ADHS-Superkraft - was soll das sein?

Schade, dass dieser Thread mittlerweile so vom eigentlichen Thema abgewichen ist. Oder ich verstehs nur einfach nicht mehr.

1 „Gefällt mir“

Hab auch nicht alles verstanden, wird wohl wieder dahin zurückgehen , war bestimmt nur Nebenweg, der mit eingeschlagen wurde.

Nebenwege sind doch unsere Superkraft oder nicht? :joy:

6 „Gefällt mir“

Und da glaube ich das zu sehen, was andere mit „Superkraft“ meinen.. Und keine Frage - ich finde das Wort furchtbar und wenn es dazu führt, dass alles nur noch romantisiert wird, lehne ich auch das Konzept dahinter ab, aber ich sehe es eben nicht als Superkraft an, sondern als eine Fähigkeit die unter verschiedenen Umständen Fluch ODER Segen sein kann.

Nehmen wir diese Fähigkeit dazu outside the box zu denken. Wenn man gerade ne langweilige Steuererklärung machen soll, ist diese Fähigkeit absolut zu nichts zu gebrauchen und steht uns massiv im Weg.. Aber es gibt eben Situationen, in denen sie wirklich genau das ist, was gebraucht wird. Ansonsten wären wir noch in der Steinzeit.. Und das meine ich ganz ernst.. Wo wäre die Menschheit ohne Träumer und Leute, die Probleme völlig neu angehen, anstatt die bisherigen Lösungen zu perfektionieren oder aber (noch viel häufiger) auf dem Niveau von Improvisation zu belassen, weil für die meisten Menschen gar kein Problem herrscht, solange etwas funktioniert?

Ja, natürlich wünschen wir uns alle mehr Pragmatismus, aber wenn alle nur Dienst nach Vorschriften machen, dann kollabiert ein System genauso irgendwann..

Und ich wette, dass es vom Alltag genervt Leute waren, die sowas wie ne Waschmaschine und nen Geschirrspüler erfunden haben.. Es sind eben genau diese Menschen, die Dinge unnötig kompliziert machen, die letztlich dafür sorgen, dass es für alle einfacher wird..

Ja, auch ich sehe zu hauf gescheiterte Existenzen, aber in den meisten Fällen geht es dabei darum, dass die Stärken nicht wahrgenommen wurden und das Umfeld so verbohrt an Althergebrachtem festgehalten hat, dass jeder, der es gewagt hat, irgendwas am Status quo ändern zu wollen, von den Traditionalisten ausgegrenzt wurde.. Und ich sehe auch genauso viele bzw eigentlich mehr eben nicht gescheiterte Existenzen.. Und ne hohe Intelligenz hilft, aber ist nicht Voraussetzung dafür.. Das Problem ist, dass wir als Gesellschaft ADHS nur bei denen „sehen“ bei denen es zu Problemen führt.. Wieviele wir nicht wahrnehmen, weil sie eine Nische für sich gefunden oder geschaffen haben, wird uns irgendwann wohl ein Biomarker sagen..

Aber wäre ADHS von Hause aus ein reiner Fluch, wäre es schon längst ausgestorben.. Dass es das nicht ist, ist eindeutiges Zeichen dafür dass es Vorteile gibt und ich weigere mich einfach diese Andersartigkeit nur in einem bestimmten, sehr kleinen Kontext zu beurteilen und alles andere einfach auszublenden…

3 „Gefällt mir“

Hallo @Kascha und @Wolkenbraut , vielen herzlichen Dank für eure sehr freundlichen Beiträge, und Ja ich verstehe was ihr mir sagen wollt, und Ja ich verstehe euch :people_hugging:, denn so wie ihr mir euren Standpunkt erklären konntet, so kann ich euren Gedanken und Gefühlen tatsächlich sehr gut folgen.
Und Ja natürlich will ich persönlich jetzt hier auch nicht komplett abstreiten das es bei uns Adhsler’innen, und/oder ASS’lerinnen, oder ADHS/ASS’lerinnen „garnichts“ gäbe was wir „können“.
Sondern im Gegenteil habt ihr natürlich Recht, dass auch WIR unsere eigenen Stärken oder Schwächen haben wie jeder andere Mensch auch.
Doch Leider ist es bis heute nach wie vor so, dass man bei Menschen wie uns, vor allem immer nur unsere Schwächen sieht, und von wegen dazu fähig ist, um überhaupt „erkennen zu können“ das WIR sogar durchaus „über Stärken verfügen“, welche „Normalos“ nicht mal „überhaupt kennen“, weil sie eben „anders Denken und Fühlen und Handeln“ als WIR, und sie eben andere Menschen als WIR sind.

Was weiss ich, jedenfalls ist es nichts neues das Menschen die anders als die Mehrheit der Bevölkerung sind, schon seit jeher ein „Aussenseiter“ Dasein fristen müssen, und das vermutlich auch immer so bleiben wird.

2 „Gefällt mir“

Hallo liebe Mitbetroffene,
Wenn ich überhaupt irgendeine Superkraft habe, dann die, dass ich in allen Situationen mit guten Lösungen reagieren kann, solange es sich nicht um Kommunikation handelt. In Gesprächen bin ich zwar auch super schnell und flexibel, trete aber immer irgendwem auf die Füße, wähle falsche Worte, den falschen Zeitpunkt (weil es muss ja sofort gesagt werden) und oft auch noch den falschen Ton. Da ist es dann auch schon vorbei. Mein ADHS und die tatsächliche hohe Intelligenz ermöglichen mir, mich mit allem möglichen zu beschäftigen, mich zu.B. in meinem Beruf als Informatikerin in allen Bereichen einzuarbeiten. Was nützt mir das? Ich weiß und kann zwar viel, aber immer nur etwas in die Tiefe. Was wird gesucht, entweder Softwareentwickler, auch nur mit einer Hauptsprache, oder einer der sich mit Infrastruktur auskennt oder jemand der sich mit KI und Automatisierung auskennt usw. Ich habe kaum mehr eine Chance einen Job zu finden. Aber immer das Gleiche wäre mir doch viel zu langweilig. Das ginge mir wohl in jedem Beruf so.
Schule nur mit vielen Umwegen und unterdurchschnittliche Noten geschafft, weil nie gelernt und im Unterricht gehampelt, im Studium habe ich zwar bis zum Diplom alle Scheine Prüfungen, Praktika geschafft, aber an Seminararbeiten bin ich drei mal gescheitert, an eine Diplomarbeit war nicht zu denken.
Und überall in Teams ecke ich sozial an. So richtig verstehe ich es nicht. Die Diagnose habe ich erst erhalten, nachdem mein großer Sohn seine Diagnose mit sechs Jahren erhalten hat, ich war 44 Jahre alt. Wenn ein unstrukturierter chaotischer Mensch auch noch ein Adhs Kleinkind oder Kind im Allgemeinen gross ziehen soll, ist es eine Katastrophe. Immer diese Tipps: gib dem Kind eine Struktur, mache Pläne und halte sie ein, mache Listen für gutes Verhalten, um dies in Summe mit einer Belohnung zu verstärken, mache Hausaufgaben immer zur gleichen Zeit und immer ineiner aufgeräumter reizarmen Umgebung… He, alles genau eine Woche durchgehalten. Dann war Schluß. Zweites Adhs Kind, und alles fällt noch mehr zusammen. Wirklich, nur meine Fähigkeit in sehr viele Situationen schnell, flexibel und oft kreativ zu reagieren hält mich und meine Familie noch am Leben. Übrigens die einzige Kreativität die in mir steckt, Problemlösung.
Mit Tabletten arbeite ich sehr gerne, nur mache da nie auch nur 5 Minuten Pause, d.h. ich arbeite intensiv 8 Stunden allem Tag durch. Das macht mich Nachmittags immer richtig schlimm k.o. Pomodoro oder ein Screentimer finde ich noch nerviger und schlimmer als ohne Tabletten zu arbeiten. Nur ohne Tabletten habe ich immer das Gefühl, dass ein Nebel im Kopf ust, der zwar durchnässt, dass ich eine Information gelesen erhalten habe, die Interpretation der Information ist mir nur schwer möglich. So verstehe ich englische Texre ohne Tabletten viel schlechter als mit Tabletten. Auch komplizierte technische Texte, meist in Englisch kommen kaum an.
Ich vermeide übrigens social Media, schon scheint weil die Flut an Bildern und Texten mich überfordert.
Dass immer so falsche Informationen in vielen Quellen zu finden sind, finde ich auch irritierend. Und dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind zwischen guten wahren Quellen und eher schlechten oder gar falschen Quellen zu unterscheiden ist sehr traurig, aber leider durch das System Social Media verursacht und gewollt, KI tut ihr übriges. Wer liest schon selbst echte Studien?

2 „Gefällt mir“

Hab ich heute erst gelesen, und nachdem ich jetzt auch den Lachanfall wieder im Griff habe :-), kurze Antwort: ich bewege mich online unter Autisten schon seit über 15 Jahren, und in der Zeit sind viele Projekte in die Luft geflogen und wurden beendet, weil die Leute kurz davor waren, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Autisten sind absolut nicht kompetent, Konflikte zu lösen. Und das bereits untereinander nicht.

Wenn ich im RL Konflikte zu lösen habe, läuft das entweder darauf hinaus, dass ich gar nichts löse und es runterschlucke, oder es eskaliert. Irgendwas dazwischen gibt es nicht. Dabei gebe ich mir schon echt Mühe. 90% schlucke ich runter und sitze es aus.

Krebs stirbt ja auch nicht aus.

Ich glaube, dass solche Romantisierungen vielleicht so entstehen:

  • anfangs gibt es Leute mit einer Diagnose, die überwiegend negativ gesehen wird und logischerweise auch über Defizite definiert ist
  • Therapeuten und Betroffene versuchen, positive Aspekte zu finden, um das Selbstwertgefühl zu verbessern. Ursprünglich sind das Stärken einzelner Betroffener, wo aber unklar ist, ob sie in gleicher Weise auf alle Betroffenen zutreffen. Soweit ist das normal und auch sehr sinnvoll.
  • Das Internet und die Medien sorgen dafür, dass die positiven Aspekte betont werden bis hin zu dem Extrem, dass die eigentlichen Diagnosekritieren, die Defizite also, gar keine Erwähnung mehr finden oder zum veralteten Klischee erklärt werden.
  • plötzlich finden viele Leute diese Diagnose toll/interessant, weil sie überwiegend die positive Definition kennen und von der eigentlichen Behinderung wenig wissen. Von den positiveren Beschreibungen fühlen sich mehr Leute angesprochen und finden sich darin wieder.
  • Diagnosekriterien werden im Lauf der Zeit weiter gefasst, es werden mehr Diagnosen gestellt auch für Leute, die nur wenig eingeschränkt sind.
  • fittere Pride-Leute dominieren „die Szene“, weil die sich auch leichter tun im Kontakt mit Medien (und die Medien verbreiten ja deren Sichtweisen). Dieser Punkt trifft bei Autismus zu, ob er auch bei ADHS zutrifft, weiß ich nicht.
  • stärker beeinträchtigte Leute fühlen sich übergangen, nicht mehr gesehen

Das Schema ist vereinfacht. Aber es könnte zum Teil so zutreffen. Pride-Leute (also die, die sowas wie Superkraft sagen), sind vielleicht überwiegend jünger und/oder weniger stark beeinträchtigt. Jüngere Leute wollen natürlich auch nicht nur über Defizite definiert werden, sondern wollen mit Stärke ins Leben starten. Für Ältere, besonders Spätdiagnostizierte, ist es dagegen wichtig, mit ihren Schwierigkeiten, die nie gesehen wurden, jetzt mal gesehen und ernstgenommen zu werden.

8 „Gefällt mir“

Interessante These, ich denke nicht, dass junge Pride Leute sich als Menschen mit „Superkraft“ definieren. Meistens sind es Menschen die, leider immernoch, mit sehr vielen Anfeindungen zu kämpfen haben ob mit oder ohne ASS oder ADHS oder AuDHS. Aber Menschen denen es leicht fällt, auf Social Media bekannt zu werden, erleben es vielleicht auch als Chance.

Außerdem verstehe ich die neuen Anfeindung von queeren Autisten, die angeblich keine "echten"Autisten sind, nicht.
Damit möchte ich dir das nicht unterstellen, es fällt mir nur auf, dass es immer häufiger vor kommt und ich finde es nicht ok, dass man das jetzt darf.
Auch die Unterstellung von Modediagnosen, ist nicht ok. Es mag vorkommen, dass jemand mit einem Wunsch nach Zugehörigkeit, das für sich nutzt, aber Einzelfälle sollten nicht zum Vorverurteilen missbraucht werden.

Ich finde auch nicht, dass man Krebs mit ADHS vergleichen kann, da es zwei vollkommen unterschiedliche Krankheiten sind. Krebs ist eine Krankheit die meistens im Laufe des Lebens erworben wird und leider noch immer tödlich verlaufen kann, während ADHS schon in der Kindheit auftritt und oft (nicht nur) genetischen Ursprungs ist und selten(er) tödlich. Außerdem ist Krebs eine Krankheit die sich eher in körperlichen Symptomen zeigt und nicht, wie ADHS, im Verhalten.

1 „Gefällt mir“

Ich kenne keine Diagnose wo man sagt : „Ich habe „so und so“ und deswegen bin ich was „besonderes“ und habe Superkräfte.

2 „Gefällt mir“

Ich denke, das Problem dabei ist hauptsächlich die Abgrenzungsdynamik zusammen mit Ausweitung von Begriffen. Das wurde nebenan ja auch gerade erst diskutiert.

Welchen Wert haben Begriffe noch, wenn sie alles und nichts bedeuten können? Ich kriege übrigens auch die Krise bei Sprüchen wie „Irgendwie sind wir doch alle ein bisschen behindert.“ Deswegen bin ich beim Spektrumsgedanken auch eher gespalten, der passt sehr gut in das Thema Persönlichkeitsmerkmale, bei Diagnosen und Behinderungen fühlt er sich eher unbehaglich an. Irgendwie verwenden die Leute heute ständig klinische Begriffe für alles Mögliche statt Begriffe wie Introversion. Das finde ich eine Verarmung der Sprache.

Das Problem „Ich werde häufig im sozialen Umgang zu wenig akzeptiert/anerkannt“ ist real, aber es ist schon rein qualitativ etwas anderes als „Ich erlebe ständig irgendwelche Showstopper, die mich an der Bewältigung eines selbstbestimmten Alltags hindern“, oder „Ich muss Angst davor haben, dass mich kein Arzt mehr bei normalen Beschwerden behandent.“ Und wenn sich zu unterschiedliche menschen einen Begriff teilen müssen, führt das zu Abgrenzung der Fitteren und medial Selbstbewussten von den Unfitten. Die Unfitten sind zu stereotyp, zu klischeehaft, zu peinlich, zu behindert, zu schwach, zu problembeladen, zu unpride.

Medien bevorzugen Pride und Diskussionen über Diskriminierung gegenüber praktischen Problemen. Erstere kannman endlos diskutieren, letztere müsste man ja lösen (um Hillemls willen), und dann wäre die aufgebaute Social-Media-Präsenz quasi hinfällig. Ich kann diejenigen „extremeren“ Autisten da gut verstehen, wenn sie sich dabei nicht mehr willkommen und in ihrem Leidensdruck nicht validiert fühlen.

Das Absurde dabei ist: Wenn man die welt für die Vulnerabelsten besser macht, profitieren i.d.R. auch die weniger stark Beeinträchtigten davon.

2 „Gefällt mir“

Ich verstehe das zum Beispiel sehr gut, weil in der „liken woken queeren“-Szene/Jugend, Autismus und ADHS so verhamlost und auf ALLES bezogen werden.
An der Uni gibt es einen extra Raum für LGBT Menschen, wo nur diese sind. Wir waren bestimmt immer 10 Leute und 8 davon waren laut ihrer eigenen Meinung „Neuro-Spicey“. Ja, das ist ein f*** Zitat…
Es gibt leider einen konkreten Zusammenhang. Eine Diagnose wollen diese Leute dann aber auch nie, „weil sie die ja gar nicht brauchen“. Überraaschung: dann hast du auch kein Autismus/ADHS!!

Bevor ich einen zu harten Backlash bekomme: ich bin selber AuDHD, lesbisch, wähle die Grünen. Genaudeswegen weiß ich es ja, weil ich durch diese Dinge genau mit den Menschen zutun habe.

Das mit der „Superkraft“ halte ich auch in den meisten Fällen für eine Kompensation oder auch für fehlendes Wissen. Laut Social Media ist ADHS ja definiert als „ich kann mich nicht konzentrieren, aber fokussiere mich stark auf die Dinge, die ich mag. Ich bin nicht gut darin Ordnung zu halten“ und Zack haben damit ein paar Probleme einen tollen Namen, der dann als Schutzmantel fungiert.
Dass zu ADHS noch soooo viel mehr gehört, vor allem negatives wird ausgeblendet: Substanzmissbrauch, viele wechselnde Sexualpartner und ein erhöhtes Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten, höheres Sterberisiko durch riskantes Verhalten und und und.
Diese Sachen will man nicht sein, deswegen werden die obwohl diese Dinge gerade durch ADHS hervorgerufen werden nicht gezeigt.

1 „Gefällt mir“

Hallo @Florjetzt :heart:, vielen herzlichen Dank das Du hier im Thema erwähnt hast das Querness sehr oft bei Adhsler’innen, ASS’lerinnen, oder ADHS/ASS’lerinnen vorkommt und diese Menschen dann wegen ihres Seins, heisst so wie sie eben sind, sich leider sehr oft und auf der ganzen Welt gegenüber solchen Menschen zur Wehr setzen müssen, nämlich gegenüber solchen Menschen welche sich selbst gegenüber der gesamten Welt gerne als das präsentieren möchten, was sich bis heute anscheinend als „sogenannt normal“ in den Köpfen der überwiegenden Menschheit „festgesetzt hat“.

Und das selbst dann, wenn z.B. genau solche Menschen welche oft sogenannte religiöse Ereiferer sind, alles andere als normal sind, wobei man sich dabei z.B. nur Mal an die ein oder anderen Sekten Oberhäupter erinnern muss welche diese Welt bereits in der Vergangenheit schon gesehen hatte, und weswegen dann z.B. hunterte Menschen, heisst unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder, vollkommen unschuldig gestorben sind.

Und immer wieder werden diese Menschen bis zum heutigen Tag, welche die von den Mustern des religiösen und fast überall auf der Welt gültigen Bildes vom „normalsein der Menschen“, heisst das es NUR diese angeblich einzigartige und für immer vorgeschriebene Art und Weise, wie ein Mensch laut Kirchenbüchern zu sein hat, „sein darf“, und Wehe ein Mensch wehrt sich gegen dieses Denken, und gegen eine Behauptung aus Kirchenbüchern die bis heute weder historisch noch wissenschaftlich, noch dadurch bewiesen worden sind, dass sich irgendwelche Behauptungen darin wirklich jemals so zugetragen haben wie es diese von Menschen errichteten Kirchen bis heute behaupten, sich all das aber über Jahrhunderte in den Köpfen dieser Menschen „festgesetzt“ hat, und das obwohl es keinerlei nachweisbare Beweise für deren Behauptungen gibt.

Sondern verstösst nämlich genau dieser Hass welche manche frommen Menschen gerne heucheln, dermassen krass gegen das was in ihren Büchern steht, dass es jedem Menschen der sich tatsächlich Minimum einmal in seinem Leben die Mühe gemacht hatte, um all diese Schriften von Anfang bis Ende wirklich gründlich durchzulesen, dass dort nirgends geschrieben steht, unabhängig um welche Kirchenbücher es geht, heisst welchem Glauben man sich verschrieben hat, dass Gott, oder Jesus Christus, oder welchem Glauben man auch immer angehört, von wegen „möchte“ das man andere Menschen aufgrund ihres Glaubens hasst, noch das Gott „möchte“ das man andere Menschen aufgrund ihres anderen Glaubens tötet.

Denn wenn man sich mal ernsthaft mit allen religiösen Schriften dieser Welt beschäftigt hat, dann erkennt man das es sogar um das Gegenteil geht, nämlich darum das wir lernen „miteinander zu leben“, uns gegenseitig zu helfen, und Gefühlen oder Gedanken von Hass in unseren Herzen niemals Platz zu geben.

Nämlich weil Hass böse ist, und weil das zulassen von bösen Gefühlen und/oder Gedanken, immer zu bösen Taten führen wird, und sich deshalb der Kreislauf des Hasses und der Rache und der Vergeltung immer weiter drehen wird, und solange dieser Kreislauf nicht durchbrochen wird, und Generationen von Menschen nur Leid, Schmerz und Zerstörung bringen wird, ohne irgendeine Aussicht darauf das die eigenen Kinder und Kindeskinder jemals Frieden und Freude, und Glück und Erfolg, sowie Gesundheit und Wohlstand, heisst wegen des Hasses NIEMALS eine Aussicht auf ein friedliches Leben, ohne Krieg und Zerstörung erleben werden.

Okay, leider bin ich total vom eigentlichen Thema abgeschweift, entschuldige bitte vielmals. :adxs_rot:

Jedenfalls vielen Dank das Du den Mut hattest dieses Thema zu erwähnen, denn ich persönlich jedenfalls, finde es einfach nur Himmel traurig wie hasserfüllt Queeren Menschen in unserer Welt begegnet wird, und z.B. ganz besonders wie man Transmenschen gegenüber eingestellt ist, was mir persönlich sehr oft sogar richtig Angst einjagt wenn ich davon höre, sehe oder lese, wie schlecht und feindselig Transmenschen in unserer sogenannten „modernen Welt“ behandelt werden.

2 „Gefällt mir“

Wenn Autismus ein Spektrum ist, dann müssen sich nicht alle Autisten in den Beschreibungen wiederfinden. Und vielleicht gelingt es dem Einen mehr als dem Anderen, aber das ist erstmal nicht gegen sie gerichtet.
Jeder kann seine Geschichte nur aus seiner Sicht wiedergeben und aufklären, was er erlebt oder gelesen hat. Wer sich da nicht mit identifizieren kann, kann entweder selber aufklären oder schauen, ob er einen Menschen, eine Gruppe findet, bei der er sich wohl fühlt.

Bevor es all den ADHS Kontent gab, haben wir auch nicht gerufen, ich fühle mich nicht representiert.
All das braucht ein Anfang und eine Entwicklung. Es gibt Leute die darauf hinweisen, unterrepräsentiert zu sein, das ist doch gut.
Vielleicht nicht genug, aber gut.

Hinzu dürfen wir nicht vergessen, dass Mensch dazu neigt in Kategorien zu denken, er liebt Stereotypen, sein Gehirn mag das.
Hinzu erzählen wir gerne aus unseren privaten Erfahrungen und meinen damit Schlüsse auf die Allgemeinheit ziehen zu können.
So werden wir immer Menschen begenen, die mal was gehört oder gesehen haben von einem Autisten, Blinden etc. und denken sie wissen Bescheid.

Erst Menschen die selber in der Situation stecken oder Angehörige, Nahestehende, Menschen die beruflich damit zu tun haben, beschäftigen sich tiefergehend mit den Hindernissen und Problemen von Menschen mit Handycap.

Es ist nicht so, dass ich den Grundgedanken (nicht repräsentiert zu sein) nicht nachempfinden kann.
Es ist eher so, dass ich denke, das Personen, die in Social Media auf Autismus, ADHS, LGBTQIA+, Gehörlose, Blinde, Menschen mit Spastik, und alle die nicht genannt wurden, Aufmerksam machen zu bashen nicht hilft, sondern das herabwürdigen von Menschen mit Handycap fördert.
Und daran sind nicht die Personen von Social Media Schuld, sondern jeder der mitmacht ohne nachzudenken wohin das führen könnte und wem das nutzt.

Sich nicht Zugehörig zu fühlen und missverstanden ist ein Gefühl das niemand haben sollte. Es tut mir Leid, wenn jemand von euch so empfindet.
Wenn ihr euch hier findet, auch über euer Gefühl von Ungerechtigkeit reden könnt, will ich mich nicht weiter einmischen.

Ich will nur sagen, wir sollten uns nicht untereinander anfeinden, das schwächt uns mehr als es hilft.

2 „Gefällt mir“

@Florjetzt allein das Wort „Anfeindung“ spricht eigentlich für sich selbst, und Ja, ich persönlich bin absolut der Meinung das jedes Wort, jeder Gedanke, jedes Gefühl, von jedem einzelnen Menschen, welches auch nur im entferntesten irgendwie das Wort „Feind“ beinhaltet, weder in der Vergangenheit, noch im Heute, noch in Zukunft, jemals zu einer Verbesserung der gesamten Menschheit auf der ganzen Erde beitragen hatte, oder Heute, oder in Zukunft, dazu beitragen wird.

:rofl:

klingt wie von allem etwas.

Könnte man Fragen, ob da auch Epilepsie, Demenz, Parkinson dazu zählt. :rofl: Oder was genau.

Contenance :expressionless_face:

Es gibt tatsächlich Menschen, mit der Ansicht, dass eine Diagnose für sie nichts ändert, weil sie keine Medikamente nehmen oder kein offizielles Label wollen.

Und es gibt Menschen, wie schon erwähnt, welche daraus einen Vorteil ziehen zB in puncto Aufmerksamkeit oder Ausrede.
Die gibt es überall, in jedem Bereich.

Dann gibt es auch ADHSler, die sich einen Vorteil aus ihrer Diagnose ziehen (Krankheitsgewinn).
Ich finde es nicht verwerflich, denn wenn einem Spätdiagnostizierten klar wird, warum vieles nicht klappt, braucht es Zeit von der Diagnose, zur Reflektion, zur Akzeptanz, zur Weiterentwicklung. Manche brauchen länger für diese Schritte.

Wir können nur mit unseren Augen auf die Anderen blicken, doch wissen wir, was sie dazu bewegt, was dahinter steckt? Wir sind alle so verschieden und es könnte die Möglichkeit bestehen, dass wir im Unrecht sind. Natürlich nur ganz minimal :laughing:

Für den einen ist das ein Thema:

Andere haben andere Hürden wie: Binge eating, Zeitblindheit, Kaufsucht etc.
Andere befinden sich an ganz anderen Baustellen.

Wir müssen nicht alles gut finden, dürfen genervt sein, Streiten, keine Einigung erziehlen, uns aus dem Weg gehen etc.

Solange wir keine Gruppen bashen und uns versuchen mit der Menschlichkeit zu begegnen, die wir uns selber wünschen.

Warte, es fehlt noch der Backlash:

Lese ich da, ich gehöre dazu aber bin nicht wie die?

Dieses Gefühl der Andersartigkeit und fehlende Zugehörigkeit ist ein mießes Gefühl.

Darf ich dich mal drücken :people_hugging:

Manchmal ist AuDHS einfach Scheiße!

Leider sagen die aber mit voller Überzeugung, dass sie Autisten sind, „weil sie unsicher im Kontakt mit anderen Menschen sind“… das ist ihre einzige Begründung…

Du, da bin ich ganz bei dir! Ich bin auch spätdiagnostiziert, aber ich bin diagnostiziert!. Für mich macht das einen riesen Unterschied. Selbstdiagnose ist nur valide, wenn man es für seinen eigenen Umgang mit etwas benutzten möchte. Sobald man es nach außen trägt, Tipps gibt, wie man damit umgeht etc. ist es gefährlich.

Gerade deswegen finde ich es auch so wichtig, dass wir die Defizite nicht ignorieren, die damit einhergehen. Wenn man erst spät - wobei ich unter den späten noch sehr früh dran bin - diagnostiziert wird, dann hat man sehr viele Erfahrungen, auf die man bereits zurückblickt, die aufgearbeitet werden wollen.

Mir geht es mit dem, was ich vorher geschrieben habe, damit wirklich nur um Leute, die offensichtlich nicht autistisch sind bzw. kein ADHS haben, es aber als Krankheitsgewinn missbrauchen. Jede Erkrankung hat einen Krankheitsgewinn.

"Dank meiner Depression bin ich schneller gealtert und habe im Gegensatz zu vielen Gleichaltrigen in mancher Hinsicht eine größere Reife entwickelt.
Dank meiner Depression habe ich mich nie überschätzt und wirke dadurch manchmal sehr bodenständig.
Dank meiner Depression konnte ich Verabredungen absagen, denen ich nur aus einem Pflichtgefühl heraus zugestimmt habe.
Dank meiner Depression hat sich meine bildliche und beschreibende Sprache deutlich weiterentwickelt.

Ich brauche keine Diagnose, meine Depression ist meine Superkraft!"

Wie klingt das wohl für jeden diagnostizierten Depressiven, der unter dieser Erkrankung massiv leidet?
Und all diese Dinge meine ich ernst. Das sind Dinge, die ich nur durch meine häufigen depressiven Episode erlernt habe oder machen konnte. Ich bin auch wegen meiner Depression in einer Klinik gewesen und habe dort Stricken gelernt.

Aber worum es geht, ist, dass man für sich selbst Positives findet, um mit dem negativen Umzugehen. Ich halte nicht viel von dem Begriff „Superkraft“, aber wenn ich meine benennen müsste, sind es meine analytischen Fähigkeiten, die definitiv vom Autismus stammen.

Alles hat positive und negative Seiten, je nachdem, wie man auf die Dinge schaut. Ob man jetzt in einer Diskussion über eine Erkrankung unbedingt die positiven hervorheben muss, die das ganze leider romantisieren, wie jetzt bei dem Depressionsbeispiel, wage ich zu bezweifeln.

Bei ADHS und Autismus dürfen die positiven Aspekte immer beleuchtet werden, die negativen, die Behinderungen, dürfen aber NIEMALS „im dunkeln bleiben“, weil man sonst einen Schutzmantel kreiert, den sich jeder x-beliebige Mensch umwerfen kann (/R).

Long Story Short: wir müssen bei dem ganzen bei der Wahrheit bleiben: beides ist eine Behinderung, trotzdem gibt es auch schöne Seiten. Weil so nunmal auch das gesamte Leben ansich ist. Es ist nicht Schwarz-Weiß, aber wer Farbenblind ist, kann das leider nicht sehen (/Metapher).

2 „Gefällt mir“

Wie siehst du das ganze bei dem Downsyndrom/Trisomie 21 oder (ganz anderes Thema) beim Schnarchen?
Das Downsyndrom ist ja auch eine Behinderung, aber deswegen nicht gleich ein Fluch.
Das gleiche gilt für Autismus und ADHS. Die positiven Seiten gehören immer mitgenannt, sollten aber meiner Meinung nach nicht viel mehr Aufmerksamkeit als die negativen Aspekte bekommen. Ein gutes Gleichgewicht eben, denn wenn nur die positven Aspekte in der Öffentlichkeit benannt werden, „stellt sich irgendwann die Frage, warum wir noch unterstützung bekommen sollten, wenn wir so viele Vorteile haben“, verstehst du, was ich damit meine?

Und beim Schnarchen ist mir einfach das aus eknem Comedy-Programm eingefallen, weil Sheng Wang (so heißt er glaube ich) dort meinte, dass er sich fragt, warum es evolutionär nicht ausgestorben, weil jemand der Schnarcht, permanent auf die Gruppe aufmerksam macht, bei einem Angriff sich aber nicht verteidigen könnte :joy:

1 „Gefällt mir“

Ich find das mit den „Superkräften“ diskriminierend/überheblich gegenüber neurotypischen Menschen.
So nach dem Motto: „Du bist neurotypisch , deine Welt macht mir mein Leben schwerer. Weil ich nicht neurotypisch bin so wie du habe ich folgende Schwierigkeiten…..
Wegen euch neurotypischen habe ich folgende Schwierigkeiten……
Du musst mich verstehen und Rücksicht nehmen. Ach ja, und im Gegensatz zu dir habe ich übrigens Superkräfte, die du nicht hast.“

Irgendwie ist dass doch ein wenig egozentrisch , oder?

3 „Gefällt mir“

Wenn ich die Botschaft dahinter richtig deute, sehe ich das genauso.

Natürlich ist die Welt nicht für uns ausgelegt und Rücksichtnahme ist wichtig und richtig.

Ich glaube, solche Probleme gibt es auch in anderen Bereichen;
-Wenn Feminismus zu weit geht und Frauen meinen, Frauen seien besser als Männer allein auf der Grundlage des Geschlechts. KEIN Geschlecht ist besser als das andere. Jemanden aufgrund seines Geschlechts abzuwerten, ist in beide Richtungen nicht okay.

-Wenn sich Queere Menschen über Heterosexuelle und Cis-Menschen stellen. KEINE Sexualität oder Geschlechtsidentität ist besser als die andere. Jemanden aufgrund seiner Sexualität oder Geschlechtsidentität abzuwerten, ist in beide Richtungen nicht okay.

-Wenn Dunkelheutige/BiPOC/POC (ich weiß leider echt nicht, was okay ist, wann man was benutzt etc. seht es mir bitte nach) sich über weiße stellen. Abwertungen, aufgrund der Hautfarbe, sind in beide Richtungen nicht okay.

So, sie ich nicht aufgrund meiner Homosexualität oder meines Geschlechts als Frau beleidigt werden will, will ich auch nicht aufgrund meiner weißen Hautfarbe beleidigt werden.
Genauso sollte ich dann nicht Männer, Heterosexuelle oder sonst wen abwerten und denken, es sei okay, weil es historisch gesehen andersherum häufiger der Fall war.

Wir sind alle Menschen. Uns verbindet mehr, als uns unterscheidet. Anders als die Norm zu sein, ist okay. Anders ist weder besser noch schlechter.

Und bevor jemand fragt, wer entscheidet was normal ist: sie Gaußsche Verteilungskurve.

2 „Gefällt mir“

Ich antworte einmal, ohne die ganzen Beiträge gelesen zu haben, da ich erst jetzt dazustoße und ich ins Bett muss :sweat_smile:

Ich stehe zu 100% auf deiner Seite und werde mich morgen vermutlich einmal oderntlich hier auskotzen. Also, sied gespannt! :joy::+1:

2 „Gefällt mir“