Wie sind eure ADHS Symptome mit den ihr zu kämpfen habt

@Thelma @ulschke
Lasst es mich mal anders formulieren: Ich kann mich mit ADHSlern nicht mehr oder besser identifizieren, als mit Nicht-ADHSlern. „Verstanden“ fühle ich mich da nur, was die Symptome betrifft. Ich denke, das hat wohl einfach hiermit zu tun:

Es wird eben oft suggeriert, dass sich ADHSler auch in ihrer Persönlichkeit ähneln. Und das ergibt für mich irgendwie keinen Sinn, da das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Jedoch mag es vielleicht sein, dass es von außen, ganz oberflächlich betrachtet, schnell so aussieht, als hätte man diese oder jene Eigenschaft, dabei kann es sich aber auch einfach um Symptome der ADHS handeln.
Beispiel: Impulsivität kann oberflächlich betrachtet wie Spontanität aussehen. Das bedeutet aber nicht, dass die Person tatsächlich diese Charaktereigenschaft besitzt. Vielmehr wirkt es durch das Symptom „Impulsivität“ nur so.

Konkret habe ich zB schon öfters gelesen/gehört, ADHSler seien gesellig, in sozialen Berufen gut aufgehoben, hilfsbereit… da sehe ich mich überhaupt nicht, und ich frage mich, wieso solche Informationen immer so verbreitet werden. Ich meine, klar gibt es ADHSler, die diese Eigenschaften aufweisen, aber den Eindruck zu erwecken, das sei quasi „Standard“, finde ich nicht okay.
Denn es wäre nicht das erste Mal, dass dann eine sogenannte Fachperson ADHS direkt ausschließt, nur weil jemand nicht diesem Bild entspricht. Oder man selbst zieht eventuell erst gar nicht in Erwägung, man könnte ADHSler sein.

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Absolut verständlich erklärt und ich kann dir in allen Punkten zustimmen!
Ich bin beispielsweise auch wirklich weniger hilfsbereit als mein neurotypischer Mann. Manchmal bin ich sogar super ungerecht und egoistisch (man sagt ja, adhs’ler seien sehr gerecht und sozial).
Ich finde es wirkt oft so, als sei ein „adhs-Mensch“ eine andere Art von Mensch. Das klingt in meinen Augen nicht nur verwerflich, sondern auch spaltend.

@Blaumeise

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Ein für mich aktuell sehr störendes Thema ist meine Inaktivität.

Ich fühle mich aktuell antriebslos, unmotiviert, faul. Habt ihr Tipps? Es erstreckt sich über den familiären Alltag, den Beruf und sich zum Teil über Hobbys und Freundschaften.

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Also meine Hauptprobleme sind der ununterbrochene Innere Monolog, hyperaktivität (bin immer am Singen oder mache sonst was) und am allerschlimmsten sind meine Konzentrationsprobleme die katastrophal sind.

Motivationsprobleme hatte ich noch nie und was ich anfange mach ich auch zu Ende. Mein Alltag ist immer durchgetaktet und bin immer auf Achse.

Die meisten im Forum schreiben ja immer, dass sie Probleme haben mit Hausarbeit etc. anzufangen und zu Ende zu machen… Ich muss sagen so Probleme hatte ich noch nie und Motivation hatte ich auch schon immer.

Hypersensibel bin ich auch nicht wirklich, eher im Gegenteil. Bin eher stoisch und in der Diagnose steht auch das ich sehr gleichgültig bin.

body doubling! Beste Ergebnisse - Link hier im Forum

Ja, das würde ich tatsächlich auch eine tolle Idee finden. Mein Partner arbeitet jedoch im Home Office und mag nicht, wenn andere Menschen hier sind :face_with_diagonal_mouth:

Hat man ja nur auf dem Kopfhörer oder ist dein Partner im selben Raum?

Dann muss ich wohl doch nochmal lesen. Ich hatte in Erinnerung, dass Body Doubling bedeutet: „Ich mach deins, du machst meins“, also man z. B. beim jeweils anderen die Küche sauber macht.

Okay, mein Gehirn hat offenbar wieder eine Erinnerungssuppe fabriziert, die mir der Realität nicht mehr viel zu tun hat (wie mich das nervt :worried:).

Okay, es bedeutet also nur, dass man sich mit jemand anderem verabredet und über die Aufgaben spricht, was auch online möglich ist?

Schon, aber online kann man das machen.

Und im Haushalt hab ich auch die Kamera nicht immer auf mich gerichtet.

@YellowBird
Wenn Du z.B. Interesse an der regelmäßig stattfindenden Schreibtischgruppe hast (sitzen und individuelles Zeug erledigen - das jeweils eigene^^ -, wider der Prokrastination, gerne mit Kamera an, zwecks der zur Arbeit anregenden Umgebung :upside_down_face.): Wir treffen uns immer sonntags um 14:00 Uhr. Ansonsten auf Absprache jederzeit, alles andere „Bewegungslastigere“ (Haushalt etc.), wahlweise ohne oder mit Kamera (falls Du eine hast, die es schafft, Dir beim Rumspringen zu folgen;))

Jeder macht seins, weil online :wink:
[/quote]

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Die Idee gefällt mir auch! Ich bring das mal als RL-Thema ein. So ne konkrete SH-Gruppe nach einer Kennenlernrunde. Quasi „machen statt reden“ für Leute, die in der Nähe wohnen :upside_down_face:

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Das passt jetzt vielleicht nicht zu 100 % hier rein, aber ich habe keinen passenderen Ort gefunden:

Ich lese mich wirklich viel durch das Forum und mir ist aufgefallen, dass sobald jemand auch nur am Rande erwähnt, er tue sich zB schwer mir sozialen Kontakten, sofort auf Autismus hingewiesen wird (aber nicht nur hier, sondern auch auf Social Media ist dies zu beobachten).
Versteht mich nicht falsch. Natürlich ist es wichtig, dass das Vorliegen weiterer Störungen erkannt wird, da diese ja auch eine ADHS-Diagnostik erschweren könnten.

Aber mich stört, dass in den Köpfen einiger („vieler“) sowas wie Introvertiertheit als reine Persönlichkeitseigenschaft irgendwie nicht (mehr) zu existieren scheint. Auch gewisse Eigenheiten können doch einfach mal als solche stehengelassen werden, zB bestimmte Essgewohnheiten die die meisten vielleicht als seltsam bezeichnen würden.
Übrigens finde ich das genauso bedenklich einer Person bei Vorliegen von ein bis zwei „ADHS-Symptomen“, sofort zu einer Diagnostik zu raten.

Ich vermisse wirklich, wirklich, wirklich solche Begriffe wie introvertiert, eigen, exzentrisch etc. Es ist irgendwie traurig, dass so schnell pathologisiert wird. Vielleicht nehme das auch nur ich hier so wahr bzw fällt mir sowas stärker auf, da ich selbst ein paar Persönlichkeitseigenschaften (!) aufweise, die andere sofort oberflächlich als „typisch für Autismus“ klassifizieren würden und daher direkt davon überzeugt wären, ich habe entweder das oder es liegt zumindest als Komorbidität zu ADHS vor.
Nicht falsch verstehen: Gerade bei Erwachsenen werden ADHS und Autismus… und auch andere Störungen gerne mal übersehen. Aber ich denke, ihr versteht was ich mit diesem Beitrag aussagen wollte.

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Wow, ja, genau das ist mir auch schon so oft aufgefallen und mich nervt’s mittlerweile total.

Immer dieser Fingerzeig Richtung Autismus. Das ist echt ein Trend, auch auf SM, so wie’s früher bei Adhs war.

Mir hat man das auch schon unterstellt. Ich bin zB bei abkllingender Wirkung von Elvanse oder je nach Schlaf - oder Hormonsituation total in mich gekehrt, benötige starre Routinen, verstehe oft vieles falsch oder garnicht. Trotzdem bin ich kein Autist. Aber man unterstellte es mir. Es ist einfach Mist mit dem Schubladendenken.

Danke dass du das hier mal angesprochen hast @anon25764798!

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Hab ich auch! Tritt bei mir vor allem auf, wenn ich ne lange Zeit Überforderung spürte oder viel auf mich einprasselte…
mir hilft dann oft: Kaffee + Hyperfokus suchen (ist bei mir oft Wohnung umstellen/neues recherchieren usw.)

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Oh ja, stimme dir total zu!
Aus meinem Familienkreis neigt jetzt eine Person - aufgrund ihres Wissens über mein adhs - auch jede ihrer Verhaltensweisen als adhs zu klassifizieren. Jetzt möchte sie auch eine Diagnostik machen. Irgendwie scheint es 2 Lager zu geben. „Ach das habe ich auch“ (also hast du kein adhs, wenn ich xy auch habe) oder „ach krass das habe ich auch!“ (Alle haben also irgendwie adhs und wollen ne Diagnostik)

Puh ich bin im Nachgang so froh , dass das Thema ADHS bei mir aus psychotherapeutischer Richtung kam und deswegen die Diagnostik eingeleitet wurde und nicht umgekehrt. Ich wusste nicht mal das es Adultes ADHS gab.
Ein Selbstverdacht zur aktuellen Zeit oder auch das Wort Modediagnose hätte mich dann voll verunsichert . Ich würde dann wieder viel mehr an dem Mhythos „es liegt nur an mangelnder Disziplin „ bei mir glauben . :worried:

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Same here…100%
Danke das ich hier nicht alleine bin .

Früher hab ich nie und nimmer an ADHS gedacht.
Jetzt habe ich endlich eine Erklärung dafür.

Die Orga mit den Terminen und toDo’s ist aber schon ne Fähigkeit die mir ungemein hilft und auch Leute ohne ADHS bewundern mich dafür das ich so gut organisiert bin. Der Mensch, besonders mit ADHS ist lernfähig um die Fehler von früher nicht zu wiederholen.

Geht mir genauso…es ist einfach furchtbar :confused:

In einigen Bereichen trifft das auf mich zu, aber in einigen anderen Bereichen habe ich leider auch verdammt lange gebraucht, nicht immer wieder die gleichen Fehler zu machen :adxs_tanz: