Hallo zusammen,
nachdem ich es bei meiner Vorstellung ja schon vermutet hatte, wurde ich vor 2 Wochen nun mit ADHS diagnostiziert. Soweit ich mich erinnern kann, war ich nie der “zappelige Typ”. Eher der Typ, der geistig von einer Sache zur nächsten gesprungen ist, Dinge nie richtig fertig bekam und Sachen, die nicht interessieren meist hinausschob und links liegen lies, sich immer wieder neu erfinden wollte, etc.
Im Grunde ist das heute immer noch so, hinzu kommen phasenweise starke Konzentrationsschwierigkeiten und das alltägliche Kopfkino mit 10-20.000 Dingen gleichzeitig. Dass das nun einen Namen hat und nur “Biologie/Chemie” ist, wirkt erstmal beruhigend… Die Symptome, die mich eigentlich am Stärksten belasten, sind zum einen die Tatsache den Kopf und die Gedanken nicht abschalten und herunterfahren zu können und die mittlerweile, mit 42, doch ziemlich stark ausgeprägte Erschöpfung vom ständigen Laufen unter Volllast im Gehirn. Dazu kommen natürlich noch die anderen “Kleinigkeiten” wie Vergesslichkeit, etc.
Ich habe nun in zwei Wochen einen weiteren Termin zur Besprechnung einer möglichen Medikation. Beim letzten Termin hat der Psychotherapeut angesprochen, dass es natürlich auch möglich wäre, Medikamente nur on-demand zu nehmen, beispielsweise immer dann, wenn man sich besonders konzentrieren muss.
Irgendwie gefällt mir dieser Ansatz aber nicht - Ich möchte erstmal nicht bloß und phasenweise leistungsfähiger im Beruf o.Ä. sein, sondern meinem Kopf die Möglichkeit geben, im Alltag eine Verschnaufpause einzulegen und Dinge generell geordneter anzugehen. Sei es im Job oder in der Freizeit.
Was ich nicht will - das kenne ich aus meinen jüngeren Jahren und dem Experimentieren mit div. Substanzen - ist ein Kick und Tunnelblick für 3-4 Stunden in dem ich nicht ich bin und roboterhaft werde. Denn das geht im Verlauf der Zeit ziemlich sicher nach Hinten los.
Ich habe vor etwa 10 Jahren mal Medikinet getestet (Ich meine es war eine recht hohe Dosis und kein Retard) und eben genau das hat es bei mir ausgelöst. Ähnlich wie beim Experimentieren mit Amphetaminen vor bestimmt 20 Jahren oder mehr.
Was ich mir eigentliche Wünsche ist ein subtiler Dämpfer, der die “Prozessorauslastung” über den Tag etwas herunterregelt und das Getriebensein mindert. Ich unterstelle mal, dass ich den Rest dann ganz gut alleine hinbekomme.
Was denkt ihr? Ist da Elvanse eher das Mittel der Wahl oder habe ich komplett falsche Erwartungen an eine Medikation?