Wechsel von Elvanse auf Medikinet (5mg unretardiert) - Eingewöhnung

Liebe alle,

ich hoffe, ihr habt soweit eine ganz gute Woche! :slightly_smiling_face:

Erstmal toll, dass es diese Community und euch hier gibt und es so viel gegenseitige Unterstützung gibt!! Ich hoffe sehr, dass ich bald der Community auch mehr zurückgeben kann, wenn ich, wenn ich mich noch etwas besser mit ADHS auskenne (gerade ist vieles noch sehr neu)!!! :slightly_smiling_face: :slightly_smiling_face:

Zur Situation und Frage
Nachdem ich nach 5 Wochen Elvanse keine positive Wirkungen hatte (ich habe zwischen Dosis 10mg und 60mg ausprobiert), sondern sich die ADHS-Symptome (mit Ausnahme von etwas höherer Motivation bei 60mg) verschlechtert haben und es eine ziemlich doofe Zeit war, hat mir mein Psychiater nun Medikinet verschrieben.

Bei der Eingewöhnung von Elvanse habe ich mich zwar an die Tage-Regel des Leitfadens gehalten und frühstens nach 5 Tagen meistens nach 7 Tagen oder mehr (zu Beginn) die Dosis gewechselt, allerdings glaube ich zu sehr zwischen höherer und niedriger Dosis gewechselt (von 30 auf 20, 50, 10, 60), was vermutlich so klug war, wofür ich auch zurecht hier kritisches Feedback erhalten habe.
Das hatte ich nicht so gut auf dem Schirm und immer nur situativ überlegt, ob die Reaktion aufs Medikament gerade für Unter- oder Überdosierung spricht. :see_no_evil:

Daher kann ich mir wohl auch nicht ganz sicher sein, ob Elvanse gar nicht hilft, aber, dass es bisher nicht positiv auf Konzentration und Co gewirkt hat, sondern innere Unruhe bei jeder Dosis verstärkt hat, ist vielleicht schon ein Zeichen?
Gerade bin ich noch etwas bei 60mg (was bisher am wenigsten negativ wirkt) und gebe ihm noch etwas Zeit, um nicht wieder zu vorschnell sein - vielleicht etwa 10 Tage oder noch länger (falls ihr einen Tipp habt?)

Falls das nicht wirkt, möchte ich bei der Eingewöhnung von Medikinet nicht dieselben Fehler machen. Leider habe ich wie bei Elvanse trotz Nachfragen vom Psychiater nicht so spezifische Hinweise erhalten und die Termine sind immer in 5 Wochen Abständen.
Daher wollte ich euch fragen, ob ihr mir mit eurem Wissen und Erfahrungen einen Hinweis geben könnt, was ihr für sinnvoll haltet.

Aussagen Psychiater nach Emailnachfrage
Ich habe natürlich den Eindosierungsleitfaden gelesen, soll aber laut Psychiater mit 5mg morgens unretardiert starten, dann eine 2 Tablette nach Nachlassen der Wirkung einnehmen und dann ab dem 4 Tag direkt 10mg morgens einnehmen und 5-10 mittags und das für 3 Tage. Dann 3 Tage 15mg morgens und 5-15 mg mittags. Dann soll ich nach 2 Wochen auf Medikinet adult umsteigen.
Dies ist aber sehr anders als der Eindosierungsleitfaden und bisher war ich mir unsicher, wie gut sich mein Psychiater auskennt (z.B. wusste er nicht, dass man auch geringere Dosen mit Aufteilen bei Elvanse machen kann) und ich hatte nicht so viele Infos.
Jetzt bin ich überfragt, was ich tun soll

Wenn ich dem Leitfaden folge, wäre mein Gedankengang der Eindosierung eher so:

  1. Mit 5mg unretardiert morgens starten, 5-7 Tage abwarten
  2. 5mg unretardiert morgens, 5mg unretardiert mittags - 4-7 Tage warten.
  3. 5mg unretardiert morgens, 5mg unretardiert mittags, 5mg unretardiert Nachmittags - 4-7 Tage warten
  4. eventuell das Ganze noch 1 viertes Mal.
  5. 10mg unretardiert morgens, 5mg unretardiert mittags, 5mg unretardiert Nachmittags - 4-7 Tage warten.

Und dann auf 10 - 10 -5 und 10 - 10 - 10, und 15 - 10 - 10, und 15 - 15, 10, 15 - 15 - 10 usw.

Ist das das so richtig? :slightly_smiling_face: :flushed:

Würdet ihr das nach dem Eindosierungsleitfaden machen (korrigiert gerne, wenn ich ihn falsch verstehe), oder euren Erfahrungen nach, wie der Psychiater sagt? Ich weiß ihr könnt mir nicht raten, ihn zu ignorieren, meine eher so, wie eure Erfahrungen sind :slight_smile:

Spräche auch etwas dafür nach 5 mg morgens ( und 5-7 Tagen warten, dann falls es keine Wirkung gibt, auch auf 10mg morgens zu gehen (5-7 Tage warten) und falls keine Wirkung gibt, auf 15mg morgens?
Also zunächst erstmal schauen, was eine Einzeldosis wäre, die Wirkung erzeugt und dann schauen, wie viele benötigt werden?
Ich frage das gerade auch deshalb, weil es bei Elvanse ja keine wirkliche Wirkung gab. :man_shrugging:

Als letzte Frage ist mir noch unklar, ob ich nach dem Beendigung der Einnahme von Elvanse ein paar Tage warten soll, oder direkt am nächsten Tag mit Medikinet starten kann?

Tut mir leid, dass dies so viele Fragen und auch so detailliert ist. Ich dachte ich versuche mir diesmal (auch wenn die psychatrische Begleitung nicht so da ist), einen Plan zu machen, bei dem ich dann bleibe und euch hier auch nicht mit immer neuen situativen Fragen nerven muss :flushed:

Tausend Dank euch!!!

Zusammenfassung:
1. Wie lange noch Elvanse 60mg ausprobieren (bisher 1 Woche)?
2. Pause nach Beendigung Elvanse und Einnahme Medikinet?
3. Welcher Eindosierungsplan Medikinet 5mg unretardiert?
a) Würdet ihr nach euren Erfahrungen dem Plan des Psychiater folgen? **
b) Oder passt meine Schilderung auf Basis des Eindosierungsleitfadens? **
c) Gibt es alternativ auch die Möglichkeit erstmal zu schauen, welche Einzeldosis wirksam ist (mit ausreichend Tagen zwischen der Dosisveränderung) und dann mehrere Einzeldosen pro Tag anzuwenden?

Nochmals vielen vielen Dank euch allen!!! :yellow_heart:

Zum Hintergrund: Vor 3 Monaten mit ADHS diagnostiziert, 36 Jahre, männlich, etwa 10 Jahre (mit Pausen) Behandlung wegen Depression, Elvanse war erstes Medikament, über 90kg.

Huhu :slight_smile:

Beim Elvanse könntest du natürlich noch etwas beibehalten und genau beobachten.

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Falls Medikinet ins Spiel kommt, musst du arbeiten oder hast du bisschen Freiraum?

Es ist wichtig, zunächst einmal die passende Dosis für morgens zu finden.

Wenn du mit Medikinet mit sofortiger Freisetzung (nicht-retardiert) beginnen kannst, ist es vielleicht umso besser, weil es kürzer wirkt und feiner zu dosieren ist.

Wenn man die gefunden hat, ersetzt man es durch Medikinet Adult, was dann theoretisch 2x Nicht-Retardiert (nach 3h versetzt eingenommen) ersetzen würde.

Dann muss man schauen, wie lange Medikinet Adult bei sich wirkt, um zu wissen, wann man die zweite Dosis einnehmen muss um nicht in einen Rebound zu fallen. Die zweite Dosis nimmt man dann 30Min. vorher ein. Das pusht die Wirkkurve dann wieder nach oben in den therapeutisch wirksamen Bereich.

Auf der Morgen-Dosis aufbauend findet man dann die zweite Dosis.

Das dürfte dann aber einfacher werden, wenn man da mit 1/3 oder 1/2 der Morgen-Dosis beginnt.

Es geht dann darum, die optimale Wirkung von morgens zu verlängern und nicht, sie zu erhöhen.

Daher würde man eigentlich nicht die gleiche Dosis mittags nochmal nehmen, denn die Wirkkurven addieren sich immer leicht mit dem Rest der letzten Dosis auf.

Das sieht man hier gut, wie es aussieht, würde man 4x Nicht-Retardiert in gleicher Stärke alle 3 Stunden einnehmen:

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Beim Nicht-Retardierten wären 10mg eigentlich besser. Das sind Tabletten mit Bruchkerbe, also in 2x 5mg teilbar.

Das spart dann während der Dosisfindung auch Tabletten. Daher würde ich beim Arzt dann auch um eine Großpackung bitten.

Wenn es dann später um Medikinet Adult mit verzögerter Freisetzung geht, würde ich auch zumindest während der Eindosierung aufs Original bestehen (Aut Idem Kreuzchen aufs Rezept) und erst später mal die Generika probieren.

Einfach, um immer gleiche Qualität und Freisetzung zu haben während der Eindosierung.

Eventuell gibts dann halt keinen Rabattvertrag mit der Krankenkasse. Dann müsstest du eben die paar Euro Differenz selber zahlen.

Finde, das lohnt sich aber, bevor man alle paar Monate vielleicht ein anderes Generikum bekommt.

Der Wirkstoff und Wirkstoffgehalt ist in den jeweiligen Dosisstärken der anderen Hersteller zwar gleich und daher sollten die eigentlich auch alle gleich gut wirken und freisetzen… aber Unterschiede gibts, da verschiedene Hersteller verschiedene Inhaltsstoffe bei der Zusammensetzung verwenden.

Das kann, muss aber nicht zu unterschiedlichem Wirkempfinden führen.

Patient A merkt keinen Unterschied, Patient B empfindet das wiederum anders. Das muss man für sich selber ausprobieren… (später).

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Beispiele - Original - Packungsgrösse Unretardiert:

  • Medikinet 10mg 56 Tbl. N2 Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG (PZN: 18841177)

  • Medikinet 10mg 100 Tbl. N3 Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG (PZN: 02387807)

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Beispiel Eindosierung (hier wird die 10mg Tablette allerdings geviertelt - ist von einem Kinderarzt):

IMG_2528

Wenn du nicht vierteln kannst, einfach halbieren und mehr auf die Intervalle / Tage fokussieren :slight_smile:

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Bzgl. Original - Packungsgrösse Retardiert müsstest du dann später schauen, wie viel Wirkstoff du morgens brauchst und später dann auch mittags.

Diese Stärken dann entsprechend vom Arzt verschreiben lassen.

Angenommen, du bräuchtest morgens 10mg und mittags 5mg um den Tag weitestgehend abzudecken, dann wären es in Medikinet Adult umgerechnet:

20mg morgens (entspricht 2x 10mg unretardiert)
10mg mittags (entspricht 2x 5mg unretardiert)

Wichtig:
Bei Medikinet Adult muss zur Einnahme etwas gegessen werden, da die verzögerte Freisetzung sonst nicht optimal funktioniert.
Dann könnte es passieren, dass sich die zweiten 50% Pellets (mit speziellem Überzug) doch zu schnell auflösen.

(Bei Ritalin Adult wäre das nicht der Fall, weil hier eine andere Technik für die Retardierung verwendet wird (SODAS Prinzip)).

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Umrechungstabelle Methylphenidat immediate release (MPH-IR = unretardiert) in Medikinet-Retard/Adult (retardiert)

Wenn du doch schon mittags was dazunehmen sollst, denke ich, wirds z.B. bei 4x 5mg alle 3 Stunden nicht so wild.

Je höher man dosiert und sobald die best wirksame Erstdosis gefunden ist, wären die Folgedosen mit 1/3 oder 1/2 der jeweils vorherigen Dosis aber besser.

Sonst könnte man sich ab Tageseinnahme 2 oder 3 schnell mal überdosieren, weil sich ja immer etwas zum Rest der Dosis davor aufaddiert (Grafik oben).

Auch wichtig:
Die Dosisstärke bestimmt nicht die Wirkdauer.
Lediglich den Wirkeffekt.

Also mehr bedeutet nicht, dass die Dosis dann länger wirkt. Lediglich stärker.

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Das hier vielleicht noch zum Wirkstoff selbst:

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Vergleich - Wirkverlauf Nicht-Retardiert vs. Medikinet Adult und andere Medikamente:

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Bin kein Arzt.
Gebe nur das weiter, was ich im Netz bisher lesen konnte und wie ich selber vorgegangen bin.

Klar, eine langsamere Eindosierung könnte auch besser sein.

Man könnte aber auch so vorgehen, wie oben in der Eindosierungstabelle. Das hängt natürlich auch in erster Linie vom Körper ab, wie der reagiert.

Zu schnell hoch → verpasst man eventuell die für sich optimale Dosis.

Sollte man aber merken, wenn es dann doch zu viel Wirkstoff ist.

Die Halbwertszeit von MPH ist recht kurz.
Nebenwirkungen sollten daher recht schnell auch wieder abklingen, da der Wirkstoff rasch abgebaut wird, wie man auch an den Wirkkurven sieht.

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Das ist alles, was mir der Kopf auf die Schnelle ausspuckt :adxs_gruebel:

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@Klabrooks

Erstmal, ein herzliches Hallöchen von mir! :blush:

So habe ich es gemacht bzw. mache ich es gerade, aber mein Medikinet ist ein Retard;

Ich würde erstmal die 5mg eine Woche lang nehmen und sehen, wie lange die Wirkung hält. Also ob du nur Morgens und Mittags etwas spürst und es am Nachmittag ist, als hättest du gar keine Medikamente genommen oder ob du gut durch den Tag kommst.

-Wenn du Nachmittagsprobleme hast, morgens ist aber alles okay: dann auf 1/1/0 bzw. 5mg/5mg/0mg

-Wenn du zwar über den Tag hinweg kein Problem hast, du die Dosis aber erstmal erhöhen willst: dann auf 2/0/0 bzw. 2x5mg/0/0

Ich habe für mich, nachdem ich die 2x5mg morgens eingenommen habe, festgestellt, dass es mir zu viel ist. Dann bin ich wieder auf die einmalige Einnahme, also eine 5mg Kapsel morgens, was 2,5mg morgens und mittags entspricht, zurück und nehme diese Dosis momentan auch.

Bei einem „Normalen“ Medikinet würde ich sagen, dass du erstmal eine Woche einmal morgens dein Medikament nimmst (1/0/0) und dann auf 1/1/0 gehst. Tatsächlich würde ich dann erstmal abwarten, minimum eine Woche, um zu gucken, wie genau es sich mit dieser Dosis verhält.
Dann kannst du spüren, ob du grundsätzlich eine höhere Dosis brauchst und wenn ja, ob eher morgens oder mittags (bzw. in den Tag hinein). Und auch dann immer in einem gewissen Abstand von einer bis zwei Wochen anpassen, damit du Schwankungen nicht falsch interpretierst bzw. um das Risiko für eine Fehlinterpretation :blush:

Ansonsten ist es glaube ich einfach wichtig, nicht zu schnell zu viel zu wollen und die Eindosierung langsam anzugehen (auch wenn es hart ist)

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Hey @SneedleDeeDoo und @KiraNadine,

vielen lieben Dank euch beiden für die so ausführlichen, informativen und emphatischem Antworten!!

Das ist echt sehr hilfreich für mich!!

Ich überlege gerade noch ein paar Tage bei Elevanse 60mg zu bleiben, um das Experiment mit dem Wirkstoff nicht vorzeitig zu beenden und dann möglicherweise zu wechseln.
Auch weil ich die nächsten Tage noch recht viel Arbeit habe und es dann evtl. noch unvorhersehbarer ist mit den Nebenwirkungen.
Aber da Elvanse gerade weiterhin eher negativ wirkt, verunsichert es mich aus, ob das gut ist, dran zu bleiben.

Zur Eindosierung:
Find es manchmal verwirrend, dass es so viele Möglichkeiten der Eindosierung gibt und mein Psychiater schnellere Sachsn vorschlägt, als hier km Forum oder im Eindosierungsleitfaden oder bei dir @KiraNadine

Aber durch eure Ausführungen habe ich nochmal mehr Infos, auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich vorgehen werde :slight_smile:

Würdet ihr denn zwischen Elvanse und Medikinet wegen steady state Elvanse Pause machen, oder geht es direkt vom nächsten Tag?

Vielen lieben Dank und euch einen schönen Tag :slight_smile:

Ich bin Anfang April von Elvanse 50mg von heute auf morgen auf Ritalin Adult umgestiegen.

Es wird 3-5 Tage dauern bis die Tante Elvanse wegen der langen Halbwertszeit komplett aus der Blutbahn ist, aber das ist keine Hürde.

Vielleicht wirst du während den ersten niedrigen Dosen mit MPH müde sein.

Das wäre verständlich, da der bisherige Dopaminausgleich erstmal abfallen wird.

Wenn es dann mit MPH aber langsam in Richtung gute bis optimale Dosis am Morgen geht, dann solltest du da auch erste positive Effekte inkl. Antriebssteigerung wahrnehmen und das Elvanse ist vergessen :slight_smile:

Eine Umstellung würde ich dann vielleicht Donnerstags oder Freitags beginnen wegen dem folgenden Wochenende.

Zur Not auch eine Woche Urlaub nehmen / krankfeiern. Das machts entspannter und man kann besser in sich reinhören, ob und was da passiert.

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Hey ihr!

Danke nochmal für die Gedanken @SneedleDeeDoo !! :slight_smile:

Ich habe überlegt jetzt tatsächlich mit Elvanse erstmal aufzuhören (auch 6o und 70mg waren irgendwie nicht besser). Entweder wirkt es nicht, oder ich habe die Eindosierungsphase einfach nicht so geschickt gemacht.

Habe heute, also Freitags, noch Elvanse 70mg genommen.

Ich bin mir nur irgendwie unsicher, ob ich dem Körper wenige Tage Pause gönnen soll oder direkt mit Medikinet weiter.

@SneedleDeeDoo meinte ja, es geht direkt weiter.
Ich hab mich nur gefragt, ob ich damit nicht so genau checken kann, ob Medikinet 5mg wirkt, da ich ja noch paar Tage Elvanse (und in dem Falle vom einer hohen Dosis kommen) im Körper habe.

Oder ist es umgekehrt gut direkt MPH zu nehmen, um eventuell nicht so Absetzungssymptome zu haben?

Wie sind eure Erfahrungen da so? Wie habt ihr das gemacht bei Medikamentenwechsel? :slight_smile:

Danke!!

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Am gleichen Tag, als ich mein 1. Rezept für Ritalin Adult und Ritalin bekam, hatte ich morgens meine letzte Elvanse Adult 50mg eingenommen.
Elvanse wirkte bei mir in der Dosis bis ca. 19-20Uhr gut.

Abends ab 20Uhr dann gleich mit 5mg Ritalin begonnen.
Diese halbe Tablette hatte mich schön müde und entspannt gemacht.
Habe geschlafen wie ein Baby.

Es gibt doch hier einige, die neben Elvanse für abends nicht-retardiertes MPH bekommen, um den Kopf zu beruhigen und ohne stundenlanges Gedankenkreiseln einschlafen zu können.

Also warum warten?

Habe am naechsten Morgen dann einfach mit halber Tablette Ritalin = 5mg weitergemacht und nach drei Stunden nochmal… und nochmal…

Und dann halt beobachtet, ob / was da in meinem Koerper passiert.

Kann das hier nicht alles 1:1 wiedergeben, aber ich lese mich quasi seit 8+ Monaten ziemlich intensiv ins Thema ADHS, die neurologischen Aspekte und auch in die verschiedenen Wirkstoffe und Medikamente ein, habe adxs.org einmal durch, viele viele Studien durchwuselt und auch hier im Forum verdammt viel Text aufgesaugt.

So gabs ein gewisses Gesamtbild für mich.
Daher musste ich auch keine Angst haben und hatte ein gewisses Verständnis für das Medikament und einen genauen Plan, wie ich vorgehen wollte.

Ich muss mit der ADHS und den Medikamenten höchstwahrscheinlich den Rest meines Lebens verbringen. Da wollte ich einfach bestens Bescheid wissen. Den Rest erledigte der Hyperfokus.

Ich habe da scheinbar Glück, dass es mein Hyperfokus Thema wurde.
Mein Hirn steht auch auf kleinste Details und wenn es etwas genau wissen will, kann es sich wunderbar an solchen Themen festbeißen und durchs Netz hangeln :adxs_grins:

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Man nimmt zwar an (oder weiß es eigentlich auch), dass D-AMP und MPH teilweise auf unterschiedliche Hirnregionen einen dezent anderen Effekt haben, aber man sagt eben auch, dass die ADHS Stimulanzien zu 70% gleich / ähnlich wirken.

Ich empfand die Umstellung des Wirkstoffs tatsächlich überhaupt nicht schwierig.

MPH wirkt bei mir sehr ähnlich, aber doch auch dezent anders. Vor allem machts mich deutlich entspannter als D-AMP und noch weniger impulsiv.

Was vorher klar war:

  • Elvanse absetzen → Dopaminhaushalt kommt durcheinander. Logisch. Vorher war da ein Ausgleich → nimmste es weg → gehts wieder abwärts. Das dauert halt ein paar Tage bis sich das Hirn daran angepasst hat.

  • MPH stattdessen langsam eindosieren → eventuell noch nicht genug Wirkstoff um den Dopaminmangel ausreichend auszugleichen → eventuell Müdigkeit bei niedriger Dosisstärke oder andere Nebenwirkungen. Nähert man sich dann da aber wieder der therapeutisch wirksamen Dosisstärke, wird das wieder besser.

Man soll sowieso einige Tage bei einer Dosis bleiben, dem Körper Zeit geben, sich daran zu gewöhnen und dabei beobachten und dokumentieren, wie es läuft.

Bis dahin ist Elvanse futschikato.
Und man weiß gleichzeitig ja auch, dass Elvanse den Körper in den ersten 3-5 Tagen verlässt.

Sollte es also anfangs zu leichten Nebenwirkungen und / order Müdigkeit kommen, einfach durchziehen. Dann MPH langsam aufdosieren und wieder beobachten.

Es wirkt anders, aber letztlich machen die Stimulanzien im Hirn überwiegend das gleiche → Dopaminausgleich und Noradrenalin erhöhen.

Auf adxs.org gibts im „MPH Teil 1-4“ massig Lesestoff. Zu D-AMP ebenso.

Ein bissl vergleichen und so grob verstehen, was die ADHS im Hirn macht, was die Medikamente machen, das reicht schon.

Man muss vielleicht gar nicht sooo tief rein in die Details. Die Masse an Text könnte den ein oder anderen etwas abschrecken. Verstehe ich, wirklich.

Aber es führt kein Weg daran vorbei, befürchte ich.
Wenn man bissl das System verstanden hat, wirds aber auch leichter und mit der Zeit und wachsendem Verständnis dann erst recht.

Es hilft wirklich ungemein und ich kann es daher nur empfehlen. Das dürfte dann auch Ängste und Unsicherheit eindämmen bzw. beseitigen.

Beim Umgang mit Fachärzten kann es auch helfen und man wäre nicht mehr völlig hilflos ausgeliefert und schnell verunsichert.

„Man muss sein eigener Experte werden“ habe ich immer wieder gelesen und gehört. Da ist wirklich was dran.

Nur Mut :adxs_daumen: :adxs_friends:

Hallo @SneedleDeeDoo!

Vielen Dank dir nochmal für die Hinweise! Das ist sehr hilfreich.

Auf adxs steht ja, dass es besser ist mit 2,5mg unretardiert anstatt mit 5mg zu beginnen. Haben das die meisten von euch gemacht? Ich überlege jetzt auch die Tablette zu teilen.
Mein Körpergewicht ist 95kg. Ich weiß, dass die Korrelation da wohl nicht so stark ist.

Ich habe im Leitfaden zwei aus meiner Sicht unterschiedliche Angaben gefunden.

@UlBre oder andere wie @Justine , wisst ihr, was ihr gerade aktuell empfiehlt?
Sorry, wenn ich wen vergesse, weiß nicht genau wer da noch beteiligt ist :smiley:

Bei 6.3.1 bei MPH Teil 2 steht:
„Die Dosierungseinstellung sollte mit 2,5 mg bis maximal 5 mg / 3-4 Stunden beginnen, die erst innerhalb der ersten Tage auf 3 x 5 = 15 mg / Tag ausgedehnt werden.“

Bei 2.2 bei Eindosierung von Medikamenten steht:
"* Mit einer einmaligen sehr geringen Dosierung starten (2,5 mg unretardiertes MPH) und davon erst mal ganz bewusst keinerlei Wirkung erwarten.

Das klingt für mich bisschen unterschiedlich.
Und soll erst die Anzahl der Dosen pro Tag ermittelt werden, bis ich dann nach einigen Wochen die erste Dosis erhöhe?
Was ist, wenn man noch nichts merkt, dann weiß ich noch gar nicht wie viele Tagesdosen ich brauche, oder?
Also ergibt es auch Sinn, 2,5 mg morgens eine Woche zu nehmen und dann 5 mg morgens und dann irgendwann erst die Anzahl der Dosen anzupassen?

Vielen lieben Dank!!

Oh, es geht um Medikinet ohne Retard?

Es gibt viele Wege nach Rom.

Das Körpergewicht spielt keine Rolle.

Dann habe ich oben einen langen Beitrag dazu geschrieben inkl. Screenshots und Fachinfos und einer Möglichkeit, wie man eindosieren könnte :slight_smile:

Ich würde das eher nicht empfehlen.

Für Erwachsene empfiehlt man mit 10 mg Ritalin (oder Medikinet) adult zu beginnen.

Der Nachteil beim Medikinet ist das die Retardgalenik vom Essen abhängig ist.

Die Fachinformationen sagt mit 10 mg retard beginnen und nach einer Woche zu steigern.

Nachteil wenn du mit unretardiertem beginnst:

Das wirkt nur zwei bis drei stunden. Wenn du nicht zur richtigen Zeit die nächste Tablette nimmst landest du jedes mal im Rebound.

Das wäre für mich im Berufsalltag gar nicht möglich gewesen und ich hätte dadurch mehr Nachteile als Vorteile gehabt.

Vorteil: man kann die Dosierung feiner justieren wenn man da empfindlich ist.

Ich lese gerade das du nur unretardiert bekommen hast.

Dann würde ich es ähnlich machen wie in Ulbres Leitfaden.

Man kann unretardiert mit 5 mg beginnen und alle 5-7 Tage um 5 mg steigern.

Du brauchst aber wahrscheinlich mehr als zwei Dosen- damit kannst du den Tag nicht abdecken.

Normalerweise 4.

Hier mal aus der Fachinformation:

Das darf man ja auch nicht!

Medikinet adult wird doch gar nicht ausgetauscht. Darf nicht. Da braucht man kein Kreuz.

Allerdings hat Medikinet eher die meisten Nachteile. Würde ich eher nicht nehmen im Vergleich zu den Alternativen.

Auch nicht richtig. Wenn ein Rabattvertrag nicht angewandt werden soll ist es leider nicht damit getan die Differenz zu zahlen.

Die Krankenkasse zahlt durch den Rabattvertrag ja nur Cents.

Man muss das Präparat dann komplett selbst bezahlen und bekommt einen kleinen Teil zurück wenn man es dann selbst bei der Kasse beantragt.

Aber wie gesagt, für Medikinet adult dürfen die Rabattverträge gar nicht angewandt werden.

Am Anfang soll man erstmal nur morgens eine Dosis nehmen um herauszufinden, wie lange diese bei dir wirkt. Das ist nämlich individuell etwas unterschiedlich.

Kann auch sein 2,5 mg merkst du überhaupt nicht.

Zum Elvanse: es könnte sein Du profitierst von 30 oder 40 mg - hattest aber vielleicht die falschen Erwartungen und hast dann gesteigert?

Wenn die Dosis zu hoch ist ist’s nix und zu niedrig auch nicht.

Ähnlich bei MPH.

Hier findest du noch die Infos zu den unterschiedlichen Präparaten die gerade in Deutschland für erwachsene zugelassen sind:

Und in diesem Padlet hatte ich auch mal versucht Infos zusammen zu tragen.

Du meinst, wenn auf dem Rezept auch genau „Medikinet Adult“ (vielleicht nocht mit der PZN dazu) darf es nicht ausgetauscht werden?

Sehe das auch gerade in Brainbuzz‘ Übersicht zu den Generika, dass es von Medikinet Adult scheinbar kein Generikum zu geben scheint :see_no_evil:

Finde Gelbe Liste da nicht besonders hilfreich.

Wenn ich z.B. „Medikinet Adult 10mg“ eingebe und dann auf „Ähnliche Präparate“, zeigts mir scheinbar aufgrund des Wirkstoffs alles mögliche an (was dann wohl aber Generika von Ritalin Adult und Concerta wären).

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In meinem Fall (Ritalin Adult) setzt der Doc jedenfalls den genauen Namen inkl. PZN aufs Rezept (ich schicke denen das so in der Email, wenn ich ein Folgerezept bestelle).

Dazu gibts dann noch das Aut-Idem Kreuzchen.

Ich zahle dann zusätzliche Eigenanteile :man_shrugging:

Ach so ja, das stimmt.

Das muss man wissen. Also gibt keine andere Möglichkeit :sweat_smile:.

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Hey ihr beiden!

Vielen Dank euch!! Sehr spannend, was ihr schreibt!

@Justine, das kann natürlich sein. Aber ich hatte nach 9Tagen 30mg am Ende vor allem stärkere ADHS-Symptome, war v.a. innerlich viel unruhiger und hektischer und der Psychiater meinte, so sollte es nicht sein.
Dann habe ich auch 20 reduziert, wo es aber auch so war.
Dumm war allerdings, dass ich dann - aus Unwissenheit, dass das nicht so gut ist und eher an Wahrscheinlichkeitsgründen orientiert ob über/-oder unterdosiert, im Folgen sehr hin und her gewechselt bin (zu 50mg, dann zu 10mg, dann zu 60mg und dann zu 70mg). Über all war ich unruhiger als ohne Elvanse.

Meinst du, ich sollte es nochmal probieren? 40mg habe ich nie probiert. Würdest du dann mit 10mg einstiegen und hochdosieren wöchentlich, oder eher mit 30mg und dann auf 40mg?

Was mich am Leitfaden verwirrt hat, dass es je nach Adxs-Unterseite unterschiedlich Angaben gab, ab wann man eine zweite Dosis nehmen soll. Also erst nach einer Woche,
also 2,5mg
2,5mg, 2,5 mg (dann wieder eine Woche)
2,5mg, 2,5mg, 2,5mg usw.
und dann erst hochdosieren die Einzeldosis. Oder ob ich schon vorher die zweite und dritte Dosis nehmen kann.

Bisher merke ich nach 3 Tagen zum Einsetzen nur große Müdigkeit und spüre noch nicht, wann es aufhört. Aber ist ja auch erst am Anfang :slight_smile:

Danke euch!!

Müdigkeit ist meist ein Zeichen von Unterdosierung.

Deshalb auch mit 5 mg beginnen und nicht mit 2,5.

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Danke für den Reminder. Das zu konsolidieren steht auf der Liste.

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@UlBre Vielen Dank dir! :slightly_smiling_face:

In welche Richtung wollt ihr das denn konsolidieren?

Was mich verunsichert, wenn man 2,5 dann nach 7 Tagen, 2,5, 2,5 usw und dann erst irgendwann die Dosis erhöht und zunächst nur die erste und dann die zweite, kann es ja sein, dass falls eine Person 60mg als Tagesdosis hätte, es über ein halbes Jahr oder länger dauert, bis die Eindosierung vorbei ist.

Ist das so gedacht?

Ich spüre z.B. bei 2,5mg kaum etwas, daher dachte ich erst auf 5 mg zu erhöhen, bevor ich auch mehrere Dosen pro Tag ausprobiere? Oder ist das Quatsch @Ulbre?

Vielen Dank!!!

Hey ihr!

Ich bin mittlerweile mittendrin in der Eingewöhnung von Medikinet :slightly_smiling_face:

Ich habe mit 2,5mg angefangen, nach einer Woche auf 5mg gesteigert, nach 5 Tagen auf 7,5 mg (da dann begonnen 2 mal zu nehmen) und bin jetzt nach 5 Tagen seit drei Tagen auf 10 mg. Gestern habe ich es 3 mal genommen (10mg, 7,5mg und 5mg) und heute 4x (10mg, 10mg, 5mg, 5mg).

Das Medikament fühlt sich nicht so schlimm an wie Elvanse. Ich hatte bei 7,5mg und 10mg das Gefühl, dass ich etwas konzentrierter und weniger abgelenkt bin (allerdings war nach 4 Tagen bei 7,5mg große Müdigkeit). Ich merke allerdings nicht genau, wann es einsetzt, aber habe das Gefühl nach 3h hört es auf, es gibt einen Rebound und ich werde sehr müde. Wenn ich einmal drin bin im Rebound, komme ich auch mit nochmaligen Einwerfen nicht mehr in dem Sinne raus, dass ich leider müde bleibe.
Also in den letzten Tagen überwiegt der Müdigkeitszustand etwas :slight_smile:

Kennt ihr das Gefühl von Müdigkeit? Liegt es noch an der Eingewöhnung? Oder ist die Dosis zu hoch oder zu niedrig?

Generell glaube ich schon, dass es etwas wirkt, aber so richtig deutlich merke ich es nicht.

Wie war bei euch die Eingewöhnung von Medikinet? Hat wer Hinweise? :slight_smile: Soll ich was anders machen? Bald ist mein unretardiertes Medikament leer und ich soll auf retard wechseln, allerdings habe ich die richtige Dosis noch nicht gefunden…

Tausend Dank!!