Unterschiede MPH - LDX (Ritalin, Medikinet, Elvanse) Bewertung bezüglich einzelner Symptome

Guten Abend,

Ich würde euch darum bitten, die Unterschiede, die ihr bisher zwischen MPH und LDX festgestellt habt, hier rein zu schreiben. :slight_smile:
Auch gerne wenn nur mit einem Erfahrung besteht.

Eventuell kann man die Bewertungspunkte in Konzentration, Aufmerksamkeit, Fokus, Hyperaktivität, Impulsivität, Organisiertheit, Emotionale Schwankungen, Verbalisierung/Ausdruck/Sprachgewandheit, verbissen sein, aufteilen.

Vielen Dank für eure Antworten.

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Versuchst Du da eine Medikamentenwirksamkeitsanalyse ?
Wäre super, so was rauszukriegen.

Probiere ich seit Jahren vergeblich.
Unsere Umfragen dazu, die es objektivieren könnten, füllt keiner aus.

Dann mach ich den Anfang.
Methylphenidat: Medikinet adult 40-30-0

Stark verbessert ++
Etwas verbessert +
Gleichbleibend 0
Schlechter -
Starke Verschlechterung –

Konzentration: +
Aufmerksamkeit: 0
Fokus: +
Hyperaktivität: 0
(kann man vielleicht ausklammern. Bei mir nach wie vor keine Hyperaktivität)
Impulsivität: ++
Organisiertheit: ++
Emotionale Schwankung –
(hier: starke Schwankungen, also Verschlechterung des Zustandes)
Ausdruck 0
Verbissenheit ++
Motivation 0
Stressempfinden 0
Kreativität/Humor -

Subjektive Beschreibung:
Nicht mehr Aufmerksamkeit und Motivation, aber mehr Konzentration und Fokus. Bedeutet, subjektiv habe ich den Kopf noch immer voller Gedanken, bin getrieben und ungeduldig. Doch ich kann mich besser fokussieren und bin konsequenter und genauer. Meine drängenden Gedanken bereiten mir dennoch Stress. Ich habe das Gefühl mehr schaffen zu können und zu müssen. Verbissen, effektiv, angespannt. Starke emotionale Schwankungen. Kurze Wirkdauer. Wenig flexibel.

Ab morgen Stelle ich auf Elvanse um. Gerne kann ich einen Erfahrungsbericht von der Einstellung schreiben. Hier oder in einem eigenen Thread.


Klasse, vielen Dank. :slight_smile:
Nach dem Muster wie du werde ich dann auch MPH bewerten.
Und sehr gerne darfst du hier von Elvanse berichten.

MPH: 20(Medikinet Adult) - 20(Ritalin Adult) - 0 - 0

Konzentration: + - ++
Aufmerksamkeit: +
Fokus: ++
Hyperaktivität: -
Impulsivität: ++
Organisiertheit: ++
Emotionale Schwankung +
Ausdruck: - bis + (also es ist sehr unterschiedlich)
Verbissenheit: +
Motivation: +
Stressempfinden: +
Kreativität/Humor: - bis 0
„Arbeitsgeschwindigkeit: - bis +“

Wenn ich mir mein Resultat mal so ansehe, bin ich erstaunt darüber wie gut mir die Medikation tut.
Der einzige Reiz für LDX wäre, dass die Wirkdauer länger ist. Dafür muss man aber Abstriche in der Konzentration hinnehmen. (Wie ich es bisher hier mitbekommen habe.)

Huhu,

Könnte jemand der LDX bekommt einmal diese Punkte durchgehen und hier posten? Danke. :slight_smile:

Hehe, kurze LDX Einschätzung: Ich nehme ja heute den ersten Tag Elvanse 20mg. Ich merke einen starken Fokus auf eine Sache, lasse mich kaum ablenken. Der Tunnelblick ist ähnlich wie bei MPH. Ich sitze im Büro, doch statt dass ich arbeite, lese und verfasse ich seit zwei Stunden Beiträge hier im Forum.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist…?!

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Naja, gut für uns- schlecht, für deinen Chef… :lol:

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Bin auch Neuumsteiger von Medikinet auf Elvanse. Vor der ++ / - Betrachtung schrecke ich noch etwas zurück, liefere ich ggf. mit 1, 2 weiteren Wochen Erfahrung nach.

Ich bekam auf die Frage den Expertenrat, dass sich der Wechsel auf Elvanse (trotz grds. guter, nebenwirkungsarmer MPH-Erfahrung) lohnen kann, wenn man

  1. dazu neigt, Aufgaben immer als abschreckende „große Berge“ wahrzunehmen und
  2. schnell emotional hochfährt. Dann sei man ggf. mit Elvanse gut/besser bedient.

Mein eigenes Erleben bzw. die ersten Bilder, die mir kamen: Es fühlt sich eher an wie eine sanft schwungvolle Yogalehrerin, die sagt „Es wäre doch toll, wir würden das und das jetzt mal angehen…“ statt der bisherigen „Tritt in den Hintern-Jetzt reiß dich aber auch zusammen, wenn Du es schon nimmst“-Traineransage.

Was mittelfristig besser für mich ist, weiß ich aber noch gar nicht. [Das scheint auch so eine Lernerfahrung von Jahren zu sein, die das Selbstbild perfide infiltriert: „Ohne den verdienten Tritt in den Hintern geht es ja letztlich nicht“.]

Die Muskulatur scheint mir auch deutlich weniger angespannt, insb. um die Hüfte. Kann aber auch an veränderten Lebensumständen liegen, leider keine Laborbedingungen.

Zu Euren letzten Antworten wg. Fokus-Anhaftung: Ähnlich auch meine Erfahrung, mit beiden Medis. Woran man die Aufmerksamkeit hängt, muss man immer noch selbst steuern. Kann auch heißen, dass man Ablenkungen zur Unzeit sogar noch gezielter vermeiden muss. Dass genau das aber besser und bewusster geht, ist ja schon ein Vorzug. So wie in dem Film „Ohne Limit“ - Scheuklappen und automatisiertes Abarbeiten in Lichtgeschwindigkeit - wirkt beides auf mich nicht. Das ist vermutlich die meiste Zeit auch gut so.

Das Lösen und Umlenken, wenn man sich in Gedanken erwischt, fällt mir bei Elvanse etwas leichter. Es scheint alles etwas mehr im Fluss. Und ich komme mir etwas vorausschauender vor, bis hin zur Wahrnehmung von Verkehrszeichen.

Und klar, „nur einmal am Tag“ und zudem nicht immer das Essensthema mitdenken zu müssen, ist eine echte Erleichterung. Wobei - ich glaube @Anders weist da bisweilen so berechtigt drauf hin: Der Bedarf des Gehirns nach sinnvoller Energiezufuhr ist bei uns ja offenbar besonders ausgeprägt und lässt sich nicht auf „nötig bei Medikinet“ verkürzen. Trotzdem etwas mehr Freiheit…

Dankeschön.
Wie sieht es bei dem Rest aus?


:slight_smile:
Grüß dich
Magst du vielleicht auch dein persönliches Feedback geben?

Ich kann es leider nicht mehr so differenziert vergleichen.

Deutlich effizienter war ich bei MPH, aber es hat mich irgendwie auch fertig gemacht, zu sehr gepusht.

Mit AMP fühlt es sich sanfter an, aber auch weniger Fokus.


Aber was ist dann besser bei AMP bis auf den nicht erhöhten Anstieg des Angetrieben sein?


Geht mir ebenso. Aber ich habe den Eindruck, das mit dem Fokus kann ich lernen.
Ich meine, ich lebe jetzt schon 50 Jahre mit diesem krausen Gehirn, dass das nicht von jetzt auf gleich klappt ist ja klar.


Kann ich bestätigen. Die heftigen fibromyalgischen Beschwerden, die mich knapp 4 Jahre bis hin zur Berufsunfähigkeit massiv eingeschränkt hatten, wurden durch MPH besser und sind mit Elvanse weg. Auch wenn ichs noch nicht ganz glauben mag.

Soweit ich das nach rd. 1,5 Monaten mit einer einigermaßen tauglichen Einstellung sagen kann:
Mit MPH war ich schneller „drüber“. Das war irgendwie unberechenbar bei mir.
Hinzu kamen ab und an depressive Schübe, ganz kurzfristig, kurz und heftig, weswegen ich auch nicht höher dosiert hätte. Ich hab mich täglich gegen Abend von meinem Handy erinnern lassen: „Depris kommen von MPH“.
Es hat mir aus meiner Lethargie geholfen, die Müdigkeit und die Schmerzen vertrieben.
Ich konnte schlafen!!
Ich hätte damit zurechtkommen können.
Ein Vorteil war die bessere Dosierbarkeit.
Elvanse wirkt deutlich länger.
Und sanfter - Yogalehrerin halt.
Allerdings habe ich jetzt gelernt, dass es bei akutem Stress (bei mir ja auf einen sehr hoher, chronischen drauf) für mich besser ist, morgens etwas weniger und dann mittags den Rest zu nehmen.
Es wirkt bei mir auf die ekeligsten Kernsymptome meines ADHS:
Ich muss meine innere Anspannung nicht mehr mit Essen lösen.
Die Heißhungerattacken sind weg. Und ich bin nicht appetitlos, nur schneller satt. Konnte damit meine Ernährung umstellen, was sich natürlich sehr auf mein Wohlbefinden auswirkt.
Ich kann noch besser schlafen! Um 10 ins Bett, dann durchruseln bis um 6:30. Perfekt für mich.
Ich vergesse, beim „akademischen“ Arbeiten zu prokrastinieren. Zwar arbeite ich mangels Fokus teilweise sehr ineffektiv (habe den Eindruck, das war ohne Medikation besser, WENN ich denn mal am Schreibtisch saß). Bei der Berufsarbeit war das nie ein Problem, daher die Betonung - liegt an meiner Lernschwäche, die ich erst im Studium entdeckt habe.
Ich bin oft erstaunlich gut gelaunt. Das ist aber auch gut so - sonst würde ich mich vielleicht deutlich mehr über die verlorenen Jahre grämen.
Ach ja, noch ein Punkt: mir fällt auf, dass ich spontaner sein kann. Für mich als Sozialphobiker ein gutes Zeichen.

ok, systematisch:

Konzentration: 0
Aufmerksamkeit: 0
Fokus: 0
Hyperaktivität (bei mir: extreme innere Anspannung): ++
Impulsivität: +
Organisiertheit: 0 (war nie ein Problem)
Emotionale Schwankung: ++
Ausdruck: +
Verbissenheit: 0
Motivation: ++
Stressempfinden: grundlos: ++ ; unter Stress: — (also deutlich gestresster)
Kreativität/Humor: - (weniger „Witzetourette“)

Ach ja, Rebound immer so ab 19 Uhr :oops: - sorry!

Ich mag es noch nicht so recht einordnen. Im großen und ganzen fühle ich eine ähnliche Tendenz wie die anderen hier: Elvanse wirkt sanfter über den Tag. Ich bin motivierter, einfach mal die Arbeit anzugehen, ohne zu getrieben zu sein.
Nachteile: ich bin abends ein wenig hoffnungsloser als gewohnt. Ich schlafe zwar gut aber komme morgens nicht aus dem Bett und habe beim Aufwachen diese ekligen Wachträume, die sich nicht zu klaren Gedanken formen lassen.
Nach 10 Tagen Elvanse würde ich noch keine konkrete Einschätzung wagen.

Hi Hannes,

wie dosierst Du ein ? Mit was hasst Du begonnen, in welchen Schritten, was nimmst Du jetzt ?

VG

UlBre

Guten Abend,

Hier mal meine Wertung:

Stark verbessert ++
Etwas verbessert +
Gleichbleibend 0
Schlechter -
Starke Verschlechterung –

Konzentration: -

Aufmerksamkeit: ++
Fokus: ++
Hyperaktivität: -
Impulsivität: ++
Organisiertheit: ++
Emotionale Schwankung -
Ausdruck ( Sprachlich ) ++
Motivation ++
Kreativität/Humor -

Dosierung:

50 mg Elvanse die ich in etwa auf 30 mg morgens und 20 mg Mittags aufteile.

Mit Elvanse sind bei mir das erste mal die Exekutiven Funktionen aktiviert.
Ich kann endlich mal Planen was Heute/ in dieser Woche noch zu erledigen ist, zudem habe ich endlich mal den Antrieb eine Aufgabe anzufangen und kann diese dann auch zu Ende führen.
Da ist es auch nicht mehr so wichtig wie langweilig diese sind, da ich weiß das ich diese zu Ende führen kann, wenn ich will. ( Endlich entscheidet mal meine Willenskraft darüber, was ich kann und was nicht! )

Auch habe ich gemerkt, dass in meinem Bewusstsein nicht mehr so viele Informationen reinkommen, also das schon vorher Filter aktiv werden, die unwichtiges verwerfen.

Leider ist die Konzentration nicht so hoch wie bei MPH, was aber nicht so schlimm ist, da ich mich nun selber besser Steuern kann. Der Tausch ist völlig in Ordnung.

So viel dazu.

Bis denne

Wie sieht es mit der Wachheit bei LDX aus?
Im Verhältnis zu „Ohne Medikation“ & „Mit MPH“.
Vielleicht auch den Unterschied von LDX und Elontril, wenn jemand von euch allen mal beides bekommen hat. :slight_smile:

@Denkinger
@hannes
@Hibbelanna
@Nono

Ja wacher als ohne alles ist es schon, so ++.

Bei MPH weiß ich es nicht mehr…

Das klingt für mich logisch:

Chronischer Stress ist (wie AD(H)S)von verringerten Dopamin- und Noradrenalinwerten gekennzeichnet. Daher teilen sich AD(H)S und chronischer Stress die selben Symptome.
Akuter Stress ist dagegen von erhöhten DA- und NE-Werten gekennzeichnet.
Sprich: akuter Stress kompensiert ein Stück weit den chronischen Stress (jedenfalls was DA und NE angeht, was ja aber nicht alles ist)

VG

UlBre


Ok, Danke, so rum könnte das tatsächlich Sinn machen.
Das bedeutet, dass ich bei der Addition von chronischem und akutem Stress tatsächlich weniger Wirkstoff BRAUCHE. Auch wenn dann nicht alles so wie gewöhnlich funktioniert.
Ein sehr wichtiger Aspekt für mich!