Ich mache grade noch meine Adhs Diagnostik, bin aber relativ am Ende damit. Da ich erst 17 bin, kann die vollständige Diagnose erst mit einem Ersiehungsberechtigtem besprochenen werden…mir wurde aber beim letztem Termin schon gesagt, das die Bögen meiner (Hauptfach-)Lehrer unauffällig sind und ich sogar übersichtlicher bin als andere. Auch im Konzenttrationstest.
Was mich ehrlich verwundert weil ich entweder extrem gute noten oder extrem schlechte noten schreibe ( vgl. Mathe einmal 2 Punkte und dann 8 Punkte oder päpsy schriftlich 2 mündlich 12) und ich dadurch im Durchschnitt auf so ca. 9.21 Punkten stehe. Ich hab meine Fächer die mich interessieren in denen ich auch gut bin (außer Päpsy Defenitionen lernen ist ein Krampf) und in den anderen bin ich nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Ich passe auch kaum im Unterricht auf, spiele oder lese oft am Ipad…aber keiner meiner Lehrer merkt das irgendwie, in den Bögen stand oft das ich mündlich gut mitmache etc…nur meine Mathematiklehererin hat angemerkt, dass ich mich offen über Lärm beschwere (tuscheln, rascheln etc.) Und dass ich oft in die leere starre, sie sich jedoch keine sorgen macht (weil ich mündlich eine gute leistung zeige.)
Das ding ist, ich zieh mir literally alles aus dem Arsch wenn ich was gefragt werde, tue so als ob ich vergessen hätte was ich sagen wollte usw. Usw. Ich mache keine Hausaufgaben, lerne kaum was mir grade echt ein Bein stellt so kurz vor dem Abi und bewältigte nebenfächer mal so „nebenbei“ während so richtige lernfächer kriegsfelder für mich sind.
Meine Grundschulzeignisse sind genauso unauffällig, meine Realschulzeugnisse ebenso…und nur in der Schule bin ich „angepasst“ und „ruhig“
Bei Freunden bin ich eben nicht so, sondern fast das komplette Gegenteil und kann viele Freundschaften deswegen auch nicht halten.
Kann ich trotzdem Adhs haben?
Klar, ich muss noch auf den letzten termin in der Diagnostik warten und was meine Mutter mit der Frau bespricht die die macht, aber sie meint sie kann mir die nicht wirklich geben weil meine schulische Leistung nicht beeinträchtigt ist, ich mich aber auf dem Weg zu diesen Leistungen fühle, als ob mir jemand ein Einrad hinstellt, obwohl ich nichtmal dreirad fahren kann. Oder als ob ich mir selbst eine stange ins Vorderrad halten würde.
Ich mache mir gerade echt sorgen, dass ich deswegen keine Hilfe bekomme mit den Symptomen. Ich halt das kein Leben lang durch, vor allem diese Impulsivität und diese Innere Unruhe.
Kann das jemand verstehen? Oder hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht?
Ja, das kann sein.
Mit „gute Noten“ findest Du in der Suchfunktion entsprechend viele Treffer, z.B. Gut in der Schule trotz ADHS und https://adhs-forum.adxs.org/t/gute-getarnt-durchgemogelt-angepasst-gute-zeugnisse-und-zwanghaftes-kontrollieren-werden-zum-verhaengnis/20972
Könnte auch passen: Ist es wirklich kein ADHS?
Erfahrene Diagnostiker berücksichtigen das auch, wenn Du das so geschildert hast wie hier in Deinem Text.
Evtl. denken sie sogar daran, zu gegebener Zeit noch Hochbegabung abzuklären. Kann beides vorliegen und zu Kompensation führen. Auch dazu findest Du sehr viel im Forum. Gutes Gelingen.
Aus was schliesst du denn, dass du ggf. ADHS haben könntest ?
Hast du bei ADXS.org schon mal die Tests gemacht ?
Quark.
Du bist 17 und kein Kleinkind mehr. Der Arzt hat auch Dir gegenüber Schweigepflicht. Nur, wenn er dich nicht für einwilligungsfähig hält (oder eine Gefahr für Leib und Leben besteht), darf er mit Deinen Eltern sprechen. Oder wenn Du es ihm erlaubt hast (Schweigepflichtentbindung). Die Erlaubnis kannst Du aber auch jederzeit zurückziehen.
Ich wage mal zu behaupten, dass es ziemlich schwer wird, bei einem/einer intelligenten 17jährigen, der/die kurz vorm Abitur steht, eine mangelnde Einwilligungsfähigkeit zu begründen.
Die haben ernsthaft Deine Lehrer befragt? Hätte meine 17jährige Tochter verweigert. Da wäre sie lieber ohne Diagnose geblieben, als dass die halbe Schule Bescheid weiß.
Zur eigentlichen Frage:
Liest sich ein bisschen wie meine Tochter.
Das ist totaler Quatsch. Natürlich ist Deine schulische Leistung beeinträchtigt. Die ist nicht erst beeinträchtigt, wenn versetzungsgefährdet bist oder sitzen bleibst.
Die Leistung ist auch beeinträchtigt, wenn Du 3er und 4er bekommst, obwohl Du rein kognitiv locker ne 1 oder 2 haben könntest. Damit bleibst du deutlich hinter Deinem erwartbaren Leistungsvermögen zurück.
Wie auch schon angemerkt wurde, könnte auch eine Hochbegabung oder zumindest überdurchschnittliche Intelligenz vorliegen, die die vergleichsweise guten Noten trotz ADHS erklären könnte. Wurde ein IQ-Test gemacht?
Meine eigentliche Therapeutin weist mich seit ca. 2 jahren darauf hin, dass viele meiner Porbleme auf ADHS hinweisen und sie auch viele Symptome in mir wieder erkennt. Sie hat mich nie zur Diagnose gedrängt und mir auch realistisch dargestellt was das allss bedeutet, sie ist sich jedoch ziemlich sichef va. Was soziale interaktion angeht, dass ich es habe.
Das mit dem Erziehungsberechtigten ist, da sie alternative/ medikamentöse dinge besprechen muss und durch meine minderjährigkeit kann ich da noch nicht ganz mitreden (was quatsch ist, weil ich die ganze Diagnostik selbst gemacht hab so außer den Bögen)
Wegen den Lehrern wars mir eigentlich wurst, sehe die sowieso nur noch ein Jahr, muss aber mit mir für immer klarkommen. Kann es aber voll nachvollziehen wenn mann das nicht möchte
Das ist doch erstmal positiv , dass deine Therapeutin trotz deiner guten Noten ADHS mit in Betracht zieht .
Und ADHS heißt nunmal nicht pauschal „schlechte Noten“
Das Leben besteht doch auch nicht nur aus Noten, dass ist doch ein Bruchteil vom Lebensalltag , den man bewältigen muss.
ADHS bedeutet auch manches Mal die Fähigkeit sich irgendwie durchzuwurschteln und manches mal nicht zu wissen warum man was kann und dann wieder nicht .
Ich habe vor kurzem mein Langzeit/ Studium mehr als gut abgeschlossen.
Dann müsste mir ja eigentlich nur anhand der Noten ADHS wieder aberkannt werden😅. Aber mein Weg dahin mein ganzes gestruggel dass sieht ja auf dem ersten Blick keiner .
Es hört sich so an, als ob die Diagnose nicht bei Deiner Therapeutin gemacht wird??? Die wird das Ergebniss dann ja auch einschätzen können.
Genau, mache die nicht bei meiner therapeutin weil ich 1. Eine zweitmeinung haben wollte da sie sich ja relativ sicher war und 2. Sie mir die Praxis auch empfohlen hat.
Aber ja, mich beeinträchtigen die Symptome va. Im sozialen bereich und arbeitsmäßig, hab jetzt zum dritten mal meinen Job gewechselt auch wenns nur aushilfsberufe sind. Ebenfalls gebe ich eingach langfritsige hobbies auf, was echt nervig ist, weil die echt spaß gemacht haben. Aber ja, mal schauen was jetzt dann raußkommt. ![]()
Definitiv ja.
Hochbegabung?
Um eine Idee zu bekommen, ob, wie stark und mit welcher Ausprägung du ADHS haben könntest, kannst du den ADHS-Symptomtest auf ADxS.org machen. Es handelt sich um ein Onlinescreening. Eine richtige Diagnostik kann immer nur ein erfahrener Arzt oder Therapeut machen.
Viele User hier im Forum kennen den Test, sodass das Ergebnis hilft, deine Beschreibung besser einzuordnen.
Viele Grüße
Das ist genau so Quark. Wenn Du das Fachchinesisch nicht verstehst, dann müssen sie es Dir so erklären, dass Du es verstehst. In ein paar Monaten müssten sie das ja auch, weil sie nicht mehr verlangen können, dass Du jemanden mitbringst. Das ist doch kein Hexenwerk. Die Ärzte von meinem Sohn haben ihm schon mit 9-13 Jahren seine Diagnosen und Behandlungen so erklärt, dass er es versteht.
Ganz aktuell musste ich bei meiner 17jährigen Tochter nicht mal für ne OP mit Vollnarkose unterschreiben, weil die Ärztin sie für ausreichend entscheidungsfähig gehalten hat. Bei den Gesprächen war ich nur dabei, weil meine Tochter das ausdrücklich so wollte. Das hätte sie auch alles allein machen können.
Hallo,
ich habe noch nirgends gelesen, dass schlechte Noten eine Voraussetzung für eine ADHS-Diagnose wären, noch dass die schulische Leistung beeinträchtigt sein muss, bevor man Hilfe bekommt.
Meine ADHS wurde erst 2003 festgestellt, da war ich 37, und meine Probleme als Jugendlicher waren auch eher sozialer Art.
Ich habe auch mein Abitur in 13 Jahren geschafft ohne sitzen zu bleiben, wenn auch nicht gerade überdurchschnittlich. Für die Bewältigung des Schulerfolges hätte ich keine ADHS-Diagnose und Behandlung gebraucht, aber ich bin sehr sicher, dass ich mit Diagnose und Behandlung eine glücklichere Kindheit und Jugend und weniger Selbstwertprobleme gehabt hätte.
Trotz ADHS kann man gute und sehr gute Noten haben (so wie ich). Mögliche Gründe:
- ein recht hoher IQ (unter max. berufl. Stress getestet bei der Diagnostik)
- strenge Erziehung
- „braves Kind“ - wollte Erwartungen immer erfüllen
- vielfältige Interessen - mich interessiert alles in dieser Welt und ich kann mich gut konzentrieren auf Dinge, die ich spannend finde
- Prüfungen sind für mich eine Art spannendes Spiel - ich laufe zu Höchstform auf
- Kompensation
Allerdings haben meine Zeugnisse schon hier und da Hinweise geliefert (70er Jahre). Da war mehrfach die Rede von Lebhaftigkeit, wenig Ehrgeiz (könnte mehr schaffen), Vergesslichkeit und mangelnder Sorgfalt.
Der Preis: immer wieder depressive Phasen und jetzt, mit Ü50: unendliche Erschöpfung - was der Anlass für mich war, mich in die Diagnostik zu begeben.
Hallo Quir1n,
also meine Tochter (14) ist bis letztes Jahr Klassenbeste gewesen und hat trotzdem kürzlich die ADHS Diagnose bekommen.
Sie ist im Unterricht und der Schule allgemein sehr angepasst, genauer gesagt überangepasst.
Sie hat die guten Noten aber hauptsächlich unter Stress mit enormer Denkleistung erreicht.
Konkret bedeutet das: im Unterricht mit den Gedanken wegdriften, eine Frage gestellt bekommen, Blitzschnell orientieren (was steht an der Tafel, was könnte der Lehrer gerade gefragt haben, schnell Thema erarbeiten, mit Allgemeinwissen abgleichen, Antwort herleiten), Lehrer ablenken und Zeit gewinnen indem man meint, man habe die Frage akustisch nicht verstanden, antworten, hoffen, dass es richtig war.
Gleiches gilt für schriftliche Leistungskontrollen. Oft hat sie keine Ahnung, worum es überhaupt geht und erarbeitet sich den Stoff während der eigentlichen Kontrolle.
Mein Sohn dagegen (auch ADHS und dazu LRS) hat schriftlich schlecht abgeschnitten und es dann durch mündliche Leistungen irgendwie ausgeglichen.
Ihre Hefter sind sehr ordentlich geführt, aber nur, weil sie das am WE und in den Ferien macht. Und weil sie als Autistin Ordnung braucht. Konsequent einhalten kann sie sie aber nicht.
Von außen sieht auch niemand, dass sie Texte immer zweimal lesen muss, weil sie zwischendurch mit den Gedanken wo anders ist.
Im Grunde hetzt sie dem Geschehen immer nur hinterher, was eine enorme Anstrengung ist.
Wenn man aber so wie du Copingstrategien anwendet, fällt der Struggle nicht so auf. Der Stress passiert im Inneren, wo es keiner sieht.
Wie schätzt du es selber ein? Siehst du dich als ADHSler? Passt das für dich? Selber hat man da eigentlich ein gutes Gespür, wenn man erstmal genug Infos bekommen hat.
Wenn ja, würde ich an deiner Stelle mit deinen Eltern über genau die Fragen sprechen, die sie beantworten sollen.
Ich nehme an, dass sie einen Fragebogen bekommen. Den würde ich mit Bleistift ausfüllen lassen und dann gemeinsam darüber sprechen. Vor allem natürlich über die Fragen, die du anders bewertet hättest. Was in deinem Inneren los ist können sie oft gar nicht wissen. Oder sie interpretieren die Fragen falsch. Eventuell müssen dann Kreuze nochmal anders gesetzt werden.
Wenn meine Tochter mir nicht so viel erzählt hätte, hätte sie jetzt die Autismusdiagnose nicht bekommen. Erst als sie einen Fragebogen ausgefüllt hat, hat sie mir wahnsinnig viel erzählt und ich konnte Dinge in Zusammenhang bringen.
Konzentrationstests unter Laborbedingungen sind auch nur bedingt aussagekräftig. Man sitzt dort allein in ruhiger Umgebung und die neuen Aufgaben können irgendwie interessant sein und dadurch stimulierend wirken. Dann erreicht man gute Ergebnisse, im Alltag dann aber nicht mehr.
Solltest du bei der Diagnostik kein gutes Gefühl haben, kannst du auch noch zu einer anderen Diagnostikstelle gehen und dir eine Zweitmeinung einholen.
Sollte dein Ergebnis uneindeutig sein, lassen sich Psychiater oft trotzdem auf einen Versuch mit Medikamenten ein. Es kann also gut sein, dass dein persönlicher Leidensdruck berücksichtigt wird, trotz Unterschreitung des Cut-off Wertes.
Es gibt aber so viele verschiedene Fragebögen und Tests und Meinungen/Deutungen der durchführenden Personen, dass eine andere Diagnostikstelle durchaus zu einem eindeutigeren Ergebnis kommen könnte. Wenn du denn wirklich ADHS hast.
Klingt genau wie ich in der Unterstufe, wo die Hörgeräte noch nicht so der Bringer waren, nur dass ich wirklich akustisch nicht verstand und Lückentexte füllen musste.
Das hingelegte Schauspiel hat entweder funktioniert oder manchmal auch voll daneben. Das zieht wahnsinnig an den kognitiven Ressourcen und man steht unter massivem Stress und Anspannung, weshalb es dann in Klasse 6 auch einen starken Leistungsknick gab, der erst nach und nach in den weiteren Klassen wieder aufgeholt wurde mit einer etwas ruhigeren Klasse. Also ja, man kann so große Stressoren auch für längere Zeit gut kompensieren, wenn entsprechende STrategien und Ressourcen da sind. In dem Sinne würde ich ADHS nicht wegen guter Noten für ausgeschlossen halten.
Tatsächlich gehe ich zur diagnostik um eben genau diese Depressive Episoden zu stoppen…verfolgt mich mein Leben lang, aber in keinem Zeugnis entnehmbar. In zwei steht das ich mich „vremdbeschäftige“ im Unterricht (ich hab gelesen, gemalt, ein buch geschrieben) wird aber dirkt relativiert mit „folgt dem Unterricht mit großem Interesse“.
Ich hoffe tatsächlich nicht, dass es hochbegabung ist, ich weiß nicht ob ich mit dem Wissen klar komme würde, dass ich das bin was ich immer sein wollte, aber ein anderer Teil meines Gehirns mich darin eingeschränkt hat.
Vielen dank für die Ansätze, die kann ich in der Diagnostik besprechen ![]()
Vielen lieben Dank für deine Antwort,
Ich kann mich stark in deiner Tochter wiederekennen. Da ich in die Oberstufe gehe, ist diese Anpassung schon so instinktiv, dass ich sie kaum warnehme…oft verliere ich mich in Gedanken und kann mich kaum stoppen, bis ich den Lehrer wahrnehme. So kleind zeichen, wie Körpersprache etc.
Dann kommt natürlich erneutes nachfragen und drauflos reden…va. in den typischen fächern. Oder das „ach man, habs vergessen.“
Ich würde mich als ADHS’ler einschätzen, viele Methoden die ich ausprobiert habe die auf ADHS zugeschnitten sind, funktionieren. Ich kann viele Symptome nachempfinden und sehe, wie viele soziale Kontakte daran brechen. Einde der größten Themen sind Impulsivität und Reizbarkeit. Es belastet ja nicht nur mich, sondern auch mein Umfeld.
Ich konnte lange zeit nicht akzeptieren, dass ADHS im Raum steht - hab also aktiv gegen mich gearbeitet. Seit ich meiner Therapeutin mehr vertraue und angenommen habe, dass es das sein könnte, konnte ich va. Stressbezogene Verhaltensweisen und Reaktionen erklären und daran arbeiten. ADHS wäre die Antwort auf vieles - nicht nur im Moment, sondern auch um die Vergangenheit zu verarbeiten
Wegen dem Konzemtrationstest werde ich nochmal mit der Frau sprechen, die die diagnose macht. An dem Tag war ich ausgeschlafen, nicht in der Schule, es war still etc etc. Rauß kam: überdurchschnittliche Konzentration. Check ich voll, ich kann mich konzentrieren. Das ist nichf der Punkt. Der Punkt ist, dass es nicht sein kann, dass ich mich ca. 20 - 35 min. Konzentrieren kann und danach im Bus fast einschlafe. Passiert auch öfter im Umterricht.
(Zudem ich im Test ab der hälfte einen inneren Monolog geführt hab und halb im Bildschirm hing. Vom aggressiven Mausklicken mal abgesehen.)
Nochmal danke für die ausführliche Antwort und die anderen Anstöße
Huch hab wegen dem akustischem (hatte vor der schule probleme damit) und mein Hirn vergisst regelmäßig, wenn ich in Gedanken bin oder so „abschalte“ im Gesprãch, das ich hören kann (und dass auch erwartet wird.) Heißt ich lese va. Körpersprache, Lippen und Augen. Nicken, mhm sagen und irgendwie aufs Blatt kritzeln (mit Kontext wie kurz den lûcktext überfliegen) haben mich in die 12. Gebracht…
Aber krass das Hörgeräte früher nicht so das Ding waren…sehr Schade, ich hoffe du kannst welche heutzutage nutzen xdd
Zum Thema Hochbegabung: meine Tochter hat in der Klinik einen sehr hohen IQ festgestellt bekommen, knapp unter der magischen Grenze zur Hochbegabung. Ihr neuer Psychiater zweifelt diesen Test an und meint, ihr IQ läge höher als getestet. Würde passen, aber am Ende ist es eigentlich egal wie viel höher als der Durchschnitt er liegt. Es reicht schon zu wissen, dass er hoch ist.
Es ist wichtig, diese Komponente in der Diagnostik und Behandlung zu berücksichtigen.
Denn Hochbegabung kann ADHS Symptome verschleiern. Wir hatten auch schon mit Ärzten zu tun, die das übersehen haben. „Mit diesen Noten kann das Kind kein ADHS haben.“ war ein beliebtes Feld auf dem Bullshit-Bingo.
Ein weiterer Faktor der HB ist, dass man sich gerne mal in Gedankenspiralen verrennt. Dass man sich weit mehr Gedanken zur Welt macht als Altersgenossen. Man hinterfragt
viel mehr und weil das die Anderen nicht tun, verunsichert und frustriert das.
Meine Tochter hat viel mehr Hobbys als die Meisten. Sie ließt andere Dinge, auch im Unterricht. Oft ist ihr langweilig, weil sie schneller fertig ist (bzw. das Thema einfach früher versteht) und dann schaut sie halt im Netzt nach interessanteren Themen.
Natürlich hat sie dann ein hohes Allgemein- und Spezialwissen und kann im Unterricht gut mitarbeiten und gegebenenfalls die Gruppenleitung übernehmen. Das überdeckt dann wieder das ADHS. Oder gleicht es aus, wenn man es so sieht.
Zu Hause merken wir das dann aber schon deutlich. Viele Hobbys, Ja. Diese durchhalten und/oder konsequent verfolgen, Nein. Viel wissen und sich Dinge aneignen wollen, aber sprunghaft sein.
Ist das immer schlimm? Nein! Man hat ja auch nur 24 Stunden. Es macht einfach Spaß, sich mit vielen verschiedenen Dingen zu beschäftigen. Man muss nicht in allem Experte werden oder alles zu Ende machen. „Du musst auch mal was zu Ende bringen.“ ist gut und richtig, aber nicht auf alles anzuwenden, wenn man so viele Dinge interessant findet und sowieso schon viel mehr macht als der Durchschnitt.
Sie hat mit 12 übrigens Panikattacken entwickelt und insgesamt eine sehr belastete Psyche gehabt. Sie hat immer überkompensiert und versucht, sich anzupassen und „normal“ zu wirken. Ihr Selbstbewusstsein hat extrem gelitten. Sie fühlte sich oft nicht verstanden und hat sich selbst dann als die Dumme wahrgenommen. Hier spielte auch der Autismus eine große Rolle, aber eben nicht nur.
Mit genug Wissen über die Diagnosen kam dann der Aha-Moment und die Heilung (also der seelischen Verletzungen).
Vielleicht findest du dich auch hier in einigen Punkten wieder.
Wir haben für uns einen Umgang damit gefunden, nicht der Norm zu entsprechen und wissen, dass bei uns viele Dinge anders laufen müssen, eben weil die Grundvoraussetzungen andere sind.
Verstehe ich. Ich sage mir dann immer, dass die Natur auf der einen Seite gibt und auf der anderen Seite nimmt. Das kann zynisch sein, kann aber auch Akzeptanz bringen. Uns hilft der Ansatz jedenfalls. Du bist noch jung. Im Vergleich zu den Meisten hier kommst du dir selber viel früher auf die Spur. Dein Leben beginnt gerade und du kannst jetzt beginnen, dich selbst zu entdecken und zu verstehen. Vieles wird einen Sinn ergeben und du kannst anfangen, deinen eigenen Weg zu finden.
Ich (acht Jahre): „Mama, woher wissen wir eigentlich, dass der Tisch nicht lebendig ist? Und was würde das bedeuten, wenn er es wäre?“
Mutter (geschwichtigend): „Was? Nein, das ist doch nicht so, oder?“
Das ist von anderen meist nicht böse gemeint, aber das Fehlen von resonanz hatte mich als Kind extrem verunsichert und an mir zweifeln lassen. Hab mich nach und nach sogar selbst gaslighten lassen, weil ich mir so dumm und falsch vorkam: „Denken funktioniert nicht und führt nicht zu den gewünschten Schlüssen, also besser Denken abgewöhnen und nicht mehr hinterfragen.“ Das ist lange her, aber es war eine Begleiterscheinung. Wahrscheinlich hatte sich sogar die Angst auf mich übertragen, die andere vor meinen Gedanken hatten.
Klingt ja auch schräg, dass du dich aktiv ans Hören erinnern musst. ![]()
Heute ist es viel besser mit den HG, aber immer noch eher nervig. Mein „früher“ war die Zeit so von 1999 bis 2008 (weiterführende Schule). Und ich höre extrem schlecht, also ich brauch rechts 70dB und links 90dB, damit bei mir eindeutig was an Wahrnehmung ankommt. Das liegt in erster Linie am Mittelohr. Je mehr die HG verstärken müssen, desto schlechter ist das Klangerlebnis.
Freut mich aber, wenn du das im Griff hast. Dachte nur, ich erwähne es mal, weil das ziemlich viel kognitive Ressourcen saugen kann.