihr an eurer ADHS?

Ein Thread um einfach mal Dampf und Frust abzulassen…

Ich hoffe es gibt so einen in der Art noch nicht, ich habe jedenfalls keinen gefunden.

Was geht euch so richtig auf den Zeiger?

Was belastet euch am meisten?

Bei mir ist es vor allem die Erschöpfung.

Alles fühlt sich soo unendlich anstrengend an. Als ob ich jede Aktivität mit schweren Steinen an den Beinen machen müsste (außer natürlich, es kickt der Hyperfokus).

Den ganzen Tag müde, ich schleppe mich irgendwie nur so durch und dann, wenn ich endlich im Bett bin, kann ich nicht schlafen… Kopf sagt nein. Ich muss den nächsten Tag planen, führe interne Streitgespräche mit anderen, denke drüber nach was ich vor 10 Jahren zu Grund meines Freundes dummes gesagt habe etc. etc.

Das bestimmt und belastet mein ganzes Leben. Privat, Ehe, Kinder, Arbeit.

Punkt zwei ist die Impulsivität. Wenn mir was einfällt, das noch gemacht werden muss, dann muss ich es JETZT machen. Auch weil ich weiß, dass ich es sonst auf jeden Fall wieder vergesse.

Vor allem in Situationen wenn ich mit meinen Kindern spiele z.B. und dann immer wieder kurz weg renne um irgendwas zu machen.

Ich denke mir dann immer, dass ich ihnen dadurch sicher das Gefühl gebe, dass sie nicht wichtig sind,noderndassnich nicht gerne mit ihnen spiele, aber ich kann trotzdem oft nicht anders…

Drittens: das gedankliche abschweifen in Gesprächen… mittlerweile wissen wir immerhin, woher es kommt, aber auch keine Frau hat sehr oft das Gefühl (gehabt), ich würde mich nicht für sie interessieren, weil ich gedanklich so oft nicht bei der Sache bin. Oder auch verzögert antworte (weil ich erst noch 30 verschiedene Sachen die hdenoen muss bevor ich eine “fundierte” antwort geben kann).

Aber auch im Arbeitskontext ist das oft sehr unangenehm. In Gesprächen oder Schichtübergaben bekomme ich oft viele Dinge nicht mit, die teilweise aber auch wichtig wären, weil mein Hirn mal wieder auf Traumreise ist…

Das sind meine Top drei der Dinge, die mich im Alltag am meisten belasten…

Was ist es bei euch?

Wie sieht’s bei euch aus?

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Zum Dampf ablassen eignet sich auch mein Wut-Thread :grin: Wut-Thread: Du bist ZU.../Kannst du nicht EINFACH

Das kotzt mich auch so an. Trotz Medikament ist es nicht arg besser. Ich lerne, und dann ZACK oh ich wollte mich doch noch bei der Veranstaltung anmelden…also ran an den Laptop. Und dann fällt mir ein, ich wollte noch das an meiner Präsentation ändern… und lernen ist vergessen.

Oder ich bin am essen und ich muss aber JETZT aufstehen und Staubsaugen weil ich die Krümel da gerade sehe.

Usw :neutral_face: Man kommt einfach zu nichts, bzw macht nichts richtig fertig.

Geht mir in der Uni & auf der Arbeit auch so. Und dann steht man immer wie ein Trottel da, alle fangen emsig an mit arbeiten, und ich so: “…was sollen wir machen?” Oder der Chef muss mir Dinge 1,2,3x sagen oder nachtragen. Er macht es zwar immer lächelnd und mit einer Engels Geduld, aber inzwischen denkt er sich wahrscheinlich auch öfters mal “Wieso macht sie nicht einfach?” :sweat_smile:

Und dann natürlich das Tagträumen, ich sollte xy tun aber bin Gedanklich gaaaanz wo anders. Und hab nicht aufgepasst. Und versuche dann, unauffällig mir herzuleiten, aber ich gerade zu tun habe. :anxious_face_with_sweat:

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Ich hasse mein AD#S nicht. Habe ich noch nie. Was ich nicht mag ist „mich“ am Tag ohne Medikinet. Weil ich mich ohne nicht kenne.

Dieser Moment, wenn dein Hirn checkt, was der Rest vom Körper schon weiß: „:weary_face: Tablette vergessen!“

Was ist gar nicht leiden kann: wenn andere über das thema „sprechen“ ohne dass sie wissen, dass du Betroffen bist.

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Hassen ist für mich nicht ganz der passende Ausdruck, weil ich ja mich selbst nicht hasse.

Aaaaber, ich hadere damit, dass ich einerseits akzeptieren lernen muss was nunmal ADHS bedingt ist und zur gleichen Zeit trotzdem daran arbeiten muss es in den Griff zu bekommen.

Z.b Mein zu spät kommen liegt am ADHS , was ich akzeptieren muss und doch zur gleichen Zeit daran arbeiten muss nicht zu spät zu kommen .

Also ich kann nicht einfach sagen , dass ich ADHS habe und deswegen halt zu spät komme.

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Hallo und :heart: Willkommen Liebe @Levi1608
Vielen herzlichen Dank für Dein neues Thema hier im Adxs Forum, und ich persönlich finde es übrigens wirklich extrem erfreulich das Du Lust und Deine Zeit hast die Du hier in ein neues Thema rein steckst, und um Dich hier bei uns im Adxs Forum sehr freundlich und sympathisch am Austausch mit anderen Adhs’lern/innen zu beteiligen. :+1:

Und um Dir hier in Deinem tollen Thema auch gleich zu antworten, kann ich persönlich Dir jedenfalls spontan antworten, dass auch ich massive Probleme mit meiner „Antriebskraft“ habe, und ausserdem auch ebenfalls ein Problem mit z.T. zuviel „Impulsivität“ habe, oder in meinem persönlichen Fall auch sehr oft „innerlich unruhig“ bin, und von „Schlafproblemen“, oder von meiner Unfähigkeit eine Tagesstruktur nicht dauerhaft aufrecht erhalten zu können, fange ich lieber erst garnicht an davon zu erzählen, weil ich halt alleine nur schon darüber einen Roman erzählen könnte.

Jedenfalls fange ich deshalb lieber erst garnicht an zu erzählen, weil das bei mir persönlich Quasi „mein persönlicher Fluch“ ist.

Heisst kaum habe ich es „mal wieder eine Zeit lang geschafft eine gewisse Routine über längeren Zeitraum bei mir einzubauen, geht es meistens nicht all zu lange, bis mich wieder eine totale Erschöpfung einholt, und ich dann wieder auf unbestimmte Zeit „am Boden liege“, und dann wenn dieser Punkt wieder gekommen ist, brauche ich nach einem „Hoch“, in der Regel die doppelte Zeit um aus dem „Tief“ wieder auf meine Beine zu kommen, um wieder weiter machen zu können“.

Und was kann ich sonst noch über mein ADHS sagen?, Hmmm :thinking:, also in meinem ganz eigenen und persönlichen Fall, höchstens das manche Dinge z.T. tatsächlich „ein bisschen besser geworden sind“, und aber andere Dinge gleich geblieben sind, oder sagen wir „ähnlich geblieben sind“.

Und dann natürlich noch, obwohl ich mir das früher mal so vorgestellt hatte, von wegen das „ab einem gewissen Alter“, sprich wenn man langsam ins Pensionsalter kommt „alles leichter wird“, leider totaler Bullshit ist, weil nur weil man älter wird hören die Anforderungen im Leben ja nicht auf, sondern verändern sich höchstens nur.

Also von wegen gemütlich und so, und eben, dass ADHS verschwindet ja deshalb nicht über Nacht, oder womöglich wie durch Zauberhand, nur weil man langsam aber sicher immer älter wird.

Aber bevor ich noch weiter ausschweife und womöglich hier ewige Monologe führe, was übrigens auch etwas ist was bei mir sehr stark ausgeprägt ist :wink: , wollte ich Dir Liebe Levi1608 noch mal Danke für Dein Thema hier sagen. :people_hugging:

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Vielleicht ist “Hass” ein zu starker Ausdruck, ich kann den Titel leider nicht mehr ändern.

Aber zumindest auf die Müdigkeit/ Erschöpfung trifft das tatsächlich zu.

Aktuell wieder genau das typische Beispiel. Den ganzen Tag hundemüde gewesen, super eingeschlafen, nach 2 Stunden wach… insgesamt jetzt wieder seit 3 Stunden…

Auch in der Beziehung/ Ehe hat das schon so viel kaputt gemacht.

Ich bin ein permanenter Bremsklotz. Ich blicke erstmal sehr viel ab, nicht weil ich keine Lust auf etwas habe, sondern weil ich nie weiß, ob ich es vom Energielevel her packe.

Egal ob das Ausflüge, irgendwelche Vorhaben oder sonstiges sind.

Urlaub ist z.B. ein absoluter Horror für mich, während meinen Frau das liebt. Aber dann den ganzen Tag unterwegs sein, auch wenn’s “nur” am Strand liegen ist, auch schon vor den Kindern, (erstmal das Zeug hin schleppen, aufbauen, Sonnencreme, abbauen, heim fahren, duschen, abends noch aus gehen).

Das sind eigentlich Sachen, die ich irgendwo auch gerne mach, aber die mich wahnsinnig viel Energie kosten. Und gerade im Urlaub bleibt kaum Zeit zur Regeneration (klingt paradox, aber ich hoffe ihr versteht was ich meine), weil man jeden Tag auf Achse ist.

Das hat schon zu so viel Streit und Frust geführt (von der Seite meiner Frau und durchaus verständlich).

Wie gesagt, eigentlich WILL ich ja, aber ich bin einfach immer sooo müde.

Und je mehr an einem Tag zu tun ist, desto schlimmer ist es. Wenn ich weiß, dass viel anliegt, bin ich schon am Morgen soo platt dass ich fast gar nichts kann (und mich dann trotzdem dazu zwingen) aber es ist permanent einfach nur ein Überleben und kein Leben…

Ich habe gelesen, dass das mit Medikation besser werden KANN, momentan warte ich noch auf den Termin (ich hab meine Diagnose erst seit November)….

Aber ich hasse diesen Zustand der ständigen l, teils wirklich lähmenden Erschöpfung.

Auch wenn ich nicht weiß, ob das ““nur” auf die ADHS zurückzuführen ist, da auch Depressionen seit meiner Jugend eine ziemlich Große Rolle in meinem Leben spielen l.

Es freut mich, wenn es dir gefällt.

Ich bin übrigens ein (nicht immer ganz so) liebeR Levi :sweat_smile:

Ein Fluch, das trifft den Nagel echt auf den Kopf!

Ich kenne das auch ziemlich gut. Ich zwinge mich oft auch, deutlich über meine Grenzen, zu funktionieren und durchzuziehen. Vor allem seit wir Kinder haben gehe ich täglich über meine Energiereserven, was sich mittlerweile auch leider ziemlich deutlich abzeichnet, dass ich das nicht mehr ganz so lange durchhalten werde.

Mir geht’s dabei meistens nicht um mich, sondern um für die anderen, also keine Familie da zu sein.

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Der müsste ADHS sicher sein, und immer änderbar eigentlich. :pencil: :heart:

Zu Wollen aber nicht Können soll wohl schon so ein ADHS Ding sein, ja.

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Hallo lieber Levi

Also bei mir passt hassen eigentlich recht gut. Wenn Leute mit ADHS gefragt werden, ob sie ihr ADHS abgeben möchten oder nicht, überlege ich mir auch immer mit. Ich glaube ich würde es abgeben.

Es gibt Dinge die ich mag. Meine quirlige Art, dass ich sehr flexibel, empathisch und neugierig bin und dass ich assoziativ denke.

-Aber ich hasse, dass ich so Mühe mit Planen habe. Trotz viel Übung in dem Bereich schaffe ich es einfach nicht frühzeitig und realistisch zu planen.

-Ich gebe mir auch extrem Mühe an alles zu denken, lege extra Dinge bereit, vergesse es aber trotzdem mit zu nehmen.

-Dinge liegen lassen und ihnen dann nachrennen zu müssen ist extrem Mühsam und je nach dem ist es für andere dann auch umständlich.

-Ich lasse mich extrem schnell verunsichern und verdrehe im Kopf dann schnell Dinge. So lasse ich mich beim Autofahren schnell aus dem Konzept bringen und habe schnell Angst, dass sich alle hinter mir nerven. Verdrehe im Gespräch Dinge und merke dann erst später, dass ich was falsches erzählt habe.

-Dinge die ich falsch gemacht habe, bleiben mir zu gut im Gedächtnis.

-Um eine Struktur einzuführen brauche ich sehr viel Aufwand und diese dann einzuhalten fällt mir sehr schwer.

-Selbständig arbeiten und Pausen, sowie Arbeitszeit einteilen kann ich nicht wirklich.

-Prioritäten setzen versuche ich, brauche dann viel Zeit und wähle bestimmt das falsche.

-Aktivitäten stoppen, die ich mag ist manchmal schwierig. Ich kann kein angefangenes 1000er Puzzle unfertig liegen lassen, auch wenn ich etwas wichtiges machen müsste.

-Entscheidungen treffen mache ich nicht gern und so arbeite ich nicht effizient.

-Ich muss ständig auf den Bus rennen, weil ich zu Hause die Zeit vergesse oder trödle. Wenigstens schaffe ich es meist und habe häufig auch noch eine Pufferverbindung eingeplant, dass ich dann pünktlich dort bin wo ich hin muss.

-Ich kann super energiegeladen sein, vor allem bei Dingen die ich mag, oder auf den letzten Drücker. Ich kann Nächte durchmachen, ohne dass ich auf andere müde wirke, oder selber einen grossen Unterschied merke (etwas weniger konzentriert und ein bisschen vergesslicher vielleicht). Viel erleben finde ich super und mag es von einem Termin zum anderen zu hüpfen, solange ich dort ein Programm geboten bekomme und nicht selbständig arbeiten muss. Dann kann ich aber stunden lang schlafen und bin den ganzen Tag müde. Vor allem dann wenn ich etwas selber machen oder erledigen müsste und mich selber motivieren muss und ich alleine bin.

-Mir Abläufen oder Weganweisungen zu merken fällt mir sehr schwer. Dann muss ich mehrmals nachfragen und mache es dann falsch. Ist auch sehr blöd im Labor… Anderen etwas der Reihe nach zu erzählen kann ich auch häufig schlecht, oder Wegbeschreibungen kann ich nicht. Ich muss schon selbst durchlaufen, damit ich weiss wo ich durch muss.

-Einfache Dinge wie eine Inventur kann ich nicht wirklich machen. Dinge zählen kann ich zwar, aber dann vergesse ich wieder was ich gezählt habe bring es durcheinander, schreibe es auf und mache mir dann ständig Gedanken darüber, ob ich nicht alles falsch gezählt habe.

-Ich mache Dinge auf Autopilot, die nicht immer praktisch sind. Z.B. eine Türe automatisch abschliessen, so dass niemand anderes mehr herein kann.

-Zeit alleine brauchen, aber niedergeschlagen sein, wenn man zu lange alleine ist.

-Chaos haben.

Im Alltag geht es auch mit diesen Problemen gut, da ich ein tolles und tolerantes Umfeld habe, sowie einige Strategien und einen Partner der viel kompensiert. Problematisch finde ich aber, dass es halt auch etwas kostet, wenn man wieder einmal Mahnungen zahlen muss.

Bei der Arbeit schränken mich meine Schwierigkeiten aber extrem ein. Ich bin so bemüht, schaffe es aber nie. Ich bin sehr reflektiert, merke wo ich Probleme habe, weiss aber nicht wie ich das verbessern kann. Ich jongliere so viele Dinge in meinem Kopf herum, weiss was ich machen müsste, bringe aber keine Struktur rein, trotz grossem Aufwand und schaffe es so auch nicht wirklich mich zu verbessern.

Das würde ich schon gerne eintauschen.

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Wirklich sehr sehr viel von dem was du geschrieben hast, kenne ich nur zu gut von mir selber.

Ja, es gibt auch Dinge die ich an mir mag, die vermutlich ADHS bedingt sind.

Ich mag Wortspiele, Humor, mir fällt zu fast jedem Satz den höre ein Witz, ein Filmzitat, ein Lied ein.

Oft sind gerade die Witze auch welche, bei denen man zweimal um die Ecke denken muss und ich schaffe es wohl auch, dass das immer Recht trocken rüber kommt.

Auch wenn ich mein Umfeld nicht selten verwirrt, ich mag diese Art an mir.

Ich bin gut in Problemlösung. Ob es ein improvisiertes Werkzeug, Reparatur ist, oder Situationen zu entzerren.

Ich kann einen super coolen Kopf bewahren in Ausnahmesituationen (Medizinischer Notfall, starke Krise eines Bewohners bei der Arbeit mit stark Selbst oder Fremdverletzendem Verhalten etc.).

Ich hab das Gefühl, dass ich sehr empatisch bin und mich, durch das was ich selber schon erlebt habe, gut in Menschen hinein versetzten kann, denen es schlecht geht aus unterschiedlichsten Gründen.

Aber auf der Gegenseite ist das Negative einfach massiv.

Abgeben werde ich es nie können, und ich weiß nicht ob ich es machen würde, wenn es ginge. Trotz allem, bin das halt ich.

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Hass, nicht wirklich.

Das, was mich wirklich ankotzt: Ich bin nicht multitaskingfähig. Also es geht, wenn nichts von beiden einen Stressfaktor darstellt. Aber sonst reicht eine Diskussion mit meiner Frau und ich bekomme nichts mehr auf die Kette. Da könnte mein Sohn die Treppe runterfallen und sich das Genick brechen, ich könnte nichtmal ‘n Krankenwagen rufen. Entweder würde ich die Notrufnummer nicht zusammen bekommen, oder die Adresse falsch durchgeben, oder die Frage “was ist passiert” nicht beantworten können.

Überhaupt sind Diskussionen mit meiner Frau der größte Stressfaktor. Wenn sie dann noch anfängt rumzubrüllen (was passiert, wenn sie mir das 10te Mal erklärt, was ich machen soll, ich aber wegen der Diskussion eben handlungsunfähig bin), ist ganz aus. Zu Hause mach ich mich aus dem Staub (gibt natürlich auch wieder Ärger), um wieder den Kopf frei zu bekommen. Im Auto geht das nicht. Da seh ich mich ihr schon immer ins Lenkrad greifen und uns in den Gegenverkehr oder den nächsten Abhang runterschießen, bloß damit endlich Ruhe ist.

Tja, das sind meine 2 Punkte. Keinerlei Stressresistenz und nicht multitaskingfähig.

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Das ist ja Furchtbar, dass deine Frau dich so stresst. Aber das hat dann doch nix mehr mit ADHS zutun oder? :thinking:

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Die mangelnde Reflexionsfähigkeit.

Oh gute Frage.

Ich würde sagen, dass ich mit meiner Art (war jetzt 20 Jahre ohne Medikamente) überall angeeckt bin und für einen gewissen “mit dir möchte ich nichts zu tun haben” Faktor gesorgt habe.

Das war auch der Hauptgrund, warum ich mich erneut diagnostiziert lassen habe, um diese DInge wieder in den Griff zu bekommen.

Das allgemeine “schwere” Einschlafen stresst mich außerdem auch schon seit vielen Jahren.

Das rechtfertigt aber in keiner Weise wie deine Frau mit dir umgeht.
Dann könnte sie besser ihre Energie darin investieren dich zu unterstützen damit du handlungsfähig bleibst anstatt dich komplett zu blockieren.
Du musst dir auch so einen Umgang mit dir nicht gefallen lassen zumal es dich eben so blockieren kann das du auch in Notsituationen nicht mehr handeln kannst.

Ich habe keine ADHS-Diagnose, aber wenn ich eine hätte, dann wäre das auch etwas, was mich am meisten stört. Alle Anforderungen liegen immer wie ein Berg vor einem, den man gar nicht bewältigen kann, und hat man etwas erledigt, taucht hinten mindestens eine neue Aufgabe auf. Das lähmt mich auch wegen dem Gefühl, es nicht schaffen zu können, und das ganze Leben ist nur eine To-Do-Liste.

Aber das mit den Medikamenten (wegen Asperger bekommen) stimmt: seit ich MPH nehme, stehe ich vor dem Berg und stelle fest, dass der in letzter Zeit gar nicht mehr so hoch war, und wenn ich etwas anfange, dann werde ich auch fertig, ohne dass es wirklich so eine große Anstrengung war, wie ich vorher dachte.

Was ich sonst noch hasse ist, gefühlt 10x am Tag (also nicht nur ab und zu) irgendwo zu stehen und nicht zu wissen, was ich da wollte, oder auch, an etwas zu denken, es aber zwei Sekunden später wieder vergessen zu haben und Stunden später zu merken, dass ich das immer noch nicht gemacht habe. Aber auch das ist ein wenig besser geworden, glaub ich.

Kannst du das nicht mal mit ihr besprechen, dass das so nicht funktioniert? Man kann ja auch normal-sachlich miteinander reden statt zu schreien. Wenn man gerade geladen ist, dann halt später reden.

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Ach, wir stressen uns da schon gegenseitig. Sie arbeitet ganztags und da ich keinen Führerschein habe, muss sie abends dann noch alle Fahrten erledigen. Vor 19 Uhr kommt sie ja selbst nicht zur Ruhe.

Sie und mein Sohn(auch ADSler) sind also darauf angewiesen, dass ich zumindest im Haushalt funktioniere, die Schule im Blick habe etc. und eigentlich hätte ich auch genug Zeit dafür, vergesse aber halt auch mal was oder lasse mich von Junior mit Erklärungen abspeisen (“Wir haben keine Hausaufgaben in xy”- dabei hat er nur mal wieder vergessen, sie aufzuschreiben.) Ich komm mir aber auch blöd vor, dass dann jedesmal bei den anderen Eltern nochmal nachzufragen, weil es das Vertrauensverhältnis zu meinem Sohn untergräbt, wenn ich seine Aussagen ständig in Zweifel ziehe. Abgesehen davon dürften die anderen Eltern irgendwann genervt sein.

Meine Frau weiß dann halt selbst nicht, wo sie mir noch helfen kann. Ihre “Wutausbrüche” sind dann auch mehr Zeichen eigener Verzweiflung. Vor allem, weil ich nicht darauf wie erwartet reagiere (Selbstvorwürfe) glaubt sie, dass mir meine Fehler egal sind.

Die mach ich mir durchaus, aber erst später. Zunächst brauche ich meine ganze Energie, um die “Kuh wieder vom Eis” zu bekommen und den Schaden zu begrenzen (führt dann eher zur Beruhigung der Lage, als wenn ich mit’m Kopp auf die Tischplatte haue und mich selbst beschimpfe).

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Ich denke, was ich am meisten an meiner ADHS hasse ist die Schwierigkeit mit etwas anzufangen, wenn ICH es möchte und nicht, wenn mein Hirn das gerade vielleicht möglicherweise unter Umständen möchte. Und die vielen herumliegenden angefangenen Projekte, die mich jedes Mal ganz böse anstarren, wenn ich an ihnen vorbeigehe. Ich hab fast das Gefühl bei meinen mit Ölfarben eingetrockneten Pinseln auf die Knie fallen und um Entschuldigung bitten zu müssen.

Ja, aber… ich hab zum Glück durch das Elvanse nicht mehr so einen eingerosteten Startknopf für Sachen. Das bringt Energie und etwas mehr Öl in das sonst rostige Getriebe. Bzw. drücke ich es gerne so aus: ‘Elvanse ist die Schaufel, mit der ich endlich meinen tonnenschweren Berg an Kohle in den Ofen geschippt bekomme, damit die Lok fahren kann.’

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Ich HASSE, dass ich heute nicht in meine Tantstunde gehen kann, weil ich

  1. am Morgen nicht kontrolliert habe, ob es mir nach dem Kurs überhaupt noch für einen Zwischenstopp zuhause reicht um mein Zeug zu holen (das hat es jetzt nämlich nur durch Zufall, weil man uns 10 Minuten früher gehen liess)

  2. den ganzen Tag nichts gegessen habe ausser einer einzigen Stulle und mich jetzt (obwohl es zeitlich eben doch noch knapp gereicht hätte) nicht traue in den Sport zu gehen, wegen der körperlichen Schwäche durch die Mangelernährung…

Dabei ist diese Tanzstunde eines der Highlights meiner Woche und die Bewegung tut mir einfach sooo gut.

(Achso und 3. weil ich das nicht ganz unterdrückbare Gefühl habe, heute Abend noch etwas von der Arbeit nachholen zu müssen… (Und gleichzeitig schon bezweifle, dass ich es wirklich tun werde))

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Ich hasse es, dass ich so viel anfange und nicht zuende bringe. Dass ich kein Durchhaltevermögen habe.

Und es mir leider dadurch total schwer fällt, den Kindern Durchhaltevermögen, dran bleiben, etc. vorzuleben. Z.B. beim Lernen :mussweg:

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Ich habe angefangen das Buch „Unruhe in Kopf“ von Gabor Maté zu lesen/ bzw. als Hörbuch zu hören.

Und es kam eine weitere Selbsterkenntnis dazu.

Wie sehr meine Beziehungen eigentlich tatsächlich belastet sind.

Meine Kinder, meine Frau, sind eigentlich die wichtigsten Menschen in meinem Leben und ich tue alles für sie. Wirklich alles.

Nur eins nicht. Ich bin nie mit dem Kopf wirklich bei ihnen.

Ich würde alles für meine Kinder tun, bekomme es aber nicht hin 10, oder sogar nur 5 Minuten mit ihnen, in voller Aufmerksamkeit, zu spielen!

Ich bin körperlich da, aber gedanklich immer wo anders. Bis auf wenige Ausnahmen. Fast immer.

Und das frisst mich auf. Mir ist das schon früher, vor allem im Bezug auf die Kinder aufgefallen, wieso ich immer abschweife, beim spielen nie richtig da bin, nebenher immer wieder „noch kurz“ was anderes mache, was aufräume, genau DANN eine Mail oder SMS beantworten MUSS. Das fällt mir genau dann ein, das muss genau dann sein!

Und jeden Abend nehme ich mir vor, am nächsten Tag mache ich es besser! Und ich bekomme es verflucht nochmal NICHT HIN.

Ich liege im Bett und Weine während ich das schreibe…

Ich verstehe auch langsam wieso meine Frau sich immer alleine gelassen fühlt.

Ja, ich habe meine Aufgaben, ich mache sehr viel im Haushalt, bei Projekten von ihr, ich lasse sie mit nichts allein was zu erledigen ist, aber gedanklich oder emotional bin ich so oft einfach irgendwo… nur nicht bei ihr.

Die Hausarbeit ist teilweise sogar eher eine Flucht.

So hab ich mich irgendwie immer nützlich gefühlt. Und war immer sauer, wenn sie sagte, dass sie alles alleine machen muss.

Weil es auf einer anderen Ebene einfach so ist.

Ich denke viel an sie, ich überlege und tue viel dafür, dass ihr Alltag irgendwie „leichter“ ist, aber ich bin verflucht nochmal auch hier fast nie IM MOMENT.

Immer weg…

Das kotzt mich so an! Ich will es besser machen und scheitere jeden Tag aufs neue.

Und die wichtigsten, fast die einzigen überhaupt wichtigen Menschen in meinem Leben, fühlen sich als wären sie unwichtig, als wäre ich gleichgültig, als wäre immer alles andere wichtiger.

Ich hasse es so zu sein… :disappointed_face:

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